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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-02-16 · 7 (16.2.1912) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
7 (16.2.1912)
Date
1912-02-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 7 Dr. Bloch» Wochenschrift «eite 107 genannten Jahrestage, also am 8. Januar d. I. wurden deshalb in sämtlichen Logen des Distriktes festliche Sitzungen abgehalten, in denen der Verdienste der Jubilare, namentlich aber der des Herrn Dr. Adolphe Stern, um die Ordenssache in Rumänien im besonderen und um die Interessen des rumänischen Judentums im allgemeinen in wärmster Anerkennung gedacht wurde. Besonders festlich gestaltete sich aber die Feier, welche eine Festkommission unter dem Präsidium des Rabbiners und Mitgliedes des Generalkomitees der Großloge, Dr. I. Riemirower, unter Mitwirkung der Präsidenten der zwei Bukarester Logen, der Herren Dr. Bauberger und Dr. I. Steinhart, hier veranstaltet hatte, da außer einer großen Anzahl Bukarester Logenmitglieder und stark vertretenen Delegationen der Landeslogen auch Vertreter der Großloge für Deutschland, Vertreter aus Oesterreich und Czernowitz, die Herren Dr. Alfred Goldschmrdt aus Königs- Hütte in O.-S., Dr. Leo Kiesler und Jakob Kindler aus Czernowitz, sowie eine große Anzahl von Delegierten des an diesem Tage versammelt gewesenen Kongresses der „Uniune Evreilor Pämoteni" (des Verbandes der bodenständigen Juden) — einer von der Großloge „Zion" gegründeten ständigen politischen Repräsentanz der einheimischen Juden, an deren Spitze gleichfalls Herr Dr. Adolphe Stern steht, — an der Feier teilnahmen. Die Feier wurde durch eine Festsitzung eingeleitet, welche Herr Dr. I. Riemirower nach Vorstellung der Gäste und der Delegierten sowie der erschienenen Er- Präsidenten durch eine formschöne, geistvolle Rede eröffnete, in welcher er in eingehender Weise die hervorragende, nimmermüde und wirksame Tätigkeit der Jubilare, und namentlich die des Präsidenten Dr. Adolphe Stern, beleuchtete, eine Tätigkeit, die nicht nur im Dienste des Ordens B. V., sondern des gesamten rumänischen Judentums gestanden, 'dessen soziale, wirtschaftliche und politische Lage eine besondere Kraftanstrengung seiner führenden Männer erheischte und noch erheischt, um die unaufhörlichen Angriffe, die eine feindlich gesinnte Gesetzgebung und eine ebenso gestimmte Verwaltung in unbarmherziger Konsequenz gegen das rumänische Judentum richtet, abzuwehren oder zu mildern. Herr Dr. Riemirower wies darauf hin, daß Herr Dr. Stern, ungeachtet der vielen Widerwärtigkeiten, die sein Eintreten für die Interessen seiner Glaubensgenossen für ihn im Gefolge gehabt hat, sich der Aufgabe, die sich der Verband der rumänischen Juden gestellt hat, mit einem jugendlichen Feuereifer und einer allen Widerstand besiegend-en Liebe gewidmet hat, die auch die Skeptischesten zu treuer Gefolgschaft bekehrt und seine Mitarbeiter mit Bewunderung erfüllt. Rach dieser mit außerordentlichem Beifall aufgenommenen. Rede sprachen die HH. Dr. Alfred Eoldschmidt namens der Großloge von Deutschland und der Schweizer Logen, Dr. Leo Kiesler und Jakob Kindler, und gaben der freudigen Anteilnahtne, welches dieses seltene Fest unter den Brüdern draußen erweckt hat, beredten Ausdruck. Nachdem noch die Herren Dr. Erdreich namens der Kollegen im Generalkomitee der Großloge. Dr. E. Silberstein namens der Loge „Peirotto" in Braila und der dortigen Judenschaft im allgemeinen, der Bankier M. Wachtel aus Jassy namens der dortigen Loge „Samoil", und Herr A. Rosenblüth aus Ploesti namens der Loge „Egalitatea" gratuliert hatten und eine tiefgefühlte Adresse an die Jubilare namens des gesamten Distriktes IX verlesen worden war, dankten die Jubilare, und zwar zuerst Herr Dr. M. Beck, der hierbei