Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 51 (22.12.1911)
- Date
- 1911-12-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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©eite 858 Nr. 51 Dr. WMs MochMchrtft Begrüßungsansprache des Herrn Karl Freund und einer herzlichen Erwiderung des Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern nahm Erster Kantor Kaufmann unter den üblichen Gesängen das Entzünden der ChanukatiÄter vor. Ortsschulrat S. Kühner hielt die Festrede und Rabbiner I. M. Bach richtete an die Kleinen zu Herzen aehende Worte. Nun folgten Deklamationen, Gcsangsvorträge, die Aufführung eines Theaterstückes und eines Tanzreigens, welch letztere von Frau Klein geschickt einstudiert waren. Hierauf gab es eine Festjause, an die sich die Beschenkung sämtlicher Kinder mit Spielsachen und Süßigkeiten anschloß. Heller Jubel herrschte unter den Kleinen, unter welchen sich auch 50 Zöglinge des Mädchen- und 90 Schützlinge des Kuabenhortes befanden. In den folgenden Tagen hat dann die Bekleidung der ärmsten K'nder stattgefunden. Sonntag abends hat die Toynbeehalle ihren Besuchern eine Chanukafeier veranstaltet, bei welcher die Räume gleichwie am Nachmittag bis auf das letzte Plätzchen gefüllt waren. Oberkantor Nenmauu entzündete die Chanukalichter und Rabbiner Dr. M. Bauer begeisterte die Zuhörer durch einen formvollendeten Vortrag über die Bedeutung des Festes in religiöser, ethischer und sozialer Beziehung. Nach der üblichen Teepause erfreute Herr Oberkantor Neumann mit dem Vorträge von Arien und Liedern und damit hatte der schöne Abend sein Ende. Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler in Wien. (IX., Müllnergasse 35.) Schon wiederholt wurde darauf bingewiesen. daß unsere Jugend nur dann gut jüdisch sein kann, wenn sie die Geschichte und Literatur ihres Volkes kennt. Nur so kann sie siegreich aus dem Kampfe für ihr Volk, ihren Glauben und für sich selbst hervorgehcn. Da die Schule aber niemals imstande sein kann, in dieser Beziehung voll und ganz zu genügen, (man denke an die 2 Stunden der Woche, den übergroßen Lehrstoff und die große Schülerzahl) hat sich eine Anzahl jüdischer Hochschüler bereit erklärt, Kurse in den einzelnen Bezirken abzuhalten. Nicht der strenge Geist der Schule soll in diesen Kursen walten, sondern junge Akademiker werden in kollegialer Weise die Geschichte ihres Volkes mit ihren Schülern behandeln. Außerdem werden während der Wintermonate Exkursionen in jüdische Institute, wie z. B. jüdisches Museum, Gemeindebibliothek rc. veranstaltet, während in den Sommermonaten Ausflüge in die Umgebung unternommen werden. Das jüdische Wiffen, das sich die Mittelschüler so spielend erwerben werden, wird ein Bollwerk gegen die schmähliche Fahnenflucht sein. Wir bitten daher alle Eltern jener Mittelschüler, die sich an diesen Kursen beteiligen wollen, ihre Namen und Adresse uns bekanntgeben zu wollen. Auskünfte werden in der jüd. Lese- und Redchalle Samstag 7a12—7*1, Montag V»4-725 erteilt. Beth-Haam (Jüdisches Volksheim) XVII., Hormayrgaffe 7 a. Samstag den 23. d. M. 728 Uhr abends, Vortrag des Herrn Dr. Heinrich Grün: Ueber Kurpfuscherei. — Am 16. d. M. veranstaltete die Vereinsteitung eine Chanukafeier, deren zahlreicher Besuch von neuem