Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 11 (15.3.1912)
- Date
- 1912-03-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 180 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 11 heute sind über 400 solcher Biographien zusammengetragen und gedenke ich dieselben im Laufe dieses Jahres in einer derart volkstümlichen Form .zu veröffentlichen, daß auch den ärmsten Interessenten die Anschaffung dieses Büchleins möglich sein wird (etwa 1 K bis 1 K 50 h per Exemplar). Der Mangel eines solchen Nachschlagewerkes hat sich schon lange fühlbar gemacht und haben sich bedeutende Männer durch Veröffentlichung ähnlicher Sammelwerke sehr verdient gemacht. Leider fehlt diesen Werken die Popularität. Sie konnten den Zweck nicht erfüllen, durch richtige Auswahl der Biographien bedeutendster Juden, sowie durch billigen Anschaffungspreis in die breiten Massen der jüdischen Bevölkerung zu dringen. Es sind meist Werke, die entweder zu umfangreich, zu luxuriös ausgestattet, daher zu teuer sind, oder nur eine gewisse Gruppe (Aerzte, Philosophen. Babbinen, Militärs etc.) enthalten. Durch diese meine Sammlung soll dieser Einseitigkeit abgeholfen werden. Da ich aber gegenwärtig weitab von jedem Kulturzentrum wohne und mir kein so reiches Quellmaterial zur Verfügung steht, als zur Bearbeitung einer solchen Sammlung nötig ist, trete ich hiit der höflichen Bitte an alle Kulturfreunde heran, mir durch leihweise Ueberlassung von Geschichtswerken (mit Ausnahme von Ewald, Jost, Grätz)', alten und neuen Zeitschriften, Familiendokumenten usw., welche dem Unternehmen nützlich sein könnten, die endliche Redaktion der Sammlung möglich zu machen. Ebenso wäre ich für etwaige Winke im Interesse dieser doch recht guten Sache sehr dankbar. Die sehr geehrte Redaktion, sowie all die geehrten Einsender werden in der Einleitung meines Sammelwerkes dankende Erwähnung finden. Indem ich mich der angenehmen Hoffnung hingebe, daß meine Bitte allgemeine Berücksichtigung finden wird, umsomehr, als ich durch diese Arbeit absolut keine materiellen Vorteile zu beanspruchen gedenke und mir die Notwendigkeit eines solchen Werkes seitens berühmter Autoren bestätigt wurde, zeichne ich mit herzlichem Dank ganz ergebenst 8. Wininger, Sereth (Bukowina). Einsames Land. Erzählungen und Stimmungsbilder von Doktor Wilhelm Münz mit dem Bildnis des Verfassers. Zweite durch neue Skizzen vermehrte Auflage. Frankfurt a. M. Verlag von J. Kauffmann. 1911. Schreiber dieser Zeilen hat der ersten Auflage der Münzsclien Erzählungen und Stimmungsbilder das Geleitwort in diesen Blättern gewidmet und es gereicht ihm zur Ehre und zum Vergnügen, auch der zweiten Auflage diesen Liebesdienst erweisen zu können. Die zweite Auflage jüdischer Erzählungen! Gibt es eine bessere Empfehlung! Der rührige Verlag Kauffmann mag ja nicht wenig dazu beigetragen haben, mehr aber noch der feinsinnige Dichter Münz. Und ein Dichter und tiefer Denker ist der Verfasser von „Einsames Land“. Wie tief empfunden sind doch die Erzählungen „Das Seelenlämpchen“ und „Heilige Trauer“. „Weben und Träumen in der Laubhütte“ lautet die Ueberschrift eines herrlichen Stimmungsbildes. Unter den neuen Skizzen ragt besonders eine hervor: „Wundersame Geschichte eines verlassenen Gotteshauses“. Diese stützt sich auf den Ausspruch der Weisen: „Die Gemeinde Israels gleichet der Taube“. Rührend ist die Erzählung des verlassenen Gotteshauses. Wenn „Einsames Land“ nur diese eine Skizze enthalten würde, so wäre damit allein schon der dauernde Wert desselben gesichert; doch es bietet viel mehr. Jung und Alt werden es mit Vergnügen lesen und immer wieder lesen. Auch die Ausstattung des Buches ist sehr vornehm, der Druck schön und es eignet sich besonders für Geschenkszwecke. „Einsames Land“ wird seinen Leserkreis finden. „Das freie Wort“. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl Saenger. Herausgegeben von Max Henning. XL Jahrgang, Nr. 24. Zweites Märzheft 1912. Inhalt: Republikanische Strömungen. — Heinz Potthoff: Der Weg zu demokratischer Macht. — H. Treu: Der Jammer der österreichischen Lehrerbildung. — L. C a e t a n i, Fürsten von Teano: Kirchenjoch und freies Volkstum. — A. L.: Im Spiel der Millionen. — Noch einmal „Weltanschauung und Freiheit“. — Alfred Graf: Gymnasium und Antike. — Ingenieur Alfred Fröhlich: Dilettanten. — Kleine Mitteilungen. — Inhaltsverzeichnis des XI. Jahrganges. — Neuer Frankfurter Verlag, G. m. b. H„ Frankfurt am Main. Anna Salzberger. Gedichte religiösen Inhalts. Verlag von J. Kauffmann, Frankfurt am Main. Briefkasten. C. F Wir danken für die Einsendung. In der „Münchener Jugend" erzählte der Schriftsteller Roda-Roda die Geschichte in folgender Form: E» war eine erhebende Feier— Dr. Walter (Isidor) Mündels Taufe. Der Pfarrer hielt eine wunderschöne Rede — Matth. 