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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-07-05 · 27 (5.7.1912) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
27 (5.7.1912)
Date
1912-07-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 27 Dr. Mochs Wochenschrift Seite 458 Du hast in Dir einen Jungbrunnen, das ist Deine Kunst, die erkält Dich jung. Du halt dick seit Jahren äußerlich nicht wicindert: bleibe auch innerlich unverändert und halte in alter Treue zu unser» Verein«- Ungemein zahlreich sind die telegraphischen Glückwünsche. Ls .depeschierten die gewesene Kronprinzessin Gräfin Stephanie Lonpay, Hofdame Gräfin Gagern, Oberstjägermeister Graf Mar Thun, Baronin Ferdinand Buschmann-Schöller, der Präsident des Reichsgerichtes Dr. Josef Unger und Gemahlin, der deutsche Konsul Dr. v. Vivenot und Gemahlin, Sektionschef Dr. Pranter, Staatsrat Alfred v. Frankl und Gemahlin, General Kellner, Baron Edmund Gutmann, der Präsident der Anglobank Karl Morawitz und Familie, Oberst Dr. Austerlitz, Bürgermeister Dr. Trenner namens der Stadtgemeinde Baden: Ludwig Bösendorfer aus Ischl telegraphiert: „Wir beide sind in ungetrübter Freundschaft alt geworden, doch Dich hat Deine unvergleichliche Kunst jung erhalten und mich zu Deinem unwandelbaren ^Verehrer und dankenden Bewunderer gemacht." Prinzessin Croy namens des Johann Strauß-Denkmaljkomitees, Oesterreichischer musik-pädagogischer Verband. Orchesterverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Union dramatischer Autoren und Komponisten. Mlolsturg. Am 23. Juni l. I. fand die Ersatzwahl für den Heimgegangenen Bürgermeister Herrn Moriz Abeles für die Stadtgemeinde Nikolsburg II statt, und wurde der bisherige Gemeinderat Herr Franz Deutsch einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Am 29. Juni l. I. fand die feierliche Beeidigung des neugewählten Bürgermeisters durch Se. Hochwohlgeboren Herrn k. k. Bezirkshauptmann Paul Kretschmer, welcher in Begleitung des Herrn Statthalterei-tKonzepts-Praktikanten Herrn Dr. Hemke erschienen war, in dem zu diesem Zwecke festlich dekorierten Rathaussaale vor dem versammelten Gemeindeausschuß statt. Als Festgäste waren erschienen: Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Moriz L ew in, Herr Gutsverwalter Alois Winter, Bürgermeister der Stadtgemeinde Nikolsburg, Handelskammerrat Herr S. Krakauer, Herr Oberlehrer Anton M a a z und Herr Philipp K ohn als Vorsteher der israel. Kultusgemeinde Nikolsburg, welche den neugewählten Bürgermeister herzlichst beglückwünschten und die sichere Erwartung aussprachen, daß er, geleitet von den Intentionen seines Vorgängers, sein Amt zum Wohle der ihm nunmehr anvertrauten Gemeinde aussnhren werde. Die von Sr. Ehrwürden aus diesem Anlasse gesprochenen Worte lassen wir wegen ihres tiefen Sinnes im Nachstehenden folgen: „Die Gemeinde hat gewählt! Was würde der verblichene Bürgermeister zu dieser Wahl sagen? Wenn unser einstiger Führer (Moses) Abeles von oben auf diese feierliche Versammlung herniederließ, da dürfte auch er. gleich Moses, dem ersten Führer Israels, an Gott die schmerzliche Kkvge richten: „Herr der Welt, wird keiner mein gedenken, wenn ich von dannen ziehe?" „Fürchte nicht", antwortete Gott, „wenn dein Volk bei dem Abschnitte ./Wenn du ein Haupt erhebst" anlangt, so wirst du zugegen sein und dein Haupt neigen." Die israelitische politische Gemeinde ist ebenfalls kurz nach dem Ableben des alten Eemeindehauptes zu den: Abschnitte der Wahl eines neuen „Hauptes" gelangt. Der Heimgegangene klagte jedoch nicht, daß er durch den Nachfolger vergessen werde, er neigt, gleich Moses, zustimmend sein Haupt, denn an seine Stelle tritt sein bester Freund, der seinen Intentionen gemäß sein Amt leiten wird. In dem Nachfolger lebt der Vorgänger wieder. Des Volkes Stimme haben Sie gehört, nun hören Sie auch Gottes Stimme und das ist die Stimme der Religion, deren