Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 39 (29.9.1911)
- Date
- 1911-09-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 39 werden konnte. Das römische, mehr kaiserlich als päpstlich gesinnte Volk nannte diese Soldaten Papagallini statt Papalmi.! Verhandlungen, die noch in den letzten Wochen stattfanhen, Myrten zu keinem Resultat. So kam es, wie ejs tommen müßte. Im Oktober 1708 rückten die kaiserlichen Truppen unter Feldmarschall Daun vöin Norden in den^ Kirchenstaat ein und fanden seitens der sogenannten päpstlichen Armee nur geringen Widerstand. Ende des Jahres standen sie vor Rom. Von Neapel aus war ein anderes kaiserliches Armeekorps unter dem Prinzen Philipp von Hessen-Darmstadt bis hart an die römische Grenze vorgerückt und erwartete mit Ungeduld den Befehl zum Ueberschreiten^erselben.Frankreich war nicht imstande, dem Papst zu helfen. Er und die Kardinäle berieten, ftvohin Man flüchten solle, in Wien beriet man, wie man diese Flucht verhindern könnte. Da traf im letzten Moment ein neuer kaiserlicher Bevollmächtigter, Marquis Prie, in Rom ein. Er wurde dom Volke mit dem Rufe „Es lebe der Kaiser!" begrüßt. „Es hätte," berichtete damals ein Franzose, „in seiner Macht gelegen, eine Revolution zu entfesseln und Kaiser Joseph zum Herrn von Roim auszurufen." Aber so Kreit konnte und durfte der Marquis nach seinen Instruktionen nicht gehen. Man war in Wien zufrieden, als er am 15. Januar 1709 mit dem endlich nachgiebig gewordenen Papst Frieden schloß. Dieser verpflichtete sichunter anderem seine Armee zu reduzieren, die neuangelegten Festungen zu demolieren und den Erzherzog Karl als König von Spanien anzuerkennen. Die kaiserliche Armee sollte den Kirchenstaat räumen, bis auf sechs Regimenter, welche erst nach erfolgter, vollständiger und förmlicher Anerkennung König Karls abziehen sollten. Leider hatte man am Wiener Hofe, vielleicht infolge Fürsprache der frommen Kaiserin, einen Rückfall in die alte Devotion und gab das Pfand (das Besatzungsrecht) zu früh aus der Hand, denn der Papst hoffte noch immer auf französische Hilfe. Erst nach weiteren langwierigen Verhandlungen und nachdem diese Hoffnung sich als trügerisch erwiesen hatte, ist der Bruder des Kaisers am 14. Oktboer 1709 vom Papst Clemens XI. als König von Spanien förmlich und öffentlich anerkannt worden. So hat der Altar den Thron nicht gestutzt, und! daß der Papst so glimpflich davongekommen ist, hatte er vorzüglich den ketzerischen Verbündeten des Kaisers, den Engländern und Holländern, zu verdanken, die dessen Truppen auf einem anderen Kriegsschauplatz verwendet sehen, wollten. M. L. Dir Beteiligung der Juden am Kreischen Welthandel im Altertum. (Nachdruck verboten. Uebersetzungsrecht Vorbehalten.) (Fortsetzung.) Es kann nach Erörterung der angeführten Stellen bereits als feststehend gelten, daß in diesen Zitaten mit „Edom" Armenien gemeint ist, da „Edom" hier nicht etwa im agadischen Sinne, sondern als nähere Bezeichnung von Caesaraea oder Ani Kenach Anwendung findet. Nichtsdestoweniger wollen wir einige andere juristische oder rituelle Fragen rein sachlicher Natur erörternde und nur gelegentlich diese Landesbezeichnung erwähnende Stellen aus der Halacha anführen, die das bereits gewonnene Ergebnis bestätigen und über die Grenzen des mit „Edom" bezeichneten Landstriches beiläufigen Aufschluß zu geben im Stande sind. In der Mischna Kethuboth V, 11, heißt es: ivrr “pöD ,mrw $6» o'mpts» poa wozu Sette 649 der jeruf. Talmud zur Stelle erläuternd hinzufügt: ipo irr» nom^ Um der Lösung der Frage, was mit dieser Enunziation gemeint sei, näher zu kommen, muß vorerst der Wohnort R. Jsmaels festgestellt werden. Auch in diesem Punkte wird man sich leicht zurechtfinden können, wenn man sich nicht von der unkritischen Annahme, die Wirksamkeit der Tanaiten wie gemeinhin ohneweiters nach Palästina zu verlegen, leiten läßt. Nach der Tosifta Kelaim e IV wohnte R. Jsmael in pp naa (danach zu berichtigen, Mischna