Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 39 (29.9.1911)
- Date
- 1911-09-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr- 6s Dr. Blochs Nebukadnezars Jerusalem belagerte und einen großen Teil der jüdischen Bevölkerung nach „Sper" filierte. Diese, der Schilderung Odadms (V. 20), '7-222 Tv'X q-^jsmy m^n den die Rabbinen (Synhedr. 39 b) als edomitlsch'N Proselyten ('an«. na) bezeichnen, konforme Nachricht, in der im Smne der alten Ueberiieferung ai22 richtig für Sper oder Hy pi ratis genommen wird (s. w. u.) steht mit jener des Popheten Jeremias (I. o.) in vollem Einklänge. Auch bei Jesaias (9, 11) finden wir „Aram" erwäh >t. was nur auf Armenien Bezug haben kann Er wendet sich daselbst an die parra wab>at, im Poutischen Gebirge, Coraxici montes uei annt (Plin VI, lo, 1; Dio Cassius Historia Romana LXV1II 18 und LXXI 2), wohn»den In en, h'edei ihre nächsten F-'inderwähnend: ib>arr"> Tnrra n’ntPai mpa ci« na *?aa rs. Armenien von vorüber (im Osttv) und die Ph'llsterb) (Kappadozier; die Septuaginta hat richtig "EXA^vs?) von rückwärts oder im Sü?en. In dieser Gegend längst des Euphrat war das Westaramäische, das Syrische, stets die Volkssprache und darum heißt Edom oder Aram auch „Syrien", was auch nur eine spätere Uebersetzung des Wortes Aram ist. Das Land wird also nach der Landessprache benannt; so heißt es bei X nophon (Anab. II, 9) Supca, bei Diodor (XVIII, 6) rj avw Supta und Juditg (VIII, 2o) Me6oTcoxap,ca r/jg Supcag. Herodot (I, 72) nennt auch die Kappadozier am Eupharat „Syrer" und Strabo (XVI, 1) bezeichnet die aanze Euphratgegend bis Dioskurias am Kaukasus als Syrien. Wenn die Peschito also das Wort Aram als Völkernamen stets mit Edom, ebenso die Septuaginta mit "E8wp. oder I8u^«l« Supia wiedergibt, dient ihr hiebei die strikte geschichtliche Tatsache als Richtschnur, d.ß ein und dieselbe Gegend am Euphrat Edom, Aram, zugleich aber auch in übertragenem Sinne des letzten Wortes „Syrien" genannt wurde. Wenden wir uns nun zur Bibel, so drängt sich uns die angeführte Bedeutung des Wortes Edom zu wiederholten Malen förmlich von selbst auf. Wir wollen aber nur einige Beispiele heranzühen, die gleichzeitig als Beweise für die Tatsache dienen können, deß Armenien an der Zerstörung Jerusalems und Entführung der Einwohner als Gefangene teilgenommen habe. In Psalm 137 gibt der Sänger seine Erinnerungen an die Gefangenschaft in Babylon (wie ganz Vorderasien genannt wurde), in einem Liede: „An den F.üssen Babels saßen wir und weinten" wieder. Er läßt die von den Gefangenwärtern dort erlittenen Qualen vor seiner Se.le nochmals aufsteigen und bricht schnnrzüb-rwältigt in den Aufschrei aus: er?? w nv ns «hk aa*? «n tot Daß diese vom Psalmisten mit blutendem Herzen hier aus Babylon erzählten Begebenheiten in keinerlei Zusammenhang mit Jdumäa im Süden Palästinas stehen können, wird jeder logisch Denkende zugeben; vielmehr kann hier nur von Armenien die Rede sein, das an der Zerstörung Jerusalems und der Exilierung des Volkes einen Hauptant il hatte, und wo sich nach einer Tradition im Midrasch Thil'm 137 diese Szenen in der Nähe Jberias abspielten. Im folgenden Satz wird dieses Edom euphemisti'ch oder nur zur näheren Bezeichnung der Lage b>aa na genannt. Desgleichen wird bei Erzählung der Leiden jener Zeit in Threni ausgerufen (4, 21): »pW p«2 nsov tan» na wö«n -wd.* „Froh- 8) Nach der Annahme der Alten stammen die Philister aus Kappadozien (Amos 8. 7); deshalb nennt Josephus (Jüd. Krieg V, 9, 4) die Philister Assyrer, weil die Griechen unter diesen Namen auch Syrer verstanden (Herod. VII, 63) und auch die Kappadozier Syrer genannt wurden. (Herod. I, 72.) Die Septuaginta gibt mit Recht hier für Philister „Hellenen", da die Kappadozier zur Zeit der Uebersetzung allgemein Hellenen genannt wurden. Ben Sira 50, 25 — 26 erwähnt auch zwischen den nach dem Norden exilierten, dort wohnenden Samaritanern ev öpec SafiapsuxC, und den Sichemiten in Palästina die Philister (Syrer) am Euphrat. Erwähnenswert ist noch, daß-,die Peschito für Samoreias richtig b>aa bat wie btefe Gegend im Nordosten allgemein genannt wurde; die Vulgata setzt hier auch richtig in monts Loir, das heißt Edom. Wochenschrift Seite 851 locke. E^om im Lande Uz!" womit nur Armenien gemeint sein kann, da Uz als Nachkomme Arams (Genes X. 23) einen Teck Araias bildet und Eoom auch nur dessen Westseite hieß. Auch da m ß J^der der alten Tradition (Midr. Echa 4) v^ipflkchten, die erklärt: pap n dhk na und Pw nsa-is jnKza) nach Aruch, weil mir pc-1 auf die Hauptstadt d s Landes Armenien bi’ qeftpnt t wird. Auch das Targum hat z. St. ma-« jrua manan wnp Die Worte Ooaoias gegen Ewm über sein Verhalt n gegenüber d n Verbannten während ihres D irchzuges durch sem Land, di ' mit der T>Litton ,Md. Ehi e. 1 .