Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 39 (29.9.1911)
- Date
- 1911-09-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 650 Dr. Wochs WochMchrift Nr. 39 die Alten Vorderasien in zwei Teile teilten (Strabo XI, 11) und daß das in der Mitte gelegene Masiusgebirge die Grenze bildete. Darum nennen auch die Talmuden die Gegend südlich dieses Gebirges einfach am. 8) Ist dies einmal sichergcstellt, so kann man dann die betreffs der Grenzen des Landstriches „Edom" in der Mischna Kethuboth VI, 5, mitgeteilte, wichtige Notiz samt der Erläuterung zur Stelle im Talmud leicht verstehen und daraus die Konsequenzen ziehen. R. Jsmael lebte nach Angabe der Mischna in der Nähe „Edoms", das heißt nach der Erklärung des Talmuds in der Nähe des Südens „Edoms" oder in der Nähe Edoms und des am, was alles auf dieselbe Gegend hinweist. Ebenso dürfte das in Mikw. VII, 1, erwähnte *öyb das an der Grenze Arzanenes liegende Maikarire (so genannt wegen der vielen dort entspringenden Quellen: Am Marc XVIII, 6) gemeint sein, * * * 4) wie denn überhaupt allen Orten dortselbst der Bibel entlehnte Namen beigelegt wurden. Dies ergibt, daß das alte Mesopotamien, nämlich das Osrhoenische Reich 5 6) im Süden und der obere Tigrislauf bis zur Abschwenkung bei Amida (Diarbekjr) im Osten, ungefähr der Lage des Landes Sophene entsprechend, die südlichen Grenzen dieses Landstriches bildeten, übereinstimmend mit der Angabe des Midr. Rab. e 16, ms n ans , daß „Edom" sich längs des oberen Euphratlaufes hinziehe. Auch der Landstrich nördlich über Byzeres c-n-iLa) und Kolchis bis über den Kaukasus scheint noch „Edom" benannt gewesen zu sein, denn es heißt Beresch. Rabba e. 75 a-aiitr p-aviK mv: ,nam LIN. Hier wird auf die rote Erde (Mennige) angelpielt, die nach Plinius (XXXIII, 37) im hohen Altertume nur in Kolchis gefunden wurde und nach Homer und Herodot zum Färben der Kleider, Schiffe und sogar des Gesichtes verwendet wurde.«) der Grenze Arzanenes und des Partherreiches, wohin sich der Nässt wegen wahrend des Trojanischen Feldzuges und auch später nach stattgeüabter Verfolgung fluchtete, wie wir dies anderweitig ausführlich Nachweisen werden, gemeint. Dieses Gebiet ist auch als Zufluchtsort wahrend der römischen VerfolgungenWft benützt pa'a rva nyp-, (Rhiwene bei Am. Marc. XXV, 7, 9), weil es von den Römern zu den Parthischen Schlitzdistrikten gerechnet wurde; deshalb wendete R. Akiba gelegentlich einer Kondolenzrede an R. Jismael auf ihn den Vers pö’-rm nävaa "iäDö an. (Moed Kat. 28 e.) Richtig ist auch die Mitteilung in Hechaloth (in der gedruckten Ausgabe fehlt diese Stelle, nur befindet sich als Zitat aus Hech. im Buche Emek Hamestch), beüglich R. Jismaels Märthrertod, daß der Auftrag c*Ba bv bru “paa rvop npiarc rKatra aus Crpha erteilt wurde. R- Juda b. Jllai, der hier gleichfalls den Märtyrertod fand (Erech 13 i>.) war Schulhaupt in Uscha (Midr. Cant. 6. 2) und wurde nach dieser ein Durchgangstor zwischen Süd- und Nordbabylon bildenden Bergpasie (Ritter, Erdkunde. XI, p. 10 ff.) gelegenen Stadt xaa p, (ebenso wird R. Jaschu aus Uscha Berach. 12d in Ab. Sara 61 ,T°rn genannt) desgleichen K-raä p Pctra (uexga gleich dem syrischen Cepha, Felsen) genannt. 8) Diese Regel kann als Schlüssel zur Aufklärung vieler bis nun mißverstandener Talmud- und Geschichtsparticn der tanaitischen und amorärschen Zeit dienen. Der Jeruschalmi nennt die Bewohner südlich des Masiusgebirges K'avn, so zum Beispiel Berach II, v. im Gegensätze zu «am pan, woraus allein schon herborgeht, daß der Jeruschalmi in einer nördlicher gelegenen Gegend, nämlich in Sophene verfaßt wurde, was wir übrigens anderweitig gründlich Nachweisen werden. Ebenso werden die hier weilenden Gelehrten in der Literatur am *opi 'aan oder einst ch mit dem Beinamen K*ai“n und die Gegend selbst Kam bezeichnet. 4) keyö kann unmöglich in Südpalästina gelegen sein, weil es sich hier um die Errichtung einer Mckwa aus Schnee handelt, während in Südpalästina nie Schnee fällt, geschweige denn in solchen Masten, um daraus eine Mikwa errichten zu können. s) Der Begriff Mesopotamien war in hohem Altertume unbekannt; Lenophon II, 10 — 11 nennt noch den nördlichen Teil dieser Gegend Syria und den südlichen Arabia. Die Bibel zählt aber Cbaran zu Paddan Aram, weshalb wir hier das Gebiet des späteren Osrhroenischen Reiches, südlich vom Masiusgebirge in Edom miteinbeziehen und kann der Talmud mit ,-rai"n dasselbe meint n. 6) Unter nan (Jes. 21, 11) dürfte zweifellos Colchis gemeint e,n, da es Ezcch. <27, 