Kelaim e VI, 5), wo er Weinbau betrieb. Den biblischen Ort mp nimmt der Talmud (Meg. 11 a) als nahe bei nvan Thapsacus oder Zeugma am Euphrat liegend an. Es kann dabei nur an Arzanene in Südarmenien an der Grenze des Masiusgebirges in späterer Zeit Arsen und Hazu genannt, gedacht sein. Nach Ritter (Erdkunde XI, pag. 89) „ist hier der Weinbau von vorzüglicher Güte und erlangte die Traube (Hasie genannt) in diesem Tigristale einen vorzüglichen Ruhm bei den Orientalen". In jerus. Ab. Sara I, 4, werden Jahrmärkte dieser Gegenden maai mp mm aufgezählt. Die Jahrmärkte in Bathnae im Osrhoenischen Reiche, wie auch in der zu Arzanene gehörigen Stadt Amida waren im Altertums berühmt, wie namentlich aus den Schilderungen des Augenzeugen Ammianus Marcellinus (XXVI, 3 und XVIII, 8, 3) bekannt. Der Babyl. Talmud (Ab Sar 11 a) nennt auch den Markt mp bw r^ap. Daß obige Annahme richtig sei, geht daraus klar hervor, daß R. Jaschius, eines Schülers R. Jsmaels (Menach 57) Ansichten im Namen des Letzteren *) in Jerusalem Synhedr. VIII, 6, in folgender Form pa'jok m-na p rm,m n 5x8 Tisarcai mitgeteilt werden, wogegen die sonst wörtlich gleichlautende Parallelstelle im babyl. Talmud Sota 25 a für die obzitierten Worte des jerus. Talmuds die Variante amv nan bxx enthält. Dies bestätigt ausdrücklich, daß R. Jaschiu von R. Jsmael aus einer nördlich von Nisibis gelegenen Gegend, also von Arzanene2) kam. Nebenbei sei noch bemerkt, daß *) Hier wird R. Jismael nM8 fön 8‘tpt (so die richtige Lesart nach Babli und Jeruschalmi) genannt, als der Jüngste im Kreise der Lehrer, die die Zerstörung Jerusalems als Augenzeugen miterlebt hatten, und nachher hierher überfiedelt oder zurückgekehrt waren, wie R. Elieser b. Hyrkanos, R. Josua b. Chananje rc., welch letzterer R. Jismael als Jüngling aus der Gefangenschaft loskauste. (Keth. 66 c.) Da die Geschichtsdarstellung in dieser Beziehung ganz verworren ist, wollen wir zur Aufklärung dieses Themas kurzgefaßt bemerken, daß sowohl R. Elieser als auch R. Josua hier lebten. R. Elieser wohnte im *ri5 oder Kprrf?. wie der Landstrich Südarmeniens von Adiabeue bis zum Euphrat hieß, was wir anderweitig Nachweisen. Er starb in Bann getan in pcp, sein Leichnam wurde zur Bestattung nach t6 zurück überführt. (Synh. 68 a und 101 a.) R. Josua lebte in einer an einem Paß des Mafiusgebirges (Jzala) an der Grenze des Osr. Reiches und Armeniens (Arzanene) gelegenen Stadt fP'pa (deshalb so benannt), den Am. Marc. (XIX, 9, 4) beschreibt und (XVT1I, 6, 12) Horre nennt. Der Talmud (Nid. 61) erwähnt auch richtig den Wohnsitz R. Josuas unter den Namen pmn rva vbu (zum Unterschiede von anderen Orten gleichen Namens wird dieser hier mit „Sela", welche Benennung der des Masiusgebirges -nsn 8“nta, Affemani, Bibl. Orient. I, p. 525 gleichkommt, näher bezeichnet.) R. Josua verkehrte oft mit R. Jismael. in dessen Nähe er wohnte. Auch beider Lehrer R. Jochanan b. Sakkai, scheint wegen Verfolgungen nach dem südlichen Teile des Osr. Reiches ausgewandert oder zurückgekehrt zu sein, der von den Alten, so Xenophon (Anab. II, 10). Strabo (XVI). Tacitus (Anal. XII, 12), Arabia genannt wird, ebenso auch in Mischna Sab. XVI, 8: anpa l«a*n '2§b 82 nwpa. Dort lebte R. Jochanan noch 17 Jahre, (idlä. Jer. Talm. zu St.), u. zw. in mrr “ina, Stratonice (Plin. VI. 30). Schon nach der Zerstörung Jerusalems beriet er mit seinen Schülern (Ab. d. R. Nath. e. 4), ob er ins Osr. Reich gehen solle, nämlich nach dem südlichen Teil „Anthemusia" *]b:. (Die fruchtbare Landschaft führte diesen Namen AvSspoSca, d. h. die blühende ma mpo in der zitierten Stelle); ebenso heißt es weiter B'B' d,öi mit Bezug auf den dortigen Fluß KavüUppov (Plin. V. 21). *) Daß R. Jismael Arzenene lebte, beweist auch der auf ihn angewendete Ausdruck (Bab. Bathr. 28) 8M8 '2^nv.) Das Wort 8&18 bedeutet Festung, damit ist das Kastell Cepha, (im Altertum auch nur Castell und im Mittelalter „Hisn" oder pin genannt) an De. Bkochs Wochenschrift