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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-29 · 52 (29.12.1911) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
52 (29.12.1911)
Date
1911-12-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Dr. Blochs WoWnWkM Seite 869 Nr. 83 Spendenliste für die Plenarsitzung vom 24. bezw. 25. Dezember 1911. Von Herren Dr. AlioirS, Louis und Eugen Freiherrn von Rothschild in Ausführung eines lktztwilligen Beschlusses ihres Vaters des Herrn Barcn Albert Rothschild f. A. für das Spitcl der isr. Kultusgemeinde . . . . K 200.000.— „ Frau Baronin Charlotte Königswarter, für den Verband zur Unterstützung armer israel. Wöchnerinnen.K 1000.— „ Frau Hedwig Kohn, Advokatensgattin, zur Verteilung an Arme jüd. Konfession.„ 500.— Entnahme der Sammelbüchsen im Tempel XVIII., Schopenhauerstraße: Für den isr. Frauenverein XVIII. X 89.40 „ die Cbewra-Kadischa XVIII. „ 69.13 „ Zedokoh XVIII.„ 157 57 zusammen . . . K 316.10 Von Frau Sidonie von Taussig anläßl. des Todestages ihres sei. Gatten des Herrn Theodor Ritter v. Taussig zur Verteilung an Arme X 200.— „ „Anonymus" durch Herrn Dr. Alfred Berger, Baden für die Schulküche in der Brigittenau. . „ 50.— „ Dr. I. W. für die Chewra Kadischa I.„ 50.— „ I- I. Russo für die Schulküche in der Brigittenau „ 20.— „ Herrn Dr. Ferdinand Grünberger zwei wertvolle Luller für das isr. Spital. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Budgets für das Jahr 1912. Das Referat hierüber hat Kultusvorsteher Gemeinderat Max Frank, der hiezu das Wort erhält, und folgendes ausführt: Sehr geehrte Herren! Ich beehre mich Ihnen hiemit den Voranschlag der Finanzgebarung unserer Gemeinde für das Jahr 1912 vorzulegen, wonach fich die Ausgaben mit X 3 326.769 09, die Einnahmen mit X 3,223.203 66 beziffern, so daß sich rechnungsmäßig ein unbedeckter Fehlbetrag von X 103.56543 ergibt. Bevor ich meine Ansichten über das durch den h urigen Voranschlag sich bietende Gesamtbild entwickle, werde ich mir erlauben, die wesentlichen Veränderungen, die sich in den einzelnen Abschnitten gegen das Vorjahr ergeben, zu erörtern: Abschnitt A: Bethauser, Kultus- und rituelle Angelegenheiten, erfordert gegen das Vorjahr um X 6000'— mehr, und zwar zeigt Kapitel 1, Stadttempel, im Einklang mit dem diesjährigen Ergebnis ein Plus der Einnahmen von X 7500'—, bei den Ausgaben dagegen ein Minus von X 200'—. Kapitel 2, Tempel Leopoldstadt, Mehrausgaben von X 10.600'— die hauptsächlich in der Einstellung von X 10.000'— für Erneuerung der Heizanlage ihren Grund haben. Kapitel 3, Tempel XV, Einnahmen Plus X 600'—, Ausgaben um X 4000*— höher, und zwar bei Post 1 weg°n Anstellung eines Unterkantors. Kapitel 4, Tempel XVI, unverändert, Kapitel 5, Tempel XVIII, Ausgaben X 800'— höher, bei Post 10 Beleuchtung, Post 36, Renovierungen, dagegen Ersparungen bei anderen Posten. Kapitel 6, Tempel XXI, ein Plus der Ausgaben von X 2000'— bei Post 1 Gehalte. Kapitel 8 Subventionen an Bet Haus-Vereine eine um X 5000'— höhere Veranschlagung. Bei diesem Kapitel find diesmal die ordentlichen mit den seit drei Jahren gewährten außerordentlichen Subventionen zusammengezogen worden, dagegen ist die Reserve Post 31 um X 7000'— reduziert. Kapitel 9, Rabbinat ist um X 1000'— gestiegen, obgleich die Reserve gegen das Vorjahr um X 1000'— reduziert wurde. Kapitel 10, Fleischregie ist neuerdings um X 6500'— im Zuschuß höher als im Vorjahre, trotzdem die Zahl der Schächtungen im Jahre 1911 abgenommen haben, weshalb auch die präliminierten Einnahmen um X 13.000'— niedriger eingesetzt erscheinen. Kapitel 11, Badhaus (Mikwah) bedarf diesmal des vorjährigen Zuschuffes von X 10.000'— nicht mehr, da die Aussicht besteht, daß die Einnahmen den Ausgaben entsprechen. Abschnitt B: Unterrichts-Angelegenheiten, erfordert einen um X 4000'— höheren Zuschuß als im Vorjahr, und zwar Kapitel 13, Religions-Unterricht, bei Post 1 infolge von Klaffenleitungen, Bestellung von Aspiranten, welche im September vielleicht zu Supplenten vorrücken und Einführung von fakultativen Stunden um X 10.000'— mehr, Post 12 Inspektoren K 1300'— weniger, Post 14 Supplenten PluS X 1200 —, Post 17 Lyzeum X 360 — entfällt Heuer, Post 31 X 800'— mehr. Post 42 Lehrerbildungs-Anstalt X 21 000 — ist wegen Auflassung derselben Heuer nicht eingestellt, dagegen ist bei Post 54 als Nachtragsauslagen für das genannte Institut X 1500'— und bei Post 56 Reform des Religionsunterrichtes X 3000'—, bei Post 57 Präparationen X 1000.