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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-11-03 · 44 (3.11.1911) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
44 (3.11.1911)
Date
1911-11-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 730 Dr. WoKs WochMchrift Nr. 44 mau auch vielfach in der rabbinifchen Literatur in der gleichen Bedeutung *). So wird beispielsweise in Vaj. Rab Kap. 13 twy 'Man * * * * * * * 8) gerötete Augen mit papta» (in der Form wie viairr) übersetzt. Desgleichen heißt es in Bab Bathr. 83 ausdrücklich k\*i 'npieo kipö» 'rrn. Deshalb wird auch der in Vorderasien gelegene Landstrich „Erez Jisroel" (s. w. m), der ungefähr das Gebiet Edoms umfaßt, in der alten Literatur -rrvV genannt. So heißen die in Jerusch. Eurub. Kap. 1 erwähnten Kjnan in der Parallelstelle bab. Eurubimp. 11 'xarr> 'nns. Die südlich des Kaukasus streichende Gebirgskette, deren Bewohner 'xnu heißen, wird in Ber. Rab. Kap. 34 mit mi:i bezeichnet. Ebenso wird ferner den Bewohnern dieses Landstriches oder Anhängern der daselbst gegründeten Schulen das Epitheton pniö» .wiatP und 'rrvV fl'a 4) beigelegt.5) Da aber im Syrischen einem Coele^yrien übertragen worden, da dieser Landstrich in Edom mitinbegriffen war. 8) Danach wird R. Aba aus pnap (Taan 15 b) in Jerus. Berach. IX. 1 Kpiaa und Tanch. Ber. 7 'Zianx, R. Chilfa in Ber. Rab. 51 ixptoD und desgleichen R. Jizchak b. Joseph xpaio genannt 2c. Ebenso heißt in der rabbinifchen Literatur König Tiranes aus Armenien E"e''ia3“ita*Tiranes ruber. Der babylonische Talmud verwechselt aber (Taanith 29 a), falls dies nicht bloß auf Schreibfehler eines Kopisten zurückznführen ist, diesen mit einem Statthalter in Judäa, Namens Rufus, wofür aber in der Parallelstelle Jerus. Taan. IV richtig viaii steht. 8) »b’ban und bro «Schminkedürfte durch TranSposition aus nb2 Colchis entstanden sein, woher ausschließiich im Altertum Mennige herkam, welche zur Färbung des Gesichtes und der Augen diente und nach dem Ursprungsland benannt wurde. «) Nach unserer Ansicht ist •’Ka®, wenn schon kein Bei-, so doch ein von seinem Heimatlande abgeleiteter Eigenname. Die nach diesem Lande oder dem Begründer jp?n (Orloh II, 6) genannte Schule heißt "rra® rp2 und deshalb wird die gegnerische auch bbn rrn genannt. Alle nach Mischna Chagig. II, 2 p r>'2 7K im Synhedrion fungierenden Personen stammen aus dem Nordosten, da das Präsidium (k-im) des Synhedrions bis auf Hillel mit wenigen Ausnahmen, bei denen politische Rücksichten im Spiele gewesen sein dürften, von einem Jerusalemiten bekleidet wurde, während man zum Ab-Bethdin, wie wir anderweitig Nachweisen, immer einen Vertreter der Juden des Nordostens wählte. Die Schule Schammai's hatte stets die überwiegende Mehrheit des Nordens zu Anhängern und setzte auch mit Gewalt in der denkwürdigen Versammlung zu Garina (pj Sab. I, 7) oder Caräna gegen den Willen der in der Minorität befindlichen, gegnerischen Hilleliten, deren Aussprüche sonst immer in der Halacha als maßgebende Norm erscheinen, durch, daß die in der rabbinifchen Literatur sogenannten „Achtzehn Verbotezum bindenden Beschlüsse erhoben wurden. Die Veranlassung zu diesen Verordnungen dürfte die Besetzung Armeniens durch die römischen Legionen Corbulo's zirka 60 — 66 n. Ehr., unter der die dortigen