32) als im Meere liegend schildert und Tyrus 8* e'chsrellt eti -pro nana *wa *ä. Colchis war ja von größter Be- Daß die Lage „Edoms" hiemit richtig umschrieben sei, dürfte sich auch aus der Mischna Pessach. III ergeben, die verschiedene, in Vorderasien bereitete Tunkenarten, deren Genuß am Osterfeste wegen des in ihnen enthaltenen Getreidegärstoffes verboten^ war, und zwar, wie stets, unter Einhaltung der Ordnung der Provenienzorte nach ihrer geographischen Lage aufzählt: pvini nan ->avi '^aan nma '-istan avvn 'ainnn, welche Reihenfolge den Schluß gestattet, daß „Edom" ungefähr den Westen Vorderasiens ausmachte. Auch der Umstand, daß Antipater, der Vater des Königs Herodes, ein „Jdumäer", von Nikolaus aus Damaskus, dem Panegyriker des Herodes, als „von jenseits des Euphrat stammend", ausgegeben wurde (Josephus, Altert. XIV, 1, 3), beweist, daß diese Gegend von Juden „Edom" genannt wurde.«) . Die Urgeschichte Armeniens und der im Norden (bis zum Kaukasus) wie auch im Süden mit Edom bezeichneten angrenzenden Landstriche ist in Dunkel gehüllt. Man weiß nur aus Sagen über Kolchis, desgleichen aus den „Aram" betreffenden Nachrichten der Bibel, denn so hieß der Landstrich längs des Euphrates, der sich später auch über Coelesyrien ausdehnte, daß derselbe in kleine Länderpartikel mit Namen wie: aim naist »naya >D'nni d-in rc. geteilt war und daß dort noch „früher als bei den Israeliten Könige regierten". Allmählich erstarkte Aram und an Stelle der nun zurücktretenden Sondernamen der einzelnen Landesteile erwähnt die Bibel schon bei verschiedenen Gelegenheiten den Namen „Aram" als den Gesamtnamen des ganzen, abwechselnd selbständigen und unter assyrischer Oberhoheit stehenden Landes. Dieser Name taucht auch in den Keilinschriften aus der Zeit von 800—700 v. Ehr. auf. Auch Homer (Ilias II, 783 rc.) nennt die Bewohner der oberen Euphratgegend wie die Bibel „"Apt'po:". Noch später, gegen 686 v. Ehr. finden wir Aram als Verbündeten Nebukadnezars bei der Belagerung und Zerstörung Jerusalems (Jer. 35, 11; II. Reg. 24, 2) und auch Moses Khorene (II. c. 20 rc.) erzählt nach armenischen Quellen, daß Haik II. von Armenien als Alliierter deutung für den Handel der alten Welt. Die Septuaginta hat dafür richtig ’lSoupata, weil auch dieser Landstrich in Edom mit inbegriffen war. Dieses bis nun unerklärte Kapitel 21 wird in ein anderes Licht gerückt, sobald man noch die übrigen daselbst erwähnten Orte geographisch feststellt. Anfangs des Kapitels wird erwähnt a' nana; das südöstliche Gestade des Schwarzen Meeres wurde nämlich in doppeltem Sinne „Pontus" und „Westen" genannt,, ebenso auch -,.31» (s. w. u.) Sowohl dort, wie auch im Norden lebten Juden in großen Messen, weshalb diese Gegend so oft von der Befreiung der dortigen Juden die Rede ist, stets zusammen b'BI pBTB (Jes. 49, 12; Ps. 107, 3) erwähnt werden. Aus Vers 2 geht klar hervor, daß diese Gegend im Norden lag, denn es heißt vb'p unweit von Medien 'tb »ns* Dann folgt,-,vN KtPö betreffend das an Pontus grenzende Gebiet Colchis, welche Prophetie mit tmp »Die Exilierten rufen aus Seir" — so erklären es richtig Aquila und Theodotion mit dem Zusatze psuyovxag und jerus. Talmud (Taan. 1.2) n'ytS^ Ss”it5>» inarr — beginnt. Dort lebten ja allen Quellen zufolge Juden. Im dritten Absätze folgt alsdann njpa 2“iya KtPB über die in der Nachbarschaft von Colchis östlich wohnenden Nomadenvölker schwarzer Hautfarbe (*pp Aethiopier). Diese Gegend wird durch das gleich eingangs erwähnte e'ITI nim« U'Sn aiya» wo die Karawanenzüge der Daer kampieren, genau gekennzeichnet. 7) Nach unserer Ansicht dürfte auch der in der Mischna Kethub. XIII. angeführte Name des Richters Admon kein Eigen-, sondern ein Beinamen nach dem Lande Edom, das er in Jerusalem vertrat, sein. Im jerus. Keth. XIII, 1, wird mitgeteilt, daß es unzählige Lehrhäuser in Jerusalem gab, die zugleich als Gerichtsbehörden fungierten, was auch Apostelg. VI, 9, bestätigt. Die Juden aus Nordosten hatten dortselbst auch eine besondere Gerichtsbehörde, zusammengesetzt aus Chanan Hamizri, aus Nordostarmenien, und Admon, aus Edom, dem Westgebiet des nördlichen Vorderosiens; nach mancher in dieser Stelle geäußerten Ansicht war auch Nachum aus Medien Mitglied dieser Gerichtsbehörde. Der Name des in Keth. 105 d erwähnten und als rVyü bezeichneten Richters ans jcheint auch nur ein Beinamen zu sein, weil er aus dieser Gegend, nämlich aus Carana oder Garina war, wo gewöhnlich der Sitz des Primas (KnapiK) war. (Joma 78 a). Ausführlich darüber anderweitig.