Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 17 (26.4.1912)
- Date
- 1912-04-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 276 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 17 Es mag sein, daß solche „Ankündigungen" den Interessenten der „Jüdischen Zeitung" wichtiger und nützlicher erscheinen, als Osterbilderbücher; nur sollen die klugen Leutchen bei solchen Gelegenheiten wenigstens nicht — witzig zu sein versuchen! Endlich wird gegen die „Oesterreichische Wochenschrift" die schwere Anklage der „Frrunderlwirtichaft" erhoben, weil sie bei Besprechung der auf der letzten Künstlerausstellung ausgestellten Werke jüdischer Künstler den Maler Isidor Kaufmann „über den grünen Klee gelobt" und den Verfasser des Artikels nicht genannt habe. Isidor Kaufmann wurde von der Jury der 37. Jahresausstellung im Wiener Künstlerhaus mit dem I. Preise und zwar der Großen goldenen-Staatsmedaille für das Oelgemälde „Der Magid" ausgezeichnet. Ein jüdischer Maler erhält die höchste Auszeichnung für das Bild eines polnischen Juden, dafür wird er von einer sogenannten „Jüd. Zeitung" mit einigen Tintenspritzern bedacht. Das überrascht uns durchaus nicht! Allein im Bezug auf die „Freunderlwirtwirtschaft" drängt sich uns unwillkürlich eine kleine Reminiscenz ins Gedächtnis. Am 25. Juni 1911 fand in der Wiener evangelischen Kirche, Dorotheergasse die Trauung eines Marineosstziers mit einer Stieftochter des Herrn Lucian Brunner statt, welch letzterer bei der Familtenfeier im „Hotel Sacher" als Brautvater einen humoristischen Toast hielt, „der bei sämtlichen Ftstteilnehmeru außerordentlichen Beifall und Heiterkeit ausgelöst hat". Ueber dieses freudige Familienereignis in der Wiener Luzionistischen Parteileitung bewahrte die „Jüd. Z ituug" ein vielsagendes Stillschweigen. Wir haben den Biedermännern die Angelegenheit bereits einmal zu Gemüte geführt; sie sind ja sonst hinter jedem Judenmädel her, welches einen christlichen Ehegespons sich erkürt, um mit aller Genauigkeit die Herkunft, die Verwandtschaft und sogar die freundschaftlichen Beziehungen der Betreffenden festzustellen; sie haben sich nie Zurückhaltung auserlegt, intime Familienangelegenheiten vor die Oeffentlichkeit zu zerren. Nur in bezug auf Herrn Lucian Brunner und seine Familie schweigen sie bedeutsam, machten sie eine Ausnahme. Das war „Freunder!- Wirtschaft"!! Herr Lucian Brunner fördert die „Jüdische Zeitung" mit einer ansehnlichen Subvemion, mit seinem Gelde werden ihre „Redakteure" bezahlt; er täte gut, ein wenig zum Rechten zu sehen, sonst kann es geschehen, daß er zu spät zur Erkenntnis gelangt, daß seine unbeholfenen Preßlakaien infolge ganz exz ptioneller Unfähigkeit und Unwissenheit ihn arg kompromittieren. Nicht selten hat das Ungeschick der Dienstleute einem Dieustgeber mancherlei Ungelegenheiten bereitet. Korrespondenzen. Aus der öffentlichen Plenarsitzung des Kultusvorftandes am 21. April 1912. Unter dem Bor sitz des Präsidenten Dr. Alfred Stern. Einlauf: Spenden. Bon Herrn Moritz Edl von Kuffner anläßlich der Wiederkehr des Tod>stages ieines M. Vaters für Arme der Bezirke XVI-XVII . . . K 280.— zum Ankäufe von Mazzoth für Arme . . „ 200.— zur Verteilung an Arme anläßlich der diesjährigen Pefsachfeieitage.„ 200 — K 680.— „ Herrn Robert Eßler für das isr. Spital.. 280.— „ Herrn Schnek u. Kohnberg r anläßlich des Ablebens der Frau Emilie Kohnberger zur Verteilung an rsraelitlfche Arme... -.„ 200.— „ David Wurmfeld für das israelitische Spital . „ 200.