Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 25 (21.6.1912)
- Date
- 1912-06-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 430 Dr. Vlochs Wochenschrift -Nr. 25 in allen Abteilungen (Frauengewerbeschule für Weiffnähen und Kleidernrachen, Vorbereitungsiurs, Handels- Lehrkurs und Kurs zur Heranbildung von Bureauar<- beiterinnen) unentgeltlich erteilt. Aufnahmsbewerberinnen — mittellose israel. Mädchen, die das 14., (für den Handels-Lehrkurs das 15.) Lebensjahr zurückgelegt Haben — können sich in Begleitung ihrer Eltern oder Vormünder in der Schulkanzlei, Wien, IX., Seegasse 16. melden. Beizubringen sind Geburts-, Jmpf- und letzterhaltenes Schulzeugnis. Wie». Der Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender in Wien. II., Malzgasse 1, hielt am 18. v. M. unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Saul Klausner seine 27. ordentliche Generalversammlung ab. Herr Schriftführer k. k. Rechnungsrat Fritz Goldfarb erstattet den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Redner konstatiert, daß die Finanzgebarung wahrend der Berichtsp:riode ein durchaus günstiges Resultat aufzuweisen habe, da trotz der bedeutend erhöhten Ausgaben an Krankenunterstützungen und für das neu eingerichtete Vereinslokal das Vereinsvermözen nicht angegriffen werden mußte. Die Vereinsleitung stellt nun im Sinne des Statutes folgende Anträge, welche von der Generalversammlung zu Beschlüffen erhoben werden. 1. Einschreibegebühr für neu eintretende Mitglieder wie bisher X 6.—. 2. Monatsbeiträge für den Verein inkl. Witwenbeiträge X 1.50. 3. Regie-Beiträge von Darlehen: unter K 60.— frei, über X 60.— 6%. 4. Krankenunterstützungen: Dieselben betragen X 2.50 pro Tag in der Dauer von sechs Wochen; für den Fall einer länger als sechs Wochen ununterbrochen andauernden Krankheit werden für weitere sechs Wochen Krankengelder im Betrage von X 1.50 pro Tag bewilligt. 5. Die Vereinsleitung wird ermächtigt, in besonders berücksichtigenswerten Fällen die übliche Witwenabfertigung von X 300.— auf X 400.— zu erhöhen. 6. Weiters wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, sämtliche Mitglieder zu ersuchen, zu den durch die herrschenden Teuerungsverhältniffe bedeutend erhöhten Vereinsregien einen jährlichen Regiebeitrag von X 2.— in Halbjahrsraten & X 1.— an die Vereinskafsa zu entrichten. Die Herren Rudolf G o l d st e i n und Michael Schlinger, welche sich um den Verein hochverdient gemacht haben, werden von der Generalversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt. Hierauf wird die Wahl folgender Herren als Vorstandsmitglieder vorgenommen: Barber Ignatz, Brenner Wilhelm, B a r s ch a k Arnold, Boden st ein Aron, Friedmann Jacob, Goldberg Sam., Goldfarb Fritz, G o l d st e i n Rudolf, Klausner Saul. K o k u s ch Wolf, Münz Jakob. Ober Bernhard, P i n k a s Simon, Schlinger Michael, Stapler Josef, Meininger Selig. In den Vorstand des Witwen- und Waisensondvereines werden gewählt die Herren: Freund S. A., Rabbiner M. L. G o l d st e i n, Grünberger Josef, Kamm Max, Krug Jsaac, M e l i n g e r Emanuel. Sämtliche Herren erklären die auf sie gefallene Wahl anzunehmen, worauf die Versammlung geschlossen wird. Wien. (Währing.) Freitag abends den 14. Juni 1912 fand in aller Stille im Währinger-Tempel aus Anlaß der Vollendung des 70. Geburtstages des Herrn Kultusvorstehers Emanuel Hoffmann die Enthüllung des vom Bethaus¬ und Chkwra-Kadischa-Vorstande Währing ihrem Obmanne zu Ehren für den Tempel Währing gespendeten Porauches. Zur Feier hatten fich nebst der Familie des Gefeierten der gesamte Vorstand des Bethauses, der ChewraKadischo, des Frauen-Vereines der Rabbiner, der Amtsleiter, sowie viele Notabilitäten des Bezirkes Währing eingefunden. Der Obmann Stellvertreter Herr Dr. Ignatz Winter hielt eine tiefempfundene Ansprache. Herr Kultusvorsteher Hoffmann dankte tief gerührt für die ihm dargebrachte Ovation, woraufhin die seltene herzliche Feier beendet wurde. Wie». (Neuer Verteidiger.) Herr Dr. Leopold Plaschkes wurde in die Verteidigerliste des Wiener Oberlandesgerichtssprengcls