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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-11-03 · 44 (3.11.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
44 (3.11.1911)
Date
1911-11-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 44 Dr. Vkochs Wochenschrift Serie 731 gleichen wird in dem gegen 825 n. Chr. in Jberien verfaßten Buche Halachoth Gedoloth die in der zum selben Lande gehörigen Stadt Garina oder Carana (Sab. 13b pii) verfaßte Megilath Taanith nach ihrem Ursprungslande auch 'Kiats>n N'2 nS’iD* * * * 8 9) und die im Norden dieser Gegend entstandene Mischna bei Epiphanius (Haer I, 2. 9,) als die xwv 6tt5v ’Aoajtovatou bezeichnet. 8j (s. w. u.) Wenn wir, um diesen Thema etwas tiefer auf den Grund zu kommen, Umschau halten, können wir die Wahrnehmung machen, daß Kolchis im hohen Altertum vielfach mit dem Epitheton „Rot" erwähnt wird. Wir wollen es dahin gestellt sein lassen, ob diese Bezeichnung von dem Namen Edom oder vielleicht von der dort im Altertume zuerst gefundenen roten Erde „Mennige" (Plinius XXXIII. 37) herrührt. Nicht nur Jesaias (21, 1l) und Ezechiel (37, 32) belegen Kolchis mit dem Beinamen non (von dt das im Panischen Kriege nach Augustinus ad Ps 137 auch Edom hieß, Gesenius) (ebenso arab. Dvl), sondern es scheint auch das Wort vts» Jes. 44, 13 d. h. „Rötel" als Bezeichnung dieses Landstriches, des einzigen, in dem im Altertume diese rote Erdart gefupden wurde, gedient zu haben. Davon dürfte der Name -nt? ('HD) auch auf die in Kolchis erzeugte Leinwand angewendet worden sein. Konform damit übersetzen die LXX dyix (Ex 28, 17) mit Sap&ov. Auch Herodot (II, 105) bestätigt, daß die Kolchische Leinwand im Gegensatz zur ägyptischen Sapoovtxov (Xlvov) genannt wurde. So heißt denn auch im Talmud diese Leinwand iiv, die hier erzeugte zottige Wolle Ti: (Kelaim IX, 7, Sab. 62) und der hier produzierte weiche Weizen (Plin XVIII, 20: Tragos D'HD) ebenfalls (Jerusch Ned. 6, 2) y>'T. Dieselbe Bedeutung hat auch das in Bab. Mez. 60 in etwas geänderter Form erwähnte mx im Sinne von Leinwand aus Kolchis, welches Land selbst mix mix (s. w. u.) oder in Jerus., Ber. II, 3 KD' siiji .mir heißt. Die Rabbinen bezeichnen auch die zottigen Leinwandstoffe aus Kolchis, die Plinius (VIII 74) nach dem in Kolchis befindlichen Vließe des bekannten Widders des Phryxos „Phryxianae" nennt, mit ipSp (Bab. Bath. 78 etc.) Dasselbe sehen wir auch bei dem Worte Dpi, das Ezechiel 17, 3, und I Par. 29, 2, als Bezeichnung für rötliche Farbe gebrauchen und davon abgeleitet Dpi (Exod. 26, 36) für die Buntwebereien (vestes pictae bei Plin VIII, 73) der nordöstlichen Völker oder deren mit Figuren bemalten Wollkleider 10) (Herodot I, 203). Hienach bezeichnet der Talmud auch den Landstrich am südlichen Fuße des Kaukasus mit Dpi (s. w. u.). diese nicht erwähnt und es im Talmud (Taan. 27) ausdrücklich heißt, daß Joj-rrib erst später zuröckkehren dürfte. Jerus. Taan. IV, 8 enlhä't auch eine Nachricht, daß ein großer Teil von Priestern aus den Exilierten zu den d'JYH flüchtete. 8) In der vatikanischen zweiten Rezension der Halachoth Gedoloth ist der T'tel dieses mit dem Zitate aus Sab. 13 b bezüglich des Buches Meg'llath Taanith beginnenden Teiles 'UiODN ms ibp der vom Autor deshalb gewählt Worden sein dürfte, weil dieses Buch in Garina im Landstriche Drvn zusammengestrllt oder verfaßt wurde. Diese Ueberschnft wurde dann irrtümlich mit der Erklärung rsctf ipl nnrfe r6j? X1?, daß Meg. Taan. für uns, weil im Talmud erklärt werde n’rtss rrö, ke-ne bindende Kraft mehr habe, interpoliert. Die Abfassangszeit läßt sich leicht ermitteln, wenn man erwägt, daß Mischna Sab. I. 6, die F xierung der 18 Verbote im Hause Chananjas C. Ehiskija vor sich gehen läßt und als Verfasier des Buches Meg. Taan wiederum ,1'ptn p rwirt p mtex bv wo angibt, also beiläufig eine Generation spater nach Erlaß der Verbote aus den Jahren 60 66. Die Absäffungszeit dürfte demnach in die Mitte des II Jahrhunderts n. Chr. fallen, weshalb auch schon der p*va nv ausgenommen werden konnte. Auch aus dem (ibid) darauffolgenden Ausspruch R. Simon b. Gamaliels »jk psi 7N12.1 f'DDno DJi 'Dl?c. ersieht man, daß Meg. Taan zu seiner Zeit und im Norden entstanden ist. 9) Man vergleiche P. 68,32 anar» ’aa D*3Btt?n vnK’ aus Mini, Südarmenien, und dem Norden. ") Herodot kann mit dem aus Blättern von Bäumen hergestellten Farbstoff nur die Kermesfarbe gemeint baden, da die Alten noch meinten, daß diese Farbe a>'2 den Blättern