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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-06-07 · 23 (7.6.1912) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
23 (7.6.1912)
Date
1912-06-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 880 Dr. Blochs WochMfchrifL' Nr. 23 Boden der Agudath Israel zu einer großen Einheitlichkeit ergänzen. Referent gibt einige Winke für die Generaldiskussion und schließt unter stürmischem Beifall, indem er ausführt. unser Werk ist von erdrückender Größe. Wir lwollen es aber beginnen ,wie auch immer das Ergebnis sein möge, ob mir viel oder wenig erreichen. Wir schauen ruhig in die Zukunft, denn wir gründen keinen Verein neben anderen: wir wollen alle zersplitterten Kräfte zusammenfassen und wollen tun, wozu der Geist der Thora uns zwingt. Es gelangt eine große Anzahl von Begrüßungsdepeschen zur Verlesung, die sowohl von Gesamtorganisationen, wie von Einzelpersonen aus allen Teilen der Welt angelangt sind. Rach eingehenden Debatten, an denen sich Rabbiner Echnur-Tarnow, Dr. Schächter-Budapest, Rabbiner Liftschitz-Rabisch, Herr Jakob Rosenheim, Rabbiner Deiches-Leeds, Rabb. Rottenburg-Wadowice, Rabb. Dr. Freimann-Holeschau, Rabbiner Fürst-Mien, Rabbiner Hillmann-Glasgow, Moses Schmelles-Krakau, Aron Markus-Krakau, Rabb. Dr. Cohn-Mnsbach, Rabbiner Reich-Baden, Rabb. Reich-Ban, Rabbiner Graubart- Bendzin, Rabbiner Dr. Kaatz-Zabrze, Rabbiner Rab« binowitsch-Poltawa, med. Dr. Scherbey-Riga, Großberger-Lodz, Dr. Frank-Altona, Dr. Möller-Altona, Auerbach-Altona beteiligten, wurde nachstehende Resolution einstimmig unter begeisterten Zurufen angenommen: R esolu Lion. Die heute in Kattowitz versammelten Vertreter der traditionell gesetzestreuen Iudenheit aus allen Ländern der Diaspora erklären nach Anhörung des vorgeträgenen Referates die ...Agudath Iisroel" für begründet und verpflichten sich für den Aufbau der Organisation mit allen Kräften zu arbeiten. Die Agudath Iisroel dient der Förderung aller jüdischen Interessen auf religiöser Grundlage, unter Ausschluß jeder politischen Tendenz. Am Mittwoch abend fand in Krakau eine von 3000 Personen besuchte Volksversammlung statt. Kultllsvorsteher Iehuda Birnbaum eröffnet die Versammlung und begrüßt die ausländischen Gaste, unter denen sich außer den Komiteemitgliedern Slutekin- Manchester, Direktor Gabel-Großwardein, Rabbiner Dr. Klein-Nürnberg, Möller-Altona, Kober-Breslau, Loewy- Rawitsch, Lehmann-Fürth, Baruch Stern-Frankfurt, Freyhau-Breslau, Rabbiner Rabbinowitsch-Poltawa, Schreiber und Pappenheim-Wien, Mandl-Siebenbürgen. lllmann-Großwardein u. v. a. sich befinden. Cr erklärt die Agudah, die Zusammenfassung der gesetzestreuen Elemente als einziges Mittel zur Erhaltung des Judentums und proklamiert unter tosendem Beifall der Versammelten im Namen der Krakauer Iudenschaft den Anschluß an die Organisation. Herr Rabbiner Dr. Klein-Rürnberg legt in einem glänzenden Referate die Ziele und Zwecke der Agudah dar und fragt, ob Krakau die erste Ortsgruppe gründen wolle, was mit begeisterter Zustimmung bejaht wird. Herr R o s e n h e i m, stürmisch begrüßt, skizziert den Statutenentwurf und ermahnt zur Einigkeit. Endloser Beifall lohnt den Redner, der sich die wärmsten Sympathien errungen hat. Rabbiner T h u r n i m - Przemysl, spricht im Jargon und erntet für seine packenden Ausführungen jubelnde Zustimmung. Gleichzeitig sprachen im Hotelgarten die Herren Dr. Munk-Lemberg, W. Freyhan-Breslau, Landesadvokat Peiper-Krakau, Dr. Roos-Frankfurt, Möller-Altona, und wurden ihre Darlegungen mit Heller Begeisterung ausgenommen. Herr Rabbiner Dr. Breuer- Frankfurt war Gegenstand lebhafter Ovationen. Unter Vorsitz