Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 21 (24.5.1912)
- Date
- 1912-05-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. Hl Dr. Blocks Wochenschrift Sette 35 t Beurteilen werden Sie mich nach meinen Handlungen. Ich bin mir, wie bereits erwähnt, der schweren Aufgabe, die meiner harrt, bewußt; ich hoffe jedoch, daß es mir bei dein guten Willen, den ich in vollem Mäße habe, und mit Hilfe Ihrer Unterstützung, um die ich Sie bitte, gelingen wird, zumindest einen Teil jener Ideale, die ich herbeisehne, zu verwirklichen. . »Viribus Unitis« ift die Devise unseres erlauchten Herrschers. Machen wir uns diese goldenen Worte als unser Losunaswort zu eigen. Lassen wir nie . außer acht, daß uns ein gemeinsames Ziel leitet: das Blühen und Gedeihen unserer Gemeinde. Seien wir einig, denn Friede ernährt — Unfriede verzehrt. Ich bin fest überzeugt, daß für uns, wenn uns dieses Prinzip leiten wird, der Erfolg nicht ausbleiben wird und kann. In dieser Erwartung rufe ich: „Mit Gottes Hilfe!" Nachdem der bisherige verdienstvolle Vizepräsident Herr Advokat Dr. KarlGoldmann aus Gesundheitsrücksichten jede Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde dem bisherigen 2. Vizepräsidenten Herrn Universitätsprofessor D r. David Segen durch die Wahl zum 1. Vizepräsidenten die allgemeine Anerkennung votiert. Zum 2. Vizepräsidenten wurde der Sohn des einstigen langjährigen, ebenfalls hochverdienten Gemeinde-Präfix denten weil. Herrn Mar Stern, Herr Otto Stern, königl. Hoflieferant, gewählt. Die Stellen der Obmänner der Sektionen erhielten die Herren: Salamon Wasserthal, Ignatz Grünfeld und Dr. Ivan Incobi (Sohn des ehrwürdigen Herrn Oberrabbinsrs), die deren Stellvertreter die Herren: Samuel Ornstein, Dr. Heinrich Löwy und Ludwig Weiß. Berlin. Die Unterzeichneten sind heute zu einer Versammlung zusammengetreten und haben einstimmig beschlossen, die zwischen den bestehenden Vereinigungen der deutschen Mitglieder der A. I. U. und dem C. C. in Paris vorhandenen Mißverständnisse zu beseitigen. Zu diesem Zwecke ist eine Kommission gewählt worden, welche den Weg hierzu feststellen soll. Berlin, den 15. Mai 1912. Direktor Dr. Adler, Frankfurt a. M.: Justizrat Blau, Frankfurt a. M.: Iustizrat Dzialoszynski, Berlin: Senator Fischer, Linden-Hannover; Kommerzienrat Gal-, linger, Nürnberg: Stadtrat Gimkiewicz, Berlin: H. Gumperz, Hamburg: Iustizrat Dr.. Held, Nürnberg: Professor Kalischer, Berlin: Rabbiner Dr. Kopfstein, Beuthen: Geheimrat Landau, Berlin: Rechtsanwalt Lippmann, Hamburg: Philipp Schiff, Frankfurt a. M.: Prof. Dr. Silbergleit, Berlin; Rabbiner Dr. Werner, München; Iustizrat Wolff, M. d. A.-Lissa. Vermischtes. Aus der letzten Plenarsitzung des israelitischen Knltnsvorstandes. In der letzten Plenarsitzung des israelitifchen Kultusvorstandes kamen im Einlauf zur Verlesung: Dankschreiben des Herrn kais. Rates Moriz W a i z n e r für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seines 80. Geburtstages. „Der Bericht der Bibliothekskommisfion, wonach im Jahre 1911 die Gemeindebibliothek von 5344 Personen besucht wurde, wird zur Kenntnis genommen." In Angelegenheit der Brigittenauer Rabbinerfrage, welche in der Sitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde vom 12. Mai d. I. in Behandlung stand, hat Präsident Dr. Alfred Stern zur Klärung der Sachlage das Folgende erklärt: ErAabe in keiner der vielfachen Besprechungen mit den Vorstandsmitgliedern des Brigittenauer Tempelvereines ein bindendes Versprechen bezüglich der Lösung dieser Frage gegeben, sowie er überhaupt mit Rücksicht auf/ das Bestimmungsrecht des Kultusvorstandes niemals bindende Versprechen geben kann und gibt. Er habe auch in diesem Falle, wie immer in solchen Fällen, lediglich die Zusage