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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-03-15 · 11 (15.3.1912) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
11 (15.3.1912)
Date
1912-03-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Ar. li Z»r. Blochs Wochenschrift Seite 167 wichtiger ist, als kleinliche Parteiinteressen. Solche Zionisten empfinden eine tiefe Beschämung über das Treiben ihrer Parteigenossen in dem Heereslager eines Werner Sombart! Der gelehrte Dr. Simon Berns eld ist zweifellos einer der gründlichsten, vielleicht der gründlichste Kenner des Judentums und seiner Geschichte unter den jüdischen Gelehrten der Gegenwart. Auf dem Gebiete der Wirtschaftsgeschichte sind seine Arbeiten geradezu bahnbrechend. Er ist als Publizist einer der gelesensten Mitarbeiter auch der zionistischen Zeitschriften und in der letzten Nummer der „Hazfirah", von N. S o k o l o w, eines hebräischen Tagblattes, welches dieser Tage das 50jährige Jubiläum ihres Bestehens feiern wird, hat Dr. B e r n f e l d, unter dem Titel „Werner Sombart" einen Artikel publiziert, dessen Inhalt besonders wert ist, zur Kenntnis des jüdischen Lesepublikums in Wien gebracht zu werden. „Hazefirah" ist ein zionistisches Parteiorgan, der Herausgeber Nahum S o k o l o w ist Mitglied des engeren Aktionskomitees der zionistischen Partei. Nichtsdestoweniger wird der Artikel des Herrn Dr. Berns eld ohne weiteres abgedruckt, nur mit der selbstverständigen redaktionellen Bemerkung, daß die Verantwortlichkeit für den Inhalt dem Verfasser überlassen bleibt. ♦1223.1 12121 bw iii*ii8 by nm 1282.1 18 2*2*212 Und was sagt und wie urteilt der Mitarbeiter der „Hazrfirah", Dr. Simon B e r n f e l d über Werner Sombart. Er schreibt wörtlich: 1811 .1123 *2®’t0381 '152» (522502 ,'IJTI *2^ .8'1 5212212 ">3111 222:3? ns »*31.1^ »taeo pnim1? ,2"218°21 2 "31^ toian ,2*11.1'^ '2 '2 by F]K1 ,1131352 IT 2 81.1» *2 by *]8 ,l'1l3pv21 V121Ö 2'2l3?3 .1'121 by D'p^in 1:2372 »nyatsn '»38. Dr. Bernfeld erklärt somit Werner Sombart für einen gründlichen Antisemiten, von dem sich jeder Jude, insbesondere jeder Zionist und Nationaljude als beleidigt und gekränkt erachten muß, obgleich er den Zionisten beistimmt und obgleich er von den „Assimilanten" bekämpft wird. Dr. B e r n f e l d verweist auf die Theorien Sombarts, welche nichts anderes sind als die uralten antisemitischen Lehrsätze, die er aus dem alten Arsenal der judenfeindlichen Literatur geschöpft hat. Man soll sich davon nicht bestechen lassen, daß W. Sombart den Juden empfiehlt, an ihrer nationalen Idee festzuhalten, und ihnen zuruft: sie müssen nach Palästina! D’iii'b ropn pn '2 ,212012 ">311112s bn: 121 >2 .38 3?n* ni2 »2 rb 3?n* *?2« .p's6 2i2'»2i nvöisbn pum *6« nm 1212 13122 1*38,1 2'121N N3D1 128 1311121; 1,1121p» 2''2»'5238.1 23 1128 -Ip'v» So zionistenfreundlich wie Werner Sombart waren noch alle alten Antisemiten. Auch weiland unser „Frkund" Stöcker hat nicht anders gesprochen. Dr. B e r n f e l d zeigt im Einzelnen, daß die Theorien Sombarts von den „Wirts- und Gastvölkern" aus den Schlagwortverzeichnissen der antisemitischen Literatur längst bekannt sind und daß seine Darstellung der jüdischen Geschichte eine von antisemitischem Geist durchtränkte ist und fügt zum Schlüsse hinzu: HvIpI '2 8*?8 ,2’*?.113121 2*1121 „1^82 2'121 2/1253* *21 -1lr>y3 '1131*332 28 '2 13*2*2 111.1'^> ,11pn J*855> '1218 81,1 1BHp21 133 1 37 2 n*31*L1 ill3iny.11 '132P2 "*218*? VNp» 131211^1 1*2*2 i^y “pts? '111^? *18 ,ini8 -.112 1121 s*3y2 .12^.1 11111^2 *38 81*12 .11 ^2 oyi 1N12 .11 81.1 »mpÖDl 11^7853» .2*212 22122 *38 "2'1111.1n ' . .112.1^ ,in2.1 *2^2 2"213 2*121 2*11.11.12 V* 28 1^*28 *32^ .1^82 2’5£>p 2*11.1^1 11331.1^ *1iyi3 122V sl*221 iy332.1 J1T1.1 18 *11812 *2*? 