Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 52 (29.12.1911)
- Date
- 1911-12-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette «68 Dr. Wochs WochMchrist Nr. 52 Kapital hineinstecken, so würden sie auch nicht so leicht die Geduld verlieren und die Schwierigkeiten des Anfangs auch leichter überwinden. Interessant ist auch die Bemerkung des Verfassers, daß die Ica-Kolo.nien nicht die einzigen jüdischen Besitzungen in Argentinien seien. Es gibt noch andere drei Gruppen jüdischer Landwirte, welche sich selbständig kolonisiert haben und sich auch vollständig unabhängig von der Jca entwickeln. Ueberdies gibt es eine große Zahl jüdischer Feldarbeiter, welche bei nichtjüdischen Gutsbesitzern in Arbeit stehen. Die nichtjüdischen Gutsbesitzer bevorzugen nämlich den jüdischen Arbeiter, weil er stets nüchtern ist und auch sonst ruhig und verträglich seiner Arbeit .nachgeht. Die meisten dieser jüdischen Arbeiter sind in den Provinzen Mendoso und sans chuan bei den dortigen Weinbauern beschäftigt. Bemerkenswert ist auch die Beobachtung des Verfassers, daß die aus Rußland stammenden jüdischen Kolonisten durchaus keinen Groll gegen Rußland hegen, sondern es bloß in ihrem Innersten beklagen, daß sie wegen der Unterdrückungen sowie wegen der Schikanen in der Wohnrechtsfrage gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Juden in der Aviatik. Aus Paris wird uns berichtet: Der Präsident der Republik hat den Generalinspektor der Minen a. D. Worms de Romilly zum Präsidenten der permanenten Kommission für Luftschiffahrt ernannt. Ebenso die Herren See un,' ^enri Deutsch de la Meurthe, beid/r bekannte Aviatiker, zu Mitgliedern dieser Kommission. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die moderne Aviatik auch bereits ihre ersten jüdischen Opfer hat. Eines der beiden Opfer der Katastrophe, welche sich am 6. d. M. in England zutrug, war der Aviatiker Robert Weiß aus Dewsbury, wo er Mitchef eines großen Exporthauses war. Mr. Weiß war ein großer Förderer der Aviatik und hat auf eigene Kosten einen Zweidecker bauen lassen. Er fand bei einem Sturtze mit seinem Piloten Mr. Orley den Tod. Mr. Weist stammte aus Deutschland. Eine Aufführung von „Ariel Acosta" in hebräischer Sprache. In Lodz besteht seit einiger Zeit eine vom dortigen Vereine „Hasomir" gegründete hebräische Bühne (Vimah Ibrith). Auf dieser hebräischen Bühne hat vorigen Montag die Uraufführung von „Uriel Acosta" in hebräischer Sprache mit dem berühmten Schauspieler Julius Adler in der Titelrolle stattgefunden. Die Aufführung fand im großen Theater von Lodz durch die Gruppe Sandberg statt. Die Regie hatte der Schriftsteller I. Katzenelson übernommen. Sämtliche Schauspieler spielten ihre Rolle in hebräischer Sprache. Das Theater war außerordentlich gut besucht, und das Publikum zollte besonders Adler für seine ausgezeichnete Leistung rauschenden Beifall. Dritter Kongreh jüdischer Farmer in Newyork. Am 27. November wurde in Newyork der dritte Kongreß der jüdischen Farmer Amerikas eröffnet. Die Beratungen haben drei Tage in Anspruch genommen. Es waren 41 Farmervereine durch 75 Delegierte vertreten. Die vertretenen Vereine zählen insgesamt 1200 ordentliche Mitglieder. Bei der Eröffnungssitzung waren unter anderen der Bürgermeister von Newyork Gaynor, Jakob H. Schiff, Isidor Strauß, der Kommissär für Bodenkultur des Staates Newyork, Pearson, der Präsident der Jewish Agrikultural and Industrial Aid Society Professor Morris