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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-08 · 49 (8.12.1911) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette Ö1Ö Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 4die Franzosen sind noch nicht an jenem Extrem angelangt wie heute die Juden. Diese Behauptung dürfte vielfach Vefremdung, ja geradezu Verblüffung erwecken, da man in weilen Kreisen das direkte Gegenteil angenommen hatte. Aber auch denjenigen, welche aus solchen arbiträren und persönlichen Schätzungen einen Einwand gegen das Zahlenmaterial der Statistik erheben wollten, gibt Theilhaber eine präzise Antwort. Der falsche Schein des Anwachsens der jüdischen Bevölkerung gegenüber der arischen wird hervorgerufen durch das Zusammentreffen dreier Momente: durch die allgemeine Tendenz der Wanderung der Juden aus dem Lande in die Stadt und aus der Kleinstadt in die Großstadt (tatsächlich ist ja auch bei uns in Oesterreich der Typ der sogenannten Dorfjuden schon fast ganz verschwunden, wogegen in der Großstadt noch eine Ueberschwemmung mancher Berufszweige mit Juden zu konstatieren ist). Ferner durch eine ungemein intensive Wanderung der Juden von Osten nach Westen (manche Städte in Preußisch-Polen, die im Jahre 1817 noch 60 Prozent aufwiesen, zeigen gegenwärtig etwa 6 Prozent oder ähnliche Größen). Der dritte Grund liegt in dem ungeheurer sozialen Auftrieb im Judentum, d. h. in der unverhältnismäßig großen Zahl der Juden, die zu Reichtum gelangen (in Berlin z. B. entfällt für die Juden, durchschnittlich das Sechsfache der Steuern auf den Kopf, wie für die Nichtjuden). Da nun die meisten, welche sich aus persönlichen Schätzungen über die Zu- oder Abnahme der jüdischen Bevölkerung eine Meinung bilden, den höheren Ständer angehören, mit großstädtischen Verhältnissen besser vertraut sind als mit ländlichen und mit den Verhältnissen des Westens mehr als mit denen des Ostens, so ergibt sich, jenes den Tatsachen direkt entgegengesetzte RHMrt der Schätzung als sehr erklärliche Folge einer tkdMduellen Beschränktheit des Gesichtskreises. Es besticht also kein Grund, aus der Stimmung des ersten Staunens über die Theilhaberschen Feststellungen einen Einwand zu erheben. Höchstens könnte man dem Zweifel Ausdruck geben, ob dem Theilhaberschen Werk nicht eine irrige Verwendung statistischen Materials zugrunde liege, oder etwa ob wir es darin gar mit einer unbewußten oder bewußten Fälschung zu tun haben. Aber für dergleichen liegt kein Grund vor. Für mich besteht eine besondere Ursache, die Angaben Theilhabers für richtig zu halten. Sie bieten nämlich nur die Bestätigung von Schlüssen, die ich auf Grund meiner, wie ich glaube, allgemeineren Ansichten schon vor dem Bekanntwerden des Buches selbständig gezogen hatte. Die ursprüngliche Anregung hiezu verdanke ich dem Einwande meines ersten Gegners in den früher erwähnten Diskussionen im Sozialwiffenschastlichen Verein. Es wurde mir entgegengehalten, daß, wenn meine Ansicht von der degenerativen Wirksamkeit der Monogamie richtig wäre, dann die Juden, welche gut eine ein Jahrtausend längere Monogamie auf den Schultern haben als wir, entsprechend degenerierter sein müßten —, was ja doch augenscheinlich nicht der Fall sei. Meine Antwort damals war: Allerdings, wenn ich recht habe, müssen die Juden stark degeneriert sein. Ob wir auch die Mittel haben, dieses Plus an Degeneration festzustellen, sei aber deswegen noch immer fraglich. Seither ist nun aber diese Feststellung mit aller Bestimmtheit erfolgt. Theilhaber weist nach, daß das Verhältnis der geistigen Erkrankungen bei Ariern und Juden 1:3 sei, das Verhältnis der Selbstmorde zeigt die erschreckende Ziffer 1:100, und die Militärtauglichkeit der Nichtjuden.verhält sich zu der der Juden wie 10:7. Aus der vermeintlichen Widerlegung meiner Ansicht hat sich also vielmehr ein