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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-05-31 · 22 (31.5.1912) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
22 (31.5.1912)
Date
1912-05-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 383 Dr. Bloche Wochenschrift Nr.-33 streichenden rechten Ausläufer des Taurus und der südlichen Abdachung des Kaukasus, wo die Judenschon seit unvordenklicher-Zeit,in großen Massen lebten- Der zweifellos aus dem Hebrälsch der dortigen Juden entlehnte Name nx ist als Gesamtbezeichnung dieser verschiedenen, nach den Namen der dort lebenden Völkerschaften benannten Gebirge in deren Sprache übergegaugen, wie aus Pomponius Mela's De situ orbls, I. 19, ersichtlich ist: „Rlue (so. ad Phasi) orti möntes . . . . . , Oe rann 11 diciuititr, iidem alicubi Taurici, Moschi, Amazonici, Caspii, Coraxici, Caucasii, ut aliis -aliis ve appositi gentibus, ita aliis aliisque dicti nominibus.“ Zur Erklärung bemerken wir nur, daß die Alten die Bergzüge um den Fluß Thermoden „Amazonici" (Appolonius, Argonautica, II, 972 Ap.«^üv:«) nannten. Diese Angaben wiederholt auch Pliuius (V, 27, 3) mit dem Bemerken, daß die erwähnten Bergketten ihrer ganzen Ausdehnung nach von den Griechen „Ceraunia" genannt werden. Die Bezeichnung Kspauvca oprj bleibt, etymologisch betrachtet, unerklärlich, und gibt gar keinen Sinn, wenn dieses Wort nicht einfach eine Wiedergabe des hebräischen Originalnamens (nur mit Ersetzung des im griechischen Alphabete nicht vorhandenen Buchstabens C durch ein K) ist, der nicht nur in der rabbinischen Literatur, sondern, wie wir sehen werden, schon in der Bibel zur Bezeichnung des an dem erwähnten Gebirgszuge gelegenen Landstriches diente. Es kann auch als zweifellos gelten, daß der Name „Pteria", der sowohl zur Bezeichnung einer Stadt, als auch der ganzen rechts des Halys östlich von Sinope am Schwarzen Meere gelegenen Gegend, wo nach Herodot I, 76, die Schlacht zwischen Krösus und Cyrus stattfand, gebraucht wurde, einfach durch eine Verstümmelung aus nsrp«, gleichbedeutend mit nx, entstanden ist. Der Prophet Micha (7, 12) bezeichnet denn auch diese Gegend in rein:m Hebrälsch mit inn in. Diese Stelle lautet vollständig: i.in mv e'ö D'vmrr iyi nxr '3aSi d. h. „Armenien -entlang des Euphrat bis zum politischen Lande am Pontus und^dem'Berge irr/ letzteresgleich iiu, das, wie xiiss, Fels und Berg bedeutet. In der rabbinischen Literatur wird das Wort nx auch schon in der. durch die dortige Volkssprache.gebildeten Form „Ceraunia" gebraucht. So heißt z. B. der. in Echa, 3. erwähnte R. Joseph Kt^i aus Pwg ^si um. Trapezunt, in Thrumath XI, 7, R. Joseph s'jvx; desgleichen heißen die durch den ständigen Anblick der mit ewigem Schnee bedeckten Berge von Hemeralopie (Nacht- und Schneeaugen). Befallenen in Bech. 44 srrjvx-'ry.2) Die Land- 9 Nicht nur in dieser Stelle sondern auch sonst wird in der Bibel öfters das Wort als Bezeichnung für das Schwarze Meer gebraucht, z. B. Amos 8.13 er iy a-a ijai vom Schwarzen bis zum Mittelländischen