Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 26 (28.6.1912)
- Date
- 1912-06-28
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 442 Pr. Blychs Wo/h«rschM Nr. 26 Arthur Schnitzler, Gesainnrelte Werke. Erste Abteilung': Die erzählenden Schriften. Berlin, 8. Fischer. (In drei Bänden gebunden 10. M., in Halbleder 13 Mark1, in Ganzleder 10 Mark.) Am 15. Mai hat Arthju* Schnitzler sein 50. Jahr vollendet; diese Gesamtausgabe; seiner "Werke hat das Jubiläum einer so unjubilariscli jungen Kunst am schönsten gefeiert. Es handelt, sich hier nicht um eine Auswahl, sondern wir bähen sämtliche "Werke Schnitzlers vor uns, von der ersten Erzählung „Sterben“, die 1895 erschien, bis zur Ernte des letzten Jahres; von der kurzen Novelle, die sich fast anekdotisch schürzt, bis zum breit ausgeführten Gemälde des großen Zeitromans. Der Grundklang fast aller Erzählungen Schnitzlers ist Liebe. Soziale Themen klangen nur gelegentlich in seinen Erzählungen an, bis sie nun, im „"Weg ins Freie“, die Macht erlangten und Liebesgeschichten zu einem großen Gesellschaftsgemälde des heutigen "Wiens erweiterten und vertieften. So gibt die Ausgabe das reiche und schöne Werk eines Dichters in einem Augenblick, wo seine Kraft in der Blüte steht und eine immer üppigere Zukunft erwarten läßt. Für die äußere Form des "Werkes gelten die. Prinzipien des Verlages; die drei Bände sind mit feinem und diskretem Geschmack ausgestattet. N. Müller, Die jüdische Katakombe a m Monteverde in ßo m. Mit 12 Abbildungen. (Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der "Wissenschaft des Judentums). Leipzig, 1912. Gustav Fock. Mark 5.—, geh. 6,20. 1602 hatte Bosio zum ersten Male diese Katakombe betreten und kurz beschrieben, die dann trotz wiederholter Bemühungen nicht aufzufinden war, bis man sie 1904 von neuem entdeckt hat. Müller zeigt in dieser gründlichen Studie, die, nach Feberwindung gewisser Schwierigkeiten bei der Durchforschung, noch einer Ergänzung harrt, daß weder eine der jüdischen, noch christlichen bisher bekannten Katakomben an "Wert der Ausbeute mit dieser ungemein aufschlußreichen Entdeckung sich messen darf. Unsere Kenntnis der jüdischen Grabarchitektur wird bedeutend erweitert. Porträts auf den Sarkophagen erscheinen als statthaft. Krugsärge, Beschleunigung der Verwesung durch ungelösten Kalk, wie noch später bei den Portugiesen, sind auffallend. Figuren aus der griechisch-römischen Mythologie (S. 52 fg.) sind auch früher schon in jüdischen Katakomben bemerkt worden. Der siebenarmige .Leuchter ist auch hier das untrügliche Zeichen jüdischer Provenienz. Man erfährt Ne des" über die Synagogen Roms und die Gemeindeämter, auch der jüdischen Namensforschung widerfährt Bereicherung in diesem wertvollen Buche. a. Plato Di. Immanuel. Kunst oder Schablone in Religion und Religionsgesetz. Die vorliegende, als Manuskript gedruckte, nicht für den Buchhandel bestimmte Arbeit enthält. die Antwort des Verfassers, der Rabbiner einer orthodoxen Gemeinde in Hamburg ist, auf eine Anfrage des Verbandes gesetztreuer Rabbiner bezüglich der Verbrennungs- und Beisetzungsfrage. "Wie der Verfasser sich zu diesen Fragen stellt, dürfte am besten aus den folgenden; Sätzen hervorgehen, die in einem im Sinne von Samson Raphael Hirsch geschriebenen Briefe Vorkommen: Halte., du-herzhaft im Leben Nichtjuden und Juden gegenüber alle deine menschlichen Gebote und jüdischen Mizwoth, in immer höherem Grade der Selbstvervollkommnung und Pflichttreue, soweit es dir bis zum letzten Atemzuge höchsten Alters, das ich dir wünsche, nur menschenmöglich ist, — — — und lasse dich, — wenn du einmal purimtrunken, modesüchtig, eigensinnig, verirrt und geschmacksverirrt auf dieser Alternative beharrst — „feierlichst“ — zu „Asche“ — verbrennen -— und —> in — Ehren — beisetzen; — wenn — du — willst, — in — meiner — Grabesnähe! — Mir sollst du willkommen sein! Bei Gott! Du handelst bei Gott und Menschen ungleich pflichtgetreuer und verdienstlicher, als die umgekehrte Praxis dich führen würde! Es entgeht dir wahrlich, der „Asche“ wegen, auf die Dauer kein Strahl der Seligkeit; du bist nicht verloren. —-. - r-i 1 „Die Hilfe“. "Wochenschrift, für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Dr. Friedrich Naumann. Nummer 25. 20. Juni 1912. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Neue Frauengegner. — Paul Nathan: Balfour und die deutsche Hegemonie. — "Wilhelm Cohnstaedt: Taft und Roosevelt. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Gottfried Traub: Die Freude ging vorbei. — Hans Ostwald: Volksfeste. —-"'Willy Rath: Ein Deutscher Dichter aus Ungarn (Adam Müller-Guttenbrunn): — Paul Zschorlicli: Eine Reise in Algerien. II. — Alfons Pauqet: Kamerad Fleming. Roman. — Theodor Heuß: Der deutsche "Werkbund in Wien. — Politische Notizen. — Notizen für die Parteiarbeit. - Fortschritt (Buchverlag der ,Hilfe“) G. m. b. II. in Berlin- Schöneberg. - Hakedem. Vierteljahrschrift für die Kunde des alten Orients und die Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von I. M a rkow und A. S a r s o w s k y.-.JlI. Jahrgang Nr. 3—4. September— Dezember 1909. Inhalt: A. Papadopulos-Keramevs: Ein vulgärgriechisches Klagelied griechischer Juden. — J. Israelsohn: Aus dem «Buch der Gesetze über das Gebot der Scbaufäden» Samuel ben Chofni’s. — A. Lewinsky: Zur Geschichte der Juden in Polen und Rußland während des 18. Jahrhunderts — I. Marko n : Ein unveröffentlichter Brief von Abraham Geiger an Samson Rafael Hirsch. — A. Scb. Herschberg : Lederwerkstätte zur Zeit der Mischna und des Talmuds. — A. Harkavy : 1) Bruchstücke aus Ibn-Chofni’s Gesetzbuch. 2) Schreiben über Maimonides More Nebuchim. — David Kahana: Zur Geschichte der Gaonen. — G. Deutsch: Geschichte der Juden in Deutschland. — R. F ahn: Zur Geschichte der Karäer in Galizien. — Ch. D. Fried b erg: Geschichte der Familie Horovitz. — A. Harkavy: Zu »Hakedem« S. 115-128 dieses Jahrganges. — II. P. Chajes: Berichtigungen. Adresse der Redaktion: St. Petersburg. Oftizirskaja 50. KriefKasten. B. F: Nach den nunmehr betnbelen Nachfo. schlingen der „Jüd. EmigrallouSgesellschaft von Amerika" verloren bei dem Untergang der „Titanic" 76 Juden (11 Passagiere I. Masse, 21 2. Klasse und 37 8. Klasse) das Leben. B L. Das jüdische Theater in London kann sich ans dem Grunde nicht halten, weil es auf Grund von Polheiveroidnungen Sonntag gesperrt sein muß und andererseits miuRücksicht auf die Stimmung der orthodoxen jüdischen Kreise auch'am, Samstag und an jüdischen Feiertagen nicht gespielt werden darf. Bier Spielabende in der Woche können allein das Tbeater nicht erhalten. K- F. Das Ludapester jüdische Mus,um bifinbet sich erst int Stadium des Werdens und die feierliche Eröffnung wird erst in einigen Wochen eifolgen. ' K- L. Gloggnitz. Die Pension Wegererhof in Küb (Station nach Payerbach an der Südbahn) wünscht sich rassenrein au erhalten,Wovon Inden und Jndenstammlinge Notiz nehmen sollten '_ ■ i Notiz. Außerordentliche ^Staätsiötterie. Ueber kaiserliche Ermächtigung veranstaltet die k. k. Lottogefällsdirektiön eine außerordentliche Staatslolterie, deren Reinertrag für Wohltätigkeitszwecke der k. k. Landwehr bestimmt ist. Die Ziehung dieser Lotterie ist für den 4. Juli 1. J. anberaumt. Um diesem ebenso patriotischen als wohltätigen Unternehmen eine möglichst lebhafte Teilnahme zu sichern, wurde der Spielplan dieser Staatslotterie überaus günstig gestaltet, indem 21.146 Gewinste in barem Gelde im Gesamtbeträge von K 625.000 mit einem Haupttreffer von K 200.000 ausgesetzt wurden; der Lospreis beträgt K 4.— Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsere aesckähten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden ILbounementsgrbübr, damit die Zusendung des Blsttes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich des in der heutigen Nummer beigelegten PosteHag- Scheines bedienen. Die Administration. Ettel Goldschmidt-Stiftung für Lehrerswitwen. Anzahl der Plätze:' Einei’ im Betrage von Kronen 200.—. Bewerbungsberechtigt sind: Arme israelitische Lehrerswitwen, welche in Wien oder dessen nächster Umgebungwohnhaft sind. Bevorzugt sind: Verwandte des Stifters, Herrn Moritz Ritter von Goldschmidt oder dessen Gattin, Frau Nanette, geb. Landauer, und unter gleichen (Verhältnissen solche Bewerberinnen, welche eine, größere Anzahl unversorgter Kinder haben. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Totenschein des Gatten, Zeugnis über den Lehrberuf des verstorbenen Gatten. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Juli 1912. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Eiureichungsprotokoll).