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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-08 · 49 (8.12.1911) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 818 Dr. BLvchS Herr Professor Singer, die Amtsleiter Freistadt, Fuchsgelb und Fehr, Beamter Rosner. der gesamte Vorstand des Rembrandt-Tempels u. v. a. Am 24. v. M. fand in Preßburg unter großer Beteiligung die Beerdigung statt. Wien. („Neuer Freundschaftsbund.") DasKinderbe- Üeidungsf st dieses Humanitären Geselligkeitsvereines fand am . 3. d. M. im großen Prachtsaale des Hotels „Bayrischer Hof" bei großer Teilnahme von Gästen und Gönnern des Vereines statt — welcher vorher 112 Kinder (Knaben und Mädchen) mit Winterkleidung, Schuh- und Backwerk beschenkte. Nach der freien, feinsinnigen Ansprache des derzeitigen Obmannes Herrn Max Steiner sang Frl. Verbuch einige stimmungsvolle Lieder und wurden auch „zwei Gläschen" und „eine Tasse Tee" als dramatische Burleske dem P. T. Publikum von theatralisch veranlagten Mitgliedern kredenzt — worauf Mottls Wunderkinder durch ihre Produktionen das Auditorium entzückten, dann trat Terpfickore unter Leitung des Choreographen Herrn Hauser in ihr altes Recht. — b. . Wie». (Israelitische Wärmestube.) Ohne jede Vereinsmeierei eröffnete am Sonntag in Anbetracht der nahenden rauhen Jahreszeit der bekannte Philanthrop Herr S. Komet im Souterrain seines Hauses, II., Floßgaffe 9, eine komfortable Wärmestube in Verbindung . mit einer rituellen Tee- und Suppenanstalt, ebenso sind , daselbst kleine Portionen Fleischspeise zu äußerst billigem Preise erhältlich. Demnächst gesellt sich zu dieser Wohlfahitseinrichtung im ersten Stockwe ke eine Art „Mannerheim", so daß also für Fremde und Obdachlose zum ersten Male auch nach dieser Richtung in bescheidenem Maßstabe gesorgt sein dürfte, wie der Patriarch s. I. im „Eichel Abraham" nach der Deutung unserer Weisen für Kost und Quartier der Wanderer in munifizenter Weise bereitwilligst gesorgt hat. — u. Jüdische Toynbeehalle. . Das nachstwöchenttiche Programm ist wie folgt festgesetzt: Samstag den 9. d. M.: Konzert. Arranoement: Herr Herz. — Sonntag den 10 d. M.: Schriftsteller Bertoldi Lazky: „Die Hanptströmungen in der neujüdischen Literatur. — Montag den 11. d. M.: Matrikenführer-Stellvertreter Julius Rosenfeld: „lieber das Namenwesen". — Dienstag den 12. d. M.: Prof Dr. K. Kupfer: Zyklus aus der jüdischen Geschichte. — Mittwoch den 13. d. M.: J.-U. Dr. M. Propper: „Vom Mieten und Kündigen". — Donnerstag den 14. d. M.: Med.-Dr. R Volk: «Natürliche Schutzkräfte". — Freitag den 15. d. M.r Lehrer H. Löw-Vogel: Bibelvortrag. Beginn der Vorträge: An Wochentagen halb 8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely, Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lasten. Wie». (Bortrag.) Frau Müller - Rosen« zweig, Tochter des Kommerzialrates S. R o s e n z w e i g, die durch ihre schriftstellerische Tätigkeit und besonders durch ihre Borträge auch dem Publikum der Toynbeehalle bekannt ist, hielt letzten Sonutag dortselbst einen Vortrag über Egypten. Vach einer wohldurchdachten und formvollendeten Einleitung, die viele historische Kenntnis verraten läßt, führte uns die Vortragende in einem mehr als zwei Stunden dauernden Vortrag an der Hand von 74 Skioptikonbildern, die sie selbst aufnahm, durch Unter- und Ober-Egypten. Bei der Vorführung eines jeden Bildes erläuterte Frau Müller-Rosenzweig dasselbe so genau, daß der Zuhörer sich im Lande selbst glaubte. Das Publikum, zu dem sich diesmal auch viele geladene Gäste gesellten,- zollte der Vortragenden für ihren so sehr interessanten Vortrag stürmischen Beifall. Wien. Montag, den 11. De;ember l. I., präzise 7 Uhr abends, findet im. Sitzungssä le des Vereinshauses des AuSspeisungS-Vereines, XV., Herklotzgaste 21. die 10. ordentliche Generalversammlung statt. Wie«. Der humanitäre Verein zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger, Wien. II., Große Stadtgutgaffe 7, veranstaltete am 2\ November d. I. im „Cafe Adler" am Schottenring seinen zweiten Unterhaltungsabend der diesjährigen Saison. VereinSobmann Dr. Isidor L Braun begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und erwäynle des Legates im Betrag von 1000 Kronen, welches von den Herren Dr. Alfons, Louis und Eugen Freiherrn v.' Rothschild als Universalerben nach Albert Freiherrn v. Rothschild dem Vereine gespendet wurde. Dieses Legat, erklärte der Oomann, habe für den Verein einen umso größeren Wert, da dasselbe eine Anerkennung der bisherigen, eminent Humanitären Leistungen des Vereines involviere und den Vorstand anspornen wird, sich auch weiterhin im Jntereste des Vereines in intensiver Weise