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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-08 · 49 (8.12.1911) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47 Dr. Wachs WochMchrift Abstammung von einzelnen in der Prähistorie hypothetisch angenommenen Menschenvarietäten, die sogenannte Reinrassigkeit. Dieses Hilfsmittel hat aber durchaus seinen Dienst versagt. Indem man es anwenden wollte, kam man vielmehr in ein Gewirr von Hypothesen, welches die Unklarheit womöglich noch vergröberte. Ein zweites genetisches Hilfsmittel zur deskriptiven Aufgabe der Rassengliederung besteht in dem Hinweis auf eine historisch nachweisbare Inzucht des betreffenden Menschenkollektivs. Hier stehen wir in den meisten Fällen auf einer festen Basis, welche nur gegenüber dem Iudenproblem wiederum ihren Dienst versagt oder doch sehr einschränkt, da wegen der Diaspora, der durch viele Iahrhunderte nachweislichen Verstreutheit der Juden, der Nachweis tatsächlicher physiologischer Inzucht ja nie vollkommen sicher zu erbringen ist. Der bekannte ausgezeichnete Judenforscher Sombart schenkt gleichwohl diesem genetischen Hilfsmittel groben Glauben und gelangt in Uebereinstimmung mit direkten Schätzungen seines intuitiven Erfassens von Menschentypen zu der Ansicht, dab das als Iuden gekennzeichnete Menschenkollektiv sich tatsächlich auch anthropologisch oder rassisch von der Umgebung charakteristisch und einheitlich abhebt. Ich habe mich Mit der Frage auch nicht annähernd so weit befahl wie Sombart, ich befolge aber nur ein von ihm selbst befürwortetes Prinzip, wenn ich, meiner direkten Anschauung vertrauend, doch an sein Resultat noch ein Fragezeichen anzuhängen mir erlaube. Ich bestreite nicht, dah die grobe Masse der Iuden sich auch anthropologisch oder rassisch von der Umgebung abhebt, vermöchte jedoch nicht zu der Ueberzeugung zu gelangen, dab die Juden unter einander auch eine Rasseneinheil ^bilden. Mir scheint das fast ebensowenig der Fall zu "sein, wie bei den sogenannten Ariern, deren rassisch viel differentere Typen ja allgemein anerkannt sind. Meinem Dafürhalten nach gruppieren sich diese rassischen Typen ungefähr in folgender Weise: Das als Arier bezeichnet Menschenkollektiv besteht, wie anerkannt, aus den drei stark differenten Menschentypen der Nordländer (blond, blauäugig, hellhäutig, hochgewachsen, mit langem Kopf und schmalem Gesicht), der Alpinen (von brünettem Teint, dunkler Augen- und Haarfarbe, kleiner Statur, rundem Schädel, breitem Gesicht, mongoloidem Typ) und den Mittelländern (gleichfalls brünett und dunkel, klein und grazil, aber langköpfig und mit schmalem Gesicht). Zwischen diesen Typen bestehen nun allerdings die mannigfachsten Mischungen, ja der eine von ihnen, die Alpinen, dürfte nach der Ansicht mancher Anthropologen überhaupt in seiner ursprünglichen Reinheit gar nirgends mehr erhalten sein. Ebensoweit oder doch fast so weit wie diese Typen scheinen mir die unter dem Begriff „Iuden" vereinten Typen der Sephardim und Aschkenasim von einander abzustehen, ja ich möchte sogar behaupten, dah der sephardische Iudentyp (von schlanker, hagerer Gestalt, mit schwarzen Haaren, gebogener Nase, schmälen Händen) dem Typ des Mittelländers (populär dem typischen Spanier oder Italiener) nähersteht als dem anderen Iudentyp der Aschkenasim und auch wiederum näher als etwa der MitteUänder. der typische Italiener, dem reinen Nordländer, dem typischen Schweden. Es ist also nur in sehr limitiertem Sinn, dah wir meinem Eindruck nach, Juden und Arier als verschiedene Rassen einander entgegensetzen dürfen. Ganz gewih gibt es auch zwischen den sephardischen und den aschkenasischen Iuden etwas Gemeinsam-Charakteristisches, das man als spezifisch jüdisch herausfühlen kann. Dieses Gemeinsame scheint mir aber nicht mehr rasiisch oder anthropologisch. sondern nur kulturell aus gemeinsamem. Milieu