Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 25 (21.6.1912)
- Date
- 1912-06-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr, 25 Dr. Bkochs Wochenschrift Seite 419 Steigende Einwanderung Jemenitischer Juden nach Palästina. Die Zahl der Juden, welche aus dem Jemen.nach Palästina auswandern, um sich dort ständig anzusiedeln, wird immer größer. Zu Beginn des Monates MaiA kamen weitere 150 jüdische Familien aus dem Jemen nach dem Heiligen Lande. Der größere Teil ließ sich in den Kolonien in Ober-Galiläa und ein anderer Teil in Chederah und Sichron Jacob nieder. Die Zahl der in den letzten sechs Monaten eingewanderten Jemeniten beträgt 1050 Seelen. Vermischtes. Wien. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat Herrn Leopold E t t i n g e r, Einzelprokuristen der Firma Samuel Taussig Söhne, den Titel eines kaiserl. Rates verliehen. Herr kaiserl. Rat Ettinger, der über eine umfassende Bildung und genaue Kenntnisse auf dem Gebiete des öffentlichen Verkehrs und Verwaltungswesens besitzt, bat durch eine Reihe von volkswirtschaftlichen l Abhandlungen sich einen bedeutenden Namen erworben. Eine Anzahl von Resormvorschlägen des Genannten wie: Einführung des Postsparkafseiammelschecks, das Rückmeldeversahren im Postauftragverkehr, die Einführung des Postsparkafseverkehres in Bosnien rc. wurden bereits durchgeführt; während eine weitere Anzahl ihrer Verwirklichung entgegensetzen. Herr kaiserl. Rat Ettinger erfreut sich in der Gesellschaft durch sein bescheidenes Wesen großer Beliebtheit und großen Ansehens. Derselbe bekleidet mehrere Ehrenstellen, ist Zensor der Böhmischen Jndustrkalbank und Vorstandsmitglied mehrerer wirtschaftlichen Korporationen. Herr Ettinger steht erst im 39. Lebensjahre und ist diese wohlverdiente Auszeichnung des noch jungen Mannes besonders hervorzuheben. Wien. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 29. Mai d. I. dem Bibliothekar erster Klasse an der Universitäts-Bibliothek in Wien, Doktor Michael H o l z m a n n, den Titel und Charakter eines Oberbibliothekars allergnädigst zu verleihen geruht. („Wr. Zt." 8. Juni 1912.) Zentralisierung der Kinderbekleidung. In der Erkenntnis der Notwendigkeit der Zentralisierung hat sich über Initiative der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen unter der Leitung des Herrn Professor Heinrich Steif ein Komitee aus den.größeren Vereinen gebildet, welches sich die Durchführung der Aktion und sodann die Zentralisierung der Jugendfürsorge zur Aufgabe gemacht hat. Zu diesem Zwecke legt das Komitee schon jetzt einen Kataster über sämtliche die Schulen besuchende Kinder an und hofft dasselbe, daß die hieran interessierten Faktoren dieser der armen Jugend dienenden Aktion ihre Unterstützung x leihen werden. In der Bekleidungsaktion rechnet dasselbe mit der freundlichen Mithilfe der Herren Religionslehrer, da speziell diese eine vom Standpunkte des Schulbetriebes gewiß zu fördernde Angelegenheit ist. Eltern und Vormünder werden im Interesse der richtigen Durchführung der Aktion gebeten, das ihnen durch den Religionslehrer übergebene Nationale ordnungsgemäß auszufüllen und überhaupt der Fürsorge für die arme Jugend ihre Unterstützung zu leihen. Wien. In der Plenarsitzung des Wiener Kultusvorstandes vom 7. Juni 1912 hielt der Präsident Dr. Alfred Stern vor Eintritt in die Tagesordnung dem verstorbenen langjährigen Vorstandsmitglied David Ritter von G u t m a n n einen Nachruf, indem er darauf hinwies, daß David Ritter von Gutmann, wie in allen Körperschaften, deren Leitung er angehörte, so auch als Mitglied des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde für alle Angelegenheiten der Gemeinde ein lebhaftes, werktätiges Interesse an den Tag legte. Der Präsident gedachte in warmen Worten der munifizenten Spende, welche der Verblichene kurz vor seinem Tode zur Errichtung eines jüdischen Kinderspitales widmete, durch welche allein schon er sich ein immerwährendes, ehrendes Andenken in unserer Gemeinde gesichert habe. Schließlich beantragte der Präsident, diese Trauerkundgebung, welche von den Anwesenden stehend angehört wurde, dem Sitzungspcotokolle einzuverleiben. Dieser Antrag wurde einhellig angenommen. Talmudschule der israel. Kultusgemeinde. Samstag, den 15. d. M., fand im Bet-Hamidraschlokale. II.. Ferdinandstr. 