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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-07-05 · 27 (5.7.1912) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
27 (5.7.1912)
Date
1912-07-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 27 Dr. Blochs Wochenschrift Sette 457 Die Sabbathruhe der Newysrier Bäckermeister. Der Verband der jüdischen Bäckermeister in Newyork hat in seiner jüngsten außerordentlichen Generalversammlung in Anwesenheit von 100 Mitgliedern den einhelligen Beschluß gefaßt, von nun ab am Sabbath vollständig zu ruhen. Die Versammlung erließ an die jüdischen Frauen von Newyork ein Zirkular, in welchem die Frauen gebeten werden, sich diesem Beschlüsse zu fügen, da die Bäcker unter keinen Umstanden am Sabbath arbeiten lassen werden. Der Beschluß der Bäcker ist infolge einer intensiven Agitation der Tomchei-Schabos- Vereinigung zustande gekommen. Diese Vereinigung wird nun nach diesem ihrem großen Erfolge ihre Tätigkeit bei anderen Gewerben fortsetzen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es ihr gelingen werde, im Newyorker Eastend den Sabbath zu jenen Ehren zu bringen, in welchen er einstens bei den Juden gestanden^ist. _ Cincinnati. Herr Redakteur! Ohne Rücksicht auf die Erfahrung des Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann, dessen. Rat an die galizischen Rabbiner und Matrikenführer soviel ungünstige Kritik in radikal-nationalistischen Zeitungen erweckt hat, fühle ich doch das Bedürfnis, durch Vermittlung Ihres geschätzten Blattes die öffentliche Meinung unter den österreichischen Juden auf ein Uebel im galizischen Gemeindeleben aufmerksam zu machen, das wohl gekannt, aber nicht genügend gewürdigt ist. Ich lasse den Fall für sich selber sprechen: Charles Benolowe heiratete als 20jähriger junger Mann seine Gattin Hattie — die Parteien haben offenbar hier, wo die Behörden mit solchen Fragen es nicht so genau nehmen, den Rat Herrn Dr. Güde-> mann's antizipiert —, die erst 17 Jahre alt war. in Czernowitz. Nach Beendigung seiner Dienstpflicht in der Armee wandte er sich nach Amerika. Einige Zeit später folgte ihm die Frau, die er ohne Nachricht gelassen hatte, und zwang ihn durch Gerichtsbefehl, sie ' als Gattin zu behandeln. Charles hatte aber inzwischen etwas mehr von den Vorteilen des amerikanischen Gesetzes kennen gelernt, verließ die Frau wieder und focht vor dem Zivilgerichte die Rechtmäßigkeit des Ehebündnisses an, indem er geltend machte, daß er zur Zell,, als er die Ehe schloß, dem Militärverbande angehörte, und ohne die Erlaubnis der Militärbehörde eine Ehe gar nicht schließen konnte, daß der Ehe nicht das erforderliche Aufgebot vorangegangen war und daß nicht der zuständige Rabbiner, sondern ein Synagogendiener die Trauung vollzogen habe. Der Richter ließ sich von der Sympathie für die betrogene Frau leiten, und nachdem er dem Manne wegen der Gemeinheit, sich durch Deckung hinter einer juristischen Formalität seinen Pflichten zu entziehen, den Tert gelesen hatte, erklärte er die Ehe für giltrg. Der Mann appellierte, und das Appellationsgericht erkannte, daß in solchen juristischen Fragen das Sentiment nichts zu sagen habe. Nach österreichischen Gesetzen sei die Ehe einmal nicht giltig, und da diese Ehe auf österreichischem Boden von österreichischen Staatsbürgern geschlossen wurde, kämen nur österreichische Gesetze in Betracht. Dabei wird es sein Bewenden haben. Wäre es nun nicht höchste Zeit, daß die galizischen Rabbiner lernten, daß der Grundsatz von „Dina de-Malkuta" auf solche Fälle anzuwenden sei, wo das staatliche Gesetz, wie schon R. Ascher erklärt, den Juden gegenüber keine Ausnahme statuiert. Man denke sich die Lage des armen Weibes in fremdem Lande mit unmündigen Kindern, das zu der Erniedrigung gezwungen ist, um Alimente für die angeblich unehelich geborenen Kinder zu betteln. Ist die Verhinderung solcher Fälle nicht ein