zu betätigen. Daran schloffen sich sehr beifällig aufgenommene Vorträge von mehreren Kunstkräften. Die artistische Leitung lag in den Händen des Herrn Bankbeamten Richard Brnck. Wochenschrift Nr. 47 Die bevorstehende Ziehung der „Einheits-Lotterie Der jüdische Verein „Einheit", dessen Volksspeisehalle im EL Bezirk, Malzgaste Nr. 12, bereits einen über die Grenzen unserer Stadt reichenden Ruf genießt, veranstaltet bekanntlich zugunsten der Volksspeise'halle eine große Wohltätigkeits-Lotterie, welche Ziehung, wie uns authentisch mitgeteilt wird, unwiderruflich am 21. D ez e m b er d. I. 7 Uhr abends unter behördlicher Aufsicht im Lokale der k. k. Staatsschuldenkaffe stattfinden wird. Mit Rücksicht auf den nahe bevorstehenden Ziehungstermin werden alle diejenigen, denen die Lotterieverwaltung ihre Lose zur Annahme zugesandt hat, dringendst gebeten, im Jntereste des wohltätigen Zweckes, dem der Reingewinn dieser Lotterie gewidmet ist, den?für. die erhaltenen Lose entfallenden Betrag an die Lotterieverwaltung des Vereines „Einheit", Wien, I., WollzeIe 24, ehestens einzusenden. Ebenso werden die Herren Vertrauensmänner, welche die Freundlichkeit hatten, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen und eine Anzahl von Äosen zum Weiterverkauf zu übernehmen, von der Lotterieverwaltung höflichst ersucht, den Erlös der bisher verkauften Lose an die Lotterieverwaltuug einzusenden und diejenigen Lose, die sie nicht mehr verkaufen zu können glauben, gleichfalls abzuliefern, um sie eventuell anderweitig verwerten zu können. Die Lotterieleitung legt Gewicht darauf, auch auf diesem Wege darauf aufmerksam zu machen, daß nur diejenigen Lose ein Anrecht auf einen eventuellen Gewinn haben, für welche der Betrag bis spätestens am Ziehungstage 6 Uhr abends im Lotteriebureaü erlegt, bezw. auf die Post gegeben wurde. Sämtliche Treffer werden von der Juwelierfirma I. Engelsrath, Wien, II., Untere Augartenstraße 10, geliefert. Besonders effektvoll präsentiert sich der erste Haupttreffer im Werte von 30.000 Kronen, welcher seit einigen Tagen im Schaufenster der Firma A. & B. Hofbauer, I., Tuchlauben 10, ausgestellt ist und die Bewunderung der Passanten erweckt. Ebenso die weiteren Haupttreffer im Werte Von 5000, 2000 und 1000 Kronen. Die für diese Treffer gelieferten Effekten, Brillanten und andere kostbare Juwelen, sind Meisterstücke moderner Juwelierkunst. Die Haupttreffer werden auch auf Wunsch des Gewinners nach den vorschriftsmäßigen Abzügen in Barem ausbezahlt. Im Interesse des wohltätigen Zweckes ist zu hoffen, daß unsere Glaubensbrüder noch die wenigen Tage benützen werden, um der ersten großen jüdischen Lotterie zu einem erfolgreichen Abschlüsse zu verhelfen. Wien. („B e th-H a am", Jüdisches Volksheim, Wien, XVIl., Hormoyergaffe 7 a.) Samstag den 9. Dezember, halb 8 Uhr abends, Vortrag Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Doktor I. M Bach: „Volkstümliches aus der Geschichte des Rabbi Jochanan Ben-Sakkai. Jüdisch-Akademischer Juristeuverein in Wie». (IX., Müllnergasse 35.) Montag den 27. November d. I. veranstaltete der Jüdisch- Akademische Juristenverein in einem Hörsaale der Universität einen Vortrag des Herrn Dr. Emil v. Hofmannstal über die juristische Studien- und Prüfungsreform. Der Referent erwies in seinen Ausführungen, daß die jetzige Zweiteilung der Studien an der juristischen Fakultät zu wenig Gewicht auf praktiscbe Durchbildung und Verarbeitung des juridischen und politischen Stoffes lege. Die historischen Disziplinen finden verhältnismäßig mehr Berücksichtigung a s die modernen. Herr Dr. v. Hofmannstal schlägt statt der bisherigen Zweiteilung der Studien eine Dreiteilung derselben vor, wobei die Studierenden auch den politischen Fächern größere Würdigung als bisnun schenken könnten. Der Referent >> besprach schließlich noch die Frage der Zulassung der Frauen zum Studium der Rechte und gab der Meinung Ausdruck, daß auch in Oesterreich — wie in den meisten europäischen Staaten — den Frauen das Rechtsstudium zugänglich gemacht werde. An die trefflichen Ausführungen des Herrn Dr. v, HosmmnSlal knüpfte sich eine Diskuffion, in deren Verlauf eine von Herrn esnä. jur. Fritz Steiner beantragte Resolution, in der dem Vorstande die weiteren Schritte bei den akademischen Behörden überlassen werden, per aoolamatioBsm angenommen wurde. Wien. Populärwissenschaftliche Freitag - Abend - Voriäge im Bet-tzan',drasch „Talmud-Thora", II., Malzgaffe 6. Am 8. Dezember: Prof. Antscherl: „Die geistige Würze des Sabbatmahls" und am 15. 'Dezember: Herr Rabbiner L. Goldstein: „Die Makkabäer". Beginn halb 8 Uhr abends.

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