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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-05-24 · 21 (24.5.1912) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
21 (24.5.1912)
Date
1912-05-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 352 Dr. Blochs WochenfchM Nr. 21 und Prof. Autfcherl, die Herren Bibliothekare Dr. Münz und Dr. W a ch st e i n. Herrn Bibelschulinspektor Julius Braun, Herrn Dr. H a a s e, I. Kantor Jurberger und viele Freunde, Hörer und Verehrer und die Familie des verblichenen Gelehrten. Herr Dr. Markus Spitzer ergriff im Namen des Beth-ha Midrafch'Präsidenten, Herrn Dr. Schmiedl, das Wort, um in temperamentvoller Rede die Festversammlung zu begrüßen und der Verdienste Lektor Friedmanns um das jüdische Wissen zu gedenken. Er rühmte die dankbare Pietät jenes edlen Geschwisterpaares, welches als Stifter dieser Gedenktafel in ihrem dahingeschiedenen Lehrer sich selber ehrte und sprach die Hoffnung aus, daß es niemals in Israel an solchen Lehrern und solchen Schülern gänzlich fehlen möge. Sodann ergriff Herr Lektor Dr. Rubin das Wort zu einer inhalts- und geistreichen Festrede, in welcher er auch den alten Satz von der Bedürfnislosigkeit des Thoraforschers neu und trefflich kommentierte. Mit dem von Herrn Oberkantor Morgenstern meisterhaft vorgetragenen *@1 mole rachamim" schloß die erhebende Feier. Die Tafel (von der Firma Friedländes & Deutsch ausgefertigt) ist aus schwarzem Marmor an der Westseite des Lehrsaales angebracht und trägt nebst den Widmungsworten: Bai Meir Ajin Lektor M. Friedmann eine längere hebräische Inschrift. Wien. (Bethausverein „Thorah Emeth".) In der am 14. Mai l. I. flattgehabten ordentlichen Generalversammlung des Bethausvereines „Thorat Emeth", Wien, III/2, Untere Viaduktgaffe 9, erstattete zunächst der Kassier Herr S. M i l l e t den Rechenschaftsbericht. Demselben ist zu entnehmen, daß die Vereinsgebarung eine günstige ist, wenngleich der Besuch des Bethauses zu den hohen Feiertagen dadurch, daß in dem nahegelegenen Sophiensaale Gottesdienste abgehalten wurden, ein wenig gelitten hatte. Der im Laufe der Versammlung erschienene Obmann Dr. Josef Straß er erstattete über Anfrage eines Mitgliedes den Bericht über die Tempelbaufrage. Es sei leider trotz aller Bemühung nicht gelungen, eine Einigkeit unter. den Tempelvereinen des Bezirkes zu erzielen. Von den 5 Vereinen des Bezirkes hatten nur 3 an den Beratungen teilgenommen. Das Projekt, am Rudolf von Altplatz einen Tempel zu bauen, sei aus unbekannter Ursache gescheitert, dagegen bestünden derzeit Ausfichten, daß an der Weißgärberlände ein sehr geeigneter Bauplatz erworben werde. Der Obmann spricht die Hoffnung aus, daß die Errichtung eines monumentalen Tempels auf der Landstraße nicht mehr ferne liegt. — Herr Direktor Weiner wurde einstimmig zum Ehrenmitgliede gewählt. Die Neuwahlen ergaben folgendes einstimmiges Resultat: Obmann Med.-Dr. Josef Straß er; Obmann-Stellvertreter Kohn; Kaffier Salomon Millei; Bethausverwalter Jakob König, M. Köpper. M. Reich; Schriftführer Med.-Dr. Paul S t r a ß e r; Ehrenmitglieder: Direktor Alexander Weiner, Dr. Felix Löwy, Architekt Emanuel Neubrunn. Israelitischer Tempel- und Schul-Berein. (VI., Stumpergaffe 42.) Die öffentliche Prüfung der Schüler der Vereinsschule findet Sonntag, den 26. Mai 1912, um 10 Uhr vormittags, im Vereinstempel : VI., Stumpergaffe 42, statt. Wien. Samstag den 18. Mai l. I. beging Herr Ignatz Zolles Präses des Vereines »Mazmiacb Jeschua« und Obmannstellvertreter deS Synagogenvereines »Beth Israel«, feinen 70. Geburtstag. Diesen Anlaß benützten die Vorstände ob genannter Vereine, um ibrem verdienstvollen Präses und Obmannstellvertreter eine ehrende Ovation zu beretten. Es erschienen in der Wohnung des Jubilars;u bissen Beglückwünschung korporativ der Vorstand des Vereines »Beist Israel« mit dem Rabbiner und Oberkantor und der Vorstand des Vereines »Mazmiach Jeschua«. Herr Rabbiner Mayersohn würdigte die Verdienste des Jubilars um die Erbauung der Synagoge und das Gedeihen des Vereines. Obmann Herr Max Rosenfeld namens des Vereines »Betst Israel« und' P'äsesstellvertreter Herr Alex. Landau im Namen des Vereiues »Mazmiacb Jeschua« beglückwünschten den Jubilar auf das Herzlichste, seine Hingabe und Opferwilligkeit in Ausübung seiner Vereinsobliegenheiten besonders rühmend, die Vorstandsmitglieder Herren David Kolieb und Dr: Leo Landau toastierten auf das fernere Wohlergehen desselben, worauf Herr Oderkantor M. Scharr dem Jubilar in klassischem Hebräisch seine Huldigung und Glückwünsche darbrachte, gleichzeitig m seiner Meisterschaft einen