der treuen Gefolgschaft gedachte, die er Herrn Dr. Shern, in Bewunderung seiner Tätigkeit, durch mehr als drei Jahrzehnte hindurch geleistet und fortfährt, zu leisten, sodann Herr Dr. A. Blumenfeld, der in seinen Dank liebevolle Erinnerungen an jene Männer verwob, welche vor 40 Jahren die „Jnfrätirea Zion" in Rumänien gegründet hatten, und zum Schlüsse Herr Dr. Stern, der, ein Meister deutschen Wortes, dir Bilder der Vergangenheit. welche die Redner im Laufe der Festsitzung heraufbeschworen hatten, zu einer knappen, fesselnden Darstellung seiner 40jährigen Tätigkeit in der rumänischen Judenfrage zusammenfaßte, aus der der entscheidende Einfluß, den der unvergeßliche Benjamin Peirotto, der in Tagen großer Drangsal aus Amerika zu unserer Hilfeleistung hierhergekommen war, auf seinen Werdegang geübt, in dem milden Glanze dankbarer Erinnerung hervortrat. Mit dieser Rede, die durch ihre meisterhafte Form und die Melancholie des Lebensabends, in die sie gehüllt war. eine tiefe Wirkung auf die Versammelten ausüble, schloß die Festsitzung in der harmonischesten Weise. Erwähnt sei hierbei noch, daß während der Sitzung eine mit den Bildnissen der Jubilare geschmückte, gediegene Festschrift zur Verteilung gelangt war, welche Artikel des Herrn Dr. M. Beck über Pflichterfüllung ohne Lohnerwartung, Dr. I. Riemirower über Heroenkultus, Dr. A. Steuermann über die von der Loge „Samoil" in Jassy gegründete und unterhaltene Mädchenschule „Dr. Adolphe Stern" mit einer Aufnahme der Schülerinnen dieser Schule in einem Gesamtbilde, Dr. I. Steinhart über eine Erinnerung aus der Zeit der Gründung der Loge „Peirotto" in Braila, einen Artikel über die Bedeutung des Festtages, einen Bericht über die dreißigjährige Gründungsfeier der Loge „Peirotto", eine kurzgefaßte Geschichte des U. O. B. B. in Rumänien, den an den Ordenspräsidenten gerichteten Bericht des Präsidenten der Eroßloge „Zion" über deren Tätigkeit im Jahre 1910, und Mitteilungen aus den anderen Distrikten des Ordens enthält. Rach der Festsitzung fand ein Bankett statt, an welchem 130 Personen, darunter neben den drei oben genannten Vertretern aus Deutschland und Oesterreich etwa 90 Delegierte aus dem Lande teilnahmen. Das Bankett verlief in der angenehmsten Weise und alle Teilnehmer erkannten einstimmig an, daß hierzulande eine derartig erhebende Feier noch niemals stattgesunden hat. Wesentlich gehoben wurde die Stimmung durch die Anwesenheit der drei vorgenannten Vertreter und durch die Tatsache, daß fast sämtliche Mitglieder des Exekutivkomitees des Ordens mit dem Ordenspräsidenten Adolf Kraus an der Spitze, der Herrn Dr. Stern persönlich kennt und hochschätzt, alle Großlogen Amerikas, die Eroßloge von Konstantinopel mit allen ihr unterstehenden Logen und fast sämtliche deutschen telegraphisch und brieflich gratuliert hatten. Im Lande selbst hat der Verlauf der Feier, die mit einher lebhaft besuchten Soiree endigte, einen so tiefen Eindruck gemacht, daß das Generalkomitee bereits angegangen worden ist, in zwsei Städten, wo noch keine Logen eristieren, solche zu errichten. Zur Chief-Rabbi-Frage in England. Aus London wird geschrieben: In der Frage der Neubesetzung des hohen Amtes des englischen Oberrabbiners ist ein Konflikt zwischen den von Lord Rothschild geleiteten United Synagogues und der unter Führung Lord Swaythlings stehenden Federation of Synagogues (der russich-polnischen Juden) ausgebrochen. Die Folge dieses Konfliktes ist, daß die Federation es ablehnt, an der Wahl des Chief-Rabbi teilzunehmen. Zwischen den beiden Synagogenverbänden hat nämlich ein längerer Briefwechsel bezüglich des Modus der Chief- Rabbi-Wahl stattgefunden, ohne daß eine Einigung in dieser Frage erzielt werden konnte. Während die United

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