Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 47 (24.11.1911)
- Date
- 1911-11-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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WvchüMrist Seite 779 Nr. 47! Dr. mm? Gejohle ertönen ließen. Was dort für gut befunden wurde, hat nun die nicht unterscheidende 'Jugend diesmal auch bei Sr. Majestät Borbeifahrt praktiziert. Jedenfalls war die israelitische Jugend zum mindesten in der Minorität. * * Gegenüber verschiedenen Ausstreuungen, als ob der von uns in der letzten Nummer publizierte amtliche Bericht des Revierinspektors Wache vom Herrn Oberlehrer Jakob Kohn uns zugemittelt worden wäre, sehen wir uns zur Steuer der Wahrheit verpflichtet, zu konstatieren, daß die Ausstreuung vollständig auf Unwahrheit beruht. Weder Oberlehrer Jakob K o h n noch irgend ein anderer Lehrer hat mit der Publikation etwas zu tun. Heimstätte für schwachsinnige Kinder des Vereines „Providentia". Der Frauen-Wohltätigkeitsverein „Providentia" hat für seine seit sieben Jahren in Betrieb stehende „Heimstätte für schwachsinnige. Kinder" das Haus, II., Darwingaffe 5 samt zugehörigem Garten erworben, durch Schaffung entsprechender Unterrichtsräume, einer praktisch eingerichteten Schulküche und einer Anzahl von Baderäumen zweckmäßig adaptiert, so daß nunmehr die armen Vereinsschützlinge der Heimstättensürsorge in geistiger und körperlicher Beziehung in erweitertem Umfange und unter hygienisch günstigeren Verhatnisse teilhaftig werden. Derzeit genießen 32 schwachsinnige, schulpflichtige Kinder aus den ärmsten Schichten der Bevölkerung die Wohltaten der Anstalt, deren Wirksamkeit erst kürzlich von der Freiherrlich Rothschildschen Familie durch Zuweisung eines Betrages von X 10.000 aus dem Nachlaffe des Herrn Baron Albert Rothschild gewürdigt worden ist. Die feierliche Eröffnung der neuen Heimstätte hat am 15. d. M. durch den Gesamtvorstand des Vereines im Beisein von Vertretern der Behörden und zahlreicher angesehener Persönlichkeiten der für Wohltätigkeitsaktionen sich interessierenden Gesellschaftskreise stattgesunden. Nach der Begrüßungsansprache der in Vertretung der Präsidentin Frau Berta N e u m a n n fungierenden Vizepräfidentin Frau Mathilde Herzl, welche in pietätvoller Weise der verstorbenen, um das Gedeihen der Heimstätte hochverdienten Pädagogin Fräulein Rosa Goldhammer gedachte, hielt Ehrwürden Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n die Weiherede. Hieran schloß sich ein Vortrag des bestbekannten, praktischen Arztes Dr. Ignatz Weiß über Notwendigkeit, Zwecke und Ziele der charitativen Privatwohltätigkeit, im besonderen über die durch 36 Jahre entfaltete Tätigkeit des Vereines „Providentia", dessen humanitäre Bestrebungen nunmehr durch die Eröffnung der segensreichen Heimstätte im eigenen Hause gekrönt worden find. Nach weiteren Ansprachen der Schriftführerin Frau Brand, des Kultusvorstehers S. Brod und der Frau Charlotte Frischauer, Präsidentin des Franz Joseph-Kinderhort, schloß die Feier mit der Abfingung der Volkshymue durch die Anstaltszöglinge. Hierauf erfolgte die Besichtigung der Anstaltsräume und Handarbeitsausstellung der Zöglinge. Unter den Anwesenden bemerkte man : den Reserenten sür polizeiliche Jugendfürsorge Regierungsrat Windt in Vertretung des Polizeipräsidiums, den Polizeibezirksleiter Dr. Markup und den Kommissär Adler vom Polizeikommissariat Leopoldstadt, Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g, die Kultusvorsteher S. B r o d, Emanuel Grün wald, Adolf Schra mek, den langjährigen Anstaltsarzt der Heimstätte Dr. S. Kozitschek, Oberlandesgerichtsrat Dr. L ö w n e r, Industriellen Julius Wolf, Industriellen Doktor Richard Neumann, Industriellen Dr. Richard Anninger, Dr. Carl Pfeffer, Dr. Heinrich Friedländer, Albert Löw, Dozent Dr. Zappert, Dr. Konirsch, Fabrikant Adolf Brecher, Fabrikant S. L u b a k, Notar Dr. Berma n n, Architekt Reiser, Sekretär Dr. Arnold Ascher, Direktor S. Heller, Direktor Max Fischer, Amtsleiter Rudolf