gemacht, die eine oder andere Anregung dem Vorstande der Kultusgemeinde mit oder ohne Befürwortung zu unterbreiten. Die Wiener Kultusgemeinde zählt heute 15 Gemeinderabbiner und diese Zahl wird nach Besetzung des Rabbinerpostens in der Leopoldstadt auf 16 steigen. In der Sache selbst steht der Präsident in Uebereinstimmung mit dem Kultusvorstande nach wie vor auf dem Standpunkte, daß eine Vermehrung der gegenwärtigen Zahl der Wiener Gemeinderabbiner sowohl im Interesse des Ansehens der Gemeinderabbiner selbst, wie auch im Jntereffe der Kultusgemeinde hintanzuhalten sei. Hingegen hat sich das Turnus-Rabbinat bisher immer auf das Beste bewährt und es liegt kein Grund vor, von diesem Modus abzuweichen. Dieses Turnus-Rabbinat besteht darin, daß zwei Bethausvereine gemeinsam einen Gemeinderabbiner und einen Substituten bestellen, daß turnusmäßig an Samstagen und Feiertagen die Herren in den beiden Bethäusern wechselweise fungieren, Trauungen jedoch nur von dem Gemeinderabbiner geschlossen werden dürfen. Der Substitut, der als Mittelschulprofeffor seine Existenz findet, genießt eine Aufbesserung seiner Bezüge infolge seiner den Gemeinderabbiner substituierenden Tätigkeit. Die Erfüllung des Wunsches des Brigittenauer Tempelvereines, einen eigenen Rabbiner für sich allein zu besitzen, würde den ersten Schritt zur Schaffung eines neuen Gemeinderabbinates bedeuten und würde die Wünsche anderer Bezirke, die nicht zuruckstehen wollen, wachrufen. Wünsche, die dann nicht mehr unberücksichtigt bleiben könnten. Wien. (Auszeichnung.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Großindustriellen kaiserl. Rat Moritz D o c t o r den Adelsstand verliehen. Wien. Am 26. d. M. feiert Herr Heinrich Neufeld mit seiner Gattin Julie das 40jährige Jubiläum ihrer Hochzeit. Herr Neufeld, der seit Jahrzehnten als Präses der Chewra Kadischa und Mitglied des Bethausvorstandes in Fünfhaus sich der Hochachtung allseits erfreut, genießt für sein unermüdliches Wirken für Arme und Kranke alle Wertschätzung. Seine Unternehmungen und Geschäfte, unter denen sich das vormalige Schwender Etablissement, sowie das seit 40 Jahren bestehende Geflügelgeschäft in Schulz's Erben gehörigem Hause, XIV.. Mariahilferstraße 197, befindet, gehören zu den beachtenswertesten des Bezirkes. Seine aus sieben Kindern bestehende Familie, denen 9 Enkel entsproffen sind, bilden den Stolz dieser biederen Jubilare. Freunde rüsteten sich, bei diesem Anlasse der Familie N e u f e l d Beweise der Sympathie zu bieten. Wien. (Trauung.) Montag den 27. Mai 1912, 11 Uhr vormittags, findet im Tempel, VIII., Neudeggergaffe, die Trauung des Fräulein Erna Löwy, Tochter der Frau Mina Löwy, mit Herrn Alfred O r n st e i n, Sohn der Frau Josefine O r n st e i n, statt. Enthüllung einer Gedenktafel. Sonntag, den 19. d. M., fand in den Räumen des Wiener Beth-ha Midrasch die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel für weil. Lektor M. Friedmann statt. Die Räume des Lehrhauses erwiesen sich tatsächlich als zu klein, um alle Erschienenen zu faffen. Man bemerkte in Vertretung des Kultusvorstandes den I. Vizepräses Herrn Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, in Vertretung des Beth-ha Midrasch-Vorstandes die Herren Dr. Markus Spitzer, Dr. Leopold K o h n und Sekretär Fuchs, von der Jsr.-theol. Lehranstalt den Rektor Prof. Dr. A. Schwarz mit den Profefforcn Dr. S. Kraus und Dr. A p t o w i tz e r, die Herren Sekretäre kais. Rat Dr. Lieben und Dr. Adler, ferner Herrn Dr. I. S. B l o ch, Herrn kais. Rat Dr. Krüger, Herrn Univ.-Prof. Dr. Jofef H e r tz i g und Dr. W. Schneeberger, die Herren Rabbiner Dr. Feuchtwan g und Dr. Kaminka, die Herren Amtsleiter Freystadt, Horow i tz und Kraus, die Herren Prof. Dr. Heinrich P o l l a k