— „ Anselm und Amalie Wechsler-Stiftung zur Verteilung an israelitische Arme.. 122 75 „ Herrn Anton Winter anläßlich des Todestages seines Vaters Ignaz Winter für Arme100.— Von Geschwister Baumgarten anläßlich der Aufnahme des Namens ihres sel. Vaters Emanuel Baumgarten in die Ha-karah für das AltersversorgungLhaus.K 50.— für den Frauenverein I.. 50.— K 100 - „ Herrn Emmerich Kauders für ein armes, in der Pflege der Kultusgemeinde befindliches Kind .„ 80 — „ Herrn Dr. Tdeodor Foges namens der Erben der sel. Frau Julie Löbl zur Verteilung au Arme.. 50. - Weilers befinden sich im Einlaufe: Dankschreiben des Kultus- und Unterrichtsministers Dr. v. Hussarek für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seiner Ernennung zum Geheimen Rate. Dankschreiben der Frau Baronin Chart. Königswarter für die ihrem verewigten Gatten, Herrn Moritz Freiherrn v. Königswarter, durch Anbringung seines Bildes im Sitzungssaale der Kultusgemeinde erwiesene Ehrung. Zuschrift des Herrn Ottomar Katz betreffend die Annahme der Berufung in den Bethausvorstand der israel. Kultusgemeinde für den XVI. und XVII. Bezirk. Dankschreiben des Herrn kaiserlichen Rates Leopold v. Sachs für die Glückwünsche des Vorstandes anl. seiner Erhebung in den Adelsstand. Dankschreiben des Herrn Markus Bondi für die Kondolenz des Vorstandes anl. des Hinscheidens seiner Gattin. Dankschreiben des Herrn Julius K o p st e i n für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seines 70. Geburtstages. Dankschreiben des Primarius Prof. Dr. Otto Zuckerkandl für die Beglückwünschung des Vorstandes anläßlich seiner Ernennung zum außerordentlichen Professor. Dankschreiben der weiblichen Adnnnistrations-Be-r amten für die prinzipielle Zuerkennung des Definitivums. Dankschreiben der Frau Netti Vogel für die Aufnahme ihres sei. Gatten, des Herrn kais. Rates Friedrich Vogel, in das Maskirbuch der Versorgungsanstalt der israel. Kultusgemeinde. Verwahrung des Vorstandes des Schönlaternbethausvereines gegen die im Jahresberichte des Vereines „Beth Israel" für das Jahr 1911 enthaltene unhistorische Darstellung des Konfliktes und der seinerzeitigen Spaltung der polnischen und deutschen Fraktion der Wiener Orthodoxen. Der Vorsitzende Dr. Alfred Stern nimmt Gelegenheit, den Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn anläßlich seiner Auszeichnung durch Verleihung der Eisernen Krone III. Klasse im Namen des Kollegiums zu beglückwünschen. (Lebhafter Beifall.) Sodann teilt der Vorsitzende mit, daß laut Zuschrift der Unionbank diese Bank die Kultusgemeinde im Aufträge und für Rechnung der Herren Gebrüder Gutmann mit 3,000,000 Kr. 4 % Rente erkannt habe. Der Präsident erneuert den tiefgefühlten Dank für den hochherzigen Spender, - der den genannten Betrag, wie bereits berichtet, für die Errichtung eines Kinderspitales widmete, und gibt unter lebhafter Zustimmung der Versammlung dem Wunsche auf eine baldige vollständige Genesung des Herrn David Ritter v. Gulmann herzlichen Ausdruck. Der Präsident bringt weiters zur Kenntnis, daß der am 8. April 1912 im Spitale der israelitischen Kultusgemeinde Wien verstorbene Herr Josef Spitzberger die Kultusgemeinde zur Erbin eingesetzt habe, mit dem Aufträge, das Nachlaßvermögen zur Errichtung eines Kinderspitales zu verwenden, und verliest .nachfolgende Bestimmungen des Testamentes: „Bei vollem Bewußtsein und Nach reiflicher Erwägung vermache ich mein gesamtes nach Regelung und Sicherstellung der nachstehenden Legate vorhandenes Vermögen