Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 51 (22.12.1911)
- Date
- 1911-12-22
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 51 Seite 859 333 : •w.gajfc^-56.!^iäSLsHia^^tmt^'^<<us-< Dr. Blochs WoWnWrift Falkenau a. d. Eger. Anläßlich der Chariukafeier fand hier am 17. Dezember ein Kinderfest statt, welches aufs Glänzendste verlief und den Kleinen große Freude bereitete. Unter Leitung der Herren Rabbiner Dr. S. Feuerstein, Kultusvörstcher L. Mohr und Disponenten Schick, sowie der Damen Frau Tr. Feuerstein. Frau Kantor Kurzweil, Frau Klara Steiniger und Fräwem Anna Heller wurden verschiedene Reigen und Theaterstücke „Chanuka bei den Wichtelmännchen", sowie einige passende Gedichte zur Darstellung gebracht, worauf sämtliche Kinder mit verschiedenen Sachen, gespendet von den Damen Hübsch, Herrmann, Zentner und Fischer, beichenkt wurden. Aus gleichem Anlasse versammelten sich abends fast sämtliche Kultus - gemeinde-Mitglieder mit ihren Angehörigen zu einem gemütlichen Beisammensein und trugen mehrere Anwesende, so Fräulein Frieda Pollak, Frl. Beer aus Königsberg und Adolf Herrmann viel zur allgemeinen Belustigung bei. 0. Marienbad. (Konstituierung des G e m e i n d e v o rstandes.) Bei der am 13. d. M. stattgefuudemn Konstituierung ins Vorstandes der hiesige» Kultusgemeinde wurden nachstehende Herrea in den engeren Vorstand gewählt: Otto Wolfner. Vorsteher; Emil Baruch. Vorsteherstellvertreter; Max Leitner, Franz Beck Oskar Stingl, Moriz Kraus, Fritz Buxbaum, Siegfried Fischt, Vorstaiu-sniltaUeder und als Ermtzmanner die Herren: Jakob Pichl, Heinrich Goldmann, Leopold Holub und Berthold Springer. Ja den verstä'kten Vorstand wurden gewählt die Herren: Karl Kohn, Max Kräupl, Bernard Heinrich, Gottlieb Le tner, Rudolf Löwy, Ernst Löwenthal, Friedrich Bennisch, Hugo Fleischner. In die Umlagckommrsslon die Herren: Med. Dr. Oskar Rosenberg. Siegmnnd Mayer, Julius Heller, Semi Hirsch, Josef Schneider, Karl Löwenthal und als Revisoren die Herren: Ludwig Engel und Adolf Steiner. Straßnitz. (C h a n u k a - F e i e r.) An der hiesigen deutschen Volksschule fand am Sonntag den 17. d. M. eine Chanuka-Feier statt. Unter den zahlreich erschienenen Gemeindemitglied.rn beme>.tte man Herrn Bürgermeister und Kultusvorsteher S. Rcbenwurzel, Gemeinderat und Kultusbeirat D. Weiß, Dr. Nobitfchek Fuchs, Oberlehrer i. P., usw. Nach einer vom Herrn Oberlehrer Stern gehaltenen Festrede, in der er speziell auf die Bedeutung d-s Channka- Festes für das Judentum hinw'es, sang die Schuljugend das Chanuka-Lied und führte mehrere Spiele auf. Da hatte man Gelegenheit, zu sehen, was die Schule leistet, und muß Herrn Ober ebrer Stern, wie auch der Lehrerin Fräulein Baskus besondere Ane-kiinung für ihre Leistungen gezollt werden. Wenn die Kinder auch im Elternhause jüdische Gebräuche sehen würden, wenn so manche Eltern statt eines Weihnachtsbaumes Chanuka-Lichter anzünden würden, dann würden ihre Kinder dem Judentums nicht entfremdet und würde die jüdische Erziehung der Kinder goldene Früchte tragen. Pohrlitz. (Rabbiner-Jnstallatioh.) Anläßlich des Amtsantritts des neugewählten Rabbiners Sr. Ehrwürden Herrn Dr. M. Friediger findet am Dienstag den ^6. Dezember 1911 um 3 Uhr nachmittags im Festsaale der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde eine Begrüßungsfeier statt. Nach Beendigung derselben wird im Tempel ein Festgottesdienst abgehalten. Pohrlitz. Am 17. Dezember d. I. fand in den Räumen der Volksschule eine Chanuka-Feier mit daranschließender Bekleidnngsfeier für die hier untergebrachten Pflegekinder der Wiener israelitiichrn Kultusgemeinde statt, der ein zahlreiches Publikum, darunter Herr Kultusvorsteher Hermann Schnabl mit mehreren