-na-'K -pa an» nbaa v-n) übetenn'timnteii, »o ute die W "cke Ezech els (Kap. 32 rc.). wo Eaoin z n'ch n M n'chlern, Tlbarenern und anderen nordischen F r sten PL -2-^2 aufae ählt wird, vervollständigen mit wenig n Strichen >»s Bild dieser hickori chen Begebenheit. Dies dürfte unserem Zwecke genügenro). Diese F-st>'tellalg gewinnt nach mehr an Sicherheit, wenn man die Berichte des brbyonischen oistorckecs Berck'us (250 v. Cgr). die Josephus wörtlich anführt (Altert X, 11, 1, und Contra Appion I, 19) berücksichtigt, daß Nebukadnezar infolge der ihm vor Jerusalem zugekommenen Nachricht von dem Ableben seines Vaters den Kriegsschauplatz sofort verließ, um die Heimreise nach Babylon anzutreten und daher die Vollendung des Unternehmens und die Abführung der Gefangenen seinen Verbündeten überli ß. Die rabbinischen Traditionen vervollständigen diese Nachrichten dahin, daß nicht nur Armenien, sondern auch die nordwestlich gelegenen Nachbarvölker als Verbündete N bukrdnezars bei der Zerstö uag Jeruial^ms teilnahmen. Diese Völker dürften unter a'T^n Svi bei Jeremias (35, 11) mitmbegriffen sein, da die Caa-yber, Mosyaöcen und Nachbarvölker von den Alten (so Tonoph. Anab. IV, 3, 4, Cyrop. III, 27, Strabo rc.) auch Chnldrer genannt wurden. In jerus. Thaanith IV, 8 heißt es nun '2 rran jmrtt n'2Yw nrrn rann bv nn^aaa nsnw *a?s>n n'zn pim pVrrin Mir Tann wird die Gegend um den Fuß Tyermadon in Ponius gemeint, wo nach Herodot (II, 104) die Syrer (Juden) in der Nachbarschaft der Makroneu wohnten und nach P.inms (VI, 4, 1) mehrere Städte wie Komana, Kabira erc. nnd an der Mündung des Flusses ins Schwarze Meer das Kastell Thermoden lagen. Diese Tradition vererbte sich im Volke als lebmdiges Stück Gesch'chte. Es werden Jebam 16 — 17 auch Details angegeben, oan der La dstrich Thermvdon sich an der ersten Zerstörung I rusalems mit einem H ere von 60( 0 Bogenschützen (nach anderen Lesearten war die Zahl größer), das in Jerusalem viele Gceueltaten verübte, beteiligte. Im Midr. Esther, Kap. 1, ») Aruch ('. v. I alia) zitieit eine Lesart eines Targums N'b>v'N2 rraanai pw ps was rdentisch m,t NFairr ist. auf p-i^p auch Bezug hat, zu d-ffen Lagee« paßt, weit der Landestest Kleinarmenien rechts des Euphrat auch fcr'rta'K später genannt wurde. w. u. M'drasch Echa hit in vielen Ausgaben die Lesart 2^2 n weil Mid. Eha aus teils vmhandenen und teils verlorenen Tenen des Jerufchalmi sich zniammensetzt, der ungefähr während der Zät der Annektierung Armeniens seitens der Saffrnide könige Jesdegaid und BahramS V. im ersten Drittel des V. Jahrhunderts verfaßt wurde. — Interessant ist, daß Strado XI, 14 den Teil, der heule Klemarmenien bildet, Odomantis nennt. 10) Man darf sich bei der Eruierung der Lage Edoms, das in inanchen Stellen zusammen mit Thema und mata, die gewöhnlich nach Arabien verlegt weroen, nicht irre machen lassen, n ata ist die an Colchis und Moschier angrenzende Landschaft Bezyres. Dort waren Erzbergwerke, was nata bedeutet. Herod VII, 78, nennt diesen -trich Tlbareni, wül naa dieselbe Bedeutung hat. (Gesenius) In Jerusch. Scheb. Vl wird mana richtig zu Badylon (Parderasien) gerechnet. Tbema, in Hiob 6, 19 als Karawanenstraße erwähnt, ist das von Herod III, 117 zusammen mit Hyrcanien genannte Tdamanäa. Die Septuaginta gibt dafür das eine bekannte, alte Kulturgegend im Norden war. Baruch ILE, 23 ot sjjtTtopot tr?jg Msppa’v accd 0atp,av spricht von den Kaufleuten in Merr^u d. t. Südcolchis (Bergl. Herod. VII 7v, im Talmud auch pna) w>d Thaiman. das also schließlich auch das im Norden sein muß. Wenn daselbst dre „Söhne der Hagar" miterwähnt werde», geschieht es aus dem Grunde, weil viele der Alten Hagar mit Kethura identrfizieren. Ber. Rab. C 61 -un n miBp.