2«, 61; „Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und wieder aufbauen." Man gratulierte dem Neopbyien, und die Frau Gräfi i sagte: nun sei die Vergangenheit ausgelöscht, ein neues Leben fange an im Schoß der Kirche. Alle gingen gerührt. Da fragte der Pfarrer den Meßner: „Hat Dir der Jud auch Trinkgeld gegeben?" Stud. K. L. Lehrstühle für judaistische und talmudische Wissenschaften find, wie die „N. I. K." bereits berichtet hat, neuerdings auch in Budapest und Leipzig an den dortigen Universitäten geschaffen worden. Nun hat der Bonner Orientalisteneerein in seiner Sitzung vom 29. Februar d. I. beschlossen, eine Petition um Errichtung eines Lehrstuhles für talmudische Wissenschaft innerhalb der philosophischen Fakultät der Bonner Universität an das preußische Ministerium der geistlichen Angelegenheiten zu richten. N. T. Für Exzellenz G e ß m a n n ist Dr. Wilhelm K n ö p fmacher zum Kurator bestellt worden. Als der verflossene antisemitische Abgeordnete des deutschen Reichtages A h l w a r d t nach Amerika kam, fühlte er sich in New-Uork wegen seiner politischen Stellung von den Juden bedroht und bat um polizeilichen Schutz. Der damalige Bürgermeister von New-Iork, Theodor R o o s e v e l t, gab ihm eine polizeiliche Wache, beziehend aus fünf jüdischen Polizisten. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. „Hotel Stefanie" II., Taborstratze 12. Freitag den 15., Samstag den 16., Sonntag den 17. und Montag den IS März „Ben H ad or", Operette von Prof. Horowitz. Sonntag den 17. März, Nachmittag Uhr, „E s r a", Operette von I. Lateiner. Dienstag den 19. März Benefize des Frl. Elise Weintraub: „Kreuzer Sonate" von I. Gordin. Mittwoch den 20. März „M ei n W e i b's F r e u n d" von I. Lateiner. Donnerstag den 21. März „Dus Tojrale", Operette von Tomaschewsky. _ Union-Bank. Die zweiundvierzigste ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Union-Bank findet Donnerstag, den 28. März 1912, um 11 Uhr vormittags, im Anstaltsgebäude, I., Renngasse Nr. 1, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Verwaltungsrates und Vorlage des Bilanzabschlusses pro 1911. 2. Bericht des Revisionsausschusses und Beschlußfassung hierüber. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Antrag des Verwaltungsrates auf Abänderung der Paragraphen 2, 7 und 34 der Statuten. 5. Wahlen in den Verwaltungsrat. 6. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1912. — :Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, wollen ihre Aktien in Gemäßheit des § 27*) der Statuten spätestens am 20. März d. J. deponieren, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Union-Bank, in Triest bei der Filiale der Union-Bank, in Lemberg bei der Union-Bank, Filiale Lemberg, in Berlin bei dem A. Schaaffhausenschen Bankverein oder bei der Dresdner Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effekten- und WechseDBank oder bei der Dresdener Bank in Frankfurt a. M., in München bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank, Filiale München, in Nürnberg bei der Dresdner Bank, Filiale Nürnberg, in Genf, St. Gallen und Zürich bei dem Schweizerischen Bankverein oder bei der Eidgenössischen Bank (A.-G.), in Basel bei den letztgenannten Instituten oder bei der Aktiengesellschaft von Speyr u. Co. — Die Aktien sind unter Anschluß von Konsignationen zu erlegen, welche vom Einreicher eigenhändig zu unterzeichnen und für Wien in zwei Exemplaren, für die andern Erlagsstellen in drei Exemplaren auszufertigen sind. — Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück; nach abgehaltener Generalversammlung werden die Aktien gegen Rückstellung dieser Konsignationen ausgefolgt. — Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines andern stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden (§ 28 der Statuten). Wien, 11. März 1912. Union-Bank. *) § 27 der Statuten lautet: Der Besitz von je 20 Aktien gibt das Recht auf eine Stimme in der Generalversammlung. — Zur Ausübung des Stimmrechtes ist erforderlich, daß die Aktien längstens 8 Tage vor dem Zusammentritt der statutenmäßig berufenen Generalversammlung in die Gesellschaftskasse oder an einem andern vom Verwaltungsrate zu bestimmenden Ort hinterlegt werden.