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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-08 · 49 (8.12.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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...3.3 Vfe'A . ■ J Nr. 47 eine äußere, zu deren Bekämpfung es notwendig ist, daß alle Angehörigen der weißen Menschenrasse, die Arier und' die Juden, solange es noch solche gibt, ihre Kräfte zusammenschließen. Was aber unter der Flagge einer jüdischen Rassengefahr die Gemüter in Aufruhr bringt, das hat weder Fleisch noch Blut, das ist, wie sie wollen, ein Gespenst, ein Phantom oder ein Popanz, fähig allein, politische Kindsköpfe in Schrecken zu versetzen. Vom Zabrmarkt des Lebens. Von den Pariser Rothschilds. Aus Paris erhalten wir die folgenden interessanten Mitteilungen: Baron Gustav Rothschild, der vor einigen Tagen in Paris, gestorben ist, war dort österreichisch-ungarischer Generalkonsul und empfing in früheren Zeilen unsere dortige Kolonie mit allem Glanze, der von einem Rothschild zu erwarten ist. In den letzten Jahren verhinderten Kränklichkeit und das hohe Alter den sonst sehr liebenswürdigen Mann, größere Empfänge zu veranstalten; seine gebeugte Gestalt schien nur mehr durchs Leben zu schleichen. Baron Gustav Rothschild war vielleicht der einzige der Rothschilds, der an der Börse sehr große Summen verlor. Man erzählt sich in Pariser Bankkreisen, daß diese Verluste sich auf ungefähr achtzig Millionen bezifferten. Um der Spielwut des alten Herrn eine Schranke zu setzen, erklärten ihm seine Brüder, die Brüder Alfons und Edmund, daß sie künftighin seine Börsenorders nicht mehr respektieren und ihm event. die Prokura entziehen werden. Damit war aber dem! Uebel noch nicht abgeholfen. Den Agenten verbot man Mar, direkte Aufträge von Baron Gustav anzunehmen, doch der bediente sich eines Tricks, um diese Anordnung zu umgehen. Wenn nämlich die Börsenmänner um die Mittagsstunde in die Rue Laffite kamen, wo sich die Rothschildschen Bureaus befinden, stellten sie einfach ihren Zylinderhut auf einen Tisch und während sie mit dem Baron Edmund verhandelten, warf Baron Gustav rasch einen Zettel in den Hut, und das kleine Stück Papier enthielt Aufträge, die in die Hunderttausende gingen. Endlich aber erhielt die Kasse den Auftrag, keine weiteren Zahlungen auf solche Orders zu leisten: Baron Gustav erhielt eine sehr stattliche Summe für seinen jährlichen Bedarf und nahm weiter an den Geschäften gar keinen Anteil. Er wohnte in der Avenue Marigny, dem Präsidenten der Republik gegenüber. Sein Palais, oder wie man in Paris sagt, sein „Hotel", war durch den erlesenen Geschmack in seiner Architektur, durch die Kunstschätze, die es enthielt, Gegenstand der Bewunderung der eleganten Welt von Paris. Baron Gustav hinterläßt einen einzigen Sohn, Robert, der an der Ecole des Mines ausgezeichnete Studien machte und als erster seines Jahrganges die Anstalt verließ. Der Baron war über die Fortschritte seines Sohnes so glücklich, daß er mehrere arme Kollegen seines Sohnes, die mit diesem im gleichen Jahrgänge waren, auf seine Kosten studieren ließ und ihnen alle Bequemlichkeiten bot, die sonst nur reichen Studenten zuteil werden. Als der junge Baron Robert eine Lebensgefährtin suchte, fiel seine Wahl nicht auf eine der reichen. Erbinnen Frankreichs, sondern auf Fräulein Beer, eines der schönsten jungen Mädchen von Paris. Baron Robert führt nun im Verein mit dem Baron James Armand die Geschäfte des großen Hauses. Der andere Sohn des Barons Edmund, Baron Maurice, hat keinen Sinn für Geschäfte und lebt ausschließlich dem Sport; seine Pferde haben in den letzten