Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 19 (10.5.1912)
- Date
- 1912-05-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 19 De. Blochs Wochenschrift Seite SIS scheu ist der blutigste Justizmord, der jemals im Namen Gottes verübt worden ist, und ist ein ewiger Schrei eines Opfers, das im Namen der Religion dem Moloch zugeworfen wurde", sagt Theophilo Braga in seinem Werke O Teatro Portughese. Antonio Iose da Silva ist der eigentliche Schöpfer des portugiesischen Dramas, und genoß bei seinen Zeitgenossen ein so großes Ansehen, daß er noch viel später zum Helden eines in Portugal sehr beliebten Dramas „Antonio Jose" von Domi.ngos Jose Gonca Loes Guimares und eines historischen Romans „O Juden" von Camillo Castel Lobranco wurde. Das Piedestal des Monumentes stellt einen großen brennenden Scheiterhaufen dar, dem der Märtyrer im Gewände der Delinquenten zuschreitet. Darüber das Sinnbild des Lustspieles, und darüber erhebt sich die edle Gestalt des „Juden". Die Enthüllung dieses Monumentes wird mit großen Feierlichkeiten verbunden sein. Ein Vortrag im Palais des Jüdischen Museums in Madrid. Dem Pariser „Temps" wird aus Madrid berichtet: Der Rabbiner der Union Liberale Jsraelite in Paris, Louis Germain Levy, hat im Madrider Atheneum der großen literarischen Gesellschaft von Madrid dieser Tage einen Vortrag über die Universalreligion gehalten. Seit dem Jahre 1492 der letzten Vertreibung der Juden aus Spanien hat in diesem Lande noch kein Rabbiner einen öffentlichen Vortrag über religiöse Fragen gehalten. Tags'darauf hielt Rabbi Lövy im Palais Tifrö, den herrlichsten Palast von Madrid, das bekanntlich demnächst in ein jüdisches Museum, verbunden mit einer Synagoge, umgewandelt werden soll, einen öffentlichen Vortrag über die jüdische Moral. Beide Vorträge fanden bei dem zahlreichen gelehrten Auditorium großen Beifall und entfesselten eine Diskussion, welche beweist, daß man in Madrid heute über diese Fragen bereits ohne jedes Vorurteil zu diskutieren vermag. Die oben erwähnte literarische Gesellschaft hat die Absicht, auch andere europäisch-jüdische Gelehrte zu Vorträgen über jüdische Themata einzuladen. Zum dauernden Andenken an Frau Jda Strauß. I Von allen den zahlreichen Opfern des großen Schiffsunglückes „Titanic" hat wohl das tragische Ende der Frau des gleichfalls ums Leben gekommenen Bankiers und Philanthropen Isidor Strauß die größte Teilnahme wachgerufen. Die gesamte amerikanische Presse widmet noch unausgesetzt dieser Märtyrerin der Gattenliebe tiefempfundene Nachrufe, und alle Blätter wetteifern in der ^Erfindung von Projekten, auf welche Weife das Anidenken dieser großen Frau dauernd geehrt werden solle. -Als Echo dieser allgemeinen Gefühle kann ein Aufruf angesehen werden, der dieser Tage im Newyorker Jüdischen Tageblatt erschien und durch welchen eine Sammlung zu Gunsten einer großen Institution ausschließlich für Juden eingeleilet wurde. In diesem Aufrufe heißt es unter anderem: „Bis jetzt hat Mrs. Strauß ausschließlich ihrer Familie gelebt. Ihre Wohltaten waren groß. Mit dem feinen Instinkt einer gutherzigen jüdischen Tochter half sie stets so. daß niemand wußte, woher die Hilfe kommt. Vor der Welt aber war sie bloß die gute, kluge Mutter, die treue, hingebungsvolle Gattin. Von jetzt an gehört sie der ganzen Welt. — Ein Musterbild weiblicher Treue, Seelengüte und edlen Mutes. Mehr aber als allen andern gehört sie uns, dem jüdischen Volke. Alles, was an Zärtlichkeit, Güte und Schönheit im jüdischen Familienleben