bewiesen hat. welch großer Sympathien sich die Toynbeeballen-Abende in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung der Bezirke XVI, XVII und XVIII erfreuen. —- Die Feier wurde mit dem Entzünden der Chanukalichter von Herrn Ersten Kantor B. M. Kaufmann einqeleitet, der das erhabene Moaus zur Jeschuossi im Vereine mit dem Tempelchor höchst wirkungsvoll zum Vorträge brachte. Nach einer Ansprache des Vereinsvräsidenten Herrn Dr; M. Förster über die Bedeutung des Ehanukafestes betrat abermals Erster Kantor Kaufmann das Podium und begeisterte durch seine wohlklingende Stimme, mit der er Arien aus „Cavalleria Rusticana", „Riaoletto" und „Bajazzo" wundervoll vortrug. Konzertmeister Dr. Otto Kapperl. ein Äerster der Geige, entzückte das Publikum durch virtuosen und gefühlvollen Vortrag der „Schwedische Tanze" von Svendsen und ^Alt- Wiener Tanz" von Kreisler. Um die Klavierbegleitung machte sich Frl. Emma Herz verdient. Wien. (Humanitärer Geselligkeitsverein der Pohrlitzer in Wien.) Dieser Tage hat sich ein Komitee, bestehend aus 40 Herren und 40 Damen, konstituiert. Es wurde ein Ball für den 4. Februar 19 ll im Kurfalon der Stadt Wien beschlossen. Ins engere Komitee wurden einstimmig gewählt die Herren : Oskar Nassau rum Obmann, Arthur Wolf. l. Obmannstellvertreter; Franz Glaser, II Obmannstellvertreter: Jacques Burian, Schriftführer; Haus Bauer. Schriftünrer-Stellvertreter; als Beirate die Herren: Emil Schäfer, S. Gruber, Otto Zweig und Fritz Morgenstern. Israelitischer Frauen-Wohltätigkeitsverein im XXI. Gemeindebezirke (Floridsdorf). Montag den 25. d. M., 4 Uhr nachmittags, findet im Festsaale des „Hotel zum goldenen Engel", XXI., Am Spitz 3, das Bekleidungsfest des unter dem Präsidium der Frau Henriette Grünwald stehenden Floridsdorfer Frauen-Wohltätigkeitsvereines, wobei Herr Rabbiner Dr. Rosenmanu die Ansprache halten wird, statt. Hieran schließt sich eine Akademie. Wien. (Tefillas Jeschurun.) Sonntag den 17. d. M. fand im Bethause Tefillas Jeschurun, II., Jlgplatz 2. eine Chanuckafeier für die Schüler der neuen Bibelschule statt, die einen glänzenden Verlauf nahm. Die Exhorte hielt der Leiter der Schule, Religionslehrer Markus Pick, die kantoralen Funktionen versah Herr Kantor Leo Rosenzweig. Wien. (Populärwissenschaftliche Freitag. Abend-Vorträge — auch Frauen zugänglich — im Beth- Hamidrasch „Talmud-Thora", II., Malzgaffe 16.) Am 23. Dezember: Herr Rabbiner H. Schenk: „D i e P s a l m e n". — Am 29. Dezember : Herr P:of. Mor. Antscherl: „S a b b a t l i e d e r." Beginn jedesmal um halb 6 Uhr abends. Austritte aus dem Judentum Vom 10. bis inkl. 17. Dezember 1911. Brei Siegfried, Artist, geb. 12. Jänuer 1884, Wien, II., Sterneckpl. 20. HofFmann Hans, Student, geb. 7. Juli 1896, Purkersdorf b. Wien, I Bauernmarkt 9. Jokl Marianne, Studierende, geb. 10. November 1885, Kremsier, XVIII., Hofstattgasse 13. Kohn Leopold, Friseurgehilfe, geb; 18. Oktober 1887, Pisek, Böhm., II., Mumbgasse 4. Mandl Paul, Universitätshörer, geb. 26. Februar 1892, Wien, VIII., Alserstrasse 41. Naschitz Armin, geb. 1. Mai 1880, Pecs, II.. Passratgasse 6. Nissensohn Gabriele geb. Neumann, geb. 14. Juli 1881, IV., Favoriteustrasse 11. Oehler Gustav Friedrich, Privatbeamter, II., Schiittelstr. 