Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-06-21 · 25 (21.6.1912) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
25 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021981-3022007--21247-3046330
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Sette 422 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 25 auch nicht zu überlästig, da namentlich' auf Ueberland- Touren in der Regel seinfrühzeitig auf gebrochen und vor Mittag frühzeitig Rast gemacht zu werden pflegt und sich am Nachmittag regelmäßig der erfrischende Meer- und Westwind erhebt. Die Sommernächte liier zu Lande sind sogar meist merklich kühl, daß man unter Umständen sogar einen Sommerüberzieher wohl ertragen kann. M as aber den Sommer- und Herbstreisen in Palästina vor den Winter- und Frühjahrsreisen noch einen weiteren ganz besonderen Vorzug gibt, das ist der Umstand, daß um diese Zeit die Zahl der jährlich hierherkommenden Pilger und Touristen bei weitem nicht so groß ist, wie um die Weihnachts- und Osterzeit, die wenigen vorhandenen Hotels, Pensionen und Pilgerhäuser infolgedessen auch lange nicht so überfüllt sind, und der Reisende dementsprechend bei bedeutend mäßigeren Preisen ein viel ruhigeres und bequemeres Unterkommen und eine viel speziellere, aufmerksamere und genauere Bedienung findet, als dies während der „Saison“ in der Regel möglich ist. Es ist darum auch gar nicht zu verwundern, sondern sehr wohl verständlich und einleuchtend, daß heutzutage, als Pendant zu den Schweizerreisen im Winter, die Palästina- und Orientreisen im Sommer immer mehr in Aufnahme und „in Mode“ kommen. Bezüglich des von dem Jerusalemer Bureau vorgeschlagenen Reisemodus wäre nach dem Gesagten in her Hauptsache noch Folgendes zu bemerken: Die Reiseteilnehmer melden zunächst ihre Namen und Adressen an das Bureau in Jerusalem, von wo aus dann zwischen denselben eine gegenseitige schriftliche oder persönliche Verl indung hergesteilt wird. An einem festgesetzten Zeitpunkt treffen sich dann alle Angemeldeten in einer süddeutschen »Stadt (etwa München), um dann gemeinsam jeder auf eigene Kosten von Genua (mit dem Norddeutschen Lloyd) oder von Triest (mit dem Oesterreicliischen Lloyd) die Seereise nach Alexandrien resp. Jaffa anzutreten. Natürlich können «ich aus allen anderen Ländern einzelne Personen und Gesellschaften melden und mit dem Jerusalemer Bureau die nötigen Abmachungen und Vereinbarungen treffen. In Alexandrien resp. Jafia werden dann die Reisenden von den Direktoren und Angestellten des Jerusalemer Bureaus auf dem Schiff in Empfang genommen und auf ausschließliche Rechnung und Verantwortung desselben für die Dauer des vorher einzeln festgestellten und vereinbarten Reiseprogramms durch das Land geleitet. Für diese Sommer¬ und Herbsttouren in Palästina und Egypten sind bei einer Teilnehmerzahl von mindestens 5 Personen und höher für zweite Klasse ä Person folgende Preistarife festgesetzt: 1) Für eine annähernd dreiwöchige Reise durch ganz Palästina und Syrien (Jaffa, Jerusalem, Bethlehem, Jericho, Totes Meer, Nazaret, Tiberias, Damaskus, Baalbek, Beirut) 500 Mark. 2) Für einen etwa achttägigen Aufenthalt in Jerusalem und Umgebung 140 Mark. 3) Für einen viertägigen Aufenthalt in Egypten 120 Mark. Reisen noch weiter südlich und nördlich und ins Ostjordanland nach »Spezialtarif. Die angegebenen Preise begreifen für die angegebene Zeitdauer alle und jede Ausgabe in sich: Ausschiffung und Landung, Zollabfertigung, Eisenbahn, Wagen, Reitpferde, Zelte, instruktive Führung zu allen bemerkenswerten Plätzen und Antiquitäten, Eintritts- und Besieh-, tigungsgelder für Altertümer, Museen, Kirchen und Moscheen usw., alle Hotelrechnungen und Trinkgelder, so daß der Reisende während der ganzen Dauer seines Aufenthaltes im Lande absolut jeder äußeren Sorge überhoben ist und sich ausschließlich nur dem geistigen, leiblichen und seelischen Genießen der von allen Seiten überreichlich auf ihn einströmenden neuen und fesselnden Eindrücke überlassen kann. , Schließlich möchte es manchen Reiseteilnehmern vielleicht auch noch willkommen sein, zu erfahren, daß sowohl der Unterzeichnete als auch sein Kompagnon, Herr Domian, beide überzeugte und eifrige Abstinenten (Guttempler) und Vegetarier sind, und daß sie auf Wunsch bei einer Teilnehmerzahl von mindestens 5 Personen auch für die ganze Dauer der Reise in Palästina und Egypten für eine substantielle abstinente und vegetarische Verpflegung Sorge, tragen werden. Da nun aber für eine Teilnahme an den diesjährigen im Preise ermäßigten August-, September- und Oktoberreisen nicht mehr iviel Zeit zu verlieren ist, empfiehlt es sich jetzt, Anmeldungen für dieselben möglichst sofort an die Adresse des Unterzeichneten nach Jerusalem gelangen zu lassen, welcher zu jeder weiteren Auskunft