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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-02-23 · 8 (23.2.1912) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
8 (23.2.1912)
Date
1912-02-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 126 Dr. Blochs WvchenschM Nr. 8 ausschließlich Personen lutherischen Glaubens gehören dürfen. Er wurde dann zmn Teil geändert in der Beziehung, daß Bekenner christlicher Konfessionen zu den Bürgern Finnlands zählen dürfen. Personen mosaischen Glaubens waren und blieben 'mithin ausgeschlossen. Der finnlandische Landtag nahm sich im Herbst 1909 der Judenfrage an. Da der Landtag auf Grund der bestehenden Gesetze keine die Grundgesetze tangierenden Initiativanträge stellen kann, sondern ihm nur der Petitionsweg offen ist, so wurde dieser beschritten. Eine Gnippe von Abgeordneten brachte das Projekt einer untertänigsten Petition ein. Die Grundgesetzkommission sprach sich im positiven Sinne aus und beantragte beim Landtag, sich an den Monarchen mit einer Petition zu wenden, in welcher der Zar darum gebeten wird, dem Landtag baldmöglichst eine Allerhöchste Proposition zukommen zu lassen mit dem Projekt eines Gesetzes über die Bedingungen, unter welchen Personen mosaischen Glaubens sich in Finnland aufhallen und Gewerbe treiben dürfen, wie auch über die Bedingungen bezw. der Aufnahme von Juden in den Bestand der finnländischen Bürger. Der Landtag akzeptierte den Vorschlag der Grundgesetzkommission. Die Petition wurde jedoch ohne Folgen belassen. Der finnländische Senat hätte jedenfalls im Laufe der zwei Jahre, die seit dem Zustandekommen der Petition im Landtage verflossen, wenn er nur gewollt hätte, einiges in der Iudenfrage tun können. Er hat es jedoch unterlassen. Was die Beziehungen zu den Juden anlangt, so sei auf die mehr als zuvorkommende Haltung der Finnländer den im Jahre 1905 und später vor den Pogroms flüchtenden Juden gegenüber hingewiesen. Es wird in Erinnerung gebracht, daß Wiborg z. B. von flüchtenden Juden überfüllt war und 'daß die Einwohner keine Zahlung für Logis und auch oft für Kost von den Flüchtlingen erhoben. Immer und überall wurden die auf die Juden bezüglichen einschränkenden Bestimmungen mit der größten Vorsicht und Milde gehandhabt. Daß die rigorosen Bestimmungen bis jetzt noch bestehen, liegt, nach dem Obigen zu urteilen, nicht an den Finnländern. Eine neue jüdische AnsiMung in Portugiesisch-Westafrika. Aus Lissabon wird geschrieben: Der hiesige jüdische Großkaufmann W. Terlo hat der portugiesischen Kammer eine Denkschrift nebst einem Gesetzentwurf über die AnsiMung von Juden auf den Plateaus von Angola und Mossamedes (Portugiesisch-Westafrika) unterbreitet. Der Entwurf, den der Deputierte Dr. Manuel Bravo, im Einverständnis mit sämtlichen parlamentarischen Gruppen, der Kammer vorlegte, gelangte dort am 6. Februar zur Verhandlung und fand eine sehr günstige Aufnahme, nachdem er schon vorher in den bedeutendsten Tagesblättern bekanntgegeben und sympathisch besprochen worden war. Die Annahme des Entwurfes sowohl in der Deputiertenkammer als auch im Senat erscheint gesichert. Der Gesetzentwurf sieht vor, daß die Regierung an die jüdischen Ansiedler 500 Hektar pro Familie unentgeltlich abgibt und ihnen außerdem verschiedene Vergünstigungen gewährt. Die portugiesische Tagespresse hebt bei Besprechung des Projekts hervor, daß der politische und wirtschaftliche Verfall Portugals von der Vertreibung der Juden datiert. — Das in Rede stehende Gebiet liegt an der Westküste von Südafrika und ist reich an pflanzlichen und tierischen Produkten aller Art. IDermtscbtes. Bortrag des Herrn Dr. Max Grunwald über „Die Zukunft der Juden" von Werner Sombart. Laut Erwiderung auf den von Professor Werner Sombart vorigen Sonntag, in den Sophiensälen gehaltenen Vortrag über „Die Zukunft der Juden" wird Herr Dr. Max Grunwald unter demselben Titel am Sonntag den 25. Februar, abends präzise 7 Uhr, im Beethovensaal, I., Strauchgasse, einen Vortrag halten. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (Trauung.) Mittwoch den 28. Februar l. I. findet im Zeremoniensaale des Tempels in der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Jenny Rappaport, Tochter des Hofrates und Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Herrn Dr. R a p p a P o r t, mit Herrn Heinrich Mayer aus Hamburg statt. Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag den 29. Februar 1912, Präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, 1., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Doktor Alois Schweiger aus Eger (Erlau) statt. Thema: „Der Neodarwinismus". Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (C h e w r a Kadischa.) Samstag den 24. Februar 1912, 7 Uhr abends, findet im Gemeinde-Tempel, I. Bezirk, Seitenstettengasse, eine Gedächtnisfeier für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitglieder der Chewra Kadischa statt. Wien. (Requiem. Generalversammlung.) Der Verein für Krankenpflege und Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten veranstaltet Montag den 26. Februar d. I., abends 7 Uhr, im Gemeindetempel, I., Seitenstettengasse die statutengemäße jährliche Gedächtnisfeier für die verstorbenen Vereinsmitglieder. Nach dem Requiem findet um l/a8 Uhr im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die Generalversammlung des Vereines mit der üblichen Tagesordnung statt. Wien. (ChewraKadischa Wien, XXI.) Sonntag den 25. d. M. um halb 6 Uhr abends findet im Tempel des XXL Bezirkes (Floridsdorf), Holzmeistergasse 12, der Gottesdienst der Chewra Kadischa statt. Die Predigt wird von Herrn Rabbiner Dr. Ros enmann gehalten. Wien. (Trauerandacht.) Sonntag den 25. Februar l. I., abends V26 Uhr, findet in der Synagoge des Vereines Chewra Bet Hatfillah, IX., Grünethorgasse 13 eine Trauerandacht für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder statt. Wien. (Adaß Jisroel.) Am Sonntag den 25. Februar "ns '! wird Herr Rabbiner F ü r st im Bethause, 11., Große Schiffgasse 8 (Schiffschul) um 5 Uhr nachmittags einen "-von abhalten. Wien. („Verein jüd. Hochschüler Mensa academica Judaic a.") Die Herren Kollegen, die während der jüdischen Osterfeiertage in Wien bleiben und auf rituelle Verköstigung restektieren, mögen dies in der Vereinskanzlei der Mensa, IX., Pramergasse 31, täglich in der Zeit zwischen 12 bis 2 Uhr gefälligst angeben. Wien. Sonntag den 25. Februar 1912, abends 7 Uhr, wird Dr. M. F r i e d e b e r g e r, Direktor des Allgemeinen österr.-israel. Taubstummen-Jnstitutes, in der Jüdischen Toynbeehalle (XX., Othmargasse 46) einen Vortrag über: „Ursprung der Sprache" halten.

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