Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 48 (1.12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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ix-vam. iääasxuBtsviMixs Nr. 48 bei Mayon in Südfrankreich und bei der Einnahme dieser Stadt bewies, verlieh ihm Kaiser Franz I. noch im Oktober dieses Jahres auf Vorschlag des kommandierenden Generals das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Mit 26 Jahren, nach kaum zweijähriger Offizierslaufbahn, hatte Ignaz Baron Wetzlar die höchste militärische Auszeichnung, die nur in den seltensten Fällen verliehen wird, sich errungen. Friedrich Homberg, 1806 in Wien als Sohn eines Staatsbeamten geboren, ließ sich als Student zum 11. Infanterieregimente assentieren und wurde 1828 Fähnrich. Seine sonstige militärische Carriere — er brachte es bis zum Oberstleutnant — bietet nichts besonders Erwähnenswertes. Von großem Interesse aber ist es, daß er sich um den päpstlichen Stuhl besondere Verdienste erworben hat und Ritter des Piusordens und Kommandeur des St. Gregorordens geworden ist. Wer möchte nun ahnen, daß der Vater des päpstlichen Ritters jener hebräisch schriftstellernde Rousseau-Anhänger Herz Homberg war, der im Aufträge Kaiser Josephs für die galizischen Juden deutsche Volksschulen errichtete und in seinen späteren Jahren durch sein Religionslehrbuch „Bene Zion", auf Grund dessen alle, die eine Heirat eingehen wollten, eine Prüfung ablegen mußten, der Schrecken aller vormärzlichen jüdischen Brautpaare wurde. Sein eigener Sohn aber scheint das Buch seines Vaters, wenig oder nur mit geringem Erfolge gelesen zu haben, denn eine Anmerkung im biographischen Handbuch besagt: „Ausgetreten aus dem jüdischen Religionsverbande 1836 als Leutnant." Der spätere Generalmajor Alexander Ritter v. Eiß trat 1848 in die Armee ein und machte den Feldzug in Ungarn mit. In der Schlacht von Magenta zeichnete sich Leutnant Eiß derart aus, daß er die allerhöchste Belobung erhielt und Oberleutnant wurde. In der S ch l a ch t von C u st o z z a bewies er derartige Tapferkeit, daß er durch den Orden der Eisernen Krone III. Klaffe ausgezeichnet wurde. Nachdem er 1884 in den R i t t e r st a n d erhoben wurde, ward er 1890 Oberst und Regimentskommandant. Trotzdem seine organisatorischen Maßnahmen auf diesen Dienstposten mustergiltige und von bleibenden Wert waren, wurde er nicht aktiver Generalmajor, weil er, der dem Tod immer furchtlos ins Antlitz geschaut hat, den traurigen Mut, ein Renegat zuwerden, nichtaufbrachte. Als Oberst ging er in den Ruhestand und erst 1906 wurde ihm der Generalmajorscharakter verliehen. Er wurde später ein eifriger Mitarbeiter Theodor Herzls und diente dem jüdischen Nationalfond als pflichteifriger Beamter. Man würde aber fehlgehen, wollte man annehmen, daß dieses Buch nur k u l t u r h i st o r i s ch wertvoll ist, und übersehen, daß es bewußt erzieherische Abfichten hat. Der Herausgeber sagt es selbst, daß er bestrebt war, durch Hinweis auf die schöne nunmehr 120 Jahre alte Zugehörigkeit der Juden zur österr.-ungar. Armee seinen Glaubens- und Volksgenoffen ein Mittel in die Hand zu geben, um das Andenken an unsere Altvordern in die Brust ihrer jungen Söhne zu verpflanzen. Sie können dereinst berufen sein, mit der Waffe in der Hand kämpfen zu müssen. Und dazu bedarf es auch eines in modernen Verhältnissen hineinpassenden Geistes, welcher jene beseelte, die in diesem Handbuche genannt find. „In einer Zeit, wo man die Heranwachsende Jugend in den Wirbel — auch vom demokratischen Standpunkt zu verurteilender — antimilitärischer Irrlehren einzuziehen versucht, wo der Jugend Begriffe eingetrichtert werden, die ihr alles Soldatische unlieb zu machen geeignet erscheinen, stellt sich das Bedürfnis . ein, die intensivere Pflege militärischen Geistes anzuregen". Vielleicht geben diese Worte eines erfahrenen Fachmannes, die doppelt aktuell find, weil man ja heutzutage schon allenthalben