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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-02-02 · 5 (2.2.1912) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
5 (2.2.1912)
Date
1912-02-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 76 Nr. 5 den Direktor zu versichern, daß ich noch nie in einem komfortableren Hotel gewohnt habe. Aber in allem Ernste gesprochen: Ist es nicht schandbar, politische Häftlinge, gebildete Menschen, die nur wegen einer Meinungsäußerung eingesperrt werden, einem Regime zu unterwerfen, das sie mit gemeinen Verbrechern zusammenführt und Demütigungen aussetzt, an welche weder der Gesetzgeber, noch vielleicht auch der Richter bei der Strafabmessung gedacht hat? Wozu solchen Gefangenen gegenüber die gemeinsame Leibesvisitation, der gemeinsame Transport zum Arzt, das schmähliche 'Andenprangerstellen im Korridor bei der „Arbeitseinteilung", da sie doch keiner Arbeit unterworfen werden können? Der Herr Justizminister möge einmal über diese Fragen Nachdenken. Wenn es schon sein muß, nehme man den politisch Verurteilten die Freiheit, ob sie dadurch „gebessert" werden, ist mehr als zweifelhaft, aber man lasse ihnen doch alle Freiheiten. Fl. Literatur. Gedenkschrift für Oberkantor Bela Guttmann s. A. Die Witwe des Oberkantors B61a Guttmann, Frau Melanie Guttmann, hat zur Erinnerung an ihren Gatten, dem Oesterr.-ungar. Kantorenverein eine Gedenkschrift gewidmet, welche der Verein den Verehrern des Verblichenen zusendet. Die Gedenkschrift enthält: I. Ein Bild des Verblichenen mit Facsimilunterschrift. II. Nachruf. III. Das Leichenbegängnis. IV. Trauerfeier im Leopoldstädter Tempel. V. Gedenkrede von Sr. Ehrwärden Herrn Rabbiner Dr. Max G runwald. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. F r a n k el. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeb. von Dr. M. B r a nn. Fünfundfünfzigster Jahrgang Heft 9/10. Neue Folge, Neunzehnter Jahrgang. September-Oktober 1911. Koebernsche Verlagsbuchhandlung (Barasch und Riesenfeld). Breslau. »Das Freie Wort«. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl 8a enger. Herausgegeben von Max Henning, XI, Jahrgang Nr. 21, Erstes Februarheft 1912. Inhalt: Der erste Wahlgang. — John Westhourne: Der englische Liberalismus im 20. Jahrhundert. — Wulfila: Eine akademische Rektoratsrede. — Fritz Tychow: Oberlehrer und Presse. — Amtsrichter E. Dosenheimer: Die Todesstrafe. — Ernst Krieck: Können wir noch Christen sein? — Kleine Mitteilungen. — Beilage: Der Dissident Nr. 11. — Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H. Frankfurt am Main. The Jewish Review. Edited by Norman B entwich and Dr. Joseph Hochman. Contents: Editorial NotesEmigration and Colonisation; Anti-Semitism in Turkey; Conversionits and Jewish Religions Education. — Dr. Ignaz Zollschan (Vienna): The Jewish Race Problem. — E. N. Adler: The Jewish and Christian Liturgies. — Robert Bernard Solomon: Uwelfh-century Coloniesin Palestine. — Dr. Samuel Poznan ski (Warsaw): More about Schechter’s „Fragments of a Zadokite Work“. — Reviews of Books: „The Jewish Source« of the Sermon on the Mount,“ Rev. G. H. Box: „Die Seele Israels“. Herbert Bentw i ch; „Der Untergang der deutschen Juden“, Dr. M. Epstein; „Die Ophthalmologie bei den alten Hebräern“, Dr. R. N. Salaman. etc. etc. Vol. II. Nr. 11. Jan. 1912. — Geo Routledge & Sons, London. Le Tradukteur, The Translator, II Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Diese Lehrschriften, deren erstere soeben den 20. Jahrgang antritt. machen sich zur Aufgabe, das Studium der fremden Sprachen, wenn Vorkenntnisse schon vorhanden sind, auf interessante und unterhaltende Weise weiterzuführen. Die dem Urtext nebenan gestellte genaue Uebersetzung führt dem Leser in beiden Sprachen den richtig gewählten Ausdruck vor, wodurch der Wortschatz vermehrt und die Genauigkeit in der Wiedergabe des Sinnes erlernt werden kann. Jede Nummer enthält neben einer durchlaufenden grössem Erzählung mannigfaltigen Leseand Lehrstoff, Gespräche, kaufmännische Briefe, Uebersetzungsaufgaben, sowie eine besondere Rubrik für Brief-, Postkarten- und Zeitungsaustausch. Wer sich mit Sprachstudium befasst, dem seien diese überall gut eingeführten und bekannten Zeitschriften aufs Wärmste empfohlen. Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenlos durch den Verlag des Traducteur in La Chaux-de-Fonds (Schweiz). WochMchrift Freiwillige Erklärung. In meiner, im Dezember 1911, erschienenen Broschüre „Jugend-Erinnerungen eines 18 jährigen“ findet sich auf Seite 21 eine Stelle, in welcher die Söhne des verstorbenen Herrn Josef H a h n d e 1 aus Prerau eine Beziehung auf ihren Vater vermutet haben. Ich beehre mich dezidiert zu erklären, dass die Vermutung der obgenannten Herren durchaus unbegründet ist, da es mir nie in den Sinn kommen konnte, das ehrenvolle Andenken des Herrn Josef Hahndel, den ich wegen seines wahrhaft frommen und musterhaften Lebenswandels stets die aufrichtigste Hochachtung und Verehrung entgegengebracht habe, in irgend einer Weise anzutasten. Olmütz, am 31. Jänner 1912. Ignaz Briess senior. Briefkasten. P H., Villach. Abonnement bezahlt bis 30. Juli 1911. S. F-, Effegg. Wenden Sie sich au das Kuratorium des isr. Hospitaies tn G.eieycnderg, Wien, I., Salzgrics 9. T. in K. Wenden Sie sich an das Steueramt der israelitischen Kultusgememoe I., Settenstettengasse 4. R L., Wien. Die Sache scheint uns noch nicht authentisch genug. Die Miltettungen stimmen aus dem „Bookman". Hiernach war der Großvater des bekannten amerikanischen Schriftstellers Bret Hart ein engliicher Jude. Dieser, Bernard Hart, wunderte in sehr jugendlichem Alter nach Amerika aus und spielte im Newyorker Handels- und Gesellschaftsleben eine hervorragende Rolle. So gehörte er 2 a Jahre lang dem Vorstand der Aktienbörse an. war lange Präsident des aus Kaufleuten besteh ndeu Klubs „The House of Lords", Miliz-Offizier, Mitglied der Freimaurerloge, der John Jacob Astor angehörte, usw. 1799 heiratete er heimlich eine Christin, Catherine Brett, in die er sich verliebt hatte. Das Paar blieb aber nur ein Jahr beisammen. Nachdem der Ehe ein Kind, Henry Hart, ent'prossen war, trennten sie sich, und später, heiratete Hart eine Jüdin. Henry Hart war der Vater Bret Hartc's B. R. Wie verlautet, sollen die hebräischen Zeitschriften „Haolam" in Wilna, und „Haschiloach in Odessa" ihre Redaktionen nach Jerusalem verlegen. Die ersten Jerusalemer Nummern dieser Zeitschriften sollen nach den kommenden P.ssachtageu erscheinen. Langjähriger Leser in Lemberg. Wenden Sie sich an das Rabbinat. Judenball, Czernowitz. Der Ausschnitt ist für unser Blatt unverwendbar. Hätten «le uns einen kurzen Originalbericht eingesendet, so hätten wir ihm auch Raum gegeben. Es ist aber unmöglich, einen ellenlangen Bericht, der aus lauter Namen besteht, „auszugsweise" zu ^produzieren. Genealogie. Der englische Leutnant M o n t a g u, der dieser Tage nach Konstantinopel reifte, um als Freiwilliger in das ottomanische Heer einzutreten, ist ein überzeugter treuer Jude und gehört der alt-englischen jüdischen Familie M o n t a g u an. Er ist auch mit dem Präsidenten der orthodoxen „Federation of Synagogues“ Lord Swaythling-Montagu verwandt. Notizen. XXXXI. Staatslotterie. Die k. k. Lottogefälls-Direktion in Wien veranstaltet die 41. Staats-Lotterie für Zivil-Wohltätigkeitszwecke, deren Ziehung am 15. Februar 1912 stattfindet. Wie dem Spielprogramm zu entnehmen ist, erscheint diese Staatslotterie außerordentlich reich ausgestattet und bietet mit ihren 21.146 Treffern, welche sämtlich in barem Oelde angesetzt sind und Haupttreffer von 200.000 Kronen, 50.000 Kronen, 30.000 Kronen, 20.000 usw. aufweisen, ganz besonders günstige Gewinstchancen. Angesichts dessen und in Anbetracht der eminent wohltätigen Zwecke, welchen die Erträgnisse der Staatswohltätigkeitslotterien zufließen, werden die Lose dieser Staatslotterie bei ihrem verhältnismäßig billigen Preise von 4 Kronen gewiß zahlreiche Abnehmer finden. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. »Hotel Stefanie", II., Taborstraße 12. Freitag den 2., Samstag den 3. und Dienstag den.6. Februar 1912: „Chanale", Lebensbild von S. Feinmaun. — Sonntag den 4., Montag den 5. und Mittwoch den 7. Februar : „Bas Jerischulajem", Operette von Auerbach, Musik von Eh. Wolfstahl. — Freitag den 2. Februar, 7a4 Uhr nachmittag. „Der komische Herrscher". Operette von N. Scheikewiez. — Sonntag den 4. Februar, %4 Uhr nachm. „Judale der Blinde", von Lateiner- — Donnerstag den 8. Februar: „Das Pintale Jüd" von B. Thomaschewski. Neue Jüdische Gesellschaft aus Warschau unter Leitung M. Weinberg. Freitag den 2., Samstag den 3., Sonntag den "4. Februar gelangt zur Aufführung als letzte Neuheit die Premiere „Der Ger" von Zalatrowski. Montag den 5., Dienstag den 6.: „Das F a b r i k s m ä d e l". Mittwoch den 7.: „Der Millionär als Bettler".

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