Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 4 (26.1.1912)
- Date
- 1912-01-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 62 Nr. 4 Dr. Blochs Wochenschrift sind. Man darf eigentlich in Zer grossen Sammlung gar Dicht wählen, jedes Gedicht ist einMeisterstü ck für sieb, gedanklich schön und in der Form vollendet, für Herz und Geist ein Hochgenuss.“ Davon überzeugt sich auch jeder Kenner und Freund klassich-hebräischer Poesie gleich beim Lesen der ersten Blätter. Diese bringen uns ein herrliches Epos „Gan Eden“, das „Paradies“. Wir hören die Stimme Gottes, Adam und Eva und die Schlange in der Sprache der Thora sprechen, das mutet uns so recht an und den höchsten Genuss würde es uns bereiten, dieses Stück in der klassischen Originalsprache einmal aufgeführt zu sehen. Uns deucht, dass die Zeit des neuen Aufblühens jüdischer Literatur bald wieder kommt. Jm neu aufstrebenden Palästina spricht und lehrt man Hebräisch, das dort schon Unterrichtssprache geworden, und an unseren Hochschulen haben wir schon hebräische Lesezirkel. Diesen allen und namentlich unseren jüdischen Gelehrten wird dieses Dichtungswelk eines grossen Meisters, der ein langjähriger Mitarbeiter der berühmten „Kochbe Jizchak“ war, ein sehr willkommenes sein. Aus dem reichen Inhalte heben wir heraus: „Ein ergreifendes Gebet“ in Prosa, die „vier Trostbecher", die patriotischen „Festgedichte“ und ein gemütliches „Purimtiinklied“, das bald in guten, jüdischen Familien überall gesungen werden wird, „Der Landmann“ und das Alleroriginellste, die grosse Zahl von Sonetten, die ein halbes Hundert herrlicher, kurzer und prägnanter Biographien gelehrter und bekannter und um unser Judentum vielfach verdienter Männer enthalten. Jedes Sonett zeigt uns ein wohl getroffenes Bild des Gefeierten, das unseren geistigen Blicken niemals entschwindet. So lesen wir voller Spannung diese Poesien bis zum Schlüsse, um ihre Lektüre gleich wieder von Neuem zu beginnen, sie sind eben klassisch geschrieben. Es sei darum dieses Werk allen Kennern und Freunden unserer altehrwürdigen, hebräischen Dichtkunst auf’s beste empfohlen. Den zahlreichen Freunden und Verehrern des Jubilars wird das wohlgetroffene Titelbild des Autors, auf Wunsch der grossen Schülerzahl des Gefeierten dem Werke beigefügt, besonders willkommen sein. Möge es unserem, gefeierten Dichter und Nestor, der seine Feder heute ebenso kräftig führt wie in seinen Jünglingsjahren, gegönnt sein, diesen unverwelklichen Blumenstrauss noch mit vielen neuen Blüten zu bereichern! — z. —. »II Vessillo Israelitico«. („Die israel. Fahne“.) Heft XI. 1911, 69. Jahrgang, erscheint in stattlichen Monatsheften zu. Turin (Italien) via F. Lanfranchi 22. Bezugsbedingungen vierteljährlich 4 Lire, ganzjährig 15 Lire. Inhalt des letzten Heftes: „Die Juden in Tripolis“ von G. Lattes, „Geschichte des jüdischen Buchdrucks in Livorno“ von Sonnino, „Unveröffentlichte Dokumente über Sabbatai Zewi“ von Lewi, „Die „Scuda Vivant e“ in Triest“ von Dr. Zoller, „Die Glocke der Freiheit“ von Camerini, „Die Turiner Ausstellung“ „Literatur“, „Lesefrüchte“ Nachrichten etc. etc. Zu den vornehmsten und ältesten jüdisch-italienischen Blättern gehört unstreitig der „Vessillo“ der 1903 sein öOjäbriges Jubiläum feierte und bei dieser Gelegenheit