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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-04-12 · 15 (12.4.1912) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
15 (12.4.1912)
Date
1912-04-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 15 Dr. Bkochr WochenschM Seite 243 Ehrenbankett statt. An dem Bankett haben die hervorragendsten Politiker Amerikas teilgenommen, und das Wort ergriffen. Unter den Festrednern befanden sich der Richter Rosalsky, der gewesene Minister Oskar S. Straus, Eduard Lauterbach, der gewesene Staatssekretär des Staates Newyork, Sam. S. König, Polizeikommissär Waldau u. a. m. Sämtliche Rednerfeierten Kongretzlman Sulzer und gaben unter grobem Jubel der zahlreichen distinguierten Festteilnehmer der Zuversicht Ausdruck, daß die amerikanische Regierung, der Stimmung des amerikanischen Volkes Rechnung tragend, in diesem Kampfe, den Rußland Amerika aufgezwungen hat, nicht zurückweichen werde, selbst wenn er, was übrigens ausgeschlossen sei, von seiten Amerikas Opfer erheischen sollte. Kongretzman Sulzer sagte unter anderem, datz das wirtschaftliche Leben eines Volkes nur in dem Matze gedeihen könne, indem es die Rechte und das Ansehen seiner Bürger ohne Unterschied des Standes und der Konfession bis in die äußersten Konsequenzen zu schützen versteht. Das Bankett nahm eine dramatische Wendung, als Jakob H. Schiff, der gleichfalls anwesend war, von den Ehrengästen akklamiert wurde und das Wort ergriff. Mit einer Anspielung auf die gegen die Familienehre des großen Philanthropen und Politikers in letzterer Zeit gerichteten verleumderischen Angriffe ries Jakob H. Schiff aus, während sich sämtliche Gäste von ihren Sitzen erhoben: Nahezu ein halbes Jahrhundert lebe ich in dieser Stadt, führte, wie ich wohl behaupten darf, das Leben eines guten Bürgers. Hahe mich bemüht, an der Verbesserung des Schicksals meiner Mitmenschen mitzuarbeiten, und jetzt am Abend meines Lebens mutz ich einen so niederträchtigen infamen Angriff auf die Ehre und den guten Namen meiner Familie erdulden. Wehe der Gemeinschaft, in welcher solche Dinge möglich sind. Wehe der Gemeinschaft, in welcher ein niedriger Zeitungsherausgeber und ein noch niedrigerer Journalist sich vereinigen können, um den guten Ruf eines Mannes und einer tugendhaften Frau zu morden. Wehe, sage ich, einer Gemeinschaft, die gegen solche Auswüchse sich nicht erhebt und die Verleumder und gefährlichsten Missetäter der Gesellschaft nicht in das verdiente Dunkel zurückschleudert, auf daß sie nicht mehr in die Lage kommen. das scheutzlichste zu begehen, was ein Mensch begehen kann, die Ehre seines Nächsten ohne Grund anzugreifen." Die Festteilnehmer applaudierten Schiff minutenlange und alles beeilte sich, dem gekränkten Manne die Hand zu schütteln. Die Rede, die allen überraschend kam, hat auf sämtliche Anwesende den nachhaltigsten Eindruck gemacht und wird seit jenem Abend in der amerikanischen Presse ununterbrochen kommentiert. Die gesunkenen Schiffe des Königs Salomo. In Djibutti, einer französischen Kolonie am Roten Meere, wurden, wie aus Paris gemeldet wird, zahlreiche sehr alte jüdische Münzen zutage gefördert. Die archäologische Gesellschaft in Frankreich, welche die Münzen genau untersuchte, gibt in ihrem Berichte hierüber der Meinung Ausdruck, datz an der Fundstelle einst die biblische Städte Ezzion-Geber gestanden hat, wo bekanntlich die Schiffe des Königs Salomo, welche nach der Bibel nach Ophir gesandt wurden, um dort Gold zu holen, gesunken sind. Die Beteiligung der Juden am Kreischen Welthandel im Altertum. (Fortsetzung) Das Stammwort nn bedeutet Küstenland (Pf. 107, 30, Gesenius; das Targum übersetzt dv? niKiaa auch mit tfö* »nno) und bezeichnet der babylonische Talmud, nie aus den hierauf bezüglichen Stellen ersichtlich ist. damit den nördlichen Teil Vorderasiens an den Küsten des Schwarzen und Kaspischen Meeres. In Genesis 10, 30, heißt es nao im selben Sinne und werden für diese Gegend in der talmudischen Literatur noch andere Benennungen gleicher Bedeutung, wie snna 2) und 3) gebraucht. Auch findet man in der externen Literatur bei den Alten für diese Gegend und ihre Bewohner