Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 52 (29.12.1911)
- Date
- 1911-12-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 87» tlt. 53 £t. Blochs WochMschrift Wichtigkeit -des Thorastudiums betonte und Hervorbob, daß hiesige Kaufleute seit einem Jahre Gelegenheit nehmen, sich täglich von 7,9— V210 Uhr abends vereint im Beth-hamidrasch-Lokale diesem Studium zu widmen und schon einen Trakakt vollendet haben. Um 7 Uhr abends versammelten sich die Festteilnehmer im Restaurant Hotel „Hotel-Aork" des Herrn Jakob Pinkas zu einem Bankett, woselbst sie einen festlich dekorierten Saal und eine herrlich gedeckte Tafel vorfanden. 55 Hervorzuheben ist, daß die"beiden Redner, Herr Rabb. Baumgarten und Herr S. Schreiber, viel zur Weihe dieses festlich begangenen Abends beitrugen. Beide Herren hoben das Verdienst der Kaufleute hervor, welche sich allabendlich im Vereinslokale einfinden, um am Lernen teil- »unehmen. Es sprachen noch Herr Rabb. Fleischmann. Herr Wolf Pappenheim und zum Schlüsse Herr David Baumgarten. Herr Efraim Müller, Vorbeter des Vereines, gab ein ein paar schön vorgelragene Melodien zum Besten. Hiernach wurde das Benschen lizitiert und von Herrn Schreiber für 150 K erstanden. Sn. angenehmer Stimmung verließen die Teilnehmer das Restaurant, nicht unterlassend, den Gastgeber^Herrn Pinkas ihrer vollsten Zufriedenheit zu versichern. Wien. (Chanukabescherung in Simmering.) Sonntag den 17. d. M. fand im Hause der Frau kais. Rat Netty Vogel, Wien, XI., Dampfmühlgasie, die von dem Simmeringer Frauen-Wohltätigkeits-Vereine veranstaltete Chanukabeteilung der armen israelitischen Kinder Simmerings statt. Mit freudigem Frohlocken waren :.diese Aermsten der Armen dem Rufe der hochherzigen Frau gefolgt; denn sie wissen, wenn sie ruft, gibt es nichts Unangenehmes, sondern nur Liebe und wahre Herzensgüte ist es, die sie an die Armen gemahnt. Und so war es auch diesmal. Aermlich bekleidet betrat so manches der 'armen Kinder das Haus seiner Wohltäterin und wohl gewappnet gegen die Unbilden des Winters durften sie es Dank den Bemühungen des israelitischen Frauen-Wohltät'gkeits-VereineS in Simmering, an dessen Spitze durch ihre intellektuelle und materielle Unterstützung jene herzensgute Dame steht, wieder verlasien. Von ihren Kindern, Herrn kais. Rat Louis Vogel, Frau kais. Rat Berta Pollak und Frau kais. Rat Doktor, talkräftigst unterstützt» bewrrtete sie die Kleinen mit den köstlichsten Leckerbissen und überreichte dann einem jeden die für ihn bestimmen Sachen mit einem Geldbetrag. So zu wirken möge dieser edlen und vornehmen Dame und ihrer Familie noch lange vergönnt sein, zum Wohle und zur Freude der Armen. Wien. (Eine Chanuka-Nachfeier im 21. Bezir ke.) Am 25. d. M. fand im Festsaale des Hotels „Goldener Engel" in Floridsdorf eine Chanuka-Nachfeier statt. Rabbiner Doktor Rosenmann hielt die Festrede, die auf das den srhr geräumigen Prachtiaal dis auf's letzte Plätzchen süllende Auditorium großen Eindruck machte. Bei der nun folgenden Akademie, arrangiert vom Herrn Religionslebrer Krug, sprach Herr Religionslehrer Gotthold Antscherl als Prolog sehr wirkungsvoll die herrliche Dichtung .