eingetragen und hat seine Kanzlei: VI., Mariahilferstraße 127 (Telefon 1201). Wien. (Zur jüdischen Arbeiter-Frage.) Löbliche Redaktion! In der letzten Nummer vom 14. d. M. lese ich, daß Herr Siegfried Wiener in Kattowitz viel Mühe und Geldopfer verwendet, ruffisch-jüdische Arbeiter gegen einen Taglohn von Mk. 3.20 und Mk. 4 in Kohlenbergwerken unterzubringen. Bei dem herrschenden Arbeitermangel in der ganzen Welt, finde ich darin keine so großartige Leistung, selbst jüdische Arbeiter unterzubringen, auch wenn die oberschlesischen Kohlenbergwerke keine jüdischen Arbeiter aufnehmen würden. Hier in Oesterreich könnten Hunderte solche Hilfsarbeiter in Fabriken, Geschäften u. dgl. bei gleichen Löhnen untergebracht werden, ohne in den Bergwerken schwere, gefahrvolle Arbeit verrichten zu müssen. Ich allein könnte 10 Arbeiter in meinem hiesigen Geschäfte verwenden und finden sich meines Wissens noch mehrere solcher Arbeitgeber. Außerdem glaube ich. daß die hiesige Regierung solchen Leuten einen ganzjährigen Aufenthalt gewährt. Hochachtungsvoll G. Dukes Holz, Holzkohle, Steinkohle, Schmiedekohle und Koks en gros. Holzverkleinerungs-Anstalt mit elektrischem Betriebe, Wien, XXI.. Leopoldanerstratze 28—30. Wien. (Todesfall) Am 16. Juni 3. c. wurde hier nach kurzem Krankenlager der in seinem 68. Lebensjahre verschiedene Herr Salomon Deiches zu Grabe getragen. Allgemein beliebt und geehrt durch seinen edlen Charakter, durch seltene Herzensgüte und Menschenfreundlichkeit fand er auch seine Würdigung durch Berufung auf verschiedene Ehrenstellen in unserer Gemeinde. Er war seinerzeit Präses des Bethausvereines „Beth Israel", Ehren- und Vorstandsmitglied verschiedener humanitärer und gemeinnütziger Vereine und war überhaupt dort zu finden, wo es galt, für das Wohl. und Ansehen seiner Glaubensgenossen einzutreten. Beweis für die große Achtung und Liebe, deren der leider zu früh Verstorbene sich zu erfreuen hatte, und die Trauer über dieses Hinscheiden erbrachte die überaus große Beteiligung bei seinem Leichenbegängnisse. Herr Oberrabbiner M a y e r s o h n, ein persönlicher Freund des Dahingeschiedenen, hielt einen warm empfundenen, tief ergreifenden Nachruf. Für den Verein „Beth Israel" und für „Mazmiach Jeschua" sprach der Obmann Herr Jgn. Zolles. Namens des Zionistischen Zentralkomitees sprach Herr I. H. Waltuch herzliche Abschiedsworte. In hebräischer Sprache wurde vom Herrn S a m u e l y eine ergreifende Abschiedsrede gehalten. Herr Oberkantor S ch o r r mit Chor exekutierte die rituellen Gebete und Gesänge. Salomon D e i ch e s ist gestorben, aber sein Andenken wird geehrt und gesegnet sein. Friede feiner Asche! Austritte aus dem Judentum Vom 9. Juni bis inkl. 15. Juni 1912. Beck Fritz, Hilfsarbeiter, geb. 3. Juli 1892, Wien, XVII., Steinerg. 13 Deutsch' Gisela, geb. 20. Juni 1889, Neusiedl a. E.. IV., Paulanerg. 14 Eisenberg Salomon Maibich, Bildhauer, geb. 14. Mai 1884, Welazicz, XIII., Reinigasse 44 Has Richard, Kontorist, 14. August 1890, Wien, IX., Müllnerg. 44 Kunwari Ilona, Buchhalterin, geb. 17. Juni 1885, Zsablya, IX., Seegasse 21 Markstein Robert, Ingenieur, geb. 10. Juni 1886, XVIII., Karl Ludwigstraße 30 Rosenbaum Hermine, Köchin, geb. 17. Dezember 1883, Ardanatz, Ungarn, IX., Liechtensteinstraße 2 Rolas Heinrich, geb. 30. Juli 1884, Wien, HI., Dapontegasse 9 Tafler Roland, Kreditanstalt-Beamter, Prag, geb. 1877, Wien Weiss Heinrich. Geschäftsleiter, geb. 15. August 1890, Refalu, IX., Elisabeth-Promenade 23 a Josef Menkes, k. k. Oberoffizial i. R., Wien, IV., Mittersteig 15, ist wieder in den Verband des Judentums eingetreten. Wie». (Spenden.) Für die gebrechlichen alten 2 Hinterbliebenen nach der 113jährigen Frau Klara Pollak, Groß-Beraun bei Jglau, sind folgende Spenden eingelaufen: Moritz Abeles, Saaz Kr. 4, Lazar Eppinger, Budapest 3, N. N., Oderberg-Bahnhof 2, Julie Ehrlich, Wien 4, Wilhelm Adler, Schwarzbach 5, Societät 20, Jul. Engel 1, H. W. 4, Furcht Ruza 3, Familie Kohn 5, Anna Karoly 2. Zusammen Kr. 52. Mathilde Kohn Wien, V., Reinprechtsdorferstratze 57.