des Herrn Juda Birnbaum konstituierte sich das Krakauer Propaganda-Komitee. Das Ergebnis der Kattowitzer und Krakauer Versammlungen ist eine inuige Verbrüderung der gesamten Orthodoxie, die durch den Mund ihrer berufensten Vertreter erfahren wird, daß Ehassidim und Misnagdim Ost und West, ,alle, so weit sie auf dem Boden der Thoraforschung und Thoraübung stehen, eines Sinnes sind und nur den einen Gedanken haben, nach Kräften zu streben, die Thauroh zur Geltung und Anerkennung zu bringen. Ueber das Wie werden sich die Besten mit unseren geistigen Führern, an deren Spitze der Brißker Raw, die .Rebbes von Gur und Ljubawitsch und andere stehen, Männer von hohem Verständnis für alles, was die Welt und speziell die Iudenheit bewegt. beraten, um die Ergebnisse ihrer Beratungen in Bälde einer großen Versammlung vorzulegen, die durch ein entsprechendes Wahlstatut als die richtige freigewählte Vertretung der Orthodoxie gelten wird. Aus diesem Zusammenschluß, dessen Ziele ausschließlich positive Arbeit ist, soll eine Stärkung und Hebung des religiösen Sinnes, des Thaurohwissens und der materiellen Lage unserer Brüder ersprießen. Das Lokälkomitee unter Leitung des Herrn Siegfried Wiener hat die Vorbereitungen für die Tagung in musterhafter Weise besorgt. Herr Wiener hat auch Verhandlungen mit einer großen Bergwerksunternehmung angeknüpft, wegen Verwendung einiger 1000 jüdischer Arbeiter, denen der Samstag freigegeben wird. Für die nötigen Vorarbeiten hat Herr Komm.-Rat Faist? Frankfurt a. M. 25,000 M. gespendet. Herr Pfeffer aus Warschau widmete 25,000 M. für ein Schulwerk. Die Bekanntgabe dieser großzügigen Spenden wurden von der Versammlung mit frenetischem Beifalle Zur Kenntnis genommen. Vom Aabrmarkt des Lebens. Vom jüdischen Studenten. Vom Rektor der Universität gelangte folgende Mitteilung an die Wiener Tagesblätter, die sie in den Pfingstausgaben veröffentlichten: „Die Kaiser Franz Joseph-Jubiläumsstiftung für das deutsche Studentenheim der Wiener Universität hat eine außerordentliche Förderung erfahren, indem mit kaiserlicher Genehmigung aus dem Erträgnis der Staats-Wohltätigkeitslotterie dem Kuratorium der Studentenheimstiftung der Gesamtbetrag von fünfzigtausend Kronen gewidmet wurde, die in Teilbeträgen zur Auszahlung gelangen. Durch diese Zuwendung, die die Universität mit tiefstem Danke begrüßt, wurde das Studentenheim einen beträchtlichen Schritt seiner Verwirklichung näher gerückt, wenn es auch noch weit vom Ziele entfernt ist. Auch sonst sind in der letzten Zeit dem gleichen Zwecke größere Spenden zugeführt worden, so ein Legat von 1000 Kronen von dem verewigten Arzte Dr. Pecharzek in Pilsen und aus einer musikalisch-literarischen Veranstaltung in der „Urania" ein Betrag von mehr als 1500 Kronen. Die erschütternden Fälle von Studeiitenelend, die in der jüngsten Zeit bk rannt wurden, haben eindringlicher als Worte gezeigt, daß die Fürsorge für unsere Studenten eine ernste und unaufschiebbare Pflicht bedeutet, und es ist dringend zu wünschen, daß das Unternehmen alsbald neue und tatkräftige Förderung finde, damit es baldigst seiner Bestimmung gerecht werden könne." Diese Mitteilung und zugleich Aufruf enthält mehreres, das sich der jüdische Bürger, an den sie auch gerichtet ist. wenn sie unter anderem in der „Neuen Freien Presse" erscheint, vor Augen halten soll. Vor allem ist darin enthalten, welche Mittel es gibt, Stiftungen zu vergrößern. (Er möge es sich ad notam nehmen, wenn er eine Stiftung für jüdische Studenten ins Leben zu rufen fördern soll.) Und dann wie schön und irreführend .für die. Uneingeweihten es ist, das tragische

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