Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 23 (7.6.1912)
- Date
- 1912-06-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 386 Dr. Vlochs Wochenschrift Nr. 23 Wien. (Trauerkundgebung.) Am 30. v. M. veranstaltete der israelitische Waisenverein eine Gedenkfeier für seinen Präsidenten, weiland David Ritter von G u t m a n n, Ln seinem Knabenwaisenhause, XIX., Probusgasse 2. Dieselbe fand unter zahlreicher Teilnahme seitens der Familie des Verewigten, des gesamten Vorstandes des Waisenvereines unter Führung des Vizepräsidenten Dr. Arthur Kuranda, des Schutzdamen-Komitees Frau Berta Wiedmann, Frau Weiß von W e l l e n st e i n, Fräulein Nelly von Gomperz, der Vertreter der Kultusgemeinde Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern, Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, der Vorsteher kais. Rat Lemberger und Ad. Schramek statt. Es hatten sich auch viele Delegierte der Wohltätigkeitsvereine und Anstalten und sonstige Notabilitäten eingefünden: Frau Adele v. M i s e s, Dr. Felix K a tz a u (Meroressiiftung), Herr Direktor Jos. Hecht (Baron Springer Waisenhaus), Frau Dr. Fleischm a u n, Frau Dr. R i e (Mädchen-Ünterstützungsverein), die Herren Kommerzialrat Rosenzweig, Vorsteher der Chewra- Kadischa Jakob Kann, Herr Pappenheim, kais. Rat E. Hirsch, Herr Sachs von S a ch s e n h a l l, Direktor S. H e l l e r, Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g u. v. a. Die Trauerandacht wurde vom Herrn Oberkantor Don Fuchs in würdigster Weise zelebriert, während Herr Oberrabbiner Doktor Güdemann die Gedenkrede hielt. Den Schluß bildete der ergreifende, von den Zöglingen der beiden Waisenhäuser vorgetragene Gesang: „Seele, was betrübst du Dich?" * * * Aus Anlaß des Ablebens des Herrn David R. v. G u tm a n n s. A. sind an den Waisenverein mehrere wohltätige Spenden eingelaufen: Von den Beamten des Hauses Gebe. Gutmann anstatt eines Kranzes 600 K; von den Herren Theodor und Stephan von Auspitz 100 K; von den Mitgliedern des Vorstandes des Waisenvereines Doktor Kuranda. Dr. Alfred Stern, Theodor Cohn, Siegfr. Friedr. Fleischer, Dr. Weisweiler, 150 K; von Frau Marianne Löw-Beer 50 K; von Frau Berta Wiedmann ^00 K für das Mädchenwaisenhaus; von den Beamten des Drenkower Bergwerkes 90 K. M. Wie» (Synagogen-Verein „B e t h I sr a e l".) Souutag den 2. Juni l. I. fand im Sitzungssaale der Synagoge im Beisein des Vorstandes und geladener Gäste die feierliche Ueberreichung der Diplome an die in der Generalversammlung vom 28. April l. I. ernannten Ehrenmitglieder: Herren David Koli eb und Jakob Weichselbaum statt. Der Obmann begrüßte die Anwesenden, hielt an die Ehrenmitglieder eine herzliche Ansprache, in der er ihre besonderen Verdienste um den Verein erörterte, und überreichte an dieselben mit innigsten Glückwünschen die künstlerisch ausgeführten Ehrenmitglieds- Diplome. Auch der Obmann-Stellvertreter nahm Veranlassung, den Ehrenmitgliedern seine Anerkennung auszusprechen. Den Schluß der Feier bildete ein vom Oberkantor Herrn M. Schorr vorgetragener, der Gelegenheit entsprechender