— neu und bei Post 58 Reserve X 1500— mehr eingestellt worden. Kapitel 14, Konfirmation, ist um X 700'— in den Ausgaben wegen genügendem Vorrat an Gebetbüchern geringer. Kapitel 16, Subventionen X 8400'— höher, weil Zinsenanteil am Goldschmidt-Legat Heuer um X 5700'— geringer und verschiedene Ausgabsposten, insbesonders Post 2 Beiträge an arme Schüler und Post 47 Abhaltung von Vorträgen. zusammen X 2700'— höher. Kapitel 17, Bibliothek, ist der Zuschuß gegen das Vorjahr um X 300'— geringer veranschlagt. Abschnitt 0. Friedhofs- und Beerdigungs-Angelegenheiten, ergibt gegen den Voranschlag per 1911 eine Mehreinnahme von X 28 000'— und zwar Kapitel 18, Beerdigungen, in den Einnahmen Post 1/13 ein Plus von £ 40.000'—, wogegen die Ausgaben, besonders Post 1, 6, 9, 26, 29, 36/37, 43/57 und 59. die lctzte Post Vorarbeiten für den neuen Friedhof um X 31.000'— und Post 60 Reserve wegen der im Zuge befindlichen Neuerwerbung Zentralfriedhof um X 10.000'— höher eingesetzt erscheinen, Kapitel 19, Zentralfriedhof, find die Einnahmen um X 24.700'— höher, die Ausgaben um X 10.000'— reduziert, so bei Post 1/2, 14. 33 und insbesonders bei Prst 34, Herstellung von Grüften, dagegen ist Post 45, Reserve, um X 2000'— erhöht worden; Kapitel 20, Friedhof Floridsdorf erfordert ein Ausgabenplus von X 3800'— infolge röüger baulicher Herstellungen; Kapitel 21, alte Friedhöfe, hat ein Plus des Zuschuffes von X 16.000'— wegen vermutlich notwendiger Renovierung des Administrations-Gebäudes auf dem Währinger Friedhof. Durch den in diesem Jahre erfolgten Ankauf eines großen Territoriums für Friedhofzwecke haben wir endlich der Verlegenheit ein Ende bereitet, die uns durch den Umstand drohte, daß der zu unserer Verfügung stehende Raum immer mehr und mehr abnahm. Allerdings kann ich schon bei diesem Anlässe nicht unerwähnt lassen, daß wir natürlich nicht imstande waren, aus eigenen Mitteln den Ankauf zu bewerkstelligen, sondern daß wir genötigt waren, eine schwebende Schuld aufzunehmen, welche zunächst das Budget unserer Gemeinde mit einer jährlichen Zinsenlast von zirka X 25.000'— beschwert. Abschnitt I>, Israelitisches Spital, zeigt einen scheinbaren Minderbedarf von X 9700'—, der fich aber in Anbetracht des Umstandes, daß die Einnahmen aus den Berpflegsgebühren um X 25.000'— höher eingestellt wurden, in einen tatsächlichen Mehrverbrauch verwandelt. Es find Post 1 Gehalte und Post 3/3 Löhne um X 5400'—, Post 31 Reparaturen um X 1000'—, Post 37 Röntgen-Institut um X 500'—, Post 38 Verköstigung infolge der anhaltenden Steigerung der Lebensmittelpreise um X 6000'—, Post 43 Wäsche-Reinigung um X 3700'— gestiegen, dagegen Post 41, Medikamente an ambulante Kranke um X 2500'— niedriger eingesetzt worden. Mit aufrichtiger Befriedigung muß ich bei dieser Gelegenheit konstatieren, daß der Spitaldirektor Primär Dr. Fleischmann, im Vereine mit den Herren Abteilungsvorständen nach Kräften bemüht ist, Ersparungen dort zu erzielen, wo es ohne jede Benachteilung der Kranken möglich ist. Der Spitalskomplex hat durch das bereits im Vorjahre erwähnte großmütige Geschenk des verewigten Herrn Baron Albert von Rothschild, der das Nachbarhaus für uns ankaufte, eine erwünschte Erweiterung erfahren, die wohl auch dazu führen dürfte, die überaus schweren Lasten, welche uns die Erhaltung des Spitals auferlegt, einigermaßen zu erleichtern. Mit aufrichtiger Freude und Dankbarkeit kann ich aber an dieser Stelle

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