Juden stark leiden mußten, gegeben haben. (Vergl. Tacitus, Annalen XIII., 7 — 9 und XV.) — R. Jose (Sed. Olam e 30) nennt diese militärische Okkupation bis orncK b® aia^ia, weil der eigentliche Führer der Legionen der Präfekt Arrius Varus war (Tacitus, Annal. XIII, 9: . . . praefectum cohortis Arrium Varum . .), der mit dem, an einer anderen Stelle erwähnten „Primipilus" identisch ist (Mommsen. Rom. Gesch. Bd. V,,p. 386). Die Römer betraten Sed. Olam zufolge armenischen Boden beiläufig acht Jahre vor Untergang des Tempels, das ist zirka 60 v. Ehr. (anstatt oTa® soll es richtig heißen na® naia®). Das starre Festhalten am Wortlaute der Thora und der alten, unveränderten Tradition trug den Schammaiten den Tadel der Rabbinen ein (Jerus. zur Stelle und Jer. Jebam. I, 3, awa pb^xa X2® rran xtix). Die im oberwähnten Feldzuge erfolgte Zerstörung jüdischer Kaufläden in Ani rva b® nvan •am bii orran p-aj?a mw (Siphre "X'bi n’Ptprv ntip bw ®b® Tn n*nn *H2n (Bab. Mez. 88, Jer. Pea II, 6) wurde als gerechte Strafe für die Strenge der dortigen Anhänger dieser Schule hingestellt. In dem rechts des Euphrat gelegenen Stadtteile Ani's, mst genannt, hatten nämlich Juden große Warenmagazine und fanden dort Märkte statt. (Jerus. Abod. Sär. I, 4.) 6) Dieser Name wird auch Maaffe Schcni IV, 1, dem in dieser Gegend wachsenden Weizen beigelegt. So heißt es ... . Tia®n by •pxn ]a VtBK. Es gab nämlich zwei Weizenarten, den roten, harten Weizen, hier via® und Gittin 70 a . . xrranx D'N „aus der Gegend des Arsanias herrührend", womit eben dieselbe Gegend gemeint ist, genannt — und dann den weißen, weichen am Phafis, in Ezeria wachsenden Weizen, den Plinius XVIII, 20, mit „Tragos" (im Talmud a'Jia), der aus dem Morgenlaude kommt, bezeichnet. Dieses bisnun bei Plinius unerklärte Wort bedeutet Kolchis, das im Altertum Tragos von xpdyot;, Bock) genannt mit zwei Konsonanten ohne dazwischenstehenden Vokal beginnenden Worte gewöhnlich ein rr prostheticum vorangesetzt wird, wird dieses Wort auch vVX geschrieben, welch letztere Form verschiedentlich im selben Sinne wie Edom Anwendung findet. So z. B. werden Orte, welche zu diesem Teile Erez Jisroels in Tosifta Schebiith Kap. 4 aufgezählt sind, mit kwki, ebenso wie die in diesem Landstriche wohnenden Ueberbleibsel der exilierten Zehnstämme-Jsraeliten (im Talmud a'nia und pxriDy genannt) mit dem Namen 'rrawrr (Kidusch 32b) bezeichnet. °) Deshalb nennt auch der arabische Schriftsteller Makrizi (bei äs Sacy, Chrestom. Arabe 1,104), nach älteren Quellen die Entstehung des Antagonismus zwischen den Traditionsverteidigern (Judäern) und -Gegnern (Israeliten) darstellend, die beiden hier im Exil lebenden Sekten viyatyx oder 'pawrr. Dieselbe Bedeutung hat auch das Stammwort anv (Bab. Bath. ibiä. etc.) das, wie in den orientalischen Sprachen üblich, metathetisch auch an>n geschrieben, und im gleichen Sinne ebenfalls oft auch zur Bezeichnung der Einwohner dieses Landstriches gebraucht wird. So nennt man die aus dem Nordosten nach Palästina zurück eingewanderte Priesterfamilie der Asmonäer 'juiöttrn* griechisch ’Aaapovafos (Josephus, Altert. XII, 6, 1.) Wir werden zu wiederholten Malen noch Gelegenheit haben, diese Behauptung durch sichere geschichtliche Beweise zu erhärten. 