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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-08 · 49 (8.12.1911) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 4 D e. Mochs Wochenschrift Sette 8Ü7 Wien Der ehemalige Gemeinderat, Herr S i e g - mund Mayer, Ehrenpräsident der „Oesterreichisch- Israelitischen Union" und Präsident des „Galizischen Hilfsvereins". vollendet am 16. d. M. sein 8 0. Lebensjahr. Aus diesem Anlasse veranstaltet die „Oesterreichisch-Jsraelitische Union" M o n 1 a g den 11. ds., 7 Uhr abends, im Festsaale des „Niederösterreichischen Gewerbevereins", i., Eschenbachgasse 11, eine Fe st Versammlung, in welcher Herr Reichsratsabgeordneter Dr. Julius Ofner die öffentliche Tätigkeit des Jubilars in einer Festrede würdigen wird. — Siegmund Mayer hat soeben im Verlage von Duncker und Humblot (Leipzig) seine Lebenserinnerungen unter dem Titel „Ein jüdischer Kaufmann, 1831—1911" erscheinen lassen. Wien. (T r a u u n g.) Im Schönlatern-Bethause, Innere Stadt, fand Dienstag mittags die Trauung des Frl. Charlotte M a k o i mit Herrn Schriftsteller Josef B ü ch l e r aus Budapest statt. Den Trauungsakt vollzog Oberrabbiner Dr. Güdemann in traditioneller, altjüdischer Form. Unter den Anwesenden bemerkte man die Vorsteher des Bethauses S. Goldmann, Lazar Wessely, Moritz Steiner und viele andere Gäste. Wien. (Sachverständigen - Beeidigung.) Herr I. S i t t i g, Wien XVI., wurde am 29. November d. I. vom k. k. Handelsgerichte Wien zum Sachverständigen und Schatzmeister für die Gruppe X/3 (Knöpfe aus Horn, Holz, Bein und Steinnuß re.) ernannt und beeidigt. Wien. Der Verein „Tomech Ewjonim" zur Ausspeisung und Unterstützung armer jüdischer Zugereister in Wien, II., Obere Donaustraße 89,' bringt zur allgemeinen Kenntnis, daß er am 17. Dezember d. I. wieder eine Wohltätigkeits-Akademie im Festsaale des Oesterr. Ingenieur und Architekten-Vereines , I., Eschenbachgasse 9, veranstaltet, und ladet zu derselben all seine Mitglieder und Gönner ein. Wien. Am 21. v. M. veranstaltete der „Verein der Brodyer" in Wien zur Ehrung des Andenkens seines jüngst verstorbenen Ehrenmitgliedes, des ehemaligen k. k. Gymnasialprofessors und Direktors der israelitischen Volksschule in Brody, Dr. Leopold Herzel eine Trauerandacht, welche einen sehr würdigen Verlauf nahm. Zu derselben hatten sich der gesamte Vereinsvorstand, der Sohn des Verblichenen, Herr mell. Dr. Jfidor Herzel mit seiner Familie und viele Gaste, ehemalige Schüler und Schülerinnen des Verstorbenen eingefunden. Der Vorsitzende Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Rybaezewski erklärte, daß die heutige Ausschußsitzung lediglich zu dem Zwecke einberufen wurde, um die Manen des Dr. Herzel zu ehren und daß die Trauerkundgebung laut Ausschußbeschluffes dem Protokolle einverleibt wird. Hierauf hielt Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Siegfried Halberstamm als ehemaliger Schüler und Verehrer des VerbUchenen den Nachruf. In einer ergreifenden Rede schilderte er die Bedeutung des Dr. Herzel als Kulturträger. Jugendbildner, insbesondere als Seelsorger und führte aus: „In keinem Hause eines Brodyer Schülers sollte das Bild dieses hervorragenden Lehrers fehlen, aber noch mehr als durch das stumme Bildnis solle durch mündliche Ueberlieferung in der Familie die Erinnerung an diesen ausgezeichneten Mann für alle Zeiten festgehalten werden." Der Verein der Brodyer habe dadurch, daß er eine öffentliche Ehrung des Dr. Herzel beschlossen habe, sich selbst geehrt. Er sei auch, fuhr Dr. Halberstamm