$«8 Strebe n nach Ehre« von weiland Oberrabbiner Josef Wrisse. Es folgten sehr schöne Vorträge von Gedichten, Liedern und Musikstücken. Besonderen Beifall fand die sehr gelungene Aufführung der „Makkabäer", in denen Herrn Krug's „Matathias" und die anderen mitwirkenden Damen und Herren allgemein gefielen. Aber auch Knaben und Mädchen beteiligten sich aktiv an der Akademie, welche mit der den armen Kindern gebotenen Festjause bis 7 Uhr abends währte. Chordirigent Perl komponierte einige schöne Chöre und brachte sie durch 50Kinder wirkungsvoll zum Vortrage. Genannt seien noch die Damen und Herren: Freiberg, Hermann, Kaufmann, Brüder Lampel Lehr, Pollitzer, Eibenschütz, Brüder Rosenmann, Schwester Schars, Schick und Treibl. Frau Rosenmann, Frau P äsidentin Grünwald und Herr Vorsteher Grünwald machten sich um die Feier besonders verdient. Viele Honoratioren und Festgäste auch aus anderen Wiener Bezirken waren zugegen. a. Wien. Der Herausgeber der „Korrespondenz Kulka", Herr Alois Knika, hat durch den Heimgang seiner im 65. Lebensjahre nach längerem Leiden verstorbenen Gattin, BertharKulka, einen tiefschmerzlichen Verlust erlitten. Das Leichenbegängnis fand Sonntag den 24. Dezember unter Teilnahme zahlreicher Freundeskreise statt. Die Trauerfunktionen versah Erster Kantor S. Jurberger mit dem Chore. Dem untröstlichen Gatten kamen viele^Beileldskunogebungen zu. Wien. Populär - wiss e nsch a f t li ch> Freitag- Abend-Vorträge - auch Frauen zugänglich^— im Bet-Hamidrasch „Talmud Thora", II, Malzgasse 16. Am 29. Dezember: Herr Professor M. Autscherl: „S a bb a t l i c d e r" und am 5. Jänner: Herr Rabb. L. Goldstein: „R. Josef Karo und seine Bedeutung fürs Judentum." Begmn?7z Uhr abends. Wien. (Der jüdis'che Handln ngsgehilfen-Verb a n d) veranstaltet Samstag den 6. Jänner 1912, im Festsaale des Hotel „Post", I., Flerschmarkt 16, sein drittes Gründungsfest unter freundlicher Mitwirkung von Frl. Grete Ly (Mitglied des Carltheaters), Frl. Leonore Schwarz (Konzertiängerin). sowie der Herren Professor Roderich Baß (Klavier), Dichter Beda (Vorlesung eigener Dichtungen), Richard Großmanu (Mitglied des Berliner deutschen Theaters). Nach Schluß der Vorträge Tanzkränzchen. Musik der Salonkapelle Goldner. Tanzarrangeur Jaques Löw. Das Reinertiägnis fließt dem Stellenlosenunterstützungsfonds zu. Entree im Vorverkauf K 1.50 (an der Abendkassa K 2.-). Beginn präzise 9 Uhr abends. Karten im Vorverkauf sind täglich im Verbandslokale: II., Taborstraße 20 (von 8 bis 9 Uhr abends), ferner im Cafe „Zur Börse", I.. Wipplingerstraße 35. Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1 und Cafe Stefanie, XX., Mathildenplatz 11 erhältlich. Wie«. (Schauturnen.) Der „Jüdische Turnverein Favoriten" veranstaltete am 9. d. M im Festsaale d-s Verbandsheime« sein erstes Schauturnen und gab damit den zahlreich erschienenen Zuschauern — unter denen man viele Mitglieder der Brudervereine, Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. A. L. Mandel, die Vorstände des israelitischen Humanitätsvereines X, Tempelvereines X und jüdischen Schulvereines X, akademische Verbindungen und Vereine u. n. a. m. bemerkte — Beweis,' daß auch dieser junge Verein mithilft, da- Märchen von der „körperlichen Minderwertigkeit der Juden" zu zerstören. Die gut erdachten und exakt durchgeführten Freiübungen der Damen-, Herren- und Kinderabteilung fanden ebenso vollen und starken Beifall wie die strammen und oft schwierigen Geräteübungen der Turnerinnen und Turner. Besonders hervorzuheben sind die Vorführungen