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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-04-19 · 16 (19.4.1912) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
16 (19.4.1912)
Date
1912-04-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 16 Dr. Blochs Wochenschrift Seite l.63 geschlossen vom aktiven Wahlrechte find: b) diejenigen, welche Vom Tage des Ablaufes des kundgemachten Wahlreklamationstermines (Z 6), diesen Tag mitgerechnet, für das laufende Jahr die Kultussteuer nicht bezahlt haben.) Wien. Am 17. Oktober jedes Jahres gelangen die Zinsen des „Prediger Mannheimer-Vereines" zur Verteilung. Anspruch auf diese Unterstützung haben bedürftige Rabbinen. Prediger und Lehrer in Oesterreich-Ungarn, welche dienstunfähig geworden sind, oder deren unversorgte und vermögenslose Witwen und Waisen. Die Bewerber müfien in einer Gemeinde durch eine Reihe von Jahren das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Die Würdigkeit der Bewerber, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachzuweisen. Unbelegte oder mit Urkunden in fremden Sprachen belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Ungestempelte Gesuche sind längstens bis am 30. Juni jedes Jahres unter der Adresse: „Vorstand des Prediger Mannheimer-Vereines" in Wien, I., Eßlinggasse 7, zu übersenden. Wien. (Leichenbegängnis.) Vorige Woche, Donnerstag, wurde der Archivbeamte der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Sigmund H u s s e r l, zu Grabe getrogen. An dem Leichenbegängnisse hatten außer der Familie und den vielen Freunden des Verstorbenen der Präsident der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Alfred Stern, sowie die Beamtenschaft mit dem ersten Sekretär, kais. Rat Dr. Theodor Lieben, teilgenommen. Die kantoralen Funktionen versah I. Kantor Sebrenik. Rabbiner Dr. Feuchtwang widmete dem Verblichenen einen eindrucksvollen Nachruf, in welchem er Sigmund H u s s e r l sowohl als hingebungsvollen und aufopfernden Gatten und Familienvater, sowie als pflichteifrigen Beamten und guten loyalen Kollegen schilderte. Tiefen Eindruck erweckte der Nachruf, den hierauf Präsident Dr. Alfred Stern dem pflichttreuen Beamten hielt. In lebendigen Farben schilderte Dr. S t e r n den dornenvollen Lebensweg, den Sigmund H u s s e r l hauptsächlich deshalb zu wandeln hatte, weil er Jude war. Schon in seinen jüngeren Jahren mußte er als Leiter einer Fabrik in Rußland an sich erfahren, welche Leiden und Qualen ein Jude inmitten blutrünstigen moskowitischen Judenhasses erdulden muß. Einer jener schrecklichen Pogrome, deren Greuel uns allen bekannt ist, hat seinen Brotherrn brodlos und Sigmund H u s s e r l um seine Existenz gebracht. Als Flüchtling aus Rußland kam H u s s e r l darauf nach Wien und als er dank der Fürsorge Dr. Alfred Sterns als Vizepräsident der „Allianz" beim Magistrat der Stadt Wien eine kärglich besoldete Stelle bekam, bedeutete dies für Husserl, den Juden, eine neue Leidensstation. Trotzdem seine Vorgesetzten über seine Tätigkeit, Fähigkeit und Pflichttreue voll Lobes waren, wurde ihm jedes Fortkommen unmöglich gemacht und er mußte schließlich es noch als einen Gnadenakt ansehen, daß ihm nach vieljähriger Tätigkeit eine auf seine Witwe sich nicht erstreckende lebenslängliche Pension bewilligt wurde. Als er dann in die Dienste der Wiener Kultusgemeinde trat, bewährte er sich auch hier in vollem Maße. Und gerade sein nimmermüder Eifer, sein Bestreben, die übernommene Aufgabe auf das Gewissenhafteste zu lösen, Eigenschaften, die ihm die vollste Anerkennung seiner Vorgesetzten eintrugen, waren nur eine Bekräftigung dessen, was so mancher strebsame, tüchtige jüdische Beamte an seinem eigenen Leibe erfahren mußte, daß auch in unserem Vaterlande und in unserer Stadt der Judenhaß vor der Tüchtigkeit, Fähigkeit und vor dem Fleiße nicht Halt macht. Wien. Der jüdische Handlungsgehilfen-Verband veranstaltet Samstag den 20. d. M., 8 Uhr abends, im Saale „zum goldenen Widder", II., Taborstraße 36 eine öffentliche allgemein zugängliche Versammlung mit der Tagesordnung: 1. Der Boykott der jüdischen Angestellten durch den Ersten Wiener Consum- Verein. 