Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 8 (23.2.1912)
- Date
- 1912-02-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 8 Dr. BlochL Wochenschrift Seite 183 Sollte jedoch die Durchführung einer derartigen Aktion in eigener Regie an der Kostenfrage — obwohl ich nicht zweifle, daß unsere Wohltäter sich nicht spotten laffen werden — scheitern, so bliebe noch immer die Möglichkeit der Efsiktuierung durch ein Konsortium, welches die Grundankäufe und die Bauführung gegen Ueberlassung der bisherigen Gründe und eventuell entsprechende Aufzahlung vorzunehmen hätte. Mit herzlichem Danke für Ihr freundliches Entgegenkommen, welches 'Sie mir durch die Publizierung dieses Schreibens erweisen, zeichne ich Ihr stets ergebener R ... Fr.nn Zum Reformlehrplan für jüdischen Religionsunterricht. Wir erhalten folgende Zuschrift: Hochgeehrter Herr Redakteur! Haben Sie die Güte, ich bitte sehr darum, in Ihrem vielgelefenen Blatte folgendes richtigzustellen. Mir wird in der Debatte über den Reformlehrplan für den jüdischen Religionsunterricht die Aeußerung in den Mund gelegt, „es fei auch die Frage, ob das geeignete Lehrermateriale vorhanden sei." Nichts liegt mir ferner, als eine solche Kritik; meine Wertschätzung des Lehrerstandes steht zu hoch. Wohl aber habe ich das Bedenken vorgebracht, daß der Lehrplan insoferne eine „Halbheit" bedeutet, weil er nach dem Wesen der beabsichtigten Schulgemeinde bloß den Lehrer binde, den Schülern aber in der Berührung der Themen die vollste Ungebundenheit eröffnet sei. Die Richtigkeit dieser Einstreuung hat übrigens der Vater des Reformplanes, Herr Dr. Maximilian Steiner, zugegeben und darauf bezog sich sein Hinweis auf die vorbehaltene Instruktion. Ich danke verbindlichst im Voraus für die gefällige Veröffentlichung dieser Zeilen und bin Ihr, hochgeehrter Herr Redakteur, hochachtungsvoll ergebener Dr. Heinrich Schreiber. Erzherzog Rainer-Feier im Kaiser-Jubilänms- Hnldignngs-Tempel Wieden und Margarethen. Aus Anlaß der diamantenen Hochzeit Ihrer Hoheiten des Herrn Erzherzog Rainer und der Frau Erzherzogin Maria Carolina veranstaltete der Tempelverein für die Bezirke Wieden-Margarethen im Kaiser JubiläumsHuldigungs-Tempel. V,, Siebenbrunnengasse 1 a, am 20. d. M. einen Festgottesdienfl. Die Feier wurde durch eine vom Schriftführer des Vereines, Herrn Franz Frankl verfaßte, vom Oberkantor S. D ü n m^a n n komponierte Festhymne eingeleitet. Herr Rabbiner H. L. Reich hielt die Festrede in formvollendeter, eindrucksvoller Weise und verrichtete vor der geöffneten Bundeslade das Gebet für den Landesvater und die kaiserlichen Hoheiten. Mit dem Vortrage der Volkshymne und des Psalmes 111 durch die vereinigten Chöre des Mariahilfer- und Jubiläumstempels wurde die erhebende Feier abgeschlossen. Der Obersthofmeister Graf R o s e n b e r g-R o s i n i, der Kultus- und Unterrichtsminister, sowie der Reichsrats- und Landtags-Abgeordnete Franz R i e n ö ß l hatten ihr Fernbleiben von der Feier entschuldigt. Erschienen waren: In Vertretung des Herrn Statthalters Baron B i e n e r t h der k. k. Hofrat Heinrich Ritter Wagner v. Kcemsthal; in Vertretung des k. k. Landwehrkommandos Major Karl H i n e k und Hauptmann Eduard Ringelsberg; der Bezirksvorsteher von Margarethen Herr kais. Rat Thomas P o r z e r; der Gesamt-Vorstand des Tempelvereines mit dem Obmanne Adolf H o f m a n n, k. k. Polizeirat Emil Brück; ferner der Präsident der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Doktor Alfred Stern mit den Vorstandsmitgliedern S. Brod, Em. Grünwald, kais. Rat I. Weil, S. Steiner und dem Ersten Sekretär kais. Rat Dr. Th. Lieben; in Vertretung des Bethausvorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Anton Beck, Karl Freund und Theodor Kohn; in Vertretung des Verbandes der türkischen Israeliten zu Wien Licco Adutt und