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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-04-26 · 17 (26.4.1912) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
17 (26.4.1912)
Date
1912-04-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 289 Nr. 17 Dr. Blochs Wochenschrift An die Freunde des heiligen Landes und seiner Literatur. Jerusalem, April 1912. Im kommenden Sommer werden es 30 Jahre, seitdem Herr A. M. Luncz seine fruchtbare Arbeit auf dem Gebiete der Palästinaliteratur begonnen hat. Herr Luncz gehört zu den wenigen unter unseren Glaubensgenossen, welche sich mit der Erforschung Palästinas, seiner Geschichte und Literatur erfolgreich befassen. Seinem unvergleichlichen Fleiß und seinen umfangreichen Kenntnissen verdanken wir 10 Bände des Jahrbuches „Jeruschalaim“, 17 Hefte des „Palästina- Almanachs“ und die Neuausgabe von 4 Bänden der „Alten Palästina-Literatur“. Ihre Krone sollte diese reiche literarische Arbeit erhalten durch eine Neuausgabe des „Talmud Jeruschalmi“ auf Grund von Handschriften in London und Rom und alten Drucken mit Anmerkungen und Kommentaren. Drei Bände dieser für die talmudische Wissenschaft so wertvollen Ausgabe sind bereits erschienen und haben den Beifall aller Fachgelehrten gefunden. Leider aber mußte das Erscheinen der weiteren Bände eine Unterbrechung erfahren, weil dem Verfasser die nötigen Geldmittel fehlen. In Würdigung der 30 jährigen literarischen Arbeit des verdienten Gelehrten möchte das unterfertigte Komitee an alle Freunde der Palästinaliteratur die Bitte richten, durch die Schaffung eines Fonds die weitere Herausgabe des „Talmud Jeruschalmi“ zu ermöglichen. Indem die Unterzeichneten die Verwaltung eines solchen Fonds und die Ueberwachung der Drucklegung übernehmen, sprechen sie die Hoffnung aus, daß insbesondere durch reichliche Subskriptionen den würdigen Verfasser die Möglichkeit gegeben wird, das begonnene Werk zu vollenden. Das Komitee für die Ausgabe des Talmud Jeruschalmi: Marcus Kakan (Mordechai ben Hilel Hakohen) Dr. Masie Ephraim Cohn David Yellin Dr. Isaac Levy. Adresse: Dr. I. Levy, Dir. der Anglo Palestine Co. Jerusalem. Vermischtes. Die Schneebergkatastrophe. So ist das Leben! Ueber Tage höchster Aufregung, über Gefühle tiefster Teilnahme fluten bald die Wellen des Alltags —und es wird stille. Leider folgen die Katastrophen schnell aufeinander. — Die Berge und das Meer, personifiziert gedacht nach Kurt Laflwitz, zeigen denn uns Menschen, daß fie nur ganz nachsichtig mit uns find, aber in übler Laune uns ersticken, zermalmen und ertränken. — Die Menschen wissen es, und doch zieht es die Jugend, trotzdem sie bange Elternherzen zurückläßt, zu den Bergen Sommer und Winter. Der Sport, der nicht nach Konfession und Beruf des Ausübenden, sondern nur um sein Wollen und Können frägt, wenn sein Zweck richtig erkannt wird, hat unter der Jugend ganz hervorragende Vertreter in allen Sportzweigen, deren Namen in der Sportwelt im günstigsten Rufe stehen. So hat sich unsere Jugend auch mit dem Skisport vertraut gemacht. Hier wechselt das Bild. Das heitere Bild der frischen, mutigen, kühnen Jugend, die sich in der Natur für die Anforderungen des Berufes zerstreut und kräftigt, wird Plötzlich von der Naturgewalt verschüttet und vernichtet. Drei junge Menschenleben find dahin: Fritz Diamant, ein hochbegabter Sohn des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Max Diamant, 22 Jahre alt, Beamter der Niederösterr. Eskompte-Gesellschaft, der in Olmütz der jüdischen Mittelschülerorganisation angchörte; Emil Por, Sohn des Herrn Eduard Por, 26 Jahre alt, Beamter; Otto Pollak, Sohn des Herrn Michael Pollak. 