Vertreter ich in diesem Kreise bin und diese rufe Ihnen zu: „Glück auf." Herr Bürgermeister Alois Winter hob besonders hervor, daß beide Gemeinden nur in fernerem guten Einvernehmen imstande sein werden, zum Wohle beider Gemeinden Ersprießliches zu erwirken und zu schaffen. Nach Entwicklung seines Programmes, welches von den Anwesenden mit Beifall aufgenommen wurde, dankte der neugewählte Bürgermeister den Anwesenden für die ihnv durch ihr Erscheinen erwiesene Ehre, versprach, sein! ganzes Können für das Wohl der Gemeinde einzusetzen' und im Geiste des edlen Hingeschiedenen das bisher zwischen den hohen Behörden und beiden Gemeinden herrschende gegenseitige gute Einvernehmen zu wahren und zu fördern. Er betonte zum Schlüsse, daß die Juden Oesterreichs ihre Kaisertreue bei jeder Gelegenheit bekunden in Verehrung desjenigen, dessen landesväterlichem Herzen alle Untertanen ohne Unterschied der Konfession gleich nahe stehen. Unserem erhabenen Monarchen seien wir Juden zu besonderem Danke verpflichtet, und zieme es sich, in dieser festlichen Stunde den Allmächtigen zu bitten, .daß er unseren allgeliebten Kaiser bis an die äußerste Grenze des menschlichen Lebensalters erhalten möge. Mit einem dreifachen Hoch auf unseren geliebten Kaiser, in das die Anwesenden begeistert einstimmten> schloß diese wahrhaft erhebende Feier. Konferenz der französischen Rabbiner. Vorige Woche fand in Paris unter dem Vorsitze des Grand Rabbin von Frankreich, Alfred Levy, die siebente Generalversammlung der französischen Rabbinervereine statt. An der Konferenz haben 35 Rabbiner aus allen Teilen Frankreichs teilgenommen. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Get-Frage, über welche Rabbiner Hagenau das Referat erstattet? und den Antrag stellte, daß zur Vermeidung der Unzukömmlichkeiten bei den jüdischen Ehescheidungen, und um den Mann schon bei der Eheschließung zu veranlassen. für den Fall der späteren Ehescheidung die Verpflichtung auf sich zu nehmen, seiner Frau den in den jüdischen Religionsgesetzen vorgeschriebenen Get zu überreichen, in Hinkunft jede Kethuba auch die folgende Formel zu enthalten habe: „Für den Fall, daß das Zivilgericht die Auflösung der Ehe jemals aussprechen sollte, verpflichte ich mich mit Gegenwärtigem vor der kompetenten Stelle behufs religiöser beziehungsweise religionsgesetzlicher Lösung der Ehe einzuschreiten." Der Antragsteller erwartet von dieser Maßchgel. daß das Zivilgericht dieser Verpflichtung durch Auferlegung von Strafen und Zuurteilung von festzustellenden Schadenersatzsummen an die geschiedene Frau Geltung verschafft. Nach eingehender Debatte wurde der Antrag einer Spezialkommission zugewiesen. Ein Antrag auf Einführung einer Zeremonie im Tempel bei Leichenbegängnissen wurde von der Versammlung mit der Begründung einstimmig abgelehnt, daß vor dem Tode alle Menschen gleich seien und eine solche neue Einführung, die bei jedem Leichenbegängnisse einzuhalten unmöglich wäre, dieses Prinzip der Bleichheit umstoßen müßte. Nach einer Diskussion über eine Reform des Lehrplanes für den Religionsunterricht mit größerer Berücksichtigung der hebräischen Sprache wurde Rabbiner Metzger beauftragt, einen solchen Reformlehrpl.an auszuarbeiten. Die Beratung über die Frage der Unkündbarkeit der Rabbiner wurde vertagt. Der Präsident verliest ein von ihm verfaßtes Zirkular, betreffend die Gründung einer Gesellschaft zur Herausgabe von Jugendschriften, durch welche die jüdische Jugend Frankreichs über die Geschichte der Juden und die bedeutenderen Werke der jüdischen Literatur gelehrt werden sollen. Cm Blatt aus der Geschichte der rumänischen Juden. Von verläßlicher Seite erhalten wir folgende Zuschrift: * An die Redaktion der „Oesterreichischen Wochenschrift". Wien. | In der Nr. 15 Ihrer Zeitschrift vom 12. April be- V richtet ein Korrespondent über eine Broschüre, welche

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