Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 22 (31.5.1912)
- Date
- 1912-05-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Gelte 362 Nr. 22 findet man es höchstens drollig. — Aber da steht schwarz auf weiß zu lesen, daß eine Tochter des Verstorbenen und eine Enkelin sich haben taufen lassen, resp. aus dem Juden-' tum ausgetreten seien. Ich glaube, eine anständige, ehrliche Zeitung schickt derartige Mitteilungen nur dann in die Welt, wenn sie sich überzeugt hat, daß sie wahr seien. — Hier aber tritt noch der Umstand hinzu, daß die „National-Zeitung" bezüglich der Enkelin bestimmt wissen mußte, daß ihre Mitteilung eine erlogene war. Sie veröffentlicht ja selber — wie ich bemerke — allwöchentlich Listen der Ausgetretenen und war also in der Lage, sich zuerst zu vergewissern, ob zum mindesten die Mitteilung vom Austritt der Enkelin wahr sei. — Das hat die „National-Zeitung" nicht getan und muß fichs gefallen lassen, daß man ihr zuruftsie hat bewußt gelogen. Ich wende mich mit der Bitte um Veröffentlichung dieser Zeilen an Sie, weil Ihr geschätztes Blatt wohl verbreiteter ist als jenes, weil ich allen, die nicht „national" sein wollen, zeigen will, wie die nationalen Blätter Vorgehen und Wert darauf lege, daß es in weiteren als nationalen Kreisen bekannt werde, daß die Mitteilungen vom Austritte der Tochter und der Enkelin des Herrn David von Gutmann aus dem Judentum unwahr seien. Ihr hochachtungsvoll ergebener Dr. A. Kapralik Eine jüdische Siedlung auf den Namen des Ehepaares Strauß. Wie uns aus Newyork berichtet wird, hat die erst vor kurzem ins Leben gerufene Americain Immigration and Distribution League beschlossen, zum Andenken an die bei der„Titanic"-Katastrophe ums Leben gekommenen Eheleute Isidor Strauß in einem der westlichen Staaten der amerikanischen Republik eine jüdische Kolonie zu gründen, welche den Namen dieser Verunglückten führen soll. Die Kolonie soll zunächst für hundert jüdische Einwandererfamilien bestimmt sein. Der Direktor der Liga, Dr. Green, hob in einer diesbezüglichen Erklärung hervor, daß durch eine solche Gründung Isidor Strauß und Frau, welche so vieles im Interesse der jüdischen Einwanderer getan haben, am würdigsten geehrt würden. Wer tragt die Verantwortlichkeit für die Judenmassakres in Fez? Unter dem Titel: Responsabilites veröffentlicht Iudaäus im Pariser „Univers Israelite" einen aufsehenerregenden Artikel, der verdient, der weiteren Oeffentlichkeit bekannt gegeben zu werden. In dem Artikel heißt es: ' „Wann werden wir die Wahrheit über die Plünderung des Ghetto von Fez erfahren? Und werden wir sie überhaupt jemals erfahren? Was wir bis jetzt schon darüber wissen, ist so schwerwiegend, daß es unerläßlich erscheint, hierüber vollständige Klarheit zu erlangen. Wird man aber den Mut haben, in diese Affäre unerschrocken hineinzuleuchten? Die Zeitungen meldeten uns, daß die Juden zu Dutzenden getötet und verwundet wurden und daß dies nicht die Arbeit einer Stunde gewesen sei. Sie meldeten uns ferner, daß die Artillerie die Stadt beherrscht und die Meuterer in Respekt zu halten vermocht habe. Wir erfuhren weiters, daß das Iudenviertel sich anstoßend an den Palast des Sultans befindet, woher Hilfe gebracht werden konnte und wohin die Juden sich auch zu flüchten vermochten. Wir wissen also hinreichend genug, um feststellen zu können, daß für die Bluttaten im Mellah von Fez irgend jemand die Schuld und die Verantwortlichkeit trägt. Die Briefe des Direktors der Allianzschulen in Fez melden in schlichten Worten