vorhanden ist, alle Pflichttreue, Geduld, Liebe und Ergebenheit einer jüdischen Frau wurde verkörpert in dem letzten Atemzug von Mrs. Strauß, als sie dastand, ihren Mann umklammernd, auf dem Weg zur Ewigkeit. Das jüdische Volk soll nun dieses herrliche Andenken verewigen, zur Ehre der jüdischen Frau und jüdischen Familiensinnes." Moskauer Advokaten gegen die Taufbewegung unter ihren Berufskollegen. Eine große Anzahl jüdischer Advokaten in Moskau veröffentlichte dieser Tage einen Protest gegen die unter ihren jüdischen Berufskollegen in letzter Zeit überhandnehmende Taufbewegung. In dem Protest wird den Täuflingen zunächst öffentlich der Vorwurf gemacht, daß sie nicht aus religiösen Ueberzeugungen, sondern bloß aus materiellen Gründen zum Christentum übertreten. Wir kennen — heißt es in dem Proteste — die traurige Lage vieler unserer Kollegen, die an ihrem Jud-entume festhalten, sehr gut. Das hindert uns aber nicht, die schnöde Fahnenflucht als eine unerhörte Schmach und Niedrigkeit anzusehen. Die Verfolgungen, die wir wegen unserer Zugehörigkeit zum Judentums zu erdulden haben, sind uns viel teurer, als die Rechte, welche sie sich um so schmachvollen Preis erwerben. Laßt sie laufen. Wir bleiben auf unserem Platze, treu unserem Glauben und unserem Volke. Wer noch Sinn für Ehre hat, bleibt mit uns. Der bestbekannte Oberrabbiner Herr Dr. Julius Diamant von Vukovar veröffentlichte vor kurzem eine 64 Seiten starke Broschüre in kroatischer Landessprache unter dem Titel »Gedenkschrift gewidmet dem Andenken des Ehrenpräsidenten der Vukovarer israelitischen Kultusgemeinde Victor Baum«. In dieser Gedenkschrift bespricht der gelehrte Verfasser die grossen Schäden der modernen Kultusgemeinden und entwirft ein trauriges, aber vollkommen zutreffendes Bild des modernen, vornehmlich des kroatischen Judentums. Das Buch erregte berechtigtes Aufsehen. Auch nichtjüdische vornehme Kreise lasen es mit Interesse und beglückwünschten den verdienten Verfasser. Er erhielt zahlreiche Anerkennungsschreiben, unter ihnen vom gewesenen Banus Erzellenz Grafen Dr. Theodor Pejacsevich, Vicebanus Levin von Chavrak, Minister Exzellenz Ervin v. Isch, sowie vom Leiter des kroatischen Ministeriums Dr. Carl Unkelhäuser. Se. Heiligkeit der serbische Patriarch Exzellenz Lucian Bogdanovid sandte durch seinen Sekretär Dr. Jrinej Civic folgendes hebräisches Schreiben: 11323.1 J118 103? -11333 1»8 0182 110p’l*7 JH2T 120« 10»!»8 '318 120 '33.1--AS 82 »1*8J? *78 P|D8*1 1811pU2 *781»' *70p'^2'*?3? ♦ 10172 120.1-08 l»lp 8»*1 *7113.1 *n*lX 1»82 ♦1223.1 '318*7 .1*7113.110110 00^ '018 .11X 01.1 13318 .'318*7 01*7113.1 *»lp 01110 D*?»8 '■ '38 .1»3? J3 1*7J?1’ 13*7-03 1»8 03120 '121 12 8X081 1202 '08^p ’38‘D3 1'0.1*7 0'28 010» '»380 0'»38 18X0' l32ip2'D3 ’O-OJ?!*? ♦ *7.1p.l 01?*7 mip2.T08 00*71 *?.!?.! OlpBÖ D'3.12.T08 f,12*?\> 022"p2 '21*7 '2 11082 H202 s2 121 1223.1 '318 ♦*?.lp.l »812 01’.1*7 .1183 (i321p2 Korrespondenzen. Vortragsabend des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus. Am 2. Mai a c. veranstaltete der Verein zur Abwehr des Antisemitismus einen Vortragsabend im Restaurant Guth. an dem Dr. I. S. B l o ch in Fortsetzung seiner 14 Tage vorher in der Generalversammlung der Israelitischen Union geschilderten „Reise-Eindrücke in Amerika" seine Wahrnehmungen und Erhebungen mitteilte. Die zahlreich Erschienenen, welche in gespannter Aufmerksamkeit den hochinteressanten Ausführungen des Vortragenden bis zum Schlüsse lauschten, lohnten demselben seine hingebungs-