7) Dcswurde. In Nummer 22 dieses Blattes haben wir bereits nachgcwieien, daß dieses Land bei den Mingreliern Kadziaro (das heißt Bockheißt. So heißt es auch im Sefer Hajasch. (Cyrus) KTp inan (Phafis) saxira man by “[Bwn im Josipon steht für Xlia (Georgien). Auch im Jers. Kid. b. 4 heißt diese Gegend so. (von mDDU Deshalb nennt auch Makkab I, 6, die Stadt am Phasis, wo der berühmte Tempel der Kyöele stand, woraus der griechische Uebersetzer ’EXu[ia% ev t/j üepacSt machte. Daraus erhellt mit Sicherheit einerseits, daß Ezechiel 27. 17 mit. . . jvJö »an diese geschilde.ten zwei Weizenarten meint, da die Lage von Mini dieselbe wie die von . . >iatP (vgl. Jerem. 27. 27, dazu Josephus Altertum. I, 3, 6) uni) J3Q cpocvc^ ist; andererseits, daß Ezechiel schon diese Gegend wie alle späteren richtig Erez JiSroel nennt. «) Wir haben (oben II, 3) bereits erwähnt, daß .... 'Kia®X Ascham-Deva gleichfalls so nach dem Kybelekult am Phasis genannt wurde. In Beresch. Rab. 36 2c. finden wir Ascham-Deva mit ... pa® kt® wiedergegeben, was unsere oben geäußerte Ansicht bestätigt, daß diese Gegend im Altertum Samareia genannt wurde, wie auch Sirach 50, 26, sowie die Aufzählung bei Abul-farag. Histor. Dynast, pg. 17 (.. Palästina, Syrien, Asiyrien, Babel, Samareia ....) beweisen. Auch den Namen Samariane als Bezirk oder Stadt Hyrkaniens finden wir bei den alten Geographen, was über die in Megil. Taan. cap. 6, enthaltene, bis nun rätselhaft gebliebene Notiz. .»ins» pan? nvm* (ji&vra) n*a wa Aufschluß gibt, zu der die deutliche Erklärung der Scholiasten lautet: iK2 ain'an xbi bvtö b® n rvbtaab onb ta^n nawxa mba nnbra® bxiV'a maa ditt nb laaoavnain nw rraipm lawi 'vaia --- a'b .xnaiaa nmx jmp vn Erläuternd bemerken wir, daßsehr oft für C gebraucht wird, wie z. B. für (pua Aruch. pij?), Gansak oder „Casak" in Kid. 72 und Jerus. Kid. c. 4 . pr .. geschrieben erscheint 2c.; hier ist mit „'vaia a'" der Landstrich an dem ins Kaspische Meer mündenden „CambyseS" gemeint (Plinius VI, 15). — Herodot I, 202 berichtet, daß der Araxes sich in 40 Mündungen ins Kasp. Meer ergieße; darum wird in dieser Stelle diese Gegend als KN2N22 np.b. i. „Städte an den Kanälen liegend" genannt. MoseS von Khorene bezeichnet sie als Besitztum der Kusäer (. . a'iYO .). Das ist ein altes Stück Geschichte und hatte ber Psalnüst in seiner Schilderung Ps. 107 gewiß diese Niederlassung im Auge, da sie fast Wort für Wort auf dieselbe paßt. Offenbar rührt der Name dieses Landstriches Samareia davon her. 7) Vorläufig wollen wir nur auf die Stelle in Jerus. Taan. IV, 5, Hinweisen, die Stichworte aus einer auf die exilierten Priesterordnungen bezügliche alte Boraitha zitiert. Von Jojarib (von dem die Asmonäer abstammen I. Macc. 2, 1 2c.) heißt es p-itt 3'Yi,*r was bedeuten dürfte: „Jojarib ist nach Meron, sColchis (ppa, Schafbock wie diese Gegend heißt, vergl. Herodot VII, 79)) in Syrien (wie c-iK) verbannt worden". Schem nennen die Orientalen, sagt Mos. Khor. I, 4. Seruvanda und Jerus. Red. 10, 10 bezeichnet das Syrische mit 'L2NV. Bei Origines (Euseb. Kircheng. IV, 25) findet sich für das Mcccadäerbuch auch noch der Name Locp^ücvs erhalten. Wenn Nt hem. 12, 5 2c. von der Rückkehr der Priesterordnun§ Jojarib spricht, dürste sich dies nnr auf einen kleinen Teil beziehen, da Esra (2, 26 2c.)

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