Loeb anwesend, welche anerkennende Begrüßungsansprachen an den Kongreß richteten. Die meritorischen Beratungen bezogen sich hauptsächlich auf die Regelung des Markt- und Kreditwesens, auf die Modernisierung der jüdischen Farmbetriebe, Errichtung von Schulen in den jüdischen Farmkolonien, ferner auf die Frage, auf welche Weise die jüdischen Farmer das Versicherungswesen in eigener Regie betreiben können, lleber alle diese Fragen wurden eingehende Debatten geführt, und entsprechende Beschlüsse gefaßt. Vor Schluß des Kongresses wurde auf Antrag des Kongreßpräsidenten Samuel Hein eine Resolution angenommen, welche die Delegierten verpflichtet, nach Rückkehr in ihre Wohnorte eine heftige Agitation für die Aufhebung des Handelsvertrages zwischen Amerika ünd Rußland zu entfalten, wenn Rußland auch weiterhin die Anerkennung der amerikanischen Pässe von Juden verweigern sollte. Jüdische Farmerrimen in Amerika. Bei dem letzten jüdischen Farmerkongreß in Newyork, über dessen Verlauf wir bereits berichteten, waren auch drei Frauen als Delegierte anwesend. Es sind dies drei jüdische Farmerinnen, welche im Westen Amerikas größere Farmen besitzen und sie selbständig leiten. Sie haben sich, wie sie erzählen, aus kleinen Anfängen emporgearbeitet und nennen jetzt allseits anerkannte Musterfarmen ihr eigen. Cs ist selbstverständlich, daß sie nicht nur die spirituellen Leiter dieser Besitzungen sind, sondern auch selbst in der Bewirtung ih :e; Anwes n; tatkräftig Mitarbeiten. Die drei jüdischen Farmerinnen, welche übrigens eine große Gruppe von Kolleginnen repräsentieren, haben auf dem Kongresse in die Diskussion wiederholt eingegriffen und Anregungen gemacht, welche vom Kongresse auch angenommen wurden. AorrespondenzLn. Oeffentiiche Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeiude am 23. Dezember, halb 6 Uhr abends. Präsident Dr. Alfred Stern eröffnet die beschlußfähige Plenarsitzung. Im Einlaufe befinden sich: Dankschreiben der Baronin Charlotte Königswarter für die Glückwünsche des Kultusvorstandes anläßlich ihres 70. Geburtstages. Dankschreiben des Vereines zur Unterstützung mittelloser Studierender für die Ueberlassung des Sitzungssaales und des Stadttempcks zu den Jubiläumsfeierlichkeiten. Dankschreiben der isr. Kultusgemeinde in Brody für die Kondolenz des Kultusvorstandes anläßlich des Ablebens des Herrn Dr. Leopold H e r z e l. Dankschreiben des Oberkantors Simon Singer namens feiner Geschwister für die Kondolenz des Kultusvorstandes anläßlich des Ablebens seines Vaters des Herrn Oberkantors kais. Rat Josef Singer. Kondolenz der Kultusgemeinde Baden, anläßlich des Ablebens des Oberkantors kais. Rat Josef Singer. Kondolenz des Oberkantors Leo K or ni tz e r, Prag, anläßlich des Ablebens des Oberkantors kais. Rat Josef Singer. Dankschreiben des Herrn Leopold Trebitsch für die Glückwünsche des Kultusvorstandes anläßlich der Vermählung seiner Tochter. Dankschreiben des Jüdischen Gymnasiums in Jaffa für die Förderung des Kultusvorstandes durch Bezahlung des Schulgeldes für fünf arme Schüler. Mitteilung des Vereines „Adaß Jisroel" über die vom Landesschulrate erfolgte Erledigung seiner Beschwerde über die Außerachtlassung des Erlasses des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht ddo. 19. II. 1876 Z. 1683 (betr. Schreibzwang der jüdischen Schulkinder am Samstag und isr. Feiertage) seitens einzelner Schulleitungen und Dank an den Kultusvorstand für die Unterstützung dieser Aktion.