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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-05-31 · 22 (31.5.1912) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
22 (31.5.1912)
Date
1912-05-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 364 Dr. Bloch- Wochenschrift Nr. 32 wir an einen sehr wichtigen Punkt angelangt. Hinsichtlich der Bezeichnung des althebräischen Münzsystems mit ^02 "iist konnte man nämlich vielleicht noch manches Bedenken hegen, eine der bisherigen zuwiderlaufende Annahme zu akzeptieren, um Tyros für ein anderes als das am Mittelländischen Meere gelegene zu halten. Hiebei konnte man noch den guten Glauben an die alttraditionelle Ansicht vorschützen. Dagegen findet sich aber über den Ursprung des Maß- und Gewichtssystems der alten Hebräer in einer über alle Zweifel erhabenen Klarheit in einem lapidar und apodiktisch stylisierten, darum zweifellos als uralte Tradition zu betrachtenden Satze einer alten Mischna Kelim. XVII, 1. die Mitteilung: 7111210 11 'p*?ö'»2 piyp »2\n nbn nno Da der ganze Norden Kleinasiens 'p*?0'» hieß (s. w. u.), wird hier mit noch größerer Deutlichkeit zur näheren Befalls b22 Jö »"21038, da diese Gegend Chamath in Antiochia am Euphrat beginnt. In der erwähnten Talmudstelle wird Sophene daher von den Rabbinen mit.i'i"Ol nrion, in der der römischen Grenzpatrouille hier erteilten Antwort hinaegen direkt mit Sophene bezeichnet. Demgemäß wird auch im Targum Jeruschalmi die Stelle Numeri 34, 8 i»7!7> im 1,10 non 82b mit »"21038 "b37öb Jiob pvon (Amanus) 0130» 011100 wiedergegeben; hier wird Antiochien am Euphrat (br2 jo »'2103», wie zu Genesis 10,16 deutlicher angegeben), das am Fuße des Masiusgebirges lag, gemeint, da hier der Landstrich namens Chamath beginnt. Die Divergenz des Pseudojonathan, der in der obzitierten Stelle für 8'2'038 richtig n"i20 setzt, ist deshalb leicht erklärlich, weil hier Liberia anfängt. Diese Auffaffung über die Identität von Antiochia und Liberia finden wir auch im Talmud, z. B. Jebam, 45 a: pnfi ni"2n 10 »n» "i »"120*3 ji0l»017181 »ri""i2v 1,13.1 für Liberia hatte Raschi z. St. im Talmud die Lesart n 2 03» vor sich, da es identisch ist. Die Stadt Bura ist in der Nähe dieses Antiochia am Euphrat gelegen (Plin. VI, 30, 1—2) und hat R. Achä, wie hier erzählt, die aus Armenien kommenden Gefangenen an der Grenze in Antiochia oder in Liberia, wie es hieß, aurgelöst. Ebenso ersieht man dies aus der Erzählung Koh. Rab. zu 8,1 und Pes. d. R. Kah. zu Para: ,j"iopb *31» 1,128" i jon jo »n»i. R. Abahu wohnte in Ani Kamach (vergl. oben II, 4) und kam über den Euphrat nach Cäsarea, das, weil an einem Tauruspaß gelegen, auch 11L bl30 heißt, hinüber. Darum setzen die Paraüelstellen jerus. Sab. VIII, I rc. für j"icp einfach »"-cob rri3 »°i; Eies beweist, daß diele von der Tauruskette durchguerte Gegend bei den Rabbinen »*120 heißt. Dasselbe ergibt sich noch deutlicher aus dem Beinamen (Pes. d. R. Kah. zu Para) des R. Jacob p2i3 1B2 ©"» nb2. Die Lage der Gegend von pi2i3 n"2, links des oberen Euphrat im nördlichen Sophene, ist genau aus Ber. Rab. C. 67 ersichtlich, und hieß der Landstrich von Adiabene bis zum Euphrat nb; daher die stehende Redensart nbb "poiapö. In der Parallelstelle. Mid. Schocher