begründet zu sein, wie es ja auch bekanntlich verloren geht, wenn eine jüdische Familie durch ein paar Generationen in anderem Milieu prosperiert. Sette 809 Wie immer man nun jene Gegenüberstellung auffassen mag, so viel ist gewih, dah wir es in den Iuden mit einer der höchstbegabten Unterrassen der kaukasischen Völkerfamilie zu tun haben. Die Iuden haben im Altertum eine eigenartige nationale Kultur hervorgebracht, welche als gleichwertig neben die anderer Kulturvölker gestellt werden kann. Die Iuden haben hervorragenden Anteil genommen an der Schöpfung der gröhten Kulturmacht, welche die Geschichte kennt, des Christentums. An der Schöpfung des Christentums waren ja verschiedene Rasten und Völker beteiligt. Seine Metaphysik enthält sehr bedeutende hellenische Elemente, seine weltumfastende Tendenz wurzelt sicher in der weltbeherrschenden Macht des Römertums. Auherdem ist es zweifelhaft, ob Jesus von rein jüdischer Abstammung gewesen ist. Allein auch wer alles dies erwägt, muh doch zugestehen, dah keinem Volke und keiner Rasse ein so groher Anteil an der Schaffung dieser ersten Kulturmacht der Geschichte, des Christentums zufällt, wie den Iuden. Die Iuden haben auherdem zur Hälfte jenen gewaltigen Kulturfaktor des Kapitalismus hervorgebracht. Sombart bezeichnet den Kapitalismus mit Recht als ein Produkt aus zwei Faktoren: Aus dem technischen Talent der Germanen und der geschäftlichen Begabung der Iuden. Die Iuden haben endlich auch jene Bewegung hervorgerufen, welche dien Schäden und Uebergriffen des Kapitalismus am energischesten und erfolgreichsten entgegentritt: die Sozialdemokratie. Christentum, Kapitalismus, Sozialdemokratie. Mit dem hervorragenden Anteil der Iuden an diesen Bewegungen wären sie schon allein in die Reihe der ersten' Kulturschöpfer gestellt. Nun aber haben sie auherdem noch hervorragenden Anteil genommen an der wissenschaftlichen und künstlerischen Produktion ihrer Wirtsvölker. Ich brauche nur die Namen Spinoza, Marr (hier nicht als Politiker, sondern als Begründer der materialistischen Geschichtsauffassung), Menger (der Schöpfer der richtigen nationalökonomischen Wortlehre), Hertz (der geniale Physiker, der die Erscheinungen des Lichtes auf die der Elektrizität zurückgeführt hat) zu nennen und auf künstlerischem Gebiet Heine, Mendelssohn, Meyerbeer u. v. a. Wenn wir nun diesen Zweig der weihen Menschenrasse, die Iuden, auf ihre biologische Richtungstendenz mit den Nichtjuden, den Ariern, vergleichen, so ergeben sich Resultate, welche wohl geeignet sind, das intensivste Interesse aller Beteiligten zu erwecken. Ein Jude, der sich durchaus als überzeugter, ja fast fanatischer Anhänger seiner Rasse gibt und bekennt, hat mit grohem Fleih ein umfassendes, statistisches Zahlenmaterial zunächst in betreff der deutschen Juden zusammengestellt, welches aber, da die Verhältnisse bei den deutschen Iuden typisch sind, Schlüsse auf die Zukunft aller Juden gestattet. Theilhaber hat in seinem Werk „Der Untergang der deutschen Iuden", welches erst vor wenigen Monaten in die Oeffentlichkeit trat, den Beweis erbracht, dah erstens die jüdischen Rasseangehörigen im Vergleich zu den Ariern weitgehende, mitunter geradezu erschreckende Degenerationsmerkmale aufweisen. Was aber noch viel mehr ins Gewicht fallt: Er weist' nach, dah die für alle abendländischen Völker bestehende Tendenz zum' Rückgang der Geburten bei den deutschen Iuden schon so weit geführt hat, dah sie gegenwärtig den Sterbefällen nicht mehr die Wage zu halten vermögen. Die deutsche Iudenschaft vermag tatsächlich sich heute nicht mehr aus eigenem Schoh zu reproduzieren und auf gleicher Zahl zu erhalten. Nur durch Einwanderung werden die entstandenen Lücken ausgefüllt. Ein gleicher Rückstand der Geburten gegenüber den Todesfällen besteht bei keinem anderen Volke der Erde, selbst

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