72. Spitzer Emma, Private^ geb. 4. Februar 1885, Graz. I. Stadiong. 5. Wollner Ignaz, geb. 27. Dezember 1885, Wien, XII., Meidlinger- Hauptstrasse 32. Holleschau. Das 35jährige Amtsjubilanm begebt unser verdienstvoller Kantor und Sekretär Herr Adolf Braunfeld in voller Rüstigkeit am 30. d. M. Unsere Gemeinde und zahlreiche Korporationen wie Freunde des beliebten Jubilars planen dem überaus verdienstlichen Beamten mannigfache Ehrungen. Der Jubilar im 53. Lebensjahr stehend, kam, nachdem er zunächst in Wien, dann in verschiedenen angesehenen Gemeinden mit Anerkennung gewirkt, vor 85 Jahre in unsere Gemeinde, ausgestattet mit reichem beruflichen Wiffen. Ihm gebührt das hohe Verdienst, in unserer Gemeinde, den alttraditionellen Gottesdienst auf moderne Grundlage gestellt zu haben. Herr Brannfeld erfreut sich nicht nur seiner beruflichen mustergiltigen Tüchtigkeit wegen allseitiger Wertschätzung, sondern auch als Beamter, als einwandfreier Charakter genießt er in weiten Kreisen den besten Ruf. Möge er noch lange in unserer Mitte schaffen und wirken. Karlsbad. (Wahlen in die israelitische K u l t u s g e m e i n d e.) In der am 16. d. M. stattgefundenen Sitzung der Kultusgemeinderepräsentanz in Karlsbad wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Fabrikant Ludwig Moser, Kultusvorsteher (ununterbrochen in diesem Amte seit 1874); Adolf Rosenfeld, Kultusvorsteher-Stellvertreter (ununterbrochen seit 1875); Josef H a i n s f u r t h, Rechnungsführer (seit dem Jahre 1875); Rudolf Mosauer, Kassier; Robert Epstein- Beisitzer (seit 1875 dem Vorstande angehörend); Ludwig Zentner, Beisitzer. Herr Ludwig Mosauer ist somit seit 37 Jahren Vorsteher, Herr Adolf Rosenfeld seit 34 Jahren Vorsteher-Stellvertreter; ebenso gehören die Herren Josef Hainsfurth und Robert Epstein seit 37 Jahren dem Vorstande ununterbrochen an- Brünn. Am 17. d. M. veranstaltete der Mährische Kantorenverein anläßlich der diesjährigen Generalversammlung in den Restaurationslokalitäten Donath einen Konzertabend, der in jeder Weise außerordentlich gelungen war. Das reichhaltig auserlesene Programm und die vornehm künstlerischen Darbietungen gediegener Kunstkcäfte, besonders die hervorragenden künstlerischen Leistungen der Klaviervirtuosin Frau Hilda Ticho fanden bei dem zahlreich anwesenden Publikum allgemeine Anerkennung. Prag. Wie alljährlich fand auch diesmal die beliebte Chanukafeier der Prager im Tempel (Geiflgasse) statt. Lange vor der angesetzten Stunde drängten sich die Volksmaffen in das festlich erleuchtete Gotteshaus. Nach dem Anzünden der Lichter stimmte der Chor die traditionellen Weisen an, worauf der Prediger Herr Doktor Schwartz die Kanzel bestieg, um die von echtem Makkabäermut getragene Festpredigt zu halten, welche die Gemüter mit religiöser Begeisterung erfüllte und auf die andächtig Versammelten schon wegen ihrer Aktualität eine zündende und hinreißende Wirkung ausübte. Mit der stimmungsvollen Hasmonäerhymne schloß die erhebende Feier. Falkenau a. d. Eger. Bei der stattgehabten Wahl des Kultusaemeinde-Ausschusses wurden gewählt: Leopold Mohr als Vorsteher, Alfred Fischer als Vorsteher-Stellvertreter, Leopold Kohn als Kassler, Hugo Löwy als Schriftführer, Karl Pollak als I. Tempelvorsteher und Eduard Reichler als II. Temp.lvorsteher. 0.