fort, in Kenntnis des vornehmen und dankbaren Sinnes der Bevölkerung seiner Vaterstadt, überzeugt, daß die maßgebenden Faktoren daselbst das Andenken an Dr. Herzel, welcher sich unvergängliche Verdienste um die Erziehung der Brodyer Jugend erworben und die Saat edelster Religiosität in ihre Herzen gestreut hat, in geziemender Weise für immer zu ehren wissen werden. Redner schloß unter allgemeiner Ergriffenheit der Zuhörer, worauf das „Li male Rachamim“ rezitiert wurde. Herr Dr. Rybaezewski führte noch aus, daß Dr. Herzel jederzeit auch materielle Opfer für seine ehemaligen Schüler zu bringen bereit war und daß er so manchem von ihnen durch Verschaffung von Stipendien und Erschließung anderer Hilfsquellen die Möglichkeit zur Fortsetzung der Studien geboten habe, und erklärte, daß der Vereinsvorstand bereits die Errichtung eines Dr. Leopold Herzel-Fondes in Erwägung gezogen habe. Hiemit schloß die ergreifende Trauerfeier. Wien. (Bekleidungsfest des „Rudolfsbund".) Der Verein „Rudolfsbund", der bereits mehr als zweitausend Kinder mit warmer Winterkleidung versehen hat, hielt im großen Saale der Börse für landwirtschaftliche Produkte sein diesjähriges Bekleidungsfest ab. Der Obmann des Vereines Dr. Leopold Brady gab in seinem Rechenschaftsbericht ein Bild der verdienstvollen Tätigkeit des „Rudolfsbund", der sowohl die Unterstützung verschämter Armer, als auch die Bekleidung, der Schulkinder seit vielen Jahren in ausgedehntestem Maße übe. Der Obmann des Armeninstituts Leopoldstadt Jnughofer appellierte in einer beifällig aufgenommenen Rede an die Bewohnerschaft der Leopoldstadt, dem „Rudqlfsbund" beizutreten und sy die wohltätigen Intentionen des Vereines zu unterstützen. Namens der Bezirksvertretung richtete Bezirksrat Klebinder an den „Rudolis- Hund" herzliche Worte des Dankes. Er wie» auf die sich immer schwieriger gestaltenden wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die es de« Be-; ‘ gÄerteu mehr denn je zur Pflicht machen, auf dem Gebiete der Wohltätigkeit nicht stille zu stehen. Nach einer Rede des Vorstandsmitgliedes des Vereines Gustav Pollack fand die Feier mit Vortragen des Oberkantors Bauer ihren Abschluß. Wie«. (Jüdische Jugendbibliothek„Währing".) Uns wird geschrieben: Es ist gewiß zu begrüßen, daß in der Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde auch eine Jngendbibliothek ei» Plätzchen findet. Von größerer Wichtigkeit und von größerem Vorteil aber wäre, wenn solche Jugendbibliytheken in allen Bibelschulen untergebra<A würden, da die Benützung der Bibliothek gleichsam als Belohnung für den fleißigen Besuch der Bibelschulen, zu betrachten wäre. In Währing hat der dortige Tempelvorstand schon seit dem Jahre 1905 eine solche Jugendbibliothek errichtet, in welcher 300 Bücher, die man getrost unserer jüdischen Jugend geben kann, vorhanden find. Diese Bücher werden von den Mädchen und Knaben gerne und fleißig enttiehen. J. P. Wie«. (,.AchduS IIsrael", II.,Rembrandtstraße32.)Mit- woch den 29. November fand die Generalversammlung dieses seit 23 Jahren bestehenden BethauseS statt, dessen Streben es ist, die zwei Hauptgruvdpfeiler des Judentums, Thauro und Awandozu pflegen, wozu die Schimim und Vorträge Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Kramer und der weihevolle Gottesdienst beitrageu. Nach dem von Obmann-Stellvertreter, Herrn Dr. Weruer erstatteten Md mit lebhaftem Beifalle aufgenommeneu Rechenschaftsberichte ergriff, der als Vertreter des Kultusvorstandes erschienene Kultusvorsteher Herr Dr. Schreiber das Wort, um in beredter Weife