S. Hassan; von den Tempelvereinen aus dem VI. Bezirk: Josef Sonnenschein aus dem VIH. Bezirk: Jakob M o d e r n und S. Steiner; aus dem IX. Bezirk: Gottlieb Bettelheim und kais.Rat Wilhelm Knöpfmacher; aus dem X. Bezirk: Emanuel Schidrowitz und Johann Lampel; aus dem XX. Bezirk: M. Schlesinger; aus dem XXI. Bezirk: Gabriel D u k e s und Adolf W o d a k. Vom Bethausverein im I V. Bezirk: Philipp Nußbaum; im III. Bezirk: Isidor Silberknopf und Josef Baß; vom Schönlaternbethaus: L. Wessely; ferner der Vorstand des Frauen-Wohltätigkeitsvereines für die Bezirke Wieden und Margarethen mit der Bizepräfidentin Frau Karoline Hofmann; der Vorstand des israelitischen Kranken-Unterstützungsvereincs im V. Bezirk: die Herren Rabbiner Doktor Bauer, Dr. Mandl, Dr. R o s e n m a n n; die Inspektoren M. K a n i tz und Dr. L an gf e ld er; die Oberkantoren: Josef Morgenstern, S. Dünmann und M. S ch o r r; Maximilian Paul Schiff, Amtsleiter Julius Braun u. v. a. Erzherzog Rainer-Feier in Baden. Im Tempel der israel. Kultusgemeinde zu Baden fand Dienstag, 20. d., 6 Uhr abends, ein Dank-Festgottesdienst anläßlich der diamantenen Hochzeit des Erzherzogs Rainer statt. Derselbe verlief sehr imposant in Anwesenheit des Herrn Bürgermeisters Dr. Trenner, Vize-Bürgermeisters B r u f a t t i, des Gemeindebeirates, Volks- und Bürgerschuldirektors Franz Martin, des erzherzoglichen Schloßverwalters Rotteneder, wie des Gesamtvorstandes der Kultusgemeinde Baden unter Führung des Präsidenten Moriz L e i t n e r und zahlreicher Gäste. Die synagogalen Gesänge absolvierte Herr Kantor Z o l d a n und nach einer begeisternden Festrede des Herrn Rabbiners W. Reich wurde von der gesamten Schuljugend die Volkshymne gesungen. Mit einem Gebete für das hohe Jubelpaar schloß die erhebende Feier. Generalversammlung des Tempel-Bereines für den XIX. Bezirk in Wien. Vor Kurzem fand die diesjährige Generalversammlung des Döblinger Tempel-Vereines statt, welche durch das Erscheinen des Kultuspräfidenten Herrn Dr. Alfred Stern ihr besonderes Gepräge erhielt. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes durch den abtretenden Obmann Herrn Karl Flandrak ergriff Herr Dr. Stern das Wort, um vor allem dem anwesenden Ehren- Mitglieds des Vereines Herrn kaiserlichen Rat Alexander von Engel das Geständnis abzulegen, er habe angesichts der Entwicklung des Döblinger Tempel-Vereines eingesehen, daß sein Widerstand gegen den Bau des Tempels nicht gerechtfertigt war. Herr Dr. Stern führte hierauf in längerer Rede aus, die Kultusverwaltung könne trotz der mehrfach verbreiteten journalistischen Angriffe die bisherigen Bahnen, insbesondere in der Frage der Besteuerung nicht verlassen. Die Beschwerden, betreffend die Mängel des Religionsunterrichtes, seien gewiß gerechtfertigt. doch müßten dieselben an die Adresse der staatlichen und Gemeinde-Behörden gerichtet werden, da diese alle Versuche zur Befferung der Zustände erschweren oder gänzlich verhindern. In Beantwortung einer Interpellation des Mitgliedes Herrn Ingenieur Löwenbein, welcher sich gegen die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages ausspricht, wies der Schriftführer Herr Dr. Jakob Kohn darauf hin, daß der H i e tz i n g e r Tempel-Verein eben jetzt den gleichen Leidensweg durchmache und eine Unterstützung seines Tempelbaues trotz des soeben abgelegten Schuldbekenntniffes von der Kultusgemeinde abgelehnt wird. Da nun mit Rücksicht auf die seinerzeitige Haltung der Kultusgemeinde die Anzahl der Tempelfitze sehr gering ausfiel, müssen alle Hilfsquellen in Anspruch genommen werden. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang spricht dem Vorstande für die Organisation eines mustergiltigen Gottesdienstes seinen besonderen Dank aus und würdigt die Verdienste des Herrn Dr. Frankfurte r, insbesondere in der Führung der Bibelschule.