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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-03-29 · 13 (29.3.1912) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
13 (29.3.1912)
Date
1912-03-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 216 Dr. Blochs WvchMschrfft Nr. 13 Jakob Löwmger, der seit Bestand des Vereines durch seinen unermüdlichen E.fer sich um den Verein große Verdienste ermorden, protokollarisch der Dank ausgesprochen werde. Beide Anträge wurden mit Akklamation entgegengenommen. Hierauf wurde zur Neuwahl des Präsidiums geschritten. Gewählt wurden: Präses: Gustav Schlesinger, Vizepräses: Heinrich Müller. Bibliothekar und Kassier: Jakob Löwiuaer, Kontrollor: A. Frankel, Schriftführer: Adolf Breuer sen. 8 K. Neuhaus i. B. Am -23. März d. I feierte der Kultusvorsteher der hiesigen israel. Gemeinde Herr Fabrikant Sigmund Singer mit seiner Gattin Mathilde geb. Adler das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlässe beschloß der Gemeindeausschuß die Abhaltung eines Fest-Gottesdienstes. Vor demselben begab sich eine Deputation des Vorstandes mit dem Herrn Kultusvorsteher-Stellvertreter kais. Rat Ed. Herrmaun, Rabbiner Utitz und Kantor Fürnberg in die Wohnung des Herrn Kultusvorstehers und überbrachten die Glückwünsche der Gemeinde und Funktionäre. Eine Deputation des israel. Frauenvereines, deffen Präsidentin Frau Siuger seit Jahren ist, überreichte derselben ein sinniges Ehrengeschenk. Nach einem vom Kantor Fürnberg stimmungsvoll vorgetragenen Mischeberach sang der Tempelchor ein Festlied, worauf Se. Ehrwürden Rabbiner Utitz in einer tiefempfundenen Ansprache die hohen Verdienste des Jubelpaares würdigte und ihren echt jüdischen Wohltätigkeitssinn als mustergiltig pries. Das Silberpaar spendete namhafte Beträge für die Armen. Millionenlegate eines englischen Aristokraten. Aus London wird uns berichtet: Der im Vormonat verstorbene Lord Wandsworth, ein Angehöriger der Bankiersfamilie Stern, hat von seinem zirka 38 Millionen Kronen betragenden Vermögen 26 Millionen zur Gründung eines Waisenhauses vermacht, ferner 24.030 K. für medizinische Forschungen und 500.000 K für Hospitäler. Malmö. Bei der am 23. d. M. abgehaltenen Generalversammlung des Friedensvereines in Malmö wurde Rabbiner Dr. Josef W o h l st e i n zum Vorsitzenden gewählt. Rührt die Zimbel, schlagt die Saiten, Laßt den Hall es tragen weit; Groß der Herr zu allen Zeiten, Heute groß vor aller Zeit. Chor: Groß der Herr zu allen Zeiten, Heute groß vor aller Zeit. Alts Egypten, vor dem Volke, Wie der Hirt den Stab zur Hut, Zogst du her, dein Stab die Wolke, Und dein Arnt des Feuers Glut! Chor: Zieh, ein Hirt vor deinem Volke, Stark dein Arm, dein Auge Glut. Und das Meer hört beiitc Stimme, Tut sich auf dem Zug, wird Land. Scheu des Meeres Ungetüme Schaun durch die kristallne Wand. Chor: Wir vertrauten deiner Stimme, Traten froh ins neue Land. Mne Klostergrschichte. Sie war fces Religionslehrers Tochter und Hoffart erfüllte ihr Herz. Wenn sie abends mit der Schwester den Ringplatz des kleinen Städtchens umkreiste, sah sie stolz und verächtlich auf die anderen Judenmädchen herab, deren Väter „nur" Lastträger, kleine Händler, oder Fuhrleute waren. Es gab in dem armseligen Städtel freilich auch drei oder vier wohlhabende jüdische Familien, deren Töchter wieder aus Rochme von oben herabsahen. Es ist im Osten genau so wie im Westen. Die Armut wird durch Bildung geadelt, aber Reichtum macht die Bildung entbehrlich. So mied denn Rochme jeden Verkehr mit ihren jüdischen Altersgenossinnen und hielt sich an die Christenmädchen, mit denen sie in die öffentliche Volksschule gegangen war. Denn unter den