Misclieberacli, dem allgemeiner Beifall folgte. Wien. (Tefillath haneori m.) In langsamem, doch stetigem Fortschreiten geht dieser Verein seinen Weg. Die langgeplante Einführung eines Mädchengottesdienstes wurde zu Pessach realisiert mit einem solch überraschenden Erfolge, daß zum Schwuothfeste man veranlaßt war, noch zwei Andachtsstätten für diesen Zweig des Jugendgottesdienstes zu eröffnen. Teilnahme und Begeisterung seitens der Schülerinnen, namentlich der Bürgerschulen, war überaus groß und erwies, daß der Verein mit diesem Unternehmen auf dem rechten Weg ist. Daneben wurde auch der Knabengottesdienst in zwei Stationen, I., Seitenstettengaffe und II., Temprlgasse mit nicht minderem Erfolge abgehalten. Ueber allen Wipfeln ist — Bewegung dank insbesondere der tatkräftigen Mithilfe der jüngeren Herren Religionslehrer, die sich mit anerkennenswertem Eifer den alten bewährten Mitarbeitern des Vereines anreihten, „jeder bei seiner Fahne, jeder an seiner Stätte". Wien. Sonntag den 2. Juni fand eine Prüfung der Schüler und Schülerinnen der Volks-, Bürger- und Mittelschulen des „Jüdischen Schulvereines" im X. Bezirk statt. Der grnße L-ch'saal war von Zuhörern dicht gefüllt. Uiter den zahlreichen Anwesenden waren die Inspektoren Herr Julius Braun und Herr Prof. M Kauitz ferner als Vertreter des „Jüdischen Schulvereines" im IX. B.z'uk Herr Dr. Halberstamm. Alle Anwesenden waren über ine Leistungen dieser Schule erstaunt. Schon die große Anzahl der Schüler, ca. 250 Kinder, an der Peripherie unserer Stadt, war imponierend. Die Leistungen wurden auch von fachmännischer Seite gibührend gewürdigt, so von Seite der Herren Obmann M. Faltitschek, Inspektor Julius Braun, Inspektor Prof. M. Kauitz Dr. Halberstamm und dem Obmann des Tempelb.'reines X. Herrn Johann Lampe! Volles Lob wurde dem Lehrkörper Herrn Rabbiner Dr. Mandel, Leiter der Schule. H.-rni Dr. Jakob Weiß und Herrn Josef Pick gespendet. Austritte aus dem Judentum Vom 26. Mai bis inkl. 31. Mai 1912. Bersutzky David, Fotograf, geb 16. Dezember 1866, Odessa, VII., Neubaug. 46 Bersutzky Henriette, geb. 26. März 1876, Odessa, VII., Neubaug. 46 Damask Dr. Moriz, Assistent, k. k. Rudolfsspital, IV., Prinz Eugengasse 52 Epstein Karoline, Private, geb. Grosswotzdorf, XX., Denisg. 6 Felscharek Rudolf, geb. 21. Juli 1845, Wien, X., Weihburgg. 18. Gross Moritz, Meerschaumpfeifenschneider, geh. 7. August 1859, Wien, V., Embelg. 45 Holiczer Anna, Kontoristin, geb. 22. Okt. 1886. Warschau, IX., Binderg. 8 Lackenbacher Friedrich, Chemiker, geb. 10. November 1888, Wien, 1., Weihburgg. 14 May Julie, Hilfsarbeiterin, geb. 20. Juli 1893, Wien, XI., Kaiser Ebersdorferstr. 74 Oesterreicher Max Emil Moses, Kaufmann, geh. 17. Okt. 1839 in Budapest, VI., Rahlg. 6 Resek Max, Ingenieur, geb. 10. Nov. 1883, Wien, IX., Grüne Thorgasse 39 Rebsei Ida, Opereüensängerin, geb. 27. Nov. 1891, Wien, IX., Bergg. 18 Rein Bela, Priv.-Beamter, geb. 5. April 1866, Yukovar, I., lvurentgasse 8 Schnabel Hermann, geb. 22. Sept. 1892 in Wien, XIV., Kanneng. 