Meer, ebenso Ps. 72,8. Bei Jos. 1,4 beißt es bvui dm wie denn auch die alten Griechen es für einen Teil des Qxsavog (wörtlich auch der «Geräumige") halten. So z. B. Od. XI, 13 an den Ufern des Okeanos, wo dre Cywmerier wohnen und in den verschiedenen Versionen der Sage vom Argonautenzuge, der vom Phasis seinen Weg zum Okeanos nahm. Davon nennen die.Rabbinen dieses Meer D'3 p« d1 oder vielleicht von Pontus Euxinus, weil sie das x größtenteils mit p wiedergeben. Ein Umstand dürfte dies sowie, daß die Juden in großen Massen im Norden lebten, zur Evidenz beweisen. In Cbulin 66b und-Ob. Sar. 39a werden die Fische aus folgendenden Gewässern aufgezählt, die beim Verlassen des Wassers leicht ihre Schuppen und Flossen verlieren, nichtsdestoweniger ist ihr Genuß den Juden gestattet rc. s nämlich aus dem öl'ip«, Euxinus, erss Hypanis, zwischen Lacus Maeotis und dem Kakasus, a'-2äv22 Thospitis (Vansee) au-aa^n« Mare Cästzium und C3*BK Tanais (beute Don). — In Gen. Rab. Lr 13 wird das Schwarze Meer gleichfalls ^vui 2' genannt und wird dort auf die ßaSsa Ponti angespielt. Vergl. Berach. 9a. *) Die nördliche Tauruskette in Armenien heißt, weil stets mit Schnee bedeckt, bei alten Schriftstellern auch Niphates (NicpaT7)$, Schneeköppe). So erzählt Strabo XI und XVI. der Tigris emspringe am Riphates und Verg. Georg. 3.30 nennt so auch das ganze nördliche Armenien. Deshalb heißt im Talmud N. Abimi aus Garrna (Mcc. 13 d) auch ,ittNH3 (Sab. 17 b); desgleichen wird R. Thanchum iny 122 unweit von Garina (im Ber. Rab. e. l00J'3«Egin, Eckin am Euphrat unweit Ersingan) auch "2.jai genannk (Sab. Boa). Auch der steinreiche R. Bonius, der 1000 Schiffe im Meere sein eigen nannte, führt von seinem dortigen Wohnorte den Beinamen rvro ja (Eurub. 85 b und 83 a). Jeruf. Bab. Bathra VIII schreibt den Namen '«rar, wofür schaft Pontus hieß deshalb im Altertume auch „Tyros", so bei L'enophon von Lampsakos, der dieselbe, wie Pliuius (VII, 49, „Tyriorum") berichtet, in seiner Beschreibung der Umschiffung der Küsten des Schwarzen Meeres unter dem Namen „Tyros" ausführt. Diese Bezeichnung hat den Kommentatoren freilich viel Kopfzerbrechens gemacht, weil sie den Zusammenhang dieser Namen nicht kannten. Wir finden aber auch das syrische und aramäische Wort V2 mit Verhärtung des Waw (D in Beth (2), also 122, im Hebräischen in derselben Bedeutung im Gebrauche, wie man im Samaritanischen für das Hebräische nx auch 122 und .1122' Berg, sagt. In Jud. 9. 37, findet man den Ausdruck irr.i 1122 wofür in wörtlicher Wiedergabe im vorgehenden Verse a'1,1,1 euphemistisch, in dem Sinne von Bergplateau, gesetzt wird. In dieser Bedeutung gebraucht Ezechiel, 38. 