chassidischen Juden Galiziens besteht ein merkwürdiger Dualismus in der Erziehung der Kinder. Während die Knaben nur den „Eheder" besuchen dürfen und von jeder Berührung mit „talscher" Bildung ängstlich ferngehalten werden, schickt man die Mädchen ohne jeden Skrupel in die allgemeinen Volksschulen, ja selbst in Lyzeen und Handelsschulen, und die Reicheren tun sich nicht wenig darauf zugute, wenn ihre Töchter genau fo> wie die Großstadtpflänzchen des Westens französisch schnattern und Klavier klimpern. So kam es also, daß Rochme sich bei dem allabendlichen „Korso" fast ausschließlich in christlicher Gesellschaft bewegte. Sie zählte sievzehn Jahre, und ihre blonde, üppige Schönheit lieh sie reifer und älter erscheinen als ihre gleichaltrige Umgebung. Kein Wunder, daß die jungen Männer, die sich aus dem Spaziergange dem Mädchenschwarm anschlossen, sie vor allen anderen Tot der Lenker, tot das Gespann. Tauchst du auf Pharao? Hinab, hinunter, Hinunter in den Abgrund Schwarz wie deine Brust. Und das Meer hat nun vollzogen Laut rollen seine Wogen: Nimmer gibt es, was er barg? Frevlergrab zugleich und Sarg. — Drum mit Zimbel und mit Saiten Laßt den Hall cs tragen weit. Groß der Herr zu allen Zeiten, Heute groß vor aller Zeit. Chor: Groß der Herr zu allen Zeiten, Heute groß vor aller Zeit. Friedrich Grillparzer. auszeichneten. Es waren junge Gerichtsbeamte, Volksschullehrer und Beamte der Salinen, die nach des Tages Mühen in einem kleinen Flirt Erholung suchten. Und die Hoffart schwoll in dem Herzen der Reli- 'gionslehrerstochter. Seit der Gerichtsschreiber Julian Czaykowski, ein hübscher, schlankgewachsener Jüngling mit dunkelbraunem, englisch! geschnittenen Schnurrbärtchen, ihr sein besonderes Gefallen bekundete, ihr täglich eine Blume — bald eine Nelke, bald eine Rose — brachte und ihr zärtliche Worte ins Ohr flüsterte, wie sie in diesem Städtel noch nie das Ohr eines Judenmädchens aus Christenmunde vernommen, ging nicht nur äußerlich mit Rochme eine Umwandlung vor, höher denn je trug sie ihr Haupt und verächtlicher denn je zuckten ihre Lippen gegenüber den anderen Judenmädchen. Zugleich wurde ihr Wesen hastend und fähig.. Daheim in dem engen, verfallenen Häuschen saß sie oft still und in sich gekehrt, ym dann plötzlich ganz unvermittelt in Tränen auszubrechen oder gar Eltern und Geschwister heftig anzufahren. Ällen Fragen und Vorstellungen setzte sie beharrliches Stillschweigen entgegen. Aber einer ihrer christlichen Freundinnen hatte sie es vertraut, daß sie dies Leben der Niedrigkeit und Dürftigkeit satt habe, daß sie schön genug sei, um auch etwas in der Welt zu gelten, und daß sie Durchaus nicht willens sei, ihr schönes, blondes Haar zu opfern, um in der Lehmhütte eines armen und mißachteten jüdischen Gatten zu versauern. Eines Abends kehrte Rochme vom gewohnten Spaziergange nicht ins Elternhaus zurück. Man suchte und suchte die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag, ohne sie zu finden. Man erfuhr nur, daß sie mit Julian Czaykowski vom Ringplatze in eine der Seitengassen ge- Feuilleton. Mirjam» Kiegesgesang. Kantate (1838) Doch der Horizont verdunkelt, Roß und Reiter löst sich los, Hörner lärmen, Eisen funkeln: -Es ist Pharao und sein Troß. Chor: Heer, von der Gefahr umdunkelt, Hilflos wir, dort Mann und Roß. Und die Feinde mordentglommen, Drängen nach dem sichern Pfad; Jetzt und jetzt — da horch, welch Sättseln, Wehen, Murmeln, Dröhnen — Sturm! 's ist der Herr in feinein Grinrme, Einstürzt rings der Wasserturm. Mann und Pferd, Roß und Reiter Eingewickelt, umsponnen Von: Netze der Gefahr, Zerbrochen die Speichen ihrer Wagen.

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