Mitgliedern des Kultusausschusses, beiwohnte. Nach einer Anipracke des Herrn Oberlehrers Moriz Bader hielt Herr Kultusvorsteher Hermann Schnabl eine beifällig aufgenommene Rede, in welcher er hervorhob, daß die Kultusgemeinde stets bestrebt fein werde, Werke des Wobltnns zu fördern und zu unterstützen. Herrn Oberlehrer Bader gebühre für sein Wirken der beste Dank. Nach dem Vortrage von Deklamationen und Gesängen durch die Schuljugend wurden sämtliche Pflegekinder mit Kleidungsstücken, Wmterwäsche, Schuhen rc. und überdies auch auch die gesamte Schuljugend mit Backwcrk und Süßigkeiten beschenkt. Die Ermöglichung dieses wahrhaft menschenfreundlichen Werkes stellt dem Wohltätigkeissinne unserer Gemeindemitglieder ein ehrendes Zeugnis aus, insbesondere verdienen die löbliche Kultusgemeinde mit ihrem Oberhaupte Herrn Hermann Schnabl, sowie die Damen Rosa Bader, Präsidentin des Frauen-Wohltätigkeitsveines, Rndy Schnabl, Kultusvorstehers-Gattin, Julie Ellinger. Bürgermeisters- Gattin, und Therese Bader, Oberlehrers-Gattin, öffentlich genannt zU werden. Budapest. (25 jähriges Jubiläum eines Oberrabbiners.) Der in den weitesten Kreisen bekannte und gewürdigte M o n o r e r Oberrabbiner Herr Michael Kohn hat dieser Tage das Jubiläum seines 25jährigen Wirkens auf dem Gebiete der Seelsorge gefeiert. Aus diesem Anlasse fand eine Festoersammlnng der iir. Gemeinde in Monor statt, in welcher der Vorstand der Gemeinde Martin Rosenberg an den Jubilar eine schwungvolle Ansprache richtete. Sodann wurde das vortrefflich gelungene Bild des Jubilars enthüllt. Oberrabbiner Kohn dankte in längerer Rede für den ihm dargebrachten Beweis der Anhänglichkeit und Liebe seiner Gemeinde. Nach der Versammlung fand in der Synagoge ein Festgottesdienst statt, welchem die Notabilitäten der Stadt, darunter der Reichsratsabgeordnete Aurel Förster, sowie je eine Deputation der Katholiken und Reformierten, die ersteren geführt vom Konsistorialrat Dr. Emerich Sandula, die letzteren unter der Führung des Seel'cnges Molnar. beiwohnten. In der Synagoge hielten die Oberrabbiner Dir Joseph Jelbmann (Ezegled) und Dr. Naftal'. Blumgrund Predigten. Auw der Jubilar, Oberrabbiner Kohn, Inelt euit Dankpredigt. Nach dem Gottesdienst erschienen zahlreiche Deputanten. um den allgemein beliebten Seelsorger zu begrüßen, und zwar die Deputation der Katholiken und der Reformierten. g?füh t von ihren kirchlichen Ode, Häuptern, die Deputationen des isr. Franenvereins. der Chewra-Kadischa, des Gemeindevorstandes, be isr. Gemeinde von Alberti-Jria und der Zöglinge der Bürgerschule in Monor. Bei dem iodann staltgefundenen Bankett brachten die anwesenden Rabbiner, Abgeordneter Aurel Förster. Dr. Emerich Sandula, der n formierte Seelsorger Molnar und Andere sehe warm gehaltene Toaste auf den Jubilar aus. Nagy-Kanizfa. Unter herrlichen Klängen der Musik und des Gesanges ist kürzlich die Trauung der anmutigen Tochter unseres Herrn Oderrabdiners Dr. Eduard Neumann mit dem Großhändler Herrn Ernö Weiß von hier volzogen worden. Unmittelbar vor der Trauung machten der Frauenverein, an der Spitze die Präsidentin S. Bidor Gutmann, Hedwig de Gelse, der Gemeindevorstand, geleitet vom P äsi.enten Heinrich Grünhut, und der Chewra- Kadischa-Vorsiand, geführt vom Präsidenten Dr. Moritz Allap. ihre Gratulationsbesuche, wo dieselben unter herzlichen Gtückwüiischen reichliche Hochzeitsgeschenke übergaben. Der Beamtenkörper unter Führung des Sekretärs L. Barta bitte bereits Samstag feine Graiulation und Geschenke üderbracht. ©a* Hochze-tssest war ein selten irr posantes. Der ungemein gerührte Vater vollzog selbst die Trauung. Der Tempel war in allen seinen Räumen überfüllt, Unter den Hochzeirsgrsch'nkean 2 >0 