Jahren in Paris und Chantilly erste Preise gewonnen. Seite 811 Die Abnahme der jüdischen Bevölkerung Galiziens. Wohl sind die Arbeiten der jüngstm Volkszählung noch nicht ganz beendet, aber aus dem bisher zutage geförderten und verarbeiteten Material läßt sich, bereits eine konstante Abnahme der jüdischen Bevölkerung Galiziens konstatieren. Im Jahre 1890 bildeten die Juden 11,6 Prozent der gesamten Bevölkerung Galiziens, 10 Jahre später schon bloß 11,1 Prozent und jetzt nach weiteren 10 Jahren nur noch 10,9 Prozent. Erwägt man, daß in den letzten Jahren, besonders aber im letzten Jahrzehnt, tausende von Juden aus Rußland nach Galizien eingewandert sind, muß diese Verminderung des Prozentsatzes der Juden in Galizien noch mehr Verwunderung erregen. Allerdings läßt diese Konstatierung auch das erschreckende Ausmaß der Juden aus Galizien im letzten Jahrzehnte in einem noch grelleren Lichte erscheinen. Ein Judendrama im Verdi-Theater von Mailaüd. Im Verdi-Theater von Mailand* wurde vorige Woche, wie der „Seccolo" berichtet, ein neues Drama von Vittorio bei Mare unter dem Titel „I muovr Ebrei" zum erstenmale aufgeführt. Das Drama in drei Akten hat eine sehr kühle Aufnahme gefunden. Der Grund dafür ist die etwas gezwungene Handlung und die Tendenz, die Mischehen zwischen Juden und Christen zu propagieren und als einigendes Band zwischen den Ehegatten verschiedenen Glaubens den gemeinsamen Patriotismus hinzustellen. Es ist die alte Geschieht, daßj ein jüdisches Mädchen sich in einen strenggläubigei» Christen verliebt und Gegenliebe findet. Keiner b&t Liebenden will seinen Glauben wechseln. Auch die beiderseitigen Eltern sind gegen den unnatürlichen Bund. Aber die Ehe findet doch statt. Bald treten die bekannten Gegensätze auf, die auf Seite des Mannes noch durch seine fortwährende Verbindung mit den Klerikalen eine Verschärfung erfahren. Der junge christliche Ehemann entschließt sich, seine angeblich von ihm geliebte Frau im Namen seines Glaubens zu verlassen und in dem kritischen Momente hält die jüdische Frau eine lange Erinnerungsrede an ihre Vorfahren, deren patriotische Heldentaten im Vereine mit Garibaldi sie ihrem wankelmütigen Gatten ins Gedächtnis ruft. Das patriotische Ideal hat nun das vermocht, was der Frau bisher nicht gelang: den Mann zum Bleiben zu veranlassen und die Versöhnung herbeizuführen. Wie erwähnt, hat dieses blutleere Stück keinen Beifall finden können. Das reichhaltigste Museum für egyptische Ausgrabungen. mar- - Im Newyorker Metropolitan-Museum of Art wurde vor kurzem die Abteilung für egyptische Altertümer eröffnet. Die Abteilung umfaßt zehn große Säle. In neun Sälen sind die Antiquitäten in chronologischer Reihenfolge aufgestellt, während der zehnte Saal eine Kollektion egyptischer Altertümer aus 'alten Zeitperioden beherbergt. Diese Sammlung dürfte die reichhaltigste auf diesem Gebiete sein. Wie „American Hebrew" bemerkt, hat man hier Gelegenheit, die Umgebung kennen zu lernen, inmitten welcher die Israeliten in Egypten ihr Leben verbringen mußten. Denn man findet hier Gegenstände nicht nur aus der egyptischen Israelilenzeil. sondern auch Denkmäler aus der prähistorischen Zeit Egyptens. Professor Tylor hat an der Hand dieser gesammelten Denkmäler nachgewiesen, daß die egyptischen Fellachen von heute in ihrem Aeußern noch vollständig jenem ihrer Vorväter gleichen, welche auf den ältesten egyptischen Denkmälern abgebildet erscheinen. Und er findet auch nichts Ueberraschendes darin, daß man heute noch jüdische Typen findet, welche jenen jüdischen Gefangenen Dr. Bkochs Wochenschrift

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