Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 39 (29.9.1911)
- Date
- 1911-09-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Sette 652 Dr. Wochs WochMchrift Nr. 39 werden noch die Namen der Städte, aus denen die Legionen herkamen, hk'ddwk ■ospin genannt. Erstcres ist Comana (es heißt hier Diocomaua, weil dort, wie Strabo erzählt, der größte Tempel der Anaitis in Kleinasien mit 6000 Hieroduleu war), letzteres Caesarea Augusta (Sebasta oder Neocaesarea, wie Kabira hieß"). Diese pontischen Legionen stationierten auch in Caesarea in Palästina und benahmen sich in der kritischen Zeit des zweiten Staatsunterganges gegen die Juden äußerst feindlich, was Josephus (Altertümer XIX, 9, l, 2) bestätigt, der sie xQv L«e§«petov xaü 2eßa6xrjvöjv (aus Caesarea und Sebastea in Pontus) nennt. Diese Kohorten sollten wegen ihrer Ausschreitungen gegen die Juden eigentlich nach Pontus zurückversetzt werden, blieben aber dennoch dort. Auch die Apostelgeschichte X, 1, bezeichnet diese Kohorten als die xaXo jiivrjc; 'IxaXtx^?, da auch die Juden die fragliche Gegend nennen (s. w. u.). Der Ausspruch R. Jochanans, der auch anderweitig bestätigt wird, wie wir später Nachweisen werden, bezeichnet daher eine geschichtliche Tatsache^). “) In Midrasch Esther werden diese Namen erläuternd wiedergegeben mit ‘OK’np-ai 'ibpi wohl korrumpiert aus ’jK'iplöl ■’jbijö d. t. Machelonen und Macronen. Mit letzteren Namen bezeichnet Herod. LI, 104. die Nachbarvölker des Flußes Thermodon und werden auch die Mosynöcen Machelonen genannt. (Dio Cas. LXVLII, 8 etc. Diese Fürsten werden hier richtig Vasallenkönige (Satrapen) (,T3JD N'^'l) genannt. Da die Macronen von den Alten auch Machelonen genannt werden, kann mit ’jKnp "D auch eher Haie II, König von Armenien gemeint sein. Haie bedeutet im Armenischen, wie pioc, im Griechischen „Herr" und heißt hier richtig Haie II, ^K'l'p 12- Von diesen heißt es: BHpön 71'2 2'innS 18212122^ ,18p 12112» p p. 12) Aus den Worten R. Jochanans ,iki® irr ist zu ersehen, daß diese Völker zu seiner Zeit bereits teilweise untergegangen sind, noch deutlicher findet sich dies in der zitierten Midraschstelle.: ypypi Drrnnn D'inrr i'vp.ii p8*2 xik ,Y2p"n vpvpi Da nenn irrtümlich für Palmyra genommen wird, sehen wir uns veranlaßt, hervorzuheben, daß alle rabb. Quellen die Lesart iivip haben, was absolut nicht Palmyra sein kann. Abgesehen davon, wird in den Quellen die Animosität gegen niain damit begründet, daß es während der ersten Zerstörung des Tempels sich daran mit einem Heere (von 60.000 oder 80.000 Mann) beteiligte. (Nebrigens variieren auch die Lesarten sehr, wie v'vvD und cidim und scheint die ursprüngliche und richtige Lesart cvtbd gewesen zu sein, wie diese Völker im Altertum auch Chaldäer genannt wurden.) Jedenfalls handelt es * sich hier also um einen alten Erbfeind der Juden, darum deutet Rabbi den Vers Ttviv -yps n« -[jnt ©ii auf nöin (Rab. Gen. C. 56), weil dort seit uralter Zeit Juden wohnten; während wir von Palmyra nichts wissen. — Aus Git. 38a ersteht man, daß R. Aba b. Sutra in der Gegend neifl lebte; ferner findet man ihn noch einmal (Jeru Ned. X, 19) bei R. Jochanan für eine der Landessprache, des Syrischen, nicht mächtige Partei als Dolmetsch intervenieren, folglich muß n&in irgendwo im Auslande, wo eine fremde Sprache gesprochen wurde, gelegen sein. Noch mehr dürfte i die folgenden Talmudstellen beweisen, daß mit möiri die Gegend um den Thermodon gemeint sein. In Sab. 31 a heißt es: pi» '2bö? mann j>KYiö“!n b» s.i'2'p .1» '2öö jT^lfi.l f'2 Die Augen der Thermodonbewohner sind „geblendet" (schwach, krank), weil sie zwischen den Berggässen (Höhlungen ‘jin xoiXug) wohnen. Die nördlichen Bergketten des mit ewigen Schnee bedeckten pontischen Gebirges werden von Quertälern durchschnitten, deren Bewohner infolge ständigen Aufenthaltes in der Schneelandschaft von der Hemeralogie (Nacht- oder Schneeaugenkrankheit) befallen werden. Der Talmud (Bech. 44 a) erklärt mi3T“in mit nT2V8' welch letzteres Wort auch das Targum zu Gen. 29, 17. Für pim ,irr^> *2'8 (die Septuaginta übersetzt «öFevelg (schwach, krank) gibt. Da der schneebedeckte Kaukasus nebst allen Ausläufern bei den alten CeraumischeS Gebirge heißt (Llsla de situ orbis I, 19, Hinc, orti montis .... Ceranuii dicunter, iidem alicubi Taurici, Moscbi etc ) nennen die Rabbinen diese kranken Augen Ceraunische?