10 Singer Adolf, geb. 6. Okt. 1889, Wien Wittels Berta geb. Pick Winter Auguste geb. Wiener, geb. 1. August 1888, Prag, III., Ungargasse 20 Winter Sigmund, geb. 25. Jänner 1842 in Neuzerekwe, Böhmen, 111., Ungarg. 20 Prag. Einer der geachtelsten und wohltätigsten jüdischen Mitbürger Prags. Herr Adolf Hahn, Kommerzialrat, Börsenrat, Chef der Firma Adolf Hahn in Prag, Kalmus & Habn in Triest, verschied am 27. Mai in feinem 70 Lebensjahre. Herr Adolf Hahu hat im Jahre 1873 aus kleinen Anfängen dieses erstklassige Kaffeehaus gegründet und zu großem Ansehen gebracht. Der Verstorbene war längere Jahre ein armer Manu und in einer Zeit, wo er reich geworden, vergaß er nie seine frühere Lage; hievon gab seine immense Wohltätigkeit beredten Ausdruck. Der Verstorbene war Beirat des Gewerbegerichtes, Mitglied des Handelsgremiums, Verwaltungsausschuß des Kaiser Franz Joseph-Jubiläumstempels, Präsident des jüdischen Museums. Revisor der israelitischen Ferienkolonie rc. Vor einigen Tagen mußte sich der Verblichene einer Augenoperation unterziehen, die zwar gelungen ist, aber hiezu gesellte sich eine Lungenentzündung, die diesen strammen Mann dahinraffte. Fri'de seiner edlen Seele! Nachod. (Todesfall.) Am 21. d. M. wurde hier der Cbef der Ersten Nachoder Dampfbleiche und Färberei Herr Ludwig Pick' ein durch seine hervorragenden Fähigkeiten, sein gemeinnütziges Wirken und seine Menschenfreundlichkeit ausgezeichneter Mann, zu Grabe getragen. Von dem allgemeinen Vertrauen, dess.u sich der nunmehr Verblichene erfreute geben die vielen Ebrenstellen, die er bekleidete, beredtes Zeugnis. Herr Ludwig Pick war Mitglied der Gemeinde-, Bezirks- und Kultusgemeinüevertretung, Vizepräsident der Realistenpartei rc. Die allgemeine T-auer um diesen hervorragenden Mann manifestierte sich am deutlichsten bei seiner Beerdigung. Ein solch solennes bürgerliches Leichenbegängnis gab es in Nachod noch nicht. An der Spitz; des imposanten Zuges schritten der Veteranenverein, die Feuerwehr, dann die Arbeiterschaft des Pick'schen Etablissements; dem Leichenwagen folgten Herr Rabbiner Dr. Sicher, Herr Kantor Lebowicz. die nächsten Leidtragenden, die Beamtenschaft der Fabriken, die staatlichen Behörden, die katholische Geistlichkeit, Kultus- und Gemeinderat, Bezirksausschuß, Jndustriellenverbände, Vertreter verschiedener Bankinsttute, die gesamte Realistenpartei, das Professorenkollegium, die Lehrerschaft, das Grennum, Handwerkervereine und eine unabsehbare Mew'e von Traucrgästen von nah und fern. Herr Rabbiner Dr. Sicher hielt eine kurze, aber tief empfundene ausgezeichnete Trauerrede, die auf alle Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck machte. Der edle Verewigte, der im 51. Lebensjahre stand, hinterließ eine greise Mutter, drei Schwestern, eine tiefgebeugte Gattin und drei Kinder. Karlsbad. Am 20. Mai verschied nachMängerem Leiden Herr Josef Teinowitz, der nahezu 30 Jahre als Kantor der israelitischen Kultusgemeinde in Karlsbad gewirkt hat. Die überaus zahlreiche Beteiligung beim Leichenbegängniffr legte Zeugnis von der allgemeinen Beliebtheit des wegen seiner vorzüzlichen Charaktereigenschaften sowohl