der Kinderabteilung, die für ihre schöne Leistung mit Jubel überschüttet wurde. Alles in allem kann der Verein mit seinem ersten Schauturnen wohl zufrieden sein und wenn er auf dem betretenen W-ae fortfährt — dafür bürgt der glänzende Turnleiter meä. Adolf Taglicht und der Eifer seiner Turner — so wird er wohl bald m« den anderen Turnvereinen in einer Linie marschieren und dann in edlem Wettstreit mit ihnen zum Heile des Judentums wirken. Jüdische Toynbeehalle. Das nächstwöchentliche Programm ist wie folgt festgesetzt' Samstag den 30 d. M.: Konzert. — Montag den I. Jänner: Herr I. Löw: ..Der T'erschutz im Talmud". . — Dienstag den 2.: Prof. Dr. K. Kupfer: .Jüdische Geschichte". (Zyklus.) — Mittwoch den 3.: Herr Richard Liffa«: Werner Sombart's „Die Juden und das Wirtschaftsleben". — Donnerstag den 4.: Med. Richard Volk: „Die Hygiene der Haut". — Freitag den 5.: Bibelvortrag. Beginn der Vorträge: An Wochentagen halb 8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely, Wien, l., Fischerstiege 6, gelangen lasten. Wien. (Beth-Haam (Jüdisches Volksheim). Samstag den 30. d. M., 7j8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. D. Feuchtwaug: „Der Rabbi von Rothenburg". Hierauf Violinsolo des jugendlichen Geigers Mischa Stiefelbaud. — Anmeldungen für Borträge oder Konzerte wolle man gefl. an den Präsidenten Dr. M. Förster, XVI., Thaliastraße 22, richten. Austritte aus dem Judentum Vom 17. bis inkl. 23. Dezember 1911. Brand Berta, Magazineurin, geb. 30. September 1887, Meidling, XII. , Bendlgasse 8. Brüll Ernestine geb. Handl, geb. 30. April 1873, Wien, VIII., Schönborngasse 6. Ferstner Alfred, Maschinenarbeiter, geb. 12. September 1886, Wien, XX , Universumstrasse 50. Goldmann Bernhard. Uhrmacher, geb. 1. Juli 1865, XVII., Hernalser Gürtel 15. Goldmann Otto, Landwirt, geb. 28. September 1882, Sodek bei Trebitsch, IX., Thurngasse 15. Hochstim Chaskel, k. k. Finanzsekretär, geb. 6. Juni 1869, Podgorze, IV., Karlsgasse 11. Resler Fanni Feige, geb. 9. Februar 1884, Czernowitz, I., Annagasse 3. Busse Marcell, geb. 7. März 1887, Wien, III., Weissgärberlände 40. Schick Hermine, Private, geb. 4. August 1874, Wien, II., Franzensbräckenstrasse 4. Seidenberg Guissia, geb. 11. Juni 1881, Kiew (Russland), II., Kleina Sperlgasse, Hotel New-York. Seidenberg Leiba, Kaufmann, geb. 17. Dezember 1868, Russland Hotel New-York. Sternberg Hermann, Mediziner, geb. 24. Juni 1888, Wien, VI.» Millergasse 46. SÜ8Z Hermine, Private, geb. 21. Dezember 188t, St. Anton (N.-Oe.), XIII. , Hadikgasse 118. Wei8S Emii, geb 10. Jänner 1888, Wien, Budapest. Weissbach Hedwig geb. Kohn, geb. 23. Juli 1846, Berlin, IX., Hörigasse 6. Winter Oskar, Baurat, geb. 10. Dezember 1882, Slovnia (Bezirk Bressko), II., Czerningasse 7. Brünn. (JüdischeToynbeehalle.Chanukafeier.) Ein herrliches Kinderfest, wie es in solchen Dimensionen in Brünn wohl noch nicht gesehen wurde, vereinigte am 17. d. M. anläßlich der von der Jüdischen Toynbeehalle veranstalteten Kinder-Chanukafeier eine überaus große Anzahl von Kindern und Erwachsenen im stästischerr Redoutensaale. Mehr als tausend jüdische Kinder waren dem an sie ergangenen Rufe gefolgt; sie alle sahen die Chanukalichter in feierlichster Weise entzünden, hörten aus berufenem Munde die Geschichte des Chanukafestes, ergötzten sich an Lichtbildern, die so recht in den