Tob. c. 18. wird aber dieser R. Jacob rriooiM ©'» genannt, was zweifellos die Identität der erwähnten Gegenden bezeuat. Wir wollen nur noch einen Beweis anführen. Prüft man die Quellenstellen in Bezug auf R. Simon b. Jochais Auftreten nach dem Aufgeben feines Höhlenlebens sieht man, daß dieses in Sophene vor sich ging. In Pes. d. R. Kah. Vajichalach heißt es: 37p2i »ni37ö »1.12 das ist jvpo, der Sitz R. Josua b. Chauanjas, ein „Horre" genannter Paß (s.o.II, 4) des Masiusgebirges nach Sophene führend. In der Vorrede »um Tikkune Sohar heißt es: rc. ,i"33n»i nbl »i2iob bl» iv'i »ni3?ü 1N2 Beim Verlaflen der Höhle badete er in den heißen Quellen von 7i'i20 (in Sophene gab es solcher mehrere wie in Abarne, Elegostne, JligaS rc.) und wollte aus Dankbarkeit diesen Landstrich als „rein" erklären. Dies erzählt auch der Talmud Nid 61, mit Bezug auf dieselbe Gegend von R. Josua b. Chananja. In Midr. Sch. Tod. c 17 heißt es anstatt »"120 richtig b»i©" p», weil dieses Gebiet auch „Erez Jisroel" genannt wird (s. w. u.). In Ber. Rab. c. 70 wird noch zur Eklärung dieser Talmudstelle aus Scheb. IX, 1 hinzugefügt: j'i.i JO "io»i ir» "8poi Kpl© j’1,1 JO "1081 n"8l K3"3131 »pl© daß der "7,12 aus Gerger oder Dascusia in Koppadosien, rechts am Fluße des Euphrat, war. Daraus geht zweifellos hervor, daß die alten jüdischen Quellen diese Gegend »"120 nennen. Aber auch iU der profanen Literatur wird diese Gegend so genant, so u. A. in dem lateinischen Excerpt aus Abulsarag Barhebräues Schrift bei Affemani, Bibl. orient. II. i. p. 346: Judaei quoque de primatu altercati sunt. Nam Tiberiadenses quidem Davidem quendam sibi praefecerunt, Babylonii vero Danielem ex Ananitarum secta etc. Hier kann es sich absolut nicht um Juden aus Liberias in Palästina handeln, die doch nicht gemeinsam mit Babyloniern einen Primas wählten, sondern um die Juden Sophenes (Liberia), die mit den Juden des Ostens (das obere Babylon niio "32) wegen des Prinzipats in Streit gerieten. Der hier erwähnte Daniel ist der bei Karaern oft zitierte, wegen seiner Kenntnisse der rabbinischen Ltteratur berühmte Daniel "Cöipn aus Chamse (im Altertum Comisene), das bei den Juden Osten und „Babhloy" heißt. stimmung hinzugefügt mrnio ii; es soll also hier ausschließlich der östliche Landstrich des Südgestades des Schwarzen Meeres in Betracht kommen, der ber den Rabbinen wie schon aus der Reihenfolge der in Mischna Kelim XVIII 8, nach ihrer geographischen Lage mit den dort ursprünglich üblichen Maß- und Gewichtseinheiten aufgezählten Länder ersichtlich, heißt. In letzter Stelle erscheint neben der Gewichtseinheit des im Norden gelegenen Egeria ('ii3») die des östlichen 7i'iL0 (s. o. II, 3) angeführt und dann das „Gerstenkorn",. das im Altertume auch zur Feststellung des Münzgewichtes diente, als Gewichtseinheit des westlich gelegenen JTi2io- Jesaias 21,1, nennt dieselbe Gegend auch 0" 1210 und Plinius VI, 11, bezeichnet den Landstrich um das Pqryadresgebirge und Trapezunt mit „Kolchische Wüsteneien", da im Altertume Trapezunt ins Kolchische Gebiet einbezogen wurde. (Vergl. u. a. Tenophon, Anabasis IX, 22 TpaTte^oövxa, ev vq KoXywv ytopa). Wir können nicht umhin, uns bei dem nun einmal angeschnittenen Thema noch ein wenig aufzuhalten, um einige wichtige einschlägige, bis nun unerklärt gebliebene Stellen zu erörtern. In mehreren Stellen des babyl. Talmud (Joma44, Menach. 