Mischeberach rezitierend. Herr Ignatz Zolles, tief gerührt, dankte in bewegten Worten für die ihm zuteil gewordene besondere Ehrung und ergriff die Gelegenheit, seiner wackeren Gattin, mit der er in der denkbar glücklichsten Ehe lebt und erst kürzlich in bescheidener Zurückgezogenheit das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierte, öffentlich den Dank ausplsprechen für die aufopfernde Liebe und zärtliche Sorgfalt, mit denen sie ihn stets umgab und der er es eigentlich zu verdanken hat, daß er sich öffentlichen Angelegenheiten widmen konnte. Namens der Familie dankte der jüngere Sohn des Jubilars Herr Beuo Zolles. Herrn Ignatz Zolles und seiner Familie sind aus diesem Anlasse von Nah und Fern zahlreich; Zeichen der Sympathien zugekommen. Wien. (Vortrag.) Samstag den 25. Mai d. I. findet ein Vortrag im Beth-Hamidrasch «Talmud-Thora", II., Malzgasse 16, von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Goldstein statt. Thema: „Geschichte der Juden, I.". Gäste willkommen. Beginn des Vortrages 3 Uhr 30 Minuten. Austritte aus dem Judentum Vom 12. Mai bis inkl. 18. Mai 1912. Bodo Ilona Jelka, geb. Tauslg, geb. 6. Mai 1880, Rovnagora, Bez. Dolnice, IX., Sensengasse 8. Bock geb. Hirschl Marie, geb. 8. Mai 1879, Wien, II., Hillerstr. 8. Fanta Grete, geb. 7. Juni 1882, Wien, XVIII., Währingerstrasse 138. Forell Julius, geb. 26. Februar 1888, Brüsau, Mähren, I., Am Hof. Guttmann Cäci ie, Handarbeiterin, geb. 20. April 1877, Schaffa. Jaff Peter Fritz, Privatbeamter, geb. 1. September 1891, Wien, VII., Stiftgasse 5. Krassny Marie Edle von Krassin, Private, geb. 27. Jänner 1893, Wien, IX., Türkenstrasse 15. Kulka Adele, Private, geb. 15. Juni 1890, Prerau, II., Kaiser Josefstrasse 30. Meissl Robert, Maschinbauschiiler, geb. 12. Jänner 1897, Wien, IX., Liecbtensleinstrasse 157. Schnabel Marianne, geb. 26. Juni 1886, Wien, I., Hegelgasse 17. Valpi Felix, geb. 13. Jänner, 1885, Wien, Budapest. Weiss Josef, Bankbeamter, 9. August 1882, Wien, II., Komödiengasse 3.! Rzeszow. (T r a ü u n g.) Sonntag den 26. Mai L I., um 6 Uhr abends, findet hier im Hotel Berger die Trauung des Fräulein Gisela Fett, Tochter des Herrn Samuel Fett aus Rzeszow, mit Herrn Mag. Pharm. Leo Maiblum, Sohn des Herrn Markus Wolf Maibluw aus Potok bei Brzezany, statt. Brunn. (Siebzigster Geburtstag und fünfzigjähriges Lehrerjubiläum.) Ein alter, aber noch jugendlich rüstiger Schulmann, der Blünner isr. Religionslehrer Herr Samuel Schoßberger, vollendet am 27. Mai sein 70. Lebensjahr und blickt zugleich heuer auf volle fünfzig Jahre ununterbrochener Lehrtätigkeit in der Hauptstadt Mährens zurück. Seit 1891 lehrt der Jubilar, dessen zwei Söhne in hervorragender Stellung wirken, als Religionslehrer der Brünner Kultusgemeinde an Volks- und Bürgerschulen. Die Zahl der Gratulanten wird ohne Zweifel sehr beträchtlich sein. Klattau. Das Leichenbegängnis des hiesigen Advokaten Herrn JUDr. I. Steiner fand am 16. d. M. von dem schwarzdrapierten Klattauer Kultusgemeindehause aus statt. Eine Unzahl von Trauergästen gab dem Verblichenen bis auf den Friedhof das Geleite. Man bemerkte den Bezirkshauptmann JUDr. Pkibyl mit den Beamten der Bezirkshauptmannschaft. den amtierenden Vizebürgermeister und Bezirksobmann JUDr. Hostasch mit mehreren Stadträten, den Landesgerichtsrat Fiska mit den Beamten des Bezirksgerichtes, sämtliche Klattauer Advokaten, geführt von ihrem Nestor, dem 82 Jahre alten Doktor Schrimpf, den Handelskammerrat Maschek. den Notar Füguer, den Postverwalter Böhm, viele Staats- und Zivilbeamte, den Gesamtvorstand der Kultusgemeinde und Ehewra und deren Mitglieder. 'Auf dem Friedhofe hielt Herr Rabbiner Dr. Bret eine treffliche, die Verdienste des Verblichenen würdigende Grabrede. Die Trauergesänge trug Herr Oberkantor Roseuschein mit gewohnter Präzision vor. Präg. Vor einigen Monaten wurde der Versuch unternommen, durch öffentlrch zugängliche Vorträge das Interesse für das Thorastu di um in unserer leider schon sehr indifferenten Gemeinde zu heben. Die Vorträge wurden anfangs viermal wöchentlich in der Alt-Neu-Synagoge abgehalten; bald jedoch erwies sich diese als ungeeignet und es wurde von der Kultusgemeinde ein Saal bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Daselbst finden nunmehr feit NOS. täglich (außer Freitag) Vorträge statt, welche dank der großen Mühe der Vortragenden auch für die wenig vorgebildcten Mitglieder sehr anregend und lehrreich sind. Es wird gelernt: zweimal wöchentlich Talmud, zweimal wöchentlich Bibel mit Raschi-Kommentar, zweimal wöchentlich Schulchan-Aruch.

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