24 Jahre alt, Beamter. Den jungen Menschen, denen der Lebensfaden so jäh durchschnitten wurde, den Familien der Verunglückten, wendete sich die allgemeine Teilnahme zu, die unser Herr Oberrabiner Doktor Güdemann in ergreifender Weise zum Ausdrucke brachte. Se. Majestät unser verehrter Kaiser, hat tiefbewegt die Nachricht von dem Tode aller männlichen Teilnehmer an der unglücklichen Skifahrt entgegeugenommen. — Und die Berge werden weiter bestiegen, Sommer und Winter! Antonie Graf. Wien. (Vortrag.) Ueber Veranlassung des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus findet Donnerstag den 2. Mai 3. c., abends halb 8 Uhr, im großen Saale des Hotel G u t h, II., Stefaniestraße 14, eine Fortsetzung des von Doktor I. S. B l o ch in der „Union" über „Reise-Eindrücke in Amerika" gehaltenen und mit so viel Beifall aufgenommenen Vortrags statt. Gäste willkommen. Wien. Sonntag den 28. April d. I., präzise 3 Uhr nachmittags, findet im Sitzungssaale II., Leopoldsgasse 29, die ordentliche General-Versammlung des israelitischen Synagogen- Vereines „Beth Israel" statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 5. Mai 1912, 2 Uhr nachmittags, findet im Seitenstelten-Tempel die Trauung des Fräulein Selma P i l p e l, Tochter des Herrn Sigmund Pilpel, mit Herrn Martin Bach, Sohn der Frau Henriette Bach, statt. Verein jüdischer Hochschüler „Mensa academica Judaica“. Wien, IX., P.amergasse 31. In der am Samstag den 20. d. M. stattgehabten Konstituierung des Kuratoriums der «Mensa academica Judaica* wurde zum Präsidenten des Kuratoriums Herr Prof. Dr. M. H a j e k, zum Vizepräsidenten Herr k. k. Generalstabsarzt Dr. Jakob Zuckermann, zum Schriftführer Herr Kommerzialrat S. Rosen z w e i g und zu Revisoren die Herren Prof. Dr. Josef Pollak und kais, Rat Siegmund K a u d e r s, gewählt. Dem Kuratorium gehören noch folgende Herren an: Prof. Dr. S. E h r m a n n, kais. Rat F e i t l e r, k. k. Notar Dr. Julius B e r m a n n, Adolf Schramek und k. k. Oberlandesgerichtsrat Dr. Bernhard B a r b e r. Wien. (Jubiläum.) Am 1. Mai d. I. begeht Herr Heinrich Singer, Inkassant des Steueramtes der isr. Kultusgemeinde sein 25 jähriges Dienstjubiläum. Wiön. (P o a l e Z i o n.) Dienstag, den 30. April, halb 8 Uhr abends im Cafe Stefanie, II., Stefaniestraße 2, öffentliche Versammlung. Redner : Gen. B. B o r o ch o w. Thema : Die Bedeutung des 1. Mai. Gäste willkommen. Wien. (Enthüllung einer Gedenktafel für Lector M. Friedmann s. A.) Am lag-boomer, d. i. Sonntag, den 5. Mai, findet in den Räumen des Wiener Bet-Hamidrasch, II., Ferdinandsstraße die feierliche Enthüllung einer dem verblichenen Gelehrten von Freundeshand gestifteten Gedenktafel statt. Dr. Daniel Bachrach. Vom Traucrhause. I.. Rosenbursenstraße 6, aus, fand am 22. d. M. vormittag das Leichenbegängnis des im kräftigsten Mannesalter verblichenen Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Daniel Bachrach statt. Die überaus große Zahl der Leidtragenden, die sich im Trouerhause eingefunden hatten, legte Zeugnis dafür ab, welch hoher Wertschätzung sich der Verblichene in allen Kreisen erfreut hat. Der Sarg, in dem die Leiche ruhte, war in einem Salon des dritten Stockes in einfacher und würdiger Weise aufgebahrt. Prachtvolle Kränze schmückten den Sarg, den die trauernden Familienmitglieder: die Wrtwe, die Kinder, der Bruder, Geh. Justiz- und Regierungsrat Dr. Adolf Bachrach, umstanden. Unter den anwesenden Trauergästen waren zu sehen: Polizeipräsident Ritter v. Brzesowsky mit seinem Stellvertreter Hofrat Freiherrn von Gorup. Herrenhausmitglied Wilhelm Freiherr v. Berger, Ministerialrat Doktor Egon Zweia, der Vizegouverneur des Poslsparkassenamtes Dr. Leth, der Kanzleidirektor des Obersthofuiarschallamtes Hofrct Riter von Seidel, Hofrat Professor Dr. von Lang. Hofrat Dr. Riiter Giannelia von P.iilergos, Hofrat Bardas, Hofrat Dr. von Teltscher, der Präsident der Advokatenkammer Dr. Ritter v. Feistmantel, Oberlandesgerichtsrät Dr. Löwner, die Regierungsräte Dr. Delt, Edmund Goyer. Wilhelm Neumann, Karl Polt, Stuckart, Kamillo Windt und Richard Weinbrenner die Polizeträte Walldorf, Füchsel und Sturminger, die Polizeioberkomniissäre Vorstand des Polrzeiagertenreferates Nickles, Doktor Eichhera und Dr. Drtak, dann der Zentralinspektor der Sicherheitswache Oberpolizeiral Dr. Pamer mit seinem Stellvertreter Polizeirat Rzehak, Oberinspektor Dr. Losig, Bezirksmlpektor Dr. Humpel und Revrerinspektor Schediwy, eine Abordnung der Sicherheitswache, Reichsratsabgeordneter Dr. Ofner, Konsul Dr. v. Degrs, Konsul Reinitz,

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