23, die Prüfung der Schüler der obengenannten schule statt, die ein glänzendes Resultat ergab. Anwesend waren Rektor Dr. A. Schwarz. Landesschulrat und 1. Vizepräsident der israel. Knltusgemeinde Dr. Gustav K o h n. die Bel-Hamidrasch-Vorsteher- Vertreter Dr. M. Spitzer und Herr A. S t za ß n y. Amlsleiter Julius Braun und mehrere Religionslehrer. Lektor Doktor S. Rubi n. Leiter der Schule, nahm die Prüfung vor. Don den vier Abteilungen dieser Schule kamen zwei, nämlich die dritte und vierte, zur Prüfung. Die dritte Abteilung, die aus Ilntergymnasiasten besteht und 26 Schüler zählt, hat heuer 8 Seiten aus dem ersten Abschnitte des Traktates Baba-Mezia, worunter sich einige der schwierigsten Talmudpartien befinden, genomiuen. Die vierte Abteilung, die aus Obergymnasiasten besteht und 22 Schüler zählt, hat einen großen Teil des als sehr schwierig bekannten 4 Abschnittes desselben Traktates genommen. Es war eine wahre Herzensfreude zu sehen, wie die jungen Leute alles korrekt und präzis vortrugen, was auch Herr Vizepräsident Doktor Gustav K o h n in seiner Ansprache hervorhob. Alle Anwesenden zollten den Leistungen höchstes Lob und man verließ das Lokal mit der Ileberzsugung. daß eine solche Schule, in der die Jugend den echten Geist des Judentums kennen lernt, das beste Mittel gegen die Taufe fei. Wien. Die Jto-Konferenz findet am 27., 28. und 30. Juni 1912 in Wien, im Saale des kaufmännischen Vereines, I., Johannesgasse 4, statt. Die Dichtung e'irrs zehnjährigen Schülers. Kaiser Franz Joseph hat die Dichtung „Kaisers Geburtstag" des zehnjährigen Schülers der ersten Klaffe am Akademischen Gymnasium in Wien. Ludwig Kanitz, zur Aufnahme in die Familien-Fideikommißbibliothek für würdig befunden und dem jugendlichen Verfasser, einem Söhnchen des Religionsfchulinfpektors Moritz Kanitz. den Dank bekanntgeben lassen. Wien. (Die Trauerfeier für weil. David Ritter v. Entmann) fand Donnerstag den 13. d. M. in dem von dem Verstorbenen mitgegründeten Kaiser Franz Josef-Jubiläumstempel, V., Siebenbrunnengaffe, unter Anwesenheit zahlreicher Trauergäste statt. Dem vom Oberkantor Simon Weiß und dem Tempelchore vorgetragenen Psalm folgte das Anzünden des Seelenlichtes für den Verstorbenen und die von dem Vereins¬ und Gemeinderabbiner Ehrw. H. Reich gehaltene, formvollendete Gedächtnisrede. Tiefen Eindruck machte der von dem stimmbegabten Oberkantor Weiß vorgetragene Trauerpsalm und das Schlußgebet. Der Feier wohnten u. a. bei: Der Chef des Hauses Gutmann, Herr Wilhelm Ritter v. Gutmaun, die Richte des Verstorbenen, Frau v. Eisner. fein Neffe, Herr Vorsteher Siegmund Wiesuer und Beamte des Hauses. Vom Vorstände der Kultusgemeinde: Herr k. k. Kommerzialrat Zirnrr, Herr Dr. Adler, Herr Prof. Jos. Sulzer, die Vorsteher der Tempelvereine: Herr Adolf Hofmann. Salo Fuchs, Lampl, I. S. Straßberg, Goldner, Nußbaum: der Kantorenverein mit seinem Präses Herrn Oberkantor I. Bauer, sowie den Herren Dünmann, Schorr, Schleifer. Baffer, Rosenberg: Herr Waisenhausdirektor R. Kohn, Chordirigent Hermann und der Gesamtvorstand des Tempelvereines Wieden-Margarethen, dessen Ehrenpräsident der Verstorbene war. Wien. (Mädch en-Unter stütz ungs-Verein.) An den Schulen dieses humanitären Vereines beginnen die Einschreibungen für das Schuljahr 1912/13 Freitag, den 21. d., 2 Uhr nachmittags. Der Unterricht wird