die dankeSwerte» Verdienste der Bethausvereine im allgemeinen und deS „AchduS Jisroel" im besonderen hervorzuheben. Bei der hierauf stattgehabten Vorstandswähl wurden per Akklamation wiedergewählt: Die Herren S. Simon, Präsident, J ü Dr. Leop, Werner. Stellvertreter, S. Ellbogen» I. Freuder. M. Luftig. D. Robitfchek, M. Seid. Josef Winter, B. Bernstein, Josef Lorbeer. Beruh. Reiß, D. B. Stern. Neugewählt wurden die Herren: Carl Goldberg. Leopold Nenmau» Und Wilhelm Doch. Ein Wunsch beseelt alle. Vorsteher wie Mitglleder: ein würdiges, weM auch einfaches Res hakneaaea zu bauen; möchte doch dieser Wunsch zur Bierteljahrhundertfeier in Erfüllung gehen. Lese- und Redehalle jüdischen Hochschüler i» Wie». IX., Müllnergaffe 35. - Donnerstag den 14. d. findet der erste Vortrag deS bereits angekündigten Vortragszyklus über „Die Entwicklung der modernen jüdischen Literatur", den Herr Dr. A. Coralutt abhatten wird, um halb 8 Uhr abends im Kongreßbureau statt. Wir laden hiermit Me Glaubensgenossen zum Besuche dieser Veranstaltung freundlichst ein, die ein neues Gebiet des jüdischen Geisteslebens zum erstenmal» behandelt. Wien. (BethauS-Berein „amVolkert", Fngdach» gaffe.) Das unter dem Protektorate Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann und des Herrn Kultnsprafidenten Dr. Alfred Stern stehende Komitee zur Erbauung des Kaiser Franz Joseph I. HuldigungstempelS rm II. Bezirke (Pazmanitengasse) hat seine Vorarbeiten beendet und wird demnächst mit dem Baue begonnen. Um auch den weitesten Kreisen Gelegenheit zu bieten, sich an diesem gottgefälligen Werke zu beteiligen, hat sich ein Damenkomttee gebildet, welches sich zur Aufgabe gestellt, durch Verkauf von Bausteinen ü 1 K sein Scherflein beizutragen. Das rührige Komitee, an dessen Spitze Frau Auguste Ehreufeld als Präsidentin, Frau Laura Weiß als Schriftführerin, Frau Sofie Lukatsch als Schristführerstellvertreteriu und Frau Cafetidre Fürth als Kaffieriu stehen, entfallet eine eifrige Tätigkeit und hat bisher eine namhafte Summe gefammett. Es wäre zu wünschen, daß unsere Glaubensgenossen dieses edle Werk in jeder Weife fördern. Wien. Der Wiener JubiläumS-Berein zur Bekleidung Md Unterstützung armer, alter Frauen (Wien, II.. Fischergaffe 1) veranstaltet Sonntag den 10. Dezember 1911. 4 Uhr nachmÜtgM, im Festsaale der Börse für landwirtschaftliche P odutte, 1L, Taborstr. 10, aus Anlaß der Beteilung und BekleidMa armer, aller FrMen eine Feier mit folgendem Programm: 1. Chorgesang, 2. Begrüßungsansprache durch die Präsidentin Frau Hermine Gerber, 3. Festgedicht, verfaßt von Herrn Max Hamllsch, gesprochen von «tarn Stefanie Schnitzer - Hermann. 4. Festrede von Herrn Rabbiner Dr. I. S. Bach, 5. Musikalische Vorträge der Schwestern Fräuleins Ella Md Hedy Eibuschiy. 6. GesangSvortrage von Oberkantor Fuchs, 7. Chorgesang. Sodann findet die Bekleidung der alte« Frauen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Wien. Am 22. v. M. verschied nach langer, schwerer Krankheit der Religionslehrer der Wiener KulluSgemeinde Herr David Mayer im 21. Lebensjahre. Die große Teilnahme bei der Ueberführung der Leiche von Wien nach Preßöurg bewies die ganz außerordentliche Liebe und Verehrung, dessen sich der Verblichene «freute. . Der Verstorbene stand trotz seiner Jugend im. Rufe emesvä-ago» - gisch hervorragend gebildeten Lehrers, der noch zu großen Hoffnungen berechtigte. Es waren erschienen: Herr KulluSvorsteher S. Steiner die Herren Rabbinen Dr. GelbhanS. Dr. Kamiuka Md Kramer,'

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