Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 44 (3.11.1911)
- Date
- 1911-11-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 732 Dr. WochMchrift Ä r. 44 Darstellung herauszufühlen, indem er meint (IV, 45), es wäre doch viel richtiger anzunehmen, daß Europe vom Norden, nicht von Phönizier! im Mittelmeere hergekommen wäre. Fugt mau noch erklärend hinzu, daß Die Alten für den Sinus Arabiens und den daran sich anschließenden Indischen Ozean, weil sie Jdumaea umgaben, die mit ans w synomyme Bezeichnung Mare Erythraeum und 'EpuÄ-pL fraXaaaa gebrauchten, und mitunter aus demselben Grunde das Meer im Norden, an der Küste von Kolchis, in der alten jüdischen Literatur (viirr d' usw.) und bei Herodot (1, 6.) [’EpuOpa xaXoujiivrj •O-aXaaaa) mit dem gleichen Namen belegt wird, so gewinnt die angeführte Sage erst Sinn und historische Bedeutung, indem sie nicht nur bestätigt, daß die Phönizier, sondern auch, daß Kadmus und andere Pelasger aus dieser Gegend stammen. Herodot gibt übrigens auch ausdrücklich an (II, 51, 52), daß diese den Geheimdienst der Kybele und Kabiren nach Griechenland bringenden Pelasger aus dem Norden eiuwanderten und das Orakel zu „Dodona" einführten, ferner (IV, 5), daß die Lyder und der asische Stamm in Sardes von dort hecstammen. Zieht mau noch in Betracht, daß Homer (II. XVI, 23, 3) Dodona „pelasgisch" nennt, und der Name der Hauptstadt Lydiens, Sardes/b) wahrscheinlich aus die Abstammung seiner Gründer aus Kolchis, das Sardonikon (22ts>) hieß,*4) sebenso wie Miletos von jilXxos (Rötel, Mennige)) hinweist, so findet man auch die bei Athenäus für Karien gebrauchte Benennung „Phönizien" gerechtfertigt. Alle diese alten Mitteilungen bestätigen nur die kurze in der Thora enthaltene Notiz (Gen. 10, 4), wonach ein Teil der v'3212 im Norden nach Griechenland (Genes. 10, 7; 25, 3; vergl. oben II, 2) auswanderte. Wir haben bereits (H, 2) nachgewiesen, daß nach älteren Traditionen unter D'321215) die Söhne der Kethura ") Aruch (s. o. hatte nämlich für das Wort Bereich. Rab. c. 37 dtth die Lesart nK'TiD, d. i. Sardes. die Hauptstadt Lydiens, vor sich. ") Der bis nun unerklärte Name der syrisch-phönizischen Göttin Astarte läßt sich auch von dem Colchis beigelegten Namen Roth, Röthel ableiten, und ist nur eine andere Bezeichnung der dort verehrten Cybele. Das von Ezechiel in seiner Prophetie aus die exilierten Zehnstämme-Jsraeliten im Norden angewendete Wort 2VV (23,14), das die EXX richtig mit piXTOg übersetzen, bedeutet Röthel. (Die Vulgata hat Sinopsis, weil nach Strabo später auch Cappodozien Röthel und zwar über Sinope exportierte). Im Syrischen und in anderen semitischen Sprachen wird das hebräische lv stets in n geändert, wie?. B. .K’ban« ,bv in bn. Die Phönizier dürsten dies 2NV geschrieben haben und mit g oder $ prostheticum irnntpg oder phönizisch nnntw?. Der jerus. Talmud Bic. 1,4 hat noch beide Schreibweisen mit y und 8. Dies war der phönizische Name der Göttin Aphrodite oder Cybele, (Herod. I, 104 und 131; Sanchoniathon bei Euseb. Praepar. evangel. 110), welche die Phönizier von Colchis übernommen und der sie den Beinamen „Roth, Röthel" beigelegt hatten. Bei den Philistern und Syrern führte die Astarte den Namen Thratha arm .gnjnn, was gleichfalls auf ihre Herkunft von den Pylae Caucastae jmn ri'2 hinweist. — In der rabbinischen Literatur findet sich noch TmniW als Bezeichnung für die Gegend nördlich des Kaukasus. So wiedergibt Targum Scheni zu Esther C. 1 -uiv mit ^yop, Candace, jenseits des Kaukasus. Der jer. Bicc. I, 4 nennt Benjamin aus Ganzaca (Candaca) oder Sacasnae (s. o. 11,2) auch nirivg 23 pö'OS und die ganze Gegend dort ebenfalls so: 2int£>y "DT pS'N D'23 '32 D'23« Da die Alten die Asturte gehörnt darstellen, wird der Ort auch sogenannt.' (Sukk. 2) c'32p 71127N«72 17121V .2V17N, wo es sich an dieser Stelle um Errichtung einer Succa an einem dunklen, von der Sonne wenig beschienenen Orte, sonst g^sp Coraxiei montes genannt, handelt. n) Die arabischen Schriftsteller des Mittelalters nennen die Lesgier und deren Nachbarvölker Dodanim, die die Georgier mit mit „Diodeti" bezeichnen (louroal ^siatiguo 1830, pag. 20). Auch in der hebräischen Literatur jener Zeit werden sie so genannt; so zahlt z. B. Jbn Daud in Sefer Hakabbalah jkbd-c&i |S323 pn pK auf, und der aus dem Norden stammende Verfasser des Josippon bezeichnet genau ihre Sitze o. I ngp'2 p 27 ’283^>12 ^123ö l>s soll richtig NP3222 heißen^wie im Sefcr Hajaschar, wie sie auch der Talmud (Barach. 