der Kermeseiche (Stechdattelpalme) gewonnen worden sei (vgl. Plinius XVI, 12.) Die Thora dagegen, die Kermesschildlaus (eoeeus ilieis) als. eigen'lichen Träger des Farbstoffes kennend, nennt letzteren 'w Rosenmüller Bd. IV. pg. 458 hält „Kermes" für ein armenisches Wort. Aehnliches läßt sich auch bei dem Worte <potvt§ wahrnehmen. Homer bezeichnet (Od. XI, 124) ein mit Mennige bestrichenes Sch'ff als cpotvocoitapYjog; cpolvd; nennt Homer (II. IV, 141) nämlich tote Farbe und so heißt nach Ansicht der meisten Forscher die ursprünglich aus der oberen Euphratgegend stammende rote Dattelpalme. Ebenso ist der von Herodot (II, 73) geschilderte sagenhafte Vogel Phönix von roter Farbe. (Nach Ansicht der Kommentare soll der Pbasianus pietus hiemit gemeint sein, der vom Phasis kommt und darum Phasianus Colchicus J1) (Plin. X, 67.) heißt. Desgleichen belegt die Mythe der alten Griechen viele Personen, die aus dieser Gegend herstammen sollen, mit dem Namen <E>o!vci;, so den Vater der Europa (Homer, II. XIV. 32 l), den Bruder des Kadmus, welch letzteren man mit seinen Leuten, die mit ihm aus dem Osten nach Griechenland einwanderten, Jsmeuier nennt. (Herodot (V 57 bis 61) nennt sie auch Phönizier und Gephyräer, von Cxa') sju, gleichbedeutend mit Pelasger s. o. II, 1, u. w. u.) Die von ihnen verehrte Gottheit heißt die „Jsmenische", und das von Kadmus gegründete Theben ’Iap,£von:oX'g (Herodot, ibid). Die Phönizier nannten auch einen ihrer Götter Eschmun und Pan, den der Prophet Amos (5, 26) jpd den Kolchischen (s. o. II, 1), bezeichnet. Alles weist aus dieselbe Gegend hin. Der Talmud nennt auch (Bab. Kam. 119) zottiges Wollzeug und diesen Landstrich K'piQ12) (Pesach 57 b); desgleichen erwähnt auch Ezechiel den Kolchischen Weizen unter dem Namen 152. Obwohl wir selbst auf solche philologische Deutungen, um daraus sichere Schlüsse ziehen zu dürfen, keinen großn Wert legen, muß nichtsdestoweniger zugegeben werden, daß dieselben bei der Ermittlung geschichtlicher Tatsachen manchmal einen Fingerzeig geben können, wie man denn auf diesem Gebiete auch alten Mythen seine Aufmerksamkeit zuwenden muß. die stets verhüllt einen wahren Kern bergen. So dürfte es sich auch mit den von Herodot (I, 1—2) angeblich nach persischen Quellen erzählten Sagen, die er überdies mißverstanden zu haben scheint, zu verhalten. Herodot erzählt, die Phönizier seien in Handelsangelegenheiteu vom Roten Meere nach Griechenland gekommen, und hätten dort die Königstochter Jo geraubt, worauf die Griechen, um die angetane Beleidigung zu rächen, ihrerseits wieder Europe, die Tochter des Königs der Phönizier (Homer II. XIV, 311 nennt denselben und später die Medea, die Tochter des Königs Aietes aus Kolchis am Phasis geraubt hätten. Als der König von Kolchis die Rückgabe der Tochter und Genugtuung forderte, sei ihm diese von den Griechen verweigert worden, mit der Begründung, daß man ihnen bei dem Raube der Jo auch keine habe geben wollen. Diese Sage hat nur dann einen logischen Zusammenhang, wenn die Phönizier aus Kolchis gekommen sind. Auch Herodot selbst scheint die Ungereimtheit seiner ") In Hiob 39,18 heißt es: 2'»' nsix bms; nach alten babyl. Codices wird chul anstatt chol gelesen. (Vergl. Norzi z. St. pn®s bin). Es ist zweifellos, daß die Alten bin nn Sinne von (s. ob II, >), für Colchis oder colchffche P ovenienz nahmen. Rar auf-diese Weise laßt sich erklären, daß. wänrend die Radbmen Ber. Rab. C 10 das Wort Cbul für den Vogel P ö>'x erklären, die I.XX es für den Stamm der Palme crceXe^os «powcxog, die auch eiu hohes Alter erreicht, nehmen Der Phönix heißt u> bavy. Talmud Synh. 108b nnrrK, weil Colchis und Jberien auch Arana von aries, Widder, genannt wurde. ia) Wir glauben, daß mit der Bezeichnung iup!2 j diese Gegend am Pdasis gemeint sei, wo im Kulte der Kybele oder Artemrs unzüchtige Orgien gefeiert wurden. Während daselbst die Tugend des Priesters liswasl ben Phabi mit DHID b& lYö^fl rühmend hervorgehoben wird, heißt es von dem der Unzucht ergebenen Jockanan 'KplD b& lYQ^rv was soviel wie „ein Schüler Simri's" bedeutet. Der Talmud Synhedr. nennt Cosbi »Selene", wie die Göttin Nana und ihr berühmtes der Unzucht geweihtes Heiligtum in Jbeiien hieß (Straoo XI. 3). Diese Gegend hieß auch sriDiDD (s. w. u.) und war wegen de« dort, wie im Altertum m allen H mdelse «porien herrschenden unzüchtigen Treibens verrufen (vgl. Kethuboth 10 a und Jerus. ibid. 13, 1).

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