wichtiges jüdisches Interesse? Bei der Gelegenheit möchte ich auch bemerken, daß ich die Erklärung Herrn Dr. Güdemann's. die sich mit! der traditionellen deckt, daß Feibusch von Phoebus abzu-t leiten sei, nicht für richtig halte, obwohl diese Erklärung an den Parallelnanien Schragga und Uri einen Rückhalt hat. Nach meiner Ansicht ist Feibusch eine Korruption von Vives, welches in zahlreichen mittelalterlichen Urkunden, besonders im normannischen England die Uebersetzung von Chajim ist. Aus Vives wird zunächst Veives, wie aus Isaak Eiseck nach den allgemeinen Lautverschiebungen zwischen Hoch- und Niederdeutsch. Bei der Nachlässigkeit der südwestdeutschen Juden in dem Gebrauche von Waw und Bet, wie etwa die Schreibung zeigt, wird aus Veives Beifuß. das wir oft in alten Urkunden finden, und Feibus. War der Name einmal populär, diente er Christen und auch Juden als ein bequemer Rufname fiir allerlei weniger bekannte Namen, als Nehemiah, Josua, Kaleb und andere, gerade wie das mit dem Namen Salinen geht, der als Substitut für Jekutiel, Mefchullam. Schneor und andere erscheint. Ich Hatte auch einen „Vetter Schamsche", den die Bauern aus Bequemlichkeit Salomon nannten, obwohl er sich nach der naiven Sitte jener barbarischen Zeiten Samson schrieb. Im übrigen scheint es. daß nicht der Name den Juden, sondern der Jude den Namen verächtlich macht. In Langenscheidt's Roman „Graf Cohn" stellt sich der Held in einer Offiziersgesellschaft als Cohn vor. Nach, seinem Vornamen gefragt, sagt einer der Offiziere, als er den Namen Isidor hört: „Jetzt gibt es keine mildernden Umstände." Natürlich konstatiere ich nur Tatsachen, ohne dafür plädieren zu wollen, daß das noch in den Schulchan Aruch aufgenommene Gesetz, welches dem Juden die Scheidung von feiner Umgebung in Tracht und Sitte zur Pflicht macht, durchgeführt werde. Es würde die melancholische Liste dev Abgefallenen kaum aus der Zeitung verschwinden machen. Ergebenst Cincinnati, Juni 1912. Gotthard Deutsch. Vermischtes. Kranzablösuugsfpendeu zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien l.. Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenosse». Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann L ö w y: Kob» L Hollin 30, Jocques AbeleS 20. Alois Lemberger 40. Sonrad Blaschka (ft. Schmitt) 50, Jda n. Hugo Stein 20, Irma u. Karl Grünhut 10. Sigmund Reiner, Proßnitz 30, Elia Lorand 10. Aladar Szönhi, Budapest 10, Dr. Ed. Adler 10. B. Morberger 30, S. Heller, Raab 10, Kapamaezya L Bondy 10. Zusammen 360. Anläßlich des Ablebens der sel.Betti FörsterJulius Herzog 10. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Schlesinger: Bon Franz Fritsch Kronen 25.—. Oswald Placzek 30.—, Alfred Placzel 30.—. Zusammen Kronen 85.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Felir W o h l m u t h: Bon Heinrich Bäck Kronen 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Kurl Werber: Bon Doktor E. Münz Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Joses Lederer: Zuni Sterbetage 6. Juni Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Krieger: Bon Moritz Schütz Kronen 5.—. Moritz Frankl 5.—. Felir Wolf 10.—. Hermann Fuchs 5.—, Gustav Pick 5.—, Berta Nußbaum 10.—, Fam. Leopold Winter 5.—. I. A. L. 30.—. Zusammen Kronen 75.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz I a ck e r: Bon Emanuel Grab und Frau Kronen 20.—, Rudolf Kahler 20.—, Moritz Erümoald 30.—. Wilhelm Grünwald 30.—, Dr. Gottlieb Stein, Prag 20.—, Louise Stein 20.—, Emil Gans 20.—. Zusammen Kronen Kronen 160.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Stern: Bon Tr. Rudolf Goldmann Kronen 10.—. Eugen Kantor 10.—. Mila Ball 10.—. Therese Kantor 10.—. Fam. Wittmann 10.—, Fam. Ing. Hugo Stern 10.—. Zusammen Kronen 60.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Anna R e i 1 l e r: Bon Rudolf Kahler Kronen 20.—.

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