58 rc.) cip'3222 nach dem Fluffe Vardanes (im Altertum Hypanis, heute Kuban) nennt). Die Bulgaren hatten ihre Sitze ur- und die Daer oder die >«213, des Talmuds d. h. Hochlandsbewohner zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meere gemeint seien. Merkwürdigerweise scheinen diese Berichte von anderer Seite eine Bestätigung zu finden. Bei Josephus (Altert. XIV, Io, 22) findet sich eine an die Asmonäer in Jerusalem gerichtete Epistel des Magistrates von Pergamon, die im Schlußpassus aus die noch aus Abrahams Zeit stammende, in alten pergamentischen Urkunden erwähnte Freundschaft zwischen ihren Vorfahren und den Judäern verweist. Desgleichen enthält das erste Buch der Makkabäer, das die Feuerprobe der Kritik nach jeder Richtung hin glänzend bestanden hat, einen Brief (12, 21) des Königs Areus von Sparta an die Hasmonäer, den Josephus (Alterth. XII, 4,10) gleichfalls im Wortlaute zitiert, mit der Bemerkung: „Es sei in einer Schrift über die Spartiaten und Juden, daß sie Brüder und aus dem Geschlechte des Abraham seien, gesunden worden." Wie dem auch immer sein möge, so viel ist jedenfalls hieraus zu ersehen, daß diese im Altertume bei den Juden verbreitete Ansicht aus sehr alten Traditionen, zu denen sich auch in ihnen sernestehenden Kreisen gleichlautende Seitenstücke vorfindeu, basiert, sowie daß alle Fäden derselben nach Nordosten lausen. Wir betonen noch, daß die durch obige philologischkritische Erörterungen aus dem Aramäischen und Hebräischen gezogenen Schlüsse einer geschichtlichen Basis nicht entbehren. Schon aus der Angabe Plinius' VI, 19, daß die Alten die Saken „Aramäer" nannten, wie auch aus dem Umstande, daß bei den Achämeniden das Aramäische als Amtssprache diente, geht deutlich hervor, daß diese Sprache in ganz Vorderasien die Verkehrssprache war. Wir werden aber im Lause dieser Arbeit noch öfters sehen, daß man sich wegeu der vielen dort lebenden Juden seit ältester Zeit neben dem Aramäischen auch des Hebräischen als Umgangssprache bediente, wollen aber vorläufig nur ein Beispiel aus alter Zeit herausgreisen, das zur Erhärtung dieser Behauptung genügen dürste. Die Griechen nennen ein mythisches Frauenvolk, das seine ursprünglichen Sitze am Kaukasus nach dem Thermodon verlegte, Amazonen. Strabo bezeichnet diese um Comana (in Pontus) lebenden Frauen als Hierodulen, Plinius als Amazonen. Es ist klar, daß dies bis nun unerklärte Wort Ap,a£oves das aramäische xvw anm ist. Nun erzählt Herodot IV, io, daß bei den Scythen (er meint damit die Saken, vergl. VII, 64) die Amazonen „Oiorpata" heißen, welches Wort das im Talmud in diesem Sinne oft gebrauchte hebräische N2NN^°) (Nnm. 19, 2o) ist. Die letztere abweichende Form erklärt sich daraus, daß es den nordischen Völkern wie den griechisch sprechenden Juden schwer fiel, das „ch" im Anlaute auszusprechen, weshalb sie es stets durch einen Vokal (wie Chaggai, Aggai) ersetzten. Die Konsequenzen aus diesen Feststellungen werden wir gelegentlich wiederholt ziehen. S. Spinner, Wien. (Fortsetzung folgt.) sprünglich nördlich des Kaspischen Meeres. — Die Rabbinen nennen die Dodanim, sie für Söhne der Ketura haltend, stets „Vetter". lß) In Jerus. Kidusch. I, 1 wird erwähnt 23,2 D^'py bl32fi '38^3 NV17122 nö223 ,2N8L> ,22'pp "2 '38*3- Dieser Akilas darf nicht mit dem griechischen Uebersetzer des Pentateuch Aquilas verwechselt werden, da der in unserer Stelle erwähnte Akilas Abgarus, König des osrhoenischen Reiches und Freund R. Gamaliel's, Eliesers, Josua's und Akiba's ist, der unter ihrer Aufsicht eine syrische Uebersetzung der Thora anfertigen ließ, was wir in einer besonderen Monographie Nachweisen werden. Die Dynastie der Abgaren ist nach Angabe Moses' v. Khorene II, 26—27 ein Zweig der parthischen Arsakrden, also Saken oder Skythen, bei denen dieses Wort >28122 noch im Sprachgebrauchs stand, weshalb R. Akiba seine Uebersetzung desselben als die eines sicheren Gewährmannes hiefür anführt.