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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-10-20 · 42 (20.10.1911) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
42 (20.10.1911)
Date
1911-10-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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; >^eife :302 DLt Mvchs Mit inniger Liebe, aufopfernd körperlicher. Kraft, mit zahlreichen" Gaben, würdigt die edle Dame die heilige Stätte, wo so viele. Glaubensgenossen die Gesundung wieder erlangen. . In Erkenntnis an segensreiche Ehrungen dieser wahren und iu der Tat überaus herzensguten Dame, soll durch Ihr geschätztes Blatt in den Hallen des Weltenraumes erschallen, wie mutterliebend die Schützlinge nahe dem edlen Herzen stehen. Der dankbare Pflegling G. Bl. Anstritte ans dem Judentum Vom 6. Oktober bis inkl. 14. Oktober 1911. Beck Emilie, Geschäfts’eiterin, geb. 18. Oktober 188Przibram’ ledig, II., Roberfgasse 1. Duschinsky Hedwig Sofie, Studentin, geb. 16. Februar 1894, Wien, ledig, VI., Witdmüblgasse 30. Eisler Margarethe, Private, geb. 14. August 1891, Wien, ledig, I, Reichsratsstrasse 13. Frank Arthur, Professor, geb. 28. Juli 1874, Olmütz, ledig, I., Getreidemarkt 18. Grossmann Oscar, geb. 26. Februar 1878, Wien. Kirsner Josef, Kaufmann,, geb. 16. April 1894, Riga, ledig, II., Grosse Pfarrgasse 23. Kornitzer Paul, geb. 22. April 1893, Wien, ledig, II., Rueppgasse 9. Kornitzer Samuel, Journalist, verheiratet,(geb. 26. November 1859, Gewitsch, II., Rueppgasse 9. Lederer Erwin, Dr. pbil., geb. 22. Mai 1882, Prag, verheiratet, III, Gärtnergaese' 16. Klatschko Alex Theodor, Student, geb. 11. Mai 1889, Wien, ledig, IV. , Belvederegasse 3. Leipnik Alma, Private, geb. 31. Jänner 1886, Sissek, ledig, XIX., Gunescbgasse 4. Mandelblum Da\yd, Kaufmann, geb. 1. September 1865, Nikolacu, ledig:, II., Taborstrasse 18. Pelz Bernhard, Markör, geb. 21, Jänner 1883, Bialic-Kamien, verheiratet, II., Ennsgasse 19. Pickholz Reisei, Private, geb. 17. Jänner 1881, Lemberg, ledig, XX., Wasnergasse 13. Bosenthal Alex, geb. 6. Oktober 1882, Budapest, verheiratet, XVI, Xirchstetterngasse 9. Singer Gregor, geb. 3. Juli 1886, Russland, ledi?, IL, Grosse Pfarrgasse 23. Schlesinger Edmund, Jurist, geb. 18. Mai 1893, Paris, ledig, I, Maximilianstrasse 5. * * * Zum Judentum zurückgetreten. Dr. Abbe Adolf Käfer, Arzt, geb. 1874 in Tarnow, Galizien. * * * Herr Mag. pharm. Josef Kramer, Provisor der Apotheke Ziffarer, wohnhaft in Wien, X , Gudrnnstrasse 150, ist mit dem aus dam Judentum ausgetretenen Josef Kramer, wohnhaft in Wien, X., Kolumbusgasse 2, weder identisch noch verwandt. . Budapest. Montag den 16. Oktober wurde hier Frau Anna F eldm an v, Mutter des Herrn David Land eis und Schwiegermutter der Frau Regine L a n d e i s, zu Grabe getragen. Die Dame, war ihrer Frömmigkeit und Herzensgüte- . wegen sehr beliebt. Nagy-Somkut. Jom Kippur starb in Karlsbad Herr Elias Simon, Präsident der hiesigen Kultusgemeinde und Vorstand vieler Wohltätigkeitsvereine. Die Leiche wurde nach Nagy-Somkut überführt und dort unter großer Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Der Dahin geschiedene hinterläßt sieben Töchter und vier Söhne, von welch letzteren einer der allseits bekannte und geschätzte Herr Alexander Simon Vorstand der israelitischen Kultvsgemeinde Fünfhans ist. Ungarische Adelsverleihung au Kairoer Juden. Kaiser Franz Joseph hat dem Bankier in Kairo und Präsidenten des dortigen österreichisch-ungarischen Hilfsvereines Moses Cattani Bey und dessen gesetzlichen Nachkommen, sowie dem Vizepräsidenten des genannten Hilfsvereines Leo Heller und Lessen gesetzlichen Nachkommen in Anerkennung ihrer im Interesse der österreichisch-ungarischen Kolonie in Kairo