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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-01-26 · 4 (26.1.1912) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
4 (26.1.1912)
Date
1912-01-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 Dr. Blochs WochMchrift Seite 86 mutzte, setzte sich der Verband mit außerordentlicher Energie für ihn ein: rühmend mutz hervorgehoben werden, datz sich kein College des böhmischen Verbandes um jene Stelle bewarb. Der Beschluß, wegen der Nichtauszahlung der Remunerationen für den israelitischen Schulgottesdienst und die Erborten im Schuljahre 1910/11 in Böhmen, eine Deputation ans Ministerium für Kultus und Unterricht zu senden, wurde noch am selben Tage ausgeführt. Der Präsident Prof. Dr. Kurrein und Vorstandsmitglied Dr. Emil Schwartz fuhren nach Wien und sprachen am 28. Dezember im Ministerium vor. Herr Hofrat Krappel erklärte, datz die Remunerationen für die Abhaltung des Gottesdienstes in Böhmen ausgezahlt werden würden: die betreffenden Neligionslehrer sollten nochmals ein Gesuch einreichen. Wegen der Ausführung dieses Beschlusses mutzte der angekündigte Vortrag des Herrn Dr. Karl Thieberger aus Vudweis verschoben werden. Einstimmig wurden wiedergewählt: Prof. Dr. Ku rrein-Teplitz '(Präsident). Prof. Dr. Stern- Saaz und Prof. Dr. Kisch-Prag zu Vizepräsidenten. Prof. Dr. V i a ch - Vrür (Schriftführer). Dr. Emil Schwartz-Prag (Kassier). Dr. Karl Thieberger- Vudweis und Prof. Dr. Emil H o f m a n n - Reichenberg als Beisitzer. Wünschenswert wäre es, wenn auch die übrigen Mitglieder des Rabbinerverbandes ihre Anregungen dem Präsidenten des Verbandes mitteilteir. Zwei Lehrkanzeln für Talmud an der Budapests Universität. Von gutinformierter Seite wird uns von Budapest gemeldet Die ungarische Regierung trägt s'ch 'chon lange mit dem Gedanken, an der Budapester Universität einen Lehrstuhl für Talmud und talmudische Literatur zu errichten. Die Verhandlungen zogen sich jedoch in die Länge und stietzen ursprünglich in den Kreisen des hohen Klerus auf Widerspruch. Nun sind diese Verhandlungen so weit gediehen, datz die Vereinbarung getroffen wurde, anstatt einer Lehrkanzel zwei solche für Talmud zu schaffen, und zwar eine auf der katholisch-theologischen Fakultät und die zweite auf der philosophischen Fakultät. Die matzgebenden Kreise haben sich auch bereits auf die Personen der für diese Disziplin zu berufenden Gelehrten geeinigt. Demnach wurde für die talmudische Lehrkanzel auf der katholisch-technologischen Fakultät der bekannte GelehNe Jesuitenpater Professor Leopold Huber, gegenwärtig Lehrer am erzbischöflichen theologischen Seminar in Kolocsa und für die philosophische Fakultät der Professor für Talmud am Budapester Rabbinerfeminar, Dr. Ludwig Blau, in Aussicht genommen. Beide Lehrkanzeln sollen zu Beginn des nächsten Schuljahres inauguriert werden. Erwerbung der österreichischen Staatsbürgerschaft durch italienische Juden aus Saloniki. Die noch immer nicht behobene Gefahr der Ausweisung der Italiener aus der Türkei hat eine grotze Anzahl in der Türkei lebender italienischer Juden veranlaßt, im Nachbarreiche Oesterreich und Ungarn sich um die Heimatsberechtigung zu bewerben. So wird aus Steinschönau, einer kleinen Gemeinde in Böhmen, gemeldet: In einer außerordentlichen Stadlvertretungssitzung wurde über einige interessante Ansuchen um Aufnahme fremder Staatsangehöriger in den Heimatsverband der Gemeinde Steinschönau beschlossen. Es handelt sich um sechs Aufnahmegesuche. Die Ansucher sind: die in Saloniki lebenden Griechen Basil Morzopule und Platon Morzopule, dann die in Saloniki lebenden Italiener Daniel Modiano, Samuel Modiano, Moise Modiano und Vitalio Mod-ano. Die Morzopule betreiben ein Schnittwaren-, die Modiano ein Glasgeschäft. Nach den Mitteilungen des in Saloniki amtierenden österreichischen Konsuls haben die Gesuchsteller Vermögen von 50.000 bis 200.000 Kronen. Der Krieg und die Befürchtung, datz es zu einer Ausweisung der Italiener oder durch das oft gespannte Verhältnis zu Griechenland kommen könne, sind die Beweggründe d-:r Erwerbung des österreichischen Staatsbürgerrechtes. Es wurde beschlossen, den Ansuchen der Gesuchsteller, die mit hiesigen angesehenen Firmen in Geschäftsverbindung stehen, unter der Bedingung Folge zu geben, datz jeder derselben 1000 Kronen in die Armenkasse entrichtet. _ Die Ehies-Rabbifrage m England. Aus London wird berichtet: Die mit großer Spannung erwartete Delegiertenversammlung, in welcher die prinzipiellen Gesichtspunkte, welche bei der Besetzung des vakanten Chief-Rabbipoftens zu beobachten seien, festzusetzen hatte, hat am vorigen Sonntag in London stattgefunden. Hundert Delegierte aus allen Teilen des vereinigten Königreicheswaren zu dieser historischen Beratung, wie sie von den meisten Rednern genannt wurde, in London eingetroffen. Die Konferenz fand unter dem Vorsitze des Präsidenten der Londoner United Synagogue. Lord Rothschild, statt. Die Beratungen nahmen stellenweise einen stürmischen Charakter an. da sich immer mehr und mehr die gegensätzliche Auffassung zwischen den eingeborenen und eingewanderten Juden in England geltend machte. Den Sieg trug, wie bei den heutigen Verhältnissen in England nicht anders zu erwarten war, die ..Gruppe der Eingeborenen" davon. Dieser Sieg kam in der Annahme zweier Resolutionen zum Ausdruck, durch welche die ganze Chier- Rabbifraae in ein Fahrwasser geleitet wurde, das. wie mehrere Mitglieder der Opposition ganz offen verkündeten. noch sehr oft der Schauplatz des Unfriedens fein wird. Die erste Resolution bestimmt, datz an der Wahl eines Chief-Rabbis nur diejenigen Gemeinden und kultuellen Vereinigungen durch eine ihrer Beitragslentung entsprechende Anzahl von Wahldelegrerten teilnehmen können, welche schon bisher zur Erhaltung des Chief- Rabbipoftens Beiträge geleistet haben. Durch diele Resolution werden alle jene wichtigen kultuollen Körperschaften des East-End von der Einflußnahme aut das Chief-Rabbinat ausgeschlossen, welche durch ihr ganzes intensiv religiöses Leben und durch ihre Sorg' um die Erhaltung des religiösen Sinnes innerhalb der englischen Judenschaft bei der Auswahl der Persönlichk'it für das Chiei-Mabbiamt am meiften interessiert sind. Noch engherziger fft die zweite Resolution, welche besagt, datz für die Wahl eines Chief-Rabbivoftens nur ein englischer Rabbiner in Betracht kommen könne. Durch diesen Beschluß wird der Kreis derjenigen, welche bei der Wahl nunmehr in Betracht gezogen werden können, so enge gezogen werden, datz es auf sehr viele den Eindruck macht, als ob diese Resolution direkt aut den Leib einer bestimmten schon vorher ins Auge gefaßten Person zugeschnitten worden wäre, welche man vor der der Konkurrenz auswärtiger bedeutender Rabbiner hat von vorneherein schützen wollen. Bon den Kämpfen m der Alliance Jsraelile. Die ,,N. I. K." berichtet: Wie aus Paris gemeldet wird, hat das Zentralkomitee der Alliance Israelit? Universelle in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Deutsche Konferenzgemeinschaft der A. I. U. nicht mehr als Vertretung der deutschen Alliancemitglieder anzuerkennen. Die deutschen Lokalkomitees sollen in Zukunft direkt mit dem Pariser Zentralkomitee korrespondieren und die Beiträge nach Paris abliefern. Diese Matz-

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