den Wert von Sport und Körperübung für die jüdische Regeneration anerkennt, den maßgebenden Kreisen manche wertvolle Anregung. Warum gründet man denn bei uns nicht vernünftig geleitete militärische Seite 798 Knabenhorte nach dem Muster der Londoner jüdischen Knabenbrigade; warum bewerben fich so wenig jüdische Jünglinge um Aufnahme in Kadettenschulen und Militärakademien, um fich dort für den Oifiziersberuf vorzubereiten. Dem Frühlingschen Buche aber wünschen wir vor allem einen großen Leserkreis, damit recht viele daraus Belehrung, Anregung und — Selbstbewußtsein gewinnen. Korrespondenzen. K. k. n.-ö. LaMdegschnlrat. Z. 4770-11. Wien, am 14. November 1911 Israel, religiöse Vorschriften beim Religionsunterricht. An die Direktionen aller Mittelschulen u. an alle Bezirksschulräte. Mehrere jüdische Vereine haben dem Landesschulrat mitgeteilt, dass der Erlass des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom für die Mittelschulen: 31. Jänner 1876, Z. 1208, (Halma Schilling, 8. 43), für die Bezirksschulräte: 19. Februar 1876, Z. 1683, M. BV. Bl. Nr. 9, mit welchem angeordnet wurde, dass bei der Verfassung der Stundenpläne auf das israelitische Gebot, am Sabbathe sich des Schreibens, Zeichnens, überhaupt der Handarbeit sich zu enthalten, tunlichst Rücksicht zu nehmen, und dass jeder direkte oder indirekte Zwang zur Uebertretuug dieses Gebotes von Seite der Schule zu unterlassen ist, nicht überall beachtet wird, und dass es sich wiederholt ereignet, dass ein solcher ungesetzlicher Zwang, besonders in den unteren Klassen der Volksschule geübt wird. Mit Rücksicht auf diese Eingabe wird der Direktion (dem Bezirksschulräte) der oben bezogene Ministerialerlass zur genauen Darnachachtung in Erinnerung gebracht. Gleichzeitig haben die erwähnten Vereine eine Kurrende der israelitischen Kultusgemeinde Wien vom 15. November 1906, ad Z. 8438 hieher mitgeteilt, wonach die mosaischen Religionslehrer angewiesen werden, den Schülern, deren Eltern es wünschen, zu gestatten, beim hebräischen Lesen oder Uebersetzen den Kopf zu bedecken, und zu Beginn des Schuljahres vor Beginn des Unterrichtes die Schüler diesbezüglich zu befragen. Daran haben die Vereine die Bitte geknüpft, diese Bestimmung jährlich zu Beginn des Schuljahres durch die Religionslehrer den Schülern, beziehungsweise deren Eltern zur Kenntnis zu bringen. Hievon wird die Direktion (der Bezirksschulrat) zur allfälligen Veranlassung verständigt. Der k. k. Statthalter als Vorsitzender: Bienerth m. p. Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien. Der Verein kann den Vortragsabend, den er am 26. November d. I. im vollgesüllten Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines inszenierte, den glanzvollen Veranstaltungen der letzten 25 Jahre eines Bestandes anreihen. Der Vortragende, Univerfitätsprosessor Dr. L. Königstein, der von der Versammlung mit auffallenden Sympathiekundgebungen begrüßt wurde, hielt einen musterhaft sachlichen und dabei populären Vortrag „Ueber die Ausstellung inDresden". Die Versammlung lauschte dem Vortragenden mit gespannter Aufmerksamkeit. Großen Eindruck machten die Mitteilungen über die Gruppe „Hygiene der Juden" und der Vortragende verfehlte nicht, darauf hinzuweisen, daß dieser Teil der Ausstellung, der so vielfache Anerkennung gefunden, einem Wiener Rabbiner zu verdanken ist. Der Beifall der Zuhörerschaft wurde umso größer, als der Präfident Herr S. B r o d den Vortrag beleuchtete und bei dieser Gelegenheit die Autorität des Vortragenden und deffen Volkstümlichkeit hervorhob. Unter den würdigen Vertretern der verschiedensten Berufsarten bemerkte man auch Oberlandesgerichtsra Dr. Spitzkops, die kais. Räte Hirsch, Pollack, Rain.Weil, in Vertretung des Niederösterreichischen Gewerbevereines kais. Rat Schweinburg, Industriellen Eger, Sekretär Dr. Adler, die Profefforen Antscherl, Krans, Direktor Fischer,Vor- Dr. WoAs WvchMWrift f; ■! t! * '[. ■ t* ' *“!