entfalteten humanitären Tätigkeit taxfrei den ungarischen Adel verliehen. WoDachhttst ' Nr. 42 . Der erste jüdische Firranzdirekton 'S- Auf Vorschlag des ungarischen Finanzministers hat der .Kaiser den bisherigen Finanzditektor-Stellvertreter Markus Huszar zum wirklichen Finanzdirektor ernannt und ihn mit der Leitung der Finanzdirektion von Ogulin bei Fiume betraut. Der neue Finanzdirektor ist der erste Jude, der diesen Posten in Ungarn bekleidet. Er nimmt in der vornehmen Gesellschaft eine angesehene Stellung ein, was ihn jedoch nicht hindert, auch an dem öffentlichen jüdischen Leben tätigey Anteil zu nehmen. Berlin. Dr. James Simon, der Vorsitzende des „Hilfsvereines der deutschen Juden", feierte vergangene Woche in Berlin seinen 60. Geburtstag. Inhaber eines der größten Handelshäustr Europas, hat er sich auf den mannigfachsten Gebieten ausgezeichnet und seine Tätigkeit ist wiederholt ehrend anerkannt worden. Der deutsche Kaiser verlieh ihm den Wilhelmsorden, die Universität Berlin zu ihrer Jubiläumsfeier das Ehrendoktorat. Simon hat wiederholt Opferwilligkeit für die jüdischen Angelegenheiten bekundet; er gehörte auch zu d n Gründern des „Bezalel" und zählt noch heute zu dessen eifrigen Förderern. Breslau. Das Töchterpensionat der Frau Elise Holzbock, Breslau, Kaiser Wilhelmstraße .9, feiert am 21, d. M. das Jubiläum seines 25 jährigen Bestehens. Seine Begründerin und Besitzerin hat es verstanden,, das Pensionat vom Anbeginn seines Bestehens zu einem angesehenen internationalen Institut auszugestalten, in dem In- und Ausländerinnen aus den besten Familien stets ein trautes Heim gefunden haben, an das sie mit Liebe zurückdenken. Frau Holzbock, die sich in den 25 Jahren ihrer segensreichen Tätigkeit speziell unter ihren Pensionärinnen und deren Familien einen großen Freundeskreis erworben hat, dürfte an ihrem Ehrentage zahlreiche Beweise der Liebe und Freundschaft für ihr treues Walten erhalten. Das fremde Haus. *) Von Wilhelm Münz. Ueber den alten jüdischen Friedhof zu Lmdstädt ging ein leises Lispeln und Raunen. Flüsterte der Herbstwind zwischen den Bäumen so; zwitscherte ein einsamer Vogel in dem fahlen, verfärbten Laube; raschelte eine Eidechse an den Wurzeln eines Lebensbaumes; oder war es die Gestalt eines Menschen, die sich hinter einem Leichenstein emporhob — wer konnte das wissen? Der Mond war noch nicht aufgegangen, und der Gottesacker war in tiefe Finsternis gehüllt. Da flog der silberne Strahl der aufleuchtenden Mondessichel über das öde Feld. Wie. funkelten da die weißen Grabsteine, wie schimmerten die eingemeißelten, vergoldeten Ueberschwänglichkeiten im bläulichen Lichtschein; — nicht nur das Papier, auch der Stein ist geduldig. Die Inschrift aber dort auf dem Marmor log nicht: „Er war ein frommer, gottesfürchtiger Mann ..." Warum aber zitterten und flimmerten diese Buchstaben, als wollten sie in den Stein hineinschlüpfen, um vor dem Angesichte der planetarischen Lichter sich zu verbergen? . . . Höher flieg der Mond am Himmel. Der Wind hatte sich gelegt. Auf den Wiesen begann der Nebel zu brauen und zu wallen; grauweißer Dunst breitete sich über den Friedhof und umzog wie Rauchsäulen die Gräber und die Steine. Da tönte es von der Stadtseite her in langsamen, dumpf verhallenden Schlägen: zwölf. *) „Einsames Land" betitelt sich ein köstliches Buch von Wilhelm Münz, das soeben in schöner Ausstattung, in zweiter vermehrter Auflage, im Verlage von I. Kauffmann. Frankfurt a. M. (Preis Mk. 2.50) erschienen ist. Wir. bringen hier eine Probe aus dem an allegorischen Erzählungen und feinen Stimmungsbildern reichen Buche/ das' wir unfern Lesern nur wärmstens empfehlen können. Me Redäktiom

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