ein herrlich illustriertes Album mit den Bildern aller seiner Mitarbeiter und Förderer — unter denen die klangvollsten Namen sich befinden — und mit geistvollen literarischen Arbeiten veröffentlichte. In unseren guten Familien, in denen Italienisch — jetzt mehr als früher — getrieben wird, aber auch das Interesse wach ist für das Judentum und das Leben in den alten italienischjüdischen Gemeinden, wird sicherlich nicht verabsäumt werden, dieses reichhaltige und besonders schön geschriebene Blatt zu bestellen, das unstreitig eine geist- und gemütvolle, höchst anregende und bildende Lektüre für Jung und Alt bietet. — Herausgeber ist der gelehrte Rabbiner Dr. F. S e r v i. M. A. Georg Hecht, ein geborener Posener, der vor Kurzem durch sein Buch „Der Neue Jude“ weithin Beachtung fand, veröffentlicht demnächst im gleichen Verlag (Gustav Engel, Leipzig) einen kritischen Essay über literarische Kritik, unter dem Titel: „H. Eulenburg oder ein Traktat über Kritik“. Ein Sammelwerk über Baron Ginzburg. Der Vorstand der Petersburger jüdischen Gemeinde beschloss die Herausgabe eines Sammelwerkes, in welchem die wichtigsten Nachrufe nach Baron Ginzbnrg, sowie die über denselben als Gelehrter und Politiker erschienenen Artikel zum Abdrucke gelangen sollen. Mit der Redaktion des Sammelwerkes wurden Rabbiner Dr. Eisenstadt, der Gelehrte Harkavi und der Politiker Advokat Sliosberg betraut. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XIII. Jahrgang, Nr. 2. Prag, den 19. Jänner 1912 (29. Tebeth 5672). Inhalt: Aron H o r w i t z: Der alte Hund. — Ben Je huda. — M. Antscherl: Josef Ritter von Wertheimer. (Mit Porträt.) — Der Hofmeister und sein Zögling. — Der Berg Sinai ein Gibraltar. (Illustration.) — Der Knabe und seine Bibel. — H. Rosenbaum: Der elfte Mann. — (Schluss.) — Oskar Stein: Der Sabbatbgast. (Fortsetzung.) — Verschiedenes. — Briefkasten. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stephansgasse 629. . Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle. XII. Jahrgang, Heft Nr. 1. Jänner 1912. Inhalt: Jahresrückschau. — Mathias Ach er: Auf dem Volksliederabend von „Ost und Wes.“. — Alter Jude. Gemälde von Rembraudt. — Revue der Ereignisse. — Illustrationen zu Russlands Judenpolitik iü den letzten Monaten. Max Schach: Der Radierer Fritz Lederer (mit 9 Illusrrationen). — Sch. Gorelik: Die liebe Provinz. II. Gebrochene Herzen. — Albert Bach, Neustadt: „Eine Reformation durch die Juden“. Aphorismen. — Br. von Rohany: Nathan Samuely: Versuch mit einer Würdigung (mit Porträt). — Franziska Mann: Kurt Seiler’s „Verirrung“. — Rüben Fahn: Aus dem Leben der Karaiten. (I.) — Ba r-Ami: Jüdische Hochzeitsbräuche in alter und neuer Zeit. (III.) — Jüdische Hochzeitsmelodien: Das Besingen der Braut (Noten). — Felix Stössinger: Theater. — Literarische Rundschau. — Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der Alliance Israelite Universelle: Generalversammlung der Alliance Israelite Universelle in Paris. — Satzungsänderung. — Verordnung, — Uebergangsbestimmungen. — Notizen.— Dr. Emanuel L a s k e r : Schach. — Inserate. — Verlag Ost und West Leo Winz, Berlin- Charlottenburg, Knesebeckstrasse 32. Jüdischer Buchhändler. Aus Anlaß des HandelskonsMes mit her Union bringen Dte Petersburger Zeitungen lange Artikel über den russischen Warenaustausch mit Amerika. Nach einer Zusammenstkllung des amerikanischen Konsuls in Moskau sind 1910 hebräische Bücher, Ritualien und dergleichen aus Rußland nach Amerika im Gesamtbeträge von 5 Millionen Dollar ausgesüh-t worden. Das bedeutet im Verhältnis stu dem Vorjahre einen Rückgang um etwa 3 Millionen, S. S. in Brünn. Wenden Sie sich an den Verlag Tuschijah jn Warschau, wo Sie sie ganze Literatur über den Gegenstand erhalten. P. D. Der Neujahr 1912 vom König von England zum Baronet erhobene Sir Grorge Albu ist 1857 in Berlin geboren, ein Urenkel des verstorbenen Oberrabbiners von Schwerin Dr. Joseph Albu. Er ist verheiratet mit einem geborenen Fräulein Gertrud Rosendorf aus Berlin und nimmt eine hervorragende Stellung in der südafrikanischen Minenindustrie ein. — Sir Lionel Phillips gehört gleichfalls zu den südafrikanischen Industrie-Magnaten. Zur Zeit der Burenherrschaft war er ein eifriger Parteigänger Englands. Er interessiert sich auch besonders für die landwirtschaftliche Entwicklung Transvaals. Er schuf ein Museum der schönen Künste in Johannesburg und ist Mitglied des südafrikanischen Parlaments. Regelmäßiger Leser in Lemberg. In Wien besteht seit einigen Jahren ein Kurs zur Ausbildung jüdischer Krankenschwestern. Der Kurs, wie auch das Heim für jüdische Krank nschwestern wird von der Kultusgemeinde erhalten. Die Zöglinge werden im Spital der Kultusgemeinde ausgebildet. Nähere Ansknuft über Aufnahmsbe» dingungen etc. erhalten Sie bei der Direktion des israelitischen Spitals Wien, XVlll., Währinger Gürtel 97. Aehnliche jüdische Institutionen gibt es anch in Berlin, Budapest, Frankfurt a. M., woselbst Sie bei den betreffenden Kultusgemeinden die gewünschten Aufklärungen erhalten werden. Schimmer!. Nicht gestattet. Notizen. Subskription auf die neue Kronenrentenanleihe. Der k. k. Finanzminrster hat den Betrag von 200,000.000 Kronen neue steuerfreie 4% österreichische Kronenrente mit Verzinsungsterminen l. Juni und r. Dezember an das unter Führung der Postsparkasse bestehende Konsortium begeben, welchem das Haus Rothschild und fast sämtliche Banken Oesterreichs angehören. Die Subskription findet Montag den 29. Jänner bei allen dem Konsortium angehörigen Instituten sowie auch bei den Postämtern statt. Der SubskriptionSkurs beträgt 90'25%- Für gesperrte Stücke wird eine Vergütung von 0-lü0/o für sechsmonauiche und von 0'20%'für zwölfmonatliche Sperre gewährt. Bei der Subskription ist eine Kaution von 5% zu erlegen und hat die Einzahlung des für die zugeteilten Obligationen entfallenden Betrages in zwei Raten am 20. Februar und 12. März 1912 zu erfo gen. Die näheren Bestimmungen find aus den kundgemachten Prospekten und Subskriptions-Einladungen zu entnehmen. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. »Hotel Stefanie“, II, Taborstratze 12. Freitag den 26., Samstag den 27.. Sonntag den 28. und Montag den 29. Jänner 1912: „Kol N i d r e" Operette von M Scharkanski. — Sonntag den 28. Jänner um halb 4 Uhr nachmittags: „Tante Zipoire“, Komödie von I. Lateiner. — Dienstag den 30. Jänner: „Der komische Herrscher", Operette von N. Scheikewiez. — Mittwoch den 31. Jänner -„Der Deserteur" von I. Lateiner' — Donnerstag den 1. Februar: „Sulamith", Operette von A. Goldfaden.