>T2i'L. — Desgleichen heißt es Jeb. 16 a, daß in dieser Gegend die ,iv^>» '12p lebten. In der Bibel (I. Reg. 9, 27; II. Chr. 8, 8) wird ausdrücklich erzählt, daß König Salomo die '12p nach Tharschisch schickte und diese Gegend um den Thermodon heißt ja Tharschisch (s. oben U. 1 und weiter unten.) Unter Esra soll ein Teil dieser Hübw '12p mit den Nethinim (Esra 2, 88) aus dem Norden nach Palästina eingewandert sein, Die Rabbinen erklären (Kid. 70 und Rafchi Bar. 17 b.) die Nathinim seien die '£212, die beschnittenen Hochlandbewohner des Kaukasus, die als Halbjuden betrachtet wurden. Diese und andere Begebenheiten in der Geschichte der Juden Armeniens, besonders aber die Rolle König Tiranos, - eines Werkzeuges Hadrians auf dem Throne Armeniens, der sich dazu hergab, die bedeutendsten Männer und Führer der Juden dem Märtyrertode zu weihen, weshalb der Tag seines plötzlichen, unnatürlichen Todes (Mos. Khorene I,XII, 2) genau übereinstimmend mit den tälmudischen Quellen Taanit 18b Sifra Emor, Midr. Koh. und Scholion zu Meg. Taanith 9ls)aI§ Freudenstag pi'tö ov (jeruf« Tan. II) eingesetzt wurde, gaben schon früh Veranlassung, zur Bildung eines Typus des Erzfeindes der Juden unter 1Mt,i oi^'vin.. Sophene und der ganze Landstrich längs des oberen Euphrat wurde in früher Zeit eine römische Provinz, bald wiederum römischer Lehensstaat, bis es endlich dem Oströmischen Reiche als Provinz zufiel, weshalb der Name „Edom" von den Amoräern auf Rom übertragen wurde. S. Spinner, Wien. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Die Friedhofsteuer. Unter Bezugnahme auf die unter obiger Ueberschrift in der Nr. 38 unseres Blattes vom 22. September d. I. veröffentlichte Zuschrift, laut welcher der Besuch des israelitischen Friedhofes in Stockerau nur gegen Entrichtung einer Gebühr gestattet wird, werden wir von dem Sekretariatsadjunkten der israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Leopold Stern, aufmerksam gemacht, daß das Kultusministerium bereits mit dem Erlasse vom 18. Februar 1878, Z. 3071, die Weisung hat ergehen lassen, daß der Gräberbesuch von der Entrichtung einer Gebühr nicht abhängig gemacht werden darf. Auch konfessionelle Friedhöfe find öffentliche A n st a l t e n und muß jedenfalls der pietätmäßige Besuch der Gräber seitens der überlebenden Angehörigen der Verstorbenen unbedingt gestattet sein. Jüdische Professoren an der Budapester Universität. Die Zahl der jüdischen Professoren an der Budapester Universität wurde durch die Berufung des berühmten jungen Mathematikers Leopold Fejer als ordentlichen öffentlichen Professor für höhere Mathematik um einen vermehrt. Mit ihm gibt es jetzt fünf ordentliche Professoren an dieser Universität. Es find dies die Dr. Heinrij Marczali (Geschichte), Bernhard Alexander (Philosophie), Mariz Karman (Ungarische Literatur) In was für Verhältnis Simon, der Hasmonäer, zu den Juden dieses Landstriches, dessen alten Namen Tharschisch er sich beilegte, stand, läßt sich mit Sicherheit nicht mehr angeben. Man kann nur wahrnehmen, daß dort gleich nach Einführung des TempelweihefesteS die Siegesfeier der Hasmonäer mit besonderer Ostentation gefeiert wurde. Noch bei Feststellung der darauf beznghabenden Halacha ip pw,i jö ^>21 «vDtiw klingt die historische Reminiszenz durch, indem dieselbe mit •'Kmöir.i *621 K’bm Ip (Sab. 23) formuliert wurde. Die Juden dürften diese Feier dort um so eher öffentlich und ostentativ begehen, als Simon ein Bündnis mit Rom abgeschlossen und Mithridates V. aus Pontus auch Alliierter der Römer und ein Feind der Syrer war. ") Khor. schildert diesen König als unbedeutenden Menschen, der nur seinen Passionen nachging; conform gibt der Talmud an, er war ein Idiot vT 1,1 Desgleichen erzählt Khor. König Tirana sei unterwegs in den Bergen Nordarmeniens in einem Schneesturm umgekommen, und die rabb. Quellen stellen es als »avil l^DVI (Vergl. jerus Ab. Sara I ,i^B1'12 ,iD2p, Duplum im röm. Recht) „dopelte Strafe des Himmels" für das von ihm unschuldig vergossene Blut der jüdischen Märtyrer, hin, daß er. von einer abschüssigen Stelle ins Tal abstürzte. Der Text etwas korrigiert iniv AN ystöl ,1pp221 (Vergl. Genseius s. v. m abschüssiger Ort. 'oder ist nyp2 nur ein Kommentar zu ^iiz, das einen Einschnitt, Graben, bedeutet.)