12, das Wort 1122 für die nördliche Taurus« kette. In dieser für unser Thema übrigens auch sonst bedeutungsvollen Stelle wendet sich der Prophet gegen die Skythen im Norden mit den Worten: Sie glauben, sie brauchen nur die Hand gegen ihre friedliebenden handeltreibenden südlichen Nachbarn auszustrl cken, Um sie nach Belieben rauben und plündern zu können. Hier heißt es u. a.: K2fc> pxn 1122 Sy '2V* * ppi inco ntsry cuo spxa ny .V'V12 '1NO1 pn Mit px.1 "fl-ö kann Ezechiel entschieden nur das alte nördliche Taurussystem, augefangeu vom äußersten Ausläufer im Nordoften dem Altai-Gebirge, Turan, xnv, entlang laufend, dann die Kette am Kaukasischen Isthmus pi bis zum westlichen Ende von Pontus v'Din reichen^ meinen. Strabo nennt (XII) diese Bergplateaus ähnlich cporeo'a. Demnach dürfte es nunmehr leicht verständlich sein, warum die Alten die Bewohner des Südostgesta^es des Schwarzen Meeres, also des Pontuslandstriches, „Tibarener" nannten. So erwähnt Herodot III, 94, rc. die Tibarener (T:pepr/,/ot) als Nachbarn der Moschier und Diodorus nennt diese Gegend (IV). Tt\3aptv /mp«'-, desgleichen Strabo XI rc., indem diese Schriftsteller, wie dergleichen oft vorkommt, den dort in seiner Urform sprachüblichen hebräischen Namen dieses Gebietes unverändert wiedergeben. Diese dort im Vvlksmunde übergegangene übliche Benennung dieser Gegend wird auch in der rabbinischen Literatur später unverändert gebraucht; so heißt z. B. R. Lulianus aus Nord-Kappadozien oder Pontus (»om) in Ber. Raba Kap. 98, pi2 p und das. Kap. 1, pi22 12. Die Rabbinen bezeichnen daher auch, da das ganze Maßsystem der alten Hebräer von dort herstammte, die verschiedenen Maße mit 9122, wie z. B. '3122 2p in Ehala II, 6, oder 'vS2'rr in Jer. Sab. VIII. 1. Schek. III, 2 (wie das nördliche Kleinasien bei ihnen genannt wurde, s. w. u.).2 Jetzt sind in der Parallelstelle Kid. IV richtig ovvo ftr&t. Die dortige Bevölkerung bestand aus Syrern (Red. II. 3, Synh lX). Auch die kleinasiatische Seite dieses Gebirges in Nordkappadozien wurde so genannt, denn der in Git. 67b erwähnte R. Eleasar.11211 pn heißt in Jona 78b pn ,T33, richtig ni3 (vicpw)» weil Ninive damals nicht mehr existierte und er ja in Kleinafien wohnte. In Jerus. Synh. III. 4. heißt es richtig ,T31 J32i und soll auch babyl. Thaanith 14 b so anstatt n*33 gelesen werden. 3) In der talmudischen Literatur wird Sophene, also die Gegend um den Taurus vom Masiusgebirge bis pep gewöhnlich K’-cö genannt. Ohne uns hierüber hier in eine weitläufige Beweisführung einzulassen, können wir im Interesse der Klärung dieser Materie nicht umbin, dies mit einigen Worten festzustellen. In Jerus. Barach. IX, 1 wird erzählt: jna« '«an im pwa ,inn*ai .Tnana b’-y .11.11 na .11.1 «mT .Di3"’aiDi ja jib ia«?ri« j«ai ja >i'b> Erläuternd sei vorausgeschickt, daß in der Bibel die Gegend vom Mosi rsgebirge an östlich des Euphrat bls zum Kaukasus - gewiß wegen der dort zahlreich vorkommenden heißen Quellen - ran in Amos (6, 2) ,im ran (s. w. u.) heißt. Die Rabbinen führen die einzelnen in Cha» math gelegenen Landesteile unter verschiedenen Namen, wie ..Tran S>nai rrn n:i nran -nnim rc. an. Hieronymus in seinen Quäst. zu Genesis X. 17 kennt auch diese '-nficht: («Allii.Emath nbn oder D*a«) primam ab Antiochia manaionem Edeaaam pergentibus appellari putant“. Targnm Jeruschalmi das. wiedergibt das Wort 'rann gleich-

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