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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-10-20 · 42 (20.10.1911) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
42 (20.10.1911)
Date
1911-10-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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pftaiva .-&.«»• 3». Nr. 42 Dr. MGs WoWnWrist 3V.VVV Pfund Sterling für Legate. Diese Woche wurde in London das Testament der jüngst verstorbenen Mrs. Charlotte Maud Barnato eröffnet. Die auch während ihrer Lebenszeit als wohltätig bekannte Dame hat 30.000 Pfund Sterling (720.000 Kronen) an verschiedene, zumeist jüdische Wohltätigkeits- und Kultusinstitute vermacht. Von den Wohltätigkeitsinstituten wurden fast ausschließlich Anstalten für Kinder- und Frauenschutz bedacht. Interessant ist^ daß die Wohltäterin u. a. auch zwei Synagogen je 7200 Kronen mit der Bestimmung hinterließ, daß diese Beträge zur Anschaffung von je einem Sefer Thora mit Silberschmuck für die betreffenden Synagogen verwendet werden. Besorgnisse in Wales. Wohl hat die Regierung das Militär aus jenen walesischen Städten, in welchen sich jüngst die antisemitischen Ausschreitungen zugetragen haben, zurückgezogen, um dadurch zu bekunden, daß die Ruhe wieder hergestellt sei, doch scheint dies nicht der Fall zu sein. Aus den genannten Städten kommen unausgesetzt Meldungen, daß die jüdische Bevölkerung in steter Angst lebe, da die christlichen Arbeiter, gereizt durch die hohen Strafen, zu welchen die Teilnehmer an den Ausschreitungen verurteilt wurden, gegen die Juden unausgesetzt Drohungen ausstoßen. Es machen sich Symptome fühlbar, die darauf deuten lassen, daß die Huligans, aufgemuntert durch den Abzug des Militärs, neue Gewalttätigkeiten gegen die Juden vorbereiten. Er muß „Levy" bleiben. Ein interessanter Fall ereignete sich dieser Tage vor einem amerikanischen Gerichte. Es erschien ein Mann Namens Reuben Walter Levy, der sich zur protestantischen Kirche bekannte und das Begehren stellte, den Familiennamen Levy ändern zu dürfen. Er gab an, in Westindien geboren und naturalisierter Amerikaner zu fein. Wegen seines Namens Levy werde er überall für einen Juden gehalten, wodurch er sowohl sozial, als auch wirtschaftlich geschädigt sei. Der Richter wies das Begehren mit der Begründung ab, daß, wenn Herr Levy wegen seines Namens auch in vereinzelten Fällen Unannehmlichkeiten gehabt haben mag, so trifft das bei der Majorität der Bevölkerung nicht zu. „Die Väter der amerikanischen Nation", schließt der Richter seine Urteilsbegründung, „haben diese für alle ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens gegründet und mit der Stattgebung eines solchen Begehrens würde eine Situation anerkannt werden, die niemals eintreten darf." Organisation der jüdischen Landwirte in Argentinien. Der bereits angekündigte Kongreß der jüdischen Kolonisten in Argentinien hat dieser Tage in Buenos Aires tatsächlich stattgefunden. Es wurden verschiedene wichtige Beschlüsse wirtschaftlicher und kultureller Natur gefaßt. Der wichtigste Beschluß war die Gründung einer „Organisation der jüdischen Landwirte in Argentinien", zu deren Präsidenten Dr. N. Sacharow, gleichfalls ein aus Rußland eingewanderter Kolonist, der sich als Farmer praktisch betätigt, gewählt wurde. vermischtes. Kcanzablöfungsspeuden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seiteustettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sei. Albert B a n e r: Von Antonie Weitzenberger und Reichmann X 20. Anläßlich des Ablebens der sel. Emilie B u n % I: Von Dr. Arthur Wollheim K 40, Oskar Treumann und Frau 15. Ludwig Nettel 16, Jacques Braun 15, Anton Stein 10. Zusammen X 95. Anläßlich des Ablebens des sel. Salomon Preis: Von Julius Baad X 10, Seite 701 Anläßlich des Ablebens des sel. Alfred Kompert: Von Dr. Friedrich Sanders X 20, Josef Silberstern 20. Zusammen X 40. Anläßlich des Ablebens der sel. Louise Steiner: Von Arthur Steiner X 10, Arnold Steiner 5, Sigmund Steiner K 5. Zusammen K 20, Anläßlich des Ablebens des sel. Wilhelm Tittinger: Von Albert Landau und Frau X 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Arthur Wilhelm: Von kais. Rat Wilhelm X 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Daniel Pollak: Von I. Z. Schütz X 20, H. Denes 10, Wilhelm Löw 10. Zusammen X 40. Anläßlich des Ablebens der sel. Jlka Engel: Von Doktor Arnold Berl X 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Alfred Ostersetzer: Von Ludwig Pollitzer X 25, Alfred Heinsheimer 40, Ingenieur F. Groß 20. Zusammen X 85. Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Fischer: Von I. Strakosch X 5, Emil Fischer 2, Adolf Steinherz 10, Josef Münz 10. Zusammen K 27. Anläßlich des Ablebens der sel. Wilhelm Herzog: Von Dr. E. D. 20. Anläßlich des Ablebens der sel. Josefine Moser: Von Ludwig B. K 10. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef Klein: Von Filipp Steiner X 10, Friedrich Berl 10, Moritz Berl 10, Rudolf Klein und Brüder 10. Armin Klein 20. Zusammen X 60. Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz Horner: Von Jg. Löwenstein X 20. Karl Kohn 20, Frank u. Duschnitz 30, Familie Schleißner 10, Familie Lackenbacher 50, Armand Fehr 50, A. Levit 20, Arthur Konrad 20, Karl Ernst 2. Zusammen K 222. Anläßlich des Ablebens der sel. Charlotte P o l l ak: Von Julius Pollak K 10, Dr. Alfred Pollak 10, Jakob Barto 5. Nathan Deutsch 4, Familie Heinrich Spitzer 30, Julie K^nig 20, Josefine König 20. Dr. Johann Wengraf 10, Dr. F. Guttmann 10. Zusammen X 119. Wien. (Vortrag.) Von der Erwägung geleitet, daß nichts so sehr die Ausbrüche des blindwütigen Antisemitismus herbeizuführen geeignet ist, als die Not — und diese zumeist als Folge mangelnder oder unrichtiger Vorkehrungen eintritt, hat sich der Vorstand des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus zur Veranstaltung eines großen Vortrages entschlossen, welchen Herr Graf Adalbert Sternberg unter dem Titel: „Die Aufgaben der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien" Donnerstag den 26. d., abends halb 8 Uhr, im Sofiensaale zu halten die Güte haben wird. Karten hiezu sind durch den Verein zur Abwehr des Antisemitismus (II. Castellezgasse Nr. 1) sowie an der Abendkaffe zum Preise von 1 bis 4 Kronen erhältlich, wobei Ueberzahlungen dankend quittiert werden. Der Reinertrag fließtWohltätigkeitsinstituten zu. Wien. (Todesfall.) Am 19. d. M. fand unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis des in den Leopoldstädter jüdischen Gesellschaftskreisen beliebten und geachteten Fleischhauermeisters Ignaz Barer statt. Rabbiner Dr. Bach hob in seinem Nachrufe die große Beliebtheit des Verstorbenen bei allen, die mit ihm in Berührung kamen, hervor. Prof. Nascher, ein alter Freund des Verblichenen, rühmte mit Recht dessen Rechtlichkeit und Wohltätigkeitssinn. Namens des Vereines der jüdischen Fleischhauer hielt Herr Leopold Weinwurm seinem Berufskollegen am off nen Grabe einen ergreifenden Nachruf, in welche, er, der 35 jährigen Freundschaft, die ihn mit dem Heimgegangenen verband, gedenkend, darauf hinwies, daß der Verein der jüdischen Fleischhauer in Baier eine Zierde und ein Musterbild des Edelsinns und der Kollegialität verliert, deffen Andenken die Berufskollegen stets in Ehren halten werden. Die kantoralen Funktionen versah Erster Kantor Matyas, das Ll mole raehamim wurde vom Kantor Kirschner am offenen Grabe rezitiert. Brüx. Bei der Konstituierung des Kultusgemeinde- Ausschusses gingen als gewählt hervor: Kultusvorsteher: Dr. Moses Stein, Advokat; Stellvertreter: Emanuel Spitz, Mühlenbesitzer; Tempelvorsteher: Siegfried Langer, Bankier; Stellvertreter: Heinrich Bermann, Kaufmann; Kassier: Karl Löbl, Privatier; Stellvertreter: Wilhelm Heller, Kaufmann; Rechnungsführer: Karl Kohn, Fabrikant; Stellvertreter: Max Kohn, Kaufmann; Beiräte: Dr. Burghard Gutwillig, Dr. Josef Häutler, Dr. Richard Kann, Ignaz Taussig. Genesungsheim mittelloser kranker Israeliten. Mit unfaßbarer, hingebungsvoll aufrichtiger Herzenstreue, verwaltet Frau Dr. Rosa Hersch, die ge-chäftsführende Präsidentin, das Asyl mittelloser kranker Israeliten, in Meran.

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