Kraus, k. u. k. Oberoffizial Leicht; die Damen: Emilie Weiß, Gisela Bien, Amalie Brüll, Minna Halpern, Henriette Kornfeld, Johanna Beck, Frau kais. Rat Weil, Henriette Grünwald, Jda Figdor, Jlka Reiß, Berta Wack l er, Regine Köpfte in, Johanna Fröhlich, Frau, kais. Rat N e u m a n n, Alice B r o ck n e r, Jda Diamant Sophie G r ü n f e l d, Dr. Zins, Jenny Freund- Marcus und Andere. Dem Vorstande des Vereines „Providentia" gehören an: die Damen Frau Honora Krall, Ehrenpräfidentin, Besitzerin des goldenen Verdienstkreuzes; Frau Berta Neumann, Präsidentin; Frau Dr. Mathilde H er z l, I. Vizepräfidentin; Frau Oberlandesgerichtsrat Dr. Rosa L ö w e r, II. Vizepräfidentin; Frau Anna Brand, Schriftführerin. Frau Doktor Berta Hecht, Kassierin; Frau Dr. Ernestine Theumann, Kontrollorin; ferner die Damen : Abelles Johanna, Adelberg Berta, Adler Berta, Dr. Rosa A n s ch e r l i k, Dr. B e r m a n n Helene, B e r m a n n Hilda, Brecher Ludowika, Haas Marie, N u ß b a u m Berta , Doktor P a s s a u e r Antonie, Popper Hermine, S t r a n s k y Paula, Sub ak Rosa, Theumann Jenny, Wolf Sidonie; und als Beiräte die Herren Dr. Karl Stein, Hof- und Gerichtsadvokat, und k, k. Notar Dr. Julius B e r m a n n. Spenden anläßlich der Eröffnung der Heimstätte. Frau Berta N e u m a n X 1000, Dr. Mathilde Herzl K 200 , Ungenannt K 1000, Herr Dr. Richard N e u m a n n K 250, Herr und Frau Julius W o l f K 1000, Herr Josef Neumann K 20, Frau Minna Bruckner K 10, Frau Else Leßner K 10, Frau Irma Keller L 10. Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Josef L ö w n e r K 30, Herr Doktor Karl Pfeffer K 200, Frau N. N. K 50, Frau Henriette Pollak K 20, Frau kais. Rat Arnold Fröhlich K 20. Zum fünfzigjährigem Bestände des israelitischen Studenten-Unterstützungsvereines. Am 2. Dezember d. I. begeht der „Verein zur Unterstützung mittelloser, israelitischer Studierender in Wien" die Jubelfeier seines fünfzigjährig en Bestandes. Wohltätigkeit von bleibendem Werte und von eminenter Bedeutung hat diese Institution fünf Jahrzehnte hindurch reichlich, geräuschlos und unermüdlich geübt. Mehr als 12.000 jüdischen Studierenden aller Herren Länder, die an den Wiener Hochschulen ihren Studien oblagen, wurde durch die Gewährung von Kollegiengeldern, Rigorosen- und Promotions-Toxbeiträgen mit einem Aufwande von fast einer halben Million Kronen die Erreichung des erstrebten Zieles, vielfach die Erlangung angesehener Lebensstellungen ermöglicht. — Eine im Jahre 1861 gehaltene Exhorte des damaligen Religions-Schulinspektors Dr. Gerson Wolf hat zu der von ihm in Gemeinschaft mit Jsac Noah Mannheimer, Rabbiner Lazar H o r o w i tz , Moriz Freiherr v. Königswarte r, Julius Ritter v. Goldschmidt und Emanuel B i a ch vollzogenen, so segensreichen Bereinsgründung geführt. Nicht Almosen wurden den Studierenden zugedacht, sondern Darlehen, welche die Empfänger zurückzahlen sollten, wenn es ihre Verhältnisse gestatten. So hatten es die Gründer festgelegt, so wurde es bis zum heutigen Tage im Vereine gehalten. Allerdings erinnern sich nur Wenige ihrer Schuld und die Eingänge an Rückzahlungen find nicht allzu reichlich gefloffen. Aber der Hauptzweck der Satzung, das Schamgefühl der Studierenden zu schonen, wurde wohl erreicht. Im Stillen hat der Verein seine Gönner geworben, welche die Mittel zur Entfaltung der ersprießlichen Wirksamkeit geboten haben, und nicht mit Festen und Veranstaltungen, deren Regien gewöhnlich ein Großteil der Einnahmen verschlingen. Es kann daher die Jubelfeier, mit welcher der Verein zum ersten Male in die Oeffentlichkeit tritt, auf umso lebhaftere Sympathie hoffen. Der Vereinsvorstand, als deffen Vorsitzender der Sohn des Gründers, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Hermann Wolf fungiert und dem die Herren: Notar Dr. Bermann, Kais. Rat Leopold Langer, Üniv.-Prof. Leopold Königstein, Doz. Dr. Arthur Mahler, Dr. Moriz Schnabl und Franz Türkl angehören, veranstaltet Samstag den 2. Dezember d. I. um xjol Uhr abends einen Festgottesdienst im