Geg'nständkn, erblicken wir die durch Weit und Geichinacksschöahnt ausgezeichneten Gaben der Familienmitglieder Baron Gutmann de Gelse. Das Mahl im engsten Kreise war ein höchst animiertes, gewürzt mit geistreichen Toasten. Möge das eheliche Leben der Neuvermählten so freudig und froh, wie es begonnen, auch in ferner Zukunft fortdamrn. G. Darmstadt. (B e r u f u n g.) In die Erste Kammer des GroßherzogtnulS H.ffen wurde Herr Koinmerüenrat Dr. Franz Bamberger in Mainz durch den Großherzog berufen. Er ist der einzige und wohl auch der erste Jude, der in die Erste Kammer berufen worden ist. Oderberg (Bahnhof). (Chanuka-Feier.) Am 17. d. M. wurde in unserer Gemeinde anläßlich des Chanukafestes eine erhebende Feier veranstaltet. Emgeleitet wurde dieselbe mit einem feierlichen Gottesdienste, sämtliche Schulkinder unserer Gemeinde, zirka 200 an Zahl, und deren Angehörige, hatten sich eingefunden, die Herren des Vorstandes und insbesondere die hier noch jüdisch empfindenden Damen waren zahlreich vertreten. Herr Oberkantor Goldmann versah unter Chor- und Harmo.üumbegieilung die kantoralen Funktionen in erhebender Weise und hielt auch die Festrede. Nach beendetem Gottesdienste begaben sich die Kinder, in Rech und Glied die Straßen durchziehend, in die Säle der Herren M. Sasier, daselbst wurde unter Leitung des Herrn Obe,kantors ein jüdiiches Festspiel aufgeführt, welches mit warmem Beifall ausgenommen wurde, da die kleinen wie auch die großen Darsteller sich ihrer Aufgabe sehr gut entledigten. Den Abschluß bildete eine nachahmenswerte Aktion des Armenfondes und unseres jungen aber talkräst-aen Frauenvereines. Die allseits geschätzte Präsidentin Frau Charlotte Zänker und der hcchverdiente Armenvaier Herr Josef' Schwartz. unteruützt von ihren beratenden Mitgliedern, beteillen 24 bedürftige Schulkinder mit warmen Kleidern, und als dn> freudig bewegte Kluderswar beim Verlassen den Saales noch mit füßgefüllten Düten beteilt wurde, da war der Jubel auf seiner Höhe. Kr—r. ' Hamburg. Zn einer gewaltigen Kundgebung gestaltete sich die Beisetzung des im 67. Lebensjahre plötzlich verschiedenen Dr. med. B. Leby. In ihm hat der Deutsch-Israelitische Syiagogenverband seinen Vorsitzenden und der Verein zur Unterstützung schwacher israelitischer Kinder und die Theresienstiftung zur Unterstützung kurbedürftiger Israeliten den Begründer verlor-n. Aber noch manch' anderen Institutionen, besonders derTalmud-Thora-Realschule, hatleer seit Jahrzehnten seine Arbeitskraft und sein kluges Urteil geweiht. An der Bahre würdigten den seltenen Mann, der eine Zierde des orthodoxen Judentums gewesen ist, Oberrabbiner Dr. Spitzer-Hamburg und Rabbiner Dr. N. A. Nobel-Frankfurt a. M. Erlangen. Bei den jüngsten G.'meindewahlen wurde auch Herr Max Hopfenmeier zum Mitglied des Gemeindekollegiums gewählt, wodurch zum ersten Male auch dahier ein Jsraelite in diese Körperschaft eintritt. Berlin. (ZurFrage der Feuerbestattung.) Auf der letzten Tagung der „Vereinigung liberaler Rabbiner", die im Anschluß an den Äerbandstag des „Verbandes der deutschen Juden" am 6. November hier tagte, wurde, wie jetzt erst bekannt wird, zur Frage der Feuerbestattung nach längerer Debatte über den von Blnmentbal, Berlin, erstatteten Kommiffiousbericht folgende Resolution gefaßt: „Angesichts der zurzeit wieder lebhaft erörterten Frage betreffs der Beteiligung der Geistlichkeit bei Feuerbestattungen bat die Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands, zurückgreifend auf die Resolution von 1899. beschlossen: Die Feuerbestattung entspricht nicht dem altüberlieferten jüdischen Herkommen. Indessen soll dcr Rabbiner bei den zur Verbrennung bestimmten Leichen der an ihn ergangenen Aufforderung