Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 25 (21.6.1912)
- Date
- 1912-06-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 26 Dr. Blochs WochMchrist Sette 421 Baden. Am 13. d. fand im Tempel der israelitischen Knltusgemeinde in Baden die Trauerfeier zum Andenken an den sel. Herrn David Ritter von Gutmann statt. Zu derselben waren erschienen: Dr. Hans Ritter von Gutmann, Frau Mathilde von Gutmann mit ihren Töchtern, Egon Baron Mayer-Ketschendorf und Dr. Adolf Kapralik. Außer dem Gesamtvorstande war auch der Präsident der Wiener Kultusgemeinde Herr Dr. Alfred Stern anwesend. Herr Rabbiner W. Reich hielt die Gedenkrede. Jglau. (Siebzigster Geburtstag.) Am 2. Juli 1912 feiert Herr Adolf Benesch. Lehrer 1. Klasse au der Knaben-Bolksschule des 2. Bezirkes in Jglau. im engen Familienkreise seinen 70. Geburtstag. Derselbe ist der Sohn des seligen Rabbiners Lazar Benesch in Kardasch-Recic (Böhmen). Herr Adolf Benesch erfreut sich durch sein offenes Wesen, durch seine Freundlichkeit und Dienstfertigkeit der Sympathie aller seiner Kollegen und Bekannten. Deshalb werden ihm auch aus obigem Anlasse zahlreiche Glückwünsche von nah und fern zukommen. — Der Jubilar diente zuerst an den Eemeindeschulen zu Rokycan und Golc-Jenikau in Böhmen; seit dem Jahre 1875 ist er ununterbrochen an derselben Knabenschule in Jglau tätig. Vom Jahre 1895 bis 1910 versah er auch das Amt eines Religionslehrers an dem hiesigen k. k. Staatsgymnasium, wo er seinen Schülern ein treuer Berater und Freund war. Bei seinem Scheiden von der Anstalt wurde ihm seitens der k. k. Direktion Dank und Anerkennung zuteil. — Als eifrig ausübendes Mitglied imd langjähriger Schriftführer des Tempel-Gesangsvereines „Schir Zion" hat sich Herr Adolf Benesch derart verdient gemacht. das; ihn der Verein zu seinem Ehrenmitglieds ernannte und ihm im Vorjahre das Diplom überreichte. — An der Seite seiner rastlos tätigen Frau ist es dem Jubilar gegönnt, Freude an seinen beiden Töchtern. von denen die eine an den k. k. Oberkontroilor der technischen Finanz-Kontrolle. Herrn Sigmund Suberl in Lundenburg, die andere an den k. k. Oberkontrollor Adolf Fleischmann in Mähr.-Kromau verheiratet ist. zu erleben. Auszeichnung Kr einen jüdischen Dienstmann. Aus Budapest wird uns geschrieben: Das ungarische Amtsblatt gibt bekannt, daß der Kaiser dem Budapester Dienstmann Natan Schönfeld in Anerkennung seiner eifrigen Dienste das silberne Verdienstkreuz verliehen hat. Natan Schönfeld, der erste Budapester Dienstmann, dem eine kaiserliche Auszeichnung zuteil geworden ist, betreibt sein Metier seit 43 Jahren und ist heute 70 Jahre alt. Als Kaufmann wegen allzu gütigen Kreditierens zugrunde gegangen, kam er aus Balassa-Gyarmat im Jahre 1869 nach Budapest und wurde Dienstmann. Seit den 43 Jahren seiner Tätigkeit hatte er nur zwei Standplätze. Auf dem ersten, vor dem Landeskasino, stand er 26 Jahre, worauf er seinen Standplatz vor das Hotel Panonia verlegte, wo er nun schon seit 17 Jahren steht. Gabriel Baros, Desider Szylagyi, Graf Karl Khuen-Hedervary, Graf Joses Teleky und andere zählten während ihrer Studentenzeit zu den ständigen Kunden des Dienstmannes, dessen Familiennamen sie zumeist nicht kannten. Bei ihnen hieß er nur der „Nathan". Schönfeld hat drei Töchter, die alle verheiratet sind, die älteste an einen Direktor der Ottomanbank in Konstantinopel. Die Auszeichnung Schönfelds erfolgte auf Eingabe der Gewerbekorporation. Das höchste Rabbmergehakt. Die jüdische Sinaigemeinde in Chicago, die reichste Reformgemeinde der Welt, hat vor kurzem ihrem Rabbi, dem bekannten und ultrareformatorischen Dr. Emil Hirsch, das Jahresgehalt auf 20,000 Dollar erhöht. Dr. Hirsch dürfte das höchste fixe Rabbinergehalt in der ganzen Welt beziehen. Die amerikanischen Blätter betonen, dah keine andere Religionsgemeinde ihren Seelsorger so gut besoldet, wie die genannte Chicagoer jüdische Reformgemeinde. Feuilleton. Palästina- und Orientreisen „ausser Saison“ zu bedeutend ermässigten Preisen. Eine Palästina- und Orientreise steht gewiß seit langem schon auf dem Wunschzettel so manchen Lesers, so mancher Leserin, ohne daß sie das dahin gerichtete sehnliche Begehren bis jetzt tatsächlich