Namen ähnlichen Sinnes (siehe 0 II, 1 und 2). Daß die Talmudisten mit w;n »2 die oberwähnte Gegend meinten, geht aus. dem Gespräche Mar Samuels aus Nebardea in Thaanith 21 d hervor, wo die »»r,n "2 als am äußersten Ende desselben, babylonischen, resp. mittelasiatischen Kontinents wohnend geschildert werden. (*n2j?a rr2'^i ♦♦♦prra rr.i). Aus Bab. Kam. 122d ist ersichtlich, daß ein steter Karawanenverkehr zwischen den Handelsemporien von 'Knrr '2 mit Südbabylonien stattfand. Die Zeitdauer, in der diese Route von einer solchen Handelskarawaue, welche unterwegs gewiß auch öfters Stationen machte, zurückgelegt wurde, wird allgemein mit 6 Monaten angenommen (Bab. Kam. 112 b). Diese Dauer erscheint angesichts des meist gebirgigen Terrains dieser langen, vom äußersten Norden am Schwarzen Meere bis zum äußersten Süden Westasiens am Sinus Persicus laufenden Strecke und des langsamen Fortkommens eines schwerfälligen Karawanenzuges sicherlich angemessen. Aus einer anderen Stelle entnimmt man, daß von dort Maulesel (biui aun) und Maultiere (muli, nach Südbabylonien importiert wurden- Plinius (VIII, 63) berichtet denn auch ausdrücklich, daß solche in Pontus und Umgebung besonders vorzüglich gedeihen und für Gebirgsreisen benützt werden, mit welchen Angaben auch die des Talmuds übereinstimmen, denen zufolge die Maultiere und Esel dieser Gegend 0x21*? rrian) sich hervorragend zum Bergsteigen eignen. In Eurub. 56 a werden insbesondere die von Neoris 4), Jberia (Plin. 2) Dieses . Wort wird oft im Talmund für diese nördlichen Küsienländergebiete gebraucht, wie z. B. aaD^'n «nna (Bab. Mez. 73 b, Bab. Bathr. 98, so ist die richtige Lesart bei Tossafoth und Alfassi), d. h. hier das Hafengebiet von Phasis, in späterer Zeit Pot oder wie heute noch Poti genannt. Die Südbabylonier nennen den Cybelekultus gewöhnlich 'rriQVN (s. 0. II., 3), daher legten sie auch der Stadt Phasis, wo im Altertum ein berühmter Tempel dieser Göttin stand, den Namen o'aßoXog bei. In Jerus. Bic. III hingegen heißt Phasis Kpna wie in Zend Avesta Pueteke (Kl. II, 323). Ebenso wirdsnns (io ist die richtige Lesart in der Baseler Handschrift des Talmud) Chulin 95 rc. erwähnt, d. i. das Hafengebiet der Massageten (pn Gen. 10, 7 wird von Pseudojonathan mit pv Massagetae wiedergegeben) Desgleichen heißt rav anr, Gold von Phasis in den späteren Schriften der Bibel auch e-vb eht und überliefert gleichermaßen die Mischna (Joma 34 b III, 4) den Namen einer Abteilung des Tempels in Jerusalem nnärr rra, der gewiß wegen der alten Freundschaft mit den Parthern den Namen ihres Landes beigelegt wurde, weiches Wort im Talmund richtig mit aro'aarr, Magier, erklärt wird. 3) Das Wort ^>eik kommt in der Bibel in der Bedeutung „wasserreiche Gegend", „Küstenland" vor und wird vom Talmud auf diese Gegend angewendet, wie z. B. Erub. pba'K1? “[brrcr k-te ntvsn (s. w. u.); deshalb nennt der Talmud R. Eleasar ben Jehuda Kirra L"8 aus Jberia (s. w. u.) in Chulim 55 b auch p^Eitf w'rr. Die talmudischen Quellen geben teilweise D-ra1?# (?. w. u.) auch mit wieder. Zwar heißt der Nußbaum Nux Abellina (Plin. XV, 24, 3); aber Plinms selbst erklärt, wie öfters seine Quellen mißverstehend, daß der Nußbaum von seinem Vaterlande Pontns diesen Namen habe. Mit diesem Produkt hat wie bei vielen anderen vom Pontus herstammenden Artikeln sein hebr. Namen im Occident Eingang gefunden. Wenn es im Vaj. Rab. e 17 heißt: siynp -ara iKr* ...cnpm UEv ‘nan'i inai 8"EL bnaab iket pbaiKn *?e aabm wird damit gesagt, daß der Zug von Caranitis (an der Grenze Astianenes und PhasianeneS. also des bibl. Uz, vergl. Demai II, srw N'EE B-np ras-; dieser Grenzort wird schon im Talmud wie Phasiane, arm. Basean siw ri-E und s L'E als Ausland betrachtet) ausgehend bis zum Kastell des Laerulsus lacus, indem er das ganze Küstenlandgebiet passierte, was auch der geographischen Lage ganz entspricht. Wir halten uns hiebei auf, um daraus später Konsequenzen zu ziehen. 4) Wörtlich heißt es snrt naa />e; dies kann wie in Chulin 127 a ttnn na 'E nur der Ort am Passe außerhalb Neoris bedeuten, wie auch in Joma 81 d «nn ’Tia mwa (er heißt auch ^na nwa)

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