und Mitteilung dann gerne bereit ist. In der angenehmen Hoffnung denn, daß jetzt recht viele 1. deutschen Landsleute und Gesinnungsgenossen die hier gebotene günstige Gelegenheit ergreifen werden, um auf die vorgeschlagene, sicher allseitig befriedigende und nach jeder Hinsicht hin gewinnbringende Weise den vielleicht schon lange im Herzen bewegten und bisher unerfüllt gebliebenen Wunsch und Plan einer Palästina- und Orientreise mit der möglichsten Ersparnis und Ausnützung der etwa zu Gebote stehenden Zeit und Mitteln endlich raschen und entschlossenen Mutes zur glücklichen Ausführung zu bringen. Hochachtungsvollst Phil. Kiefcrmlorf, Prediger a. D., Dozent in Jerusalem. (Adresse.) Literatur und Kunst. Emil Steger, dessen Name als ausgezeichneter Konzertsänger längst einen guten Klang hat, ist m der letzten Saison wiederholt in eigenen Liederabenden, sow.e auch als Milwirkender im Großen Musik,vereins-Saal, bei Bösendorfer und im Mililärkasino mit größtem Erfolge aufgetreten. Alle Wiener Kritiken bezeugen ( ies m den Tagesblältern, aber auch Erzherzog Leopold Salvator und Erzherzogin Bianca sprachen dem geleierten Sänger persönlich die Allerhöchste Anerkennung aus nach dem Vortrage einiger Balladen von Löwe und neuen Liedern von Horn, Lafitte und Max von Oberleithner, dessen herrliche Oper »Aphrodite« sich zurzeit großen Beifalls in der k. k. Hofoper erfreut. Emil Steger erfreut sich als Gesangsprofessor in Wien eines guten Rufes und soll daher auch hiermit allen Kunsljüngern, denen es Ernst mit dem Studium ist, als tüchtige Lehrkraft warm empfohlen sein. Die jüdische Gemeinde von Elephantine uncl ihre Beziehungen zum Alten-Testament. Von Dr. p'hil. Anton Jirktt. Preis: 50 Pf. (Bibi. Zeit- und Streitfragen VIT. Serie, 11. Heft.) Verlag von Edwin Runge in Gr. Lichtcrfolclc- Berlin. Für die Geschichte und die Religion des Judentums in der Perserzeit ist wohl kein Fund so wichtig geworden, wie die auf der Nil-Insel Elephantine 1906—08 gefundenen Papyrus-Urkunden und Tonscherben. Abgesehen davon, daß die Dokumente tatsächlich „das älteste erhaltene Buch der Weltliteratur“ sind, lassen sie so viel neues Licht auf die Bedeutung des Tempels und des Gesetzes in der n.aelicxilischen Zeit fallen, daß der alttcstamcntliche Prophetismus und die jüdische Volksreligion uns sehr viel klarer jetzt vor Augen stehen. Der Verfasser, ein noch jüngerer Orientalist mul Schüler von Prof. Sellin hat bereits durch andere »Veröffentlichungen sich als guter Kenner dieser neuen Quellenl'unde eingeführt.« Dr. Ludwig Levy, Rabbiner in Brünn. Das Buch Qoheleth. Ein Beitrag zur Ge,schichte des Sadduzäismus. Kritisch untersucht, übersetzt und erklärt. Verlag J. C. H i n - r ich s’sehe Buchhandlung, Leipzig, Blumengasse 2, 1912. „Jung-Jmla“. Illustrierte Zeitschrift für unsere .Tugend. XIII. Jahrgang. Nr. 12. Prag, den 14. Juni 19! 2. (29. Shvan 5672.) Inhalt: Die Führung. Riickert. Zwei' Berichte. — Eine Doppelgeschichte. — Die ital. Soefestung Tarent. (Illustration.) — Gottlieb König: Mutter und Sohn. — Heinrich Loewe: Der junge König. •— Josef Hart: Die Zwillinge (Fortsetzung). — Der Hofmeister und sein Zog. ling. — Uebersetzungsaufgabe und Rätsel. — Briefkasten^ •— Redaktion und Administration .Prag, II., Stefansg. 629. „Die Hilfe“. 'Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Dr. Friedrich Naumann. Nummer 24. 13. Juni 1912. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Die 'schwere Eisenindustrie. — George Lorand, belgischer Deputierter: Die belgischen Wahlen. — Wilhelm Cohnstaedt: Die amerikanischen Vorwahlen. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Gottfried Traub: Grüßen. — Paul Zsehorlich: Eine Reise in Algerien. I. — Johannes Schlaf: Professor Dr. Hermann Bönke. — Professor Doktor Karl E. Jordan: Die geozentrische Hypothese. — Alfons Paquet: Kamerad Fleming. Roman. —- Büchertisch. — Politische Notizen. :— Fortschritt (Buchverlag der „Hilfe“) G. m. b. H., Berliu-Schöneberg. Briefkasten. Dr. K. Wir ersuchen, zunächst auf privatem Wege das Ziel zu err, ichen. Frau Adele Neumann, Lemberg. Cie haben recht, jedoch kann nur die Autorität der galizischen Rabbinen diesen sittlichen Schäden Abhilfe bringen. Von Wien aus kann das nicht geschehen. V. K. in M. Die Engländer sind als Politiker gewitz stramme Nationalisten, in literarischen Dingen denken sie aber durchaus vorurteilsfrei. Sie haben jetzt sogar Heinrich Heine, der die Engländer und englisches Wesen wahrlich nicht mit Glacehandschuhen angefatzt hat, ein Denkmal gesetzt. Vor einigen Tagen Uetz, wie die „Möln. Ztg." meldet, der Londoner Grafschaftsrat in der Front des Hauses Craven Street 22, wo der Dichter während feines Londoner Aufenthaltes gewohnt hat. eine Bronzetafel an-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.