zu realisieren vermochten. Die meisten hielten wohl bis dahin eine solche ausgedehnte Reise für zu kostspielig und außer Bereich der ihnen zu Gebote stehenden Mitteln. Andere mochten sich aus Gesundheits- oder Bequemlichkeitsrücksichten scheuen vor den mit einer solchen Reise bei noch so vollkommener Akkommoda-) tion und Applikation der modernen Verkehrserleichterungen immer noch verbundenen physischen und seelischen Anstrengungen, Beschwerden, Angelegenheiten und Unannehmlichkeiten aller Art, so daß sie bei gegenseitiger Abwägung des Für und Wider das etwaige Vergnügen und den unbestreitbaren Wert und Vorzug einer solchen Reise damit doch zu teuer erkauft fanden. Für noch andere, und das betrifft eine ganze große und gerade für eine Palästina- und ürientreise in erster Linie in Betracht kommende Gesellschaftsklasse: Pastoren, Lehrer, Professoren, Studierende, Beamte aller Art, Geschäftsleute, Angestellte usw. usw. ist alter auch die gewöhnliche winterliche und frühjährliche Reisezeit für Palästina um Weihnachten und Ostern so unpassend gelegen, daß sie sich, auch ganz abgesehen von allen andern Erwägungs- und Bestimmungsgründen, schon aus zwingenden Rücksichten auf die Ansprüche und Pflichten für Amt, Beruf und Geschäft außer Stande sehen, sich für eine derartige längere Reise zu der angegebenen Zeit vom Hause zu entfernen. Da glaubt denn nun der Unterzeichnete allen denjenigen, welche aus dem einen oder anderen der hier angeführten Gründe eine Palästina- und Orientreise bis jetzt noch nicht zum ersehnten Ziel ihrer langjährigen Wünsche und Hoffnungen .geführt hat, für eine leichtere und schnellere Erreichung desselben einen willkommenen wesentlichen Dienst zu leisten, wenn er sie hiemit darauf aufmerksam macht, daß das seit mehr als Jf> Jahren am Platze bestehende, vortrefflich geleitete, für die weitgehendsten Ansprüche modernen Komforts mit allen zweckmäßigen Reiserequisiten und Utensilien ausgestattete, in der Reisebranche und Eremdenführung auf eine langjährige, allgemein anerkannte erl'ahrungs- und erfolgreiche Praxis zurückblickende Palästina- und Orientreise-Bureau Demetrius N. Domian und Pliil. Kieferndorf & Co. in Jerusalem außer der eigentlichen Saisonzeit jetzt auch während der Sommer- und Herbstmonate im Preise bedeutend ermäßigte Palästina- und Orientreisen organisiert, welche sieh ganz speziell für alle solche Reiselustigen empfehlen dürften, welche nicht das ganze Jahr völlig Herr ihrer Zeit sind, oder mit ihren ökonomischen Mitteln genauer zu Rate gehen und haushalten müssen. Bei Benützung der den Reisenden für Rührung und Verpflegung jeden Augenblick zur Disposition gestellten erfahrungsreichen, orts-, sprachen- und sachkundigen, aufmerksamen, umsichtigen und sorgfältigen Dienste des genannten Jerusalemer Bureaus wird auch eine solche Palästina- und Orient Sommer- und Herbstreise einer eigentlichen „Saisonreise“ wenig oder gar nicht nachstehen, weder hinsichtlich des gerade bei dieser 'Reise im Vordergrund stehenden Zweckes und Interesses der Bereicherung und Vertiefung der biblisch-archäologischen, historischen, geographischen, ethnographischen und allgemein wissenschaftlichen Kenntnisse des Reisenden, noch auch in Bezug auf das von einer solchen, wie von jeder anderen Reise selbstverständlich1 erwartete Maß eines möglichst großen und nachhaltigen körperlich und geistig-seelischen Reisevergnügens. Ja mehr als das: eine solche Sommer- und Herbstreise in Palästina und den nächst angrenzenden Orientländern bietet sogar im Vergleich zu einer gewöhnlichen Saisonreise noch manche ganz entschiedene und hervorragend in Rechnung zu stellende Vorteile. Einmal ist im Sommer und Herbst das Wetten in Palästina immer beständig und hat man vom Mai bis Ende Oktober oder Mitte November niemals solche tropenartige Regengüsse und Stürme zu befürchten, wie sie im Winter und Frühjahr gar oft einen dicken Strich durch das ganze sorgsam aufgestellte Reiseprogramm machen. Sonne, Mond und Sterne leuchten und schimmern zur Sommerszeit in Palästina jeden Tag und jede Nacht in ununterbrochener Pracht und Herrlichkeit vom wolkenlosen, durchsichtigen, azurblauen Himmel. Die Hitze am Tage fällt auf der Reise