76, Erubin 83) wird ein kleineres Maß: nnaio ,i»o erwähnt, und einem größeren Maße, ri'öboii" genannt, entgegengestellt. Vergleicht man mit diesen die obzitierten aus dem jerus. Talmud und babyl. Pesachim 109, so ergibt sich daraus, daß im Altertume das Tibarenische Hohlmaß ursprünglich viel größer war, mit der Zeit aber dort eine .Reduktion erfahren hat. Es wird also in allen zitierten Stellen zwischen dem ursprünglichen «großen Maße" (Pes. 48 a n»3'b30 2p; vergl. Aruch s. v. pL7«Xi-j) das im babyl. Talmud 7>'ob©ii" und im Jeruschalmi rw W3120 genannt wird, mit dem Beifügen, daß es mit dem in der Thora erwähnten, resp. auch mit dem noch später in J'najf üblichen Maße identisch sei (piasn »v>'iioi »npny »nioin »ri"ii»i »31*?) einerseits, und dem im Volumen reduzierten, einfach r»3i2& oder n"i2io genannten Maße andererseits, unterschieden. Aus dem Inhalte dieser Stellen geht klar und zweifellos hervor, daß im Tempel in Jerusalem (Pes. 109 »©ipoi »31b) noch das in uralter Zeit vom Norden übernommene Maßsystem in unveränderter Form beibehalten wurde, während sich im Norden mit der Zeit eine Aenderung im Maßsysteme vollzog. Das deshalb n'ob©'i> genannte erstere Maßsystem entspricht demnach ganz dem in der Thora erwähnten »31*? »n"ii»i. Weil nun die in Sophene lebenden Juden meistens solche aus Jerusalem und dessen Umgebung exilierte ni^>3) D'^tyii') waren, welche jerusalemitische alte Sitten und Bräuche bewahrten, (sie wurden deshalb in der älteren Literatur po*?fc'ii' genannt, wie wir anderweitig Nachweisen werden), Nikephoron (piLL) ferner ein Mittelpunkt des judäischen Lebens und der Traditionslehre jener Gegend war, wird besonders betont, daß die in Rede stehende Maßheinheit der in piair üblichen gleichkommt, da sie die unverändert gebliebene altjerusalemitische ist. Das im Norden in späterer Zeit reduzierte Maß dagegen nennen die Rabbinen meistens einfach 7i'3i20 oder JTi2io und auch 7i'p*?v'». 4) Diese 4) Auch die in der frühmittelalterlichen Literatur bezüglich Masora und Punktation erwähnten Bne Tibäreni sind entschieden nicht in Liberias in Palästina zu suchen, da diese Stadt bei jüdischen und arabischen Autoren nur,T12B heißt und überdies die dortigen Juden damals ganz ohne Bedeutung für die Literatur waren. Es sind vielmehr Bewohner der südlichen Bergkette des Kaukasus und des südwestlichen Winkels des Kaspischen Meeres, welch erstere auch in der Literatur Bne Hadani heißen. So z. B. wird in der Masora (L. K. I, 106) der differentiellen Aussprache von resch dagesch und rafe durch die Bne Erez Jisroel gedacht; dasind die Bewohner des Landstriches am PhasiS bis zum Schwarzen Meer, welche Gegend Erez Jisroel (f. w. u) genannt wurde. Kimchi, Michlol p. 108, zitiert für die erwähnte Eigentümlichkeit der »'120 '»",1 ,11370 "32 Eli b. Jehuda, der damit die Bewohner dieser auch ,11370 (s. w. u.) genannten Gegend oder die mehr östlich in Masien-Duran (früher Hyrcanien) wohnenden Juden meinen kann. — Auch der Gaon Saadias erwähnt in seinem Kommentar zum Sefer Jezira (II, 2) diese Differenz, bei-

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