2y 1V8 18 1»18 ,*^?81V'.1 11233,1 : * 2 1 8 b .1 132^iy21 13111222 .2*iy*3 |*32 Dieses scharfe Verdammungsurteil über Werner Sombart, über seine jüdischen Anbeter innerhalb der zionistischen Partei, wir wiederholen, stammt aus der Feder des Herrn Dr. Simon B e r n f e l d und ist zu lesen in der letzten Nummer der „H a z e f i r a h" von Nahum S o k o l o w. * * * Im Kölner „Israelitischen Gemeindeblatt" schrieb derselbe Dr. Simon B e r n f e l d über Sombart und sein öffentliches Auftreten: „Und nachdem er die Eigentümlichkeit der Juden und ihre besondere Befähigung für den Hanvel und für die Geldwirtschaft „nachgewiesen" hatte, wurde es ihm auch klar, daß der kapitalistische Sinn der Juden in ihrer Religion, im Judentum, zum Ausdruck komme. Das Judentum sei die Religion des Kapitalismus. Diese zweite These hat Werner Sombart mit Zitaten und Belegen bekräftigt, deren wissenschaftlicher Wert ungefähr auf derselben Höhe steht wie der seiner Beweise für die ausschließliche Neigung und Veranlagung der Juden zum Handel und ihrer physiologischen Eigentümlichkeiten. Es ist nämlich dies ein wüster Haufen von durcheinandergeworfenen Zitaten, von ungeprüften Berichten und von unverstandenen Aussprüchen berufener und unberufener Beurteiler des jüdischen Volkes und des Judentums. Hat ein geistvoller Jude einmal ein schönes Paradoxon über den jüdischen Charakter niedergeschrieben, flugs wird es bei Werner Sombart reines Gold, d. h. adjektives wissenschaftliches Zeugnis. Im Laufe der letzten Jahre haben uns manche unreife und unwissende, oder was noch schlimmer ist: halbwissende Rassenf xe mit Faseleien über die Natur des jüdstchen Stammes beglückt. Werner Sombart hat aus diesem Geschwätz Wissenschaft und Geschichte gemacht." „So ist bei ihm ein Zerrbild des Judentums entstanden, bei dem man nicht die vielen falschen Linien bedauern muß, sondern die wenigen wahren. Denn darin liegt ja eben der große Schaden solcher Schriften, daß das wenige Wahre in ihnen das viele Unwahre bekräftigt und das Ganze in den Köpfen von nicht urteilsfähigen Menschen unheilbare Verwirrung stiftet. Leider gibt es auch Juden, die darauf hineinfallen. Sie nehmen das, was an sich unwahr ist und das Judentum tief herabsetzt, als Tatsache und als Lob auf das Judentum hin. Sie glauben, daß Werner Sombart damit den jüdischen Stamm in seinem sozialen Wert kennzeichnen wolle, und merken nicht, daß in Wahrheit alles darauf hinausläuft, den jüdischen Stamm als moralisch mmdeiwertig zu denunzieren und diese moralische Niedrigkeit als in der Natur der Juden liegend nachzuweisen. Das Judentum, diese Religion der Zahlen und des Erwerbes, konnte nur in einem Volke entstehen, dessen Sinn bloß auf Geldverdienen gerichtet sei, wobei eS ihm niemals auf die Mittel ankäme, durch welche es bis zum Besitz gelange. Dieses nehmen manche Juden als liebenswürdige Komplimente hin." „Aber Herr Sombart begnügt sich nicht mit der Erforschung unserer wirtschaftlichen Vergangenheit und unserer Charaktereigenschaften, er beschäftigt sich vielmehr auch mit der Zukunft der Juden. Es ist sehr bedauerlich, daß die Artigkeiten, die er an die Adresse der Zionisten gerichtet hat, viele Juden über die antisemitische Tendenz dieser geschichtlich sein sollenden Ausführungen hinwegtäuschen." In dem Warschauer Tagblalt „Fremd" publizierte der bekannte jüdische Dichter und Schriftsteller I. L. P erez einen Artikel voll bitterer Satire über den Sombartjubel. In dem hebräischen Blatt der Berliner Misrachisten erschien ein scharfer Protest gegen den zionistischen Sombartwahnwitz, der aus krasser Unkenntnis allein zu erklären fei. Werner Sombart im österreichischen Parlament. Die Theorie Werner Sombarts, daß die jüdische Religion die kapitalistische Form des Erwerbslebens gefördert hat, gehört seit je zu dem geistigen Besitzstand des deutsch-nationalen Antisemitismus. In den 80er Iahren des vorigen Iahrhunderts erschien in Wien das gehässige Werk vom Professor Wahrmund unter dem Titel: „Das Gesetz des Nomadentums", in welchem Buche die Gedankengänge Werner Sombarts mit großer Klarheit und der Energie eines wütenden Hassers vorgetragen werden. Im Jahre 1890 hat der deutsch-natiop nale Antisemit Türk als Abgeordneter im österreichischen Parlament in einer großen Rede ebenfalls die ♦ ♦

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