2. Diskussion. Zu dieser Versammlung, die gegen die Zurücksetzung der jüdischen Angestellten energisch Protest erheben soll, werden insbesondere die Mitglieder des Consum-Vereines eingeladen. Wien. (Kranken- und Unterstützungsverein der Lemberger in Wien, II., Taborstraße 12, Hotel Stefanie.) Der Kranken- und Unterstützungsverein der Lemberger in Wien hielt Donnerstag den 28. März im Hotel G u t h, seine I. ordentliche General Versammlung ob. Es wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt Ignaz Platz, Obmann, Sigmund Ratz, Obmannstellvertreter, Isidor Blatt, Obmannstellvertreter, Samuel Priefer, Schriftführer, Josef Scher, Schriftführer-Stellvertreter, David Ka s s e r n, Kaffier, Sigmund Ti mau. Kassier-Stellvertreter, Carl Ehrenpreis, Manuel Mieses, Kontrollore, David Korkes, Adolf Klasse, Mox Krumm, Moses S o b e l, Moses Z e l l n i k. Leo P a c i ck. Wien. (Allg. jüd. Arbeiter-Verein „P aale Zion*.) Sonntag den 21. d. M. findet ein Ausflug nach Neuwaldegg, Sofienatpe und Knödelhütte statt. Abmarsch pünktlich um Y32 Uhr nachmittags vom Cafe Stefanie, II, Stefaniestraße 2. G ä st e w i l l k o m m e n. Wien. Die Jubelfeier zu Ehren des Religionslehrers Ignaz Löw gestaltete sich zu einem wahren Gemeindefeste. Am letzten Pessach tage wurde der Jubilar gelegentlich dcs Mussaf-Gebetes zur Thora gerufen, wobei Religionsprofessor und Rabbiner Dr. Rofenfeld in einer sinnreichen und stilvollendeten Rede die Verdienste des alten Lehrers hervorhob. Sodann sprach der Erste Kantor Rosenberg einen von ihm für dieses Fest verfaßten Mischeberach. Nach dem Gottesdienste hielt der Bethausvorstand eine Festsitzung ab, in der zuerst der Obmann des Bethausvorstandes Herr Dr. Jakob König das Wort ergriff und das Wirken des Jubilars in der Gemeinde schilderte. Er übermittelte den Dank und Glückwunsch der Gemeindemitglieder. In .ähnlichem Sinne sprach auch im Namen des Kultusvorstandes das Vorstandsmitglied Herr Emanuel Grünwald. Zahlreiche persönliche und schriftliche Gratulationen, sowie Gescher te zeigen von der allgemeinen Beliebtheit des Jubilars. Genannt seien nur: Kais. Rat Dr. Lieben, Rabb. Dr. Rofenfeld (auch für den österr. Religionslehrerbund), die Kantoren Rosenberg und Eibenschütz, Herr M. Glogan, eine Abordnung ehemaliger Schüler: die Herren Ad. Reiniger, H. Blatt, A. Landstein und S. Eßler. die im Namen der Schüler 1878-1912 gratulierten und ein wertvolles Geschenk überreichten; diese gratulierten persönlich. Auf schriftlichem und telegraphischem Wege langten Glückwünsche ein: Dr. Alfred Stern, Präs, der isr. Kultusgemeinde, für den Kultusvorstand; Rabb. Dr. Rosenmann, Sekretär Dr.Adler.Schulinspektor I. Braun, Sekr. Dr. L. Stern, Sekr.-Stellv. Em. Engel. Hauptkasiier Peterselka. Offizial Weiß, die Kantoren Bauer, Löwy (M.-Ostrau) ferner Dr. Schlesinger, Dr. Löwy seu. und .suu. Dozent Dr. R. Schwarz. Bethausvorstandsmilglied Herrr M. Schwarz Bürgerschullehrer Polifka. Lehrer Ehrenfest und Stern, Dr. Finkler, Isr. Frauenverein Wien XXI., u. v. A. Luolrltto aas dom Judentum Vom 7. April bis inkl. 13. April 1912. Ehrenstein Gustav Adolf, Bankbeamter, geb. 21. November 1878 VII., Zeismannsbrunngasse 1. Fischer Wladimir, Privatbeamter, 20. März 1884, Radoresnic, IX., Herminengasse 2 Fried! Richard, Hilfsarbeiter, geb. 9. Jänner 1881, Fischamend, IX., Klusiusgasse 12. Füchsel Bertha, Privatbeamtin, geb. 23. Jänner 1888, Wien, IX., Gießengasse 4. Fiichsel Pauiine, Kontoristin, geb. 15. September 1891, Wien, IX., Gießengasse 4. Heriiczka Albert, geb. 24. März 1888, Wien, III., Thongasse 11. Hradet2ky Bertha, geb. 24. Juni 1889, Wien, XVI., Ottakringerstr. 189. Kaiser Sigmund, Privatbeamter, geb. 14. September 1875, IX., Hahngasse 6. Krämer Lotti, Private, 10. August 1858, Diovretz, XVIII., Paulinengasse 7. Schwarz Philipp, Kaufmann, geb. 13. Jänner 1884, Wien, VII., Schottenfeldgasse 53. Steinsberg Witolda, Kontoristin, 15. Jänner 1881, Ostrog, Rußland, IX., Löblichgasse 8. Tauber Dr. Siegfried, Arzt, 23. März 1881, Wien, XX., Klosterneuburg erstrasse 1. Woiff geb. Koreff Therese, Krankenpflegerin, 30. Oktober 1871, Wien, IX., Berggasse 7. Zelenka Anna, Schuhstepperin, II., Wolfgang Schmälzlgasse 16. Ein Jude als Direktor der königlich ungarischen meteorologischen Anstalt in Budapest. Dieser Tage wurde Dr. Sigmund Rvna, Vizedirektor der kön. ung. meteorologischen Anstalt in Budapest, von Seiner Majestät zum Direktor dieser Anstalt ernannt. Dr. Rvna in Turdosoni (Komitat Arva, Ungarn) gebürtig, stammt von einer frommen, in bescheidenen Verhältnissen lebenden jüdischen Familie. Er studierte Philosophie, widmete sich dem mathematischen und physischen Fache und erhielt sodann das Diplom als Professor in diesem Fache. Indem unter den damaligen Verhältnissen einem Juden eine Profeffur zu erlangen unmöglich war, mußte er sich mit einer Adjunktenstelle in der Anstalt begnügen, wo er sich derart ausbildete, daß er bereits nach fünfjähriger

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