Beweis derselben ergeben, wenn ich auch anerkennen muß, daß an der auffällig starken Degeneration der Juden, besonders auf psychischem Gebiete, wohl noch mehr als die Monogamie die enge Inzucht beteiligt sein mag. Indem ich. nun aber das Problem der Zukunft der jüdischen Rasse weiter verfolgte, ergab es sich, daß die zweite schädliche Wirkung unserer sexualen und Wirtschaftlichen Ordnung bei den Juden in weitaus verstärktem Maße in die Erscheinung treten müsse. Diese Wirkung ist die mit Naturgesetzlichkeit sich vollziehende Selbstausmerzung der höheren Stände und speziell der Reichen. Die Motive der monogamischen Familienmoral, aus welcher diese Selbstausmerzung hervorgeht, sind — so sagte ich mir — so stark, daß selbst ein ausgesprochenes .Stammesgefühl, gestützt durch religiöse Gebote, ihr nicht standzuhalten vermag, und so habe ich. denn meine Ansicht von einer bevorstehenden Selbstausmerzung der jüdischen Rasse zu Papier gebracht und auch, (im August dieses Jahres) dem Herausgeber des „Archivs für Rassen- und Gesellschaftsbiologie" zur Ansicht vorgelegt, noch ehe ich das Theilhabersche Buch kannte. Ich war von seinen Resultaten nicht überrascht, überrascht nur von dem hohen Grade, in welchem jetzt schon die von mir erwarteten Wirkungen zu konstatieren sind. Und darum zweifle ich am allerwenigsten an der Richtigkeit dieses Buches. Wir stehen hier vielmehr vor dem erschütternden Schauspiel,, wie der kulturtreibende, aber völkermordende Dämon Kapitalismus, der dem Judenvolk selbst sein Dasein verdankt, sich an den Brüsten dieses Volkes fest-, setzt, sie aussaugt und auch das Blut mit auszusaugen im Begriffe steht, bis das Volk selbst entkräftet hinsinken wird, als erstes Opfer jener schicksalsschwangeren» Mächte, die es selbst in die Menschheitsgeschichte heraufbeschworen. Es besteht also keine jüdische Rassengefahr. Damit ist nun allerdings die Judenfrage noch nicht erledigt. Denn außer dem physischen kennen wir ja auch noch ein geistiges Judentum. Wir Arier haben uns angewöhnt, mit Vernachlässigung aller Vorzüge und Leistungen der.jüdischen Raffe ihre Fehler unter dem Begriff einer bestimmten psychischen Gesinnungsart als Judentum zusammenzufassen. Und solcher Fehler gibt es allerdings genug und genug große, in Bestätigung des Prinzips: Wo viel Licht, da ist auch viel Schatten. Diese Fehler >— lieber als Judentum möchte ich sie den Geist des unlauteren Wettbewerbes nennen. Diese Fehler zu bekämpfen, bleibt eine Aufgabe und eine gewaltige Aufgabe, auch wenn wir dem Rassenproblem als solchem alle Bedeutung absprechen. Aber diese kulturelle Aufgabe wird nicht dadurch erfüllt, daß wir etwa, wie manche es Zu wünschen scheinen, alle Vluts- und Rassenjuden totschlagen oder aus dem Lande verweisen. Denn wenn auch> Sombart darin Recht haben sollte, daß dieser Geist des unlauteren Wettbewerbes im wesentlichen dem Judentum seinen Ursprung verdankt, so müssen wir daran doch die Bemerkung knüpfen, daß die Juden unter den Ariern in dieser Richtung ganz gewaltig Schule gemacht haben, und wenn wir gegen diesen Geist des unlauteren Wettbewerbes zu Felde ziehen, dann wird es sich» zeigen, daß viele Christen zu unseren Gegnern zählen, und daß mancher Jude als unser Bundesgenosse auf unserer Seite stehen wird. Ueber die positiven Forderungen, die sich, aus diesem Kämpf ergeben, kann ich. mich, heute nicht näher auslassen. Ich habe die Absicht, es später einmal zu tun, in Verbindung mit der Behandlung ebenso wichtiger oder vielleicht noch Wichtigerer Aufgaben, zu deren Betrachtung ich in den nächsten Monaten die Prager Studentenschaft zusammenberusen möchte. Für heute lassen Sie mich das Schlußergebnis folgendermaßen zulammenfaffen: Es gibt für uns Abendländer eine Rassengefahr und zwar eine eminente, drohende Rassengefahr, eilte innere und

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