schauderhafte Tatsachen: „Vom Lager Dar-dhibagh wurde militärischer Schütz in die Gesandtschaften geschickt. Aber die Truppen be- Iudenviertel zu nehmen, was für uns eme Rettung bedeutet hätte, über die Felder unter den Ghettomauern, Und während dieser Zeit waren wir im Iudenviertel unserem Schicksale überlassen, während ein Detachement von hundert Tirailleurs vielleicht genügt hätte, um das ungeheure Unglück, das uns dann traf, von uns abzuwenden. Nichts wurde unternommen, um die Plünderung des Ghettos zu verhindern, wo während drei Tagen die meuternden Soldaten und der verbrecherische Mob der Stadt sich ungehindert austoben koünte, um auf diese Weise, das europäische Viertel von Fez vor der größten Katastrophe zu bewahren." Aus diesen Mitteilungen geht es klar und deutlich hervor, daß die Truppen dem Ghetto in großem Bogen auswichen, als das Massakre dort seinen Anfang genommen. Und als die Revolte in der Stadt niedergeschlagen, war, hielten sich die Truppen noch immer fern vom Ghetto, wo Raub und Mord drei volle Tage hindurch ununterbrochen und ungestört gewütet haben. Was Haben auch andere Menschenleben zu bedeuten, wenn das Leben von Europäern in Gefahr ist? Sind denn die Juden von Fez Europäer? Nein.. Also ... Die Zerstörung des Iudenviertels kann als Ableitung des Mob und der Meuterer von ihrem eigentlichen Ziele dienen, und sie werden sich mit dem Tode der Juden als Lösegeld für die Europäer begnügen. ... Wir wußten schon bisher, daß für die Vorgänge in Fez irgend jemand die Verantwortung zu tragen habe. Nun wissen wir auch schon, wo dieser zu suchen sei.. Die KeteUigung der Juden am Kerrschen Meithaadei im- Altertum. . , (Fortsetzung) Zieht man alle im Talmud und Midrasch auf w bezughabenden Stellen in Erwägung, so ergibt sich, wie wir weiter unten sehen werden, mit Bestimmtheit, daß mit dieser Bezeichnung der ans Taurusgebirge grenzende Landstrich gemeint ist. Hier kommt nämlich nur der östliche Zweig desselben in Betracht, der von Samosata angefangen, den oberen Euphrat entlang bis zum Schwarzen Meere streichend, sich mit dem Hauptarme westlich über das alle Nord-Kappadvzien resp. Pontus, erstreckt, die Wasserscheide zwischen Euphrat und Halys bildet und gegen Nordosten die verschiedenen Gebirgsketten und einen Teil des südlichen Kaukasus einschließt. Nach Strabo (XI) schildert schon Eratosthenes (um 250 v. Ehr.) dieses gemeinsame, weitausgedehnte Gebirgssystem, betonend, daß die Alten diese verschiedenen Gebirgsketten unter dem geographischen Kollektivnamen Taurus zusammenfassen. Schon der Name Taurus, von rrnw (Berg, Felsen) weist auf den aramäischen Ursprung der hier wohnenden Bevölkerung hin. Das Wort 112 ist nur eine hebräische Bezeichnung gleichen Sinnes. Im Gebrauche dieser beiden Namen wurde jedoch folgender Unterschied gemacht: Unter wurde der Taurus in seiner ganzen Ausdehnung verstanden, von Karien im Südwestwinkel Kleinasiens an dem Mittelländischen Meere entlang, bis zum Masiusgebirge in Mesopotamien, von hier nordwärts zum Schwarzen Meere, mit der Fortsetzung des einen im Westen bis Simpe und des zweiten, nach Nordosten über das Randgebirge Turans bis zum Maischen Gebirge streichenden Hauptarmes. Der hebräischen Bezeichnung iwr jedoch bediente man sich im Altertume nur für die. Gegend nördlich v 0 n Sam 0sat a bis zum Schw arzen Meere u. zw. h a uptsächlich für den bis zum Halys reichenden linken, nebst dem bis zum Südfuße des Käukasüsgebirges Dr. Bkochs Wochenschrift gaben sich dahin, anstatt den kürzesten Weg durch das