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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-01-05 · 1 (5.1.1912) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
1 (5.1.1912)
Date
1912-01-05
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 14 Dr. Mochs WvchOMrift Nr. I teilte sie ihre Gaben aus, nie kam sie ohne Leckerbissen, und in gerechter Weise teilten ihre milden Hände sie aus, wenn auch ihre Augen das Matz nicht sahen. Wie freute sie sich auf unser in der Entstehung begriffenes Heim, zu dem sie so manchen Sparpfennig beigesteuert hatte! Ich versprach ihr, daß sie die erste sein solle, die in dieses Haus einziehen werde, als der gute Genius armer, siecher Kinder, als die Verkörperung wahrer Menschenliebe und frommer Ergebung in schweres Leiden. Nun ist sie am 28. Dezember 1911 in Kattowitz, 22jährig, von ihren Leiden erlöst, in jene Sphären gewandert, woher sie zu kommen schien. In Tönen hat sie ihren Geist aufgegeben, indem sie sich mit Meister Mozarts Wiegenlied in den ewigen Schlaf sang. Ich weihe tränenden Auges ihrer lichtvollen Leidensgestalt diese Worte der Erinnerung als ein Zeichen der Dankbarkeit für die herrlichen Gaben, in welche sich unsere Schützlinge teilten. Vielleicht war es mir gegönnt, durch diesen Jmmertellenkranz pietätvoller Erinnerung ihren Eltern einigen Trost gespendet zu haben. Wien. SofieGrünfeld. Literatvr. Ges.Abhandlungen von Ludwig Philippson. Leipzig 1911. Gustav Fock’ M. 12, geb. M. 15. Der 28. Dezember 1911 wird in jüdischen literarischen Kreisen als der hundertste Gedenktag des mutigen Vorkämpfers für die Emanzipation der deutschen Juden gefeiert werden. Sein Organ, die „Allgemeine Zeitung des Judentums“, das ihm durch fünfzig Jahre als eine wirksame Waffe zur Abwehr nach Aussen und als Friedensruf zur Sammlung und Vertiefung im Innern gedient bat, gewann nickt nur politische, sondern auch hohe kulturgeschichtliche Bedeutung. Schon diese Gründung würde genügt haben, ihm in der Ruhmeshalle des Judentums einen Ehrenplatz zu sichern. Nun erfahren wir aus dieser Sammlung von Schriften, die den Wenigsten selbst nur dem Namen nach bekannt waren, dass er auch als Popularphilosoph nicht verdiente, unbeachtet zu bleiben. Von seiner Wirksamkeit als Prediger wissen noch heute in Norddeutschland weit über die Gemeinden, in denen er gelebt, Viele zu berichten. Die grösste Ueberraschung bieten aber die Schlussbemerkungen Hermann Cohens, die sich, wie bei allem, was dieser vornehme Geist bietet, zu wertvollen Ausblicken von weitestem Horizont sich steigern. x. Feiner J., Ludwig Philippson. Berlin 1912. Louis Lamm. M. 1. Zur rechten Stunde erscheint hier eine als Jugendschrift gedachte Biographie Philippson’s, die zu der bekannten von Kayserling manche Ergänzung bietet und sicherlich geeignet ist, unserer Jugend jüdischen Idealismus einzuflössen. R. Der Mensch aller Zeiten, Natur und Kultur der Völker der Erde (Vollständig in 4j Lieferungen, je II. 1, München-Berlin. Allgemeine Verlagsgesellschaft m. b. H.) Die vorliegende 8. Lieferung behandelt das Alter des Menschengeschlechtes. Inhalt und Ausstattung stehen wie bisher in allen Lieferungen auf der Höhe. Von besonderem Interesse ist die Abbildung: Die Faustkeile und Mousterientypen aus dem unteren Niveau der Gudenushöhle in Niederösterreich. — o — »Die Stimme«, Zentralblatt für Stimm- und Tonbildung, Gesangunterricht und Stimmhygiene. Herausgegeben vom Sanitätsrat Dr. Th. 8. Flatau und Rektor K. Gast. Verlag von Trowitzsch u. Sohn, Berlin SW 48, Wilhelmstrasse 29. Vierteljährlich M. 1.50. Charles Dickens, Nikolas Nickleby. Roman. In zwei Bänden. Deutsch von Gustav Meyrink. Geheftet M. 6, in zwei Pappbänden M. 8, in zwei Halbfranzbänden LI. 12. Verlag von Albert Langen in München. Als elfter und zwölfter Band der bekannten, vom Verlage Langen veranstalteten neuen Dickens-Ausgabe erscheint nun der so geschätzte „Nikolas Nicklehy“. Es ist die typische Geschichte vom endlichen Siege des Guten über das Böse, aber eben von Dikens erzählt, über dessen feinen Spott dem Allzumenschlichen gegenüber und über dessen erquickenden Humor nichts mehr zu sagen ist; man kann sich nur immer wieder darüber freuen. Man kann sich von diesem Buche nur schwer losringen. Fachs, Illustrierte Sittengeschichte. Bd. 3: Das bürgerliche Zeitalter. München 1911. Alber Langen. Das prächtige Werk nimmt rüstigen Fortgang. Die voregenden zwei Hefte sind Musterleistungen. x. Fr. v. Mensi, Geschichte der direkten Steuern in Steiermark bis zum Regierungsantritte Maria Theresias. Bd. II, Graz 1912. Verlag „Styria“. K 5. Auch dieser Band enthält für die jüdische Geschichte wichtige Einzelheiten (vgl. den jüdischen Wundarzt Michl, 8. 292). Ganz besonders wertvoll ist das Kapitel „Spezialhesteuerung der Juden im Mittelalter“, S. 289, Fg. Die Nachweise der hohen ökonomischen Bedeutung der Juden, an die sich natürlich auch die allgemein kulturelle knüpft, da ohne Geld keine Bildungsanstalten, erfahren hier eine wertvolle Bereicherung, x. Abraham a Lancia Clara. Blütenlese aus seinen Werken. Freiburg im Breisgau. Herder. Bd. II Mit zehn Bildern. K 4.32, geb. K 5.28. Auch dieser zweite Band zeigt, wie der „moralische Haudegen“ auf allen möglichen Wiesen die Blümlein gepflückt hat, die er seinen Zuhörern zum Strauss zu winden wusste. Dass er sich erfolgreich als Dichter versucht hat, wird hier Mancher zum ersten Male sehen. Salomon A. Rosanes, Geschichte der Jaden in der Türkei vom Jahre 130!) bis 1520. Husiatyn 1907. L. Schwager und D. Fränkel. Das Buch, dem bibliographische Anhänge von Porges und Marx beigegeben sind, enthält eine Fülle bisher unbekannten Materiales über die für unsere jüdische Geschichte so wichtigen türkischen Juden Insbesondere werden auch für das innere Leben dieser Juden, ihre Volkslieder, Namen usw. wertvolle Beiträge geliefert. A. R. J. Willomitzer, Eine Nacht *im Mittelalter und andere Geschichten Phi. Reclam. Leipzig. Köstliche Proben unseres österreichischen Humoristen, ur Geschichte der Wormser jüdischen Gemeinde, ihrer Friedhöfe und ihres Begräbniswesens. Gedenkschrift zur Eröffnung des neuen Friedhofes. Worms 1911. H. Kräuter (Julius Stern). Max Levy, S. Rothschild und Stadtbaurat Metzler haben sich hier vereint, um eine der altberühmten Gemeinde Worms, die wie wenige sich ihrer Pflichten gegen eine grosse Vergangenheit bewusst ist, würdige Festschrift heranszugeben. Ein Vorbild zur Nacheiterung. x. Rabbiner Jos. Nobel, Libanon. 2. Teil. Halberstadt, Selbstverlag des Verfassers. Wir haben über das Erscheinen dieses Schlussbandes um so grössere Freude empfunden, als ein solches Werk uns dringend notgetan hat. Welche Literatur .haben die Psalmen in christlichen Kreisen hervorgerufen! Und wir stehen hier, allenfalls von 8. R. Hirch abgesehen — es ist kaum glaublich — vor dem ersten Versuch, mit Benützung der jüdischen Tradition ein lesbares Erbauungsbuch über diese Perlen der Weltliteratur in deutscher Sprache zu bieten. Ohne Kommentar, das muss man immer wiederholen, kann man dem Laien kein Bibellesen zumuten. Er wird von der Bibel — Ausnahmen lassen wir gewiss gelten — mehr enttäuscht als angezogen werden. Es sollte endlich planmässig auf einen jüdischen Kommentar hingearbeitet werden, der die ganze heilige Schrift umfasst und unsere Bibel wirklich zu unserer Bibel macht. * x. A. Ungnad, Aramäische Papyrus aus Elephantine. Leipzig 1911. J. C. Hinrichs. M. 3, geb. 3.60. Im Aufträge der Generalverwaltung der königlichen Museen zu Berlin hat Sachau soeben das gesamte Material der Papyrus und Ostraka aus der jüdischen Militärkolonie in Elephantine herausgegeben Ungnad bietet auf Grund dieser Publikation eine kleinere Veröffentlichung nebst ausführlichem Kommentar. Originell ist im Vorwort seine Lösung des Tetagrammatons. x Davis Trietsch, Bilder ans Palästina. Berlin 1911. Orient-Verlag. Eine hübsch illustrierte Wanderung durch Palästina, alles mit den Augen eines Juden gesehen, der an die jüdische Zukunft dieses Landes glaubt. G. Hecht, Der neue Jude. Leipzig 1911. Gustav Engel. M. 3.50. Eine Zusammenfassung zionistischer Grundlehren,. Abweisung des überlieferten Judentums als Religion, eine Skizze der leitenden Erscheinugen der zionistischen Bewegung u. dgl. mehr. Felix Holländer, Charlotte Adutti. Berlin 1911. Ullstein u. Co. M. 1. Was Gott nicht zusammentut, soll der Mensch hübsch einanderhalten. So drückten die Alten aus, was hier an einem tragischen Menschenschiksal gelehrt wird. Das Buch zeigt alle Vorzüge Holländer’s, Dialoge von glänzender Dialektik. 6h. Heller, Untersuchungen über die Pescbitta. Teil I. Berlin 1911. M. Poppelauer. M. 2.^0, Der Hauptwert dieser Studie liegt offenbar in den sorgfältigen Nachweisen talmudischen Einflusses. Le Traducteur, The Translator, II